Zusatzinfos zu Stefan Andres (fürs Update)    Trierischer Volksfreund vom 10.01.08 

Zum Artikel "Ruhe unter dem Petersdom", TV vom 5./6. Januar, folgende Zuschrift:

Es ist dankenswert, dass der TV an den größten Sohn von Schweich und Dichter des Mosellandes Stefan Andres erinnert. Doch so fehlerhaft, wie es im genannten Beitrag geschieht, ist das keine Hilfe gegen das Vergessen. Stefan und Dorothee Andres ruhen zwar auf dem Campo Santo Teutonico – dem Deutschen Friedhof bei St. Peter im Vatikan – keineswegs aber "unter diesem", wie es in der Überschrift irreführend heißt, wenn da gedruckt steht: "Der Blick auf die nahe Kuppel des Petersdoms ist beiden bis heute erhalten geblieben". Also, noch schauen die Toten nicht aus den Gräbern hervor, selbst in Rom nicht. Es hätte heißen müssen: "…im Schatten des Petersdoms". Auch war Andres nur in den fünfziger Jahren, neben Heinrich Böll, nicht der meistgelesene sondern einer der meistgelesenen und erfolgreichsten deutschen Schriftsteller. Was ja auch schon eine ganze Menge für seinen Nachruhm bedeutet. Soweit mir bekannt, stammt der Deutsche Friedhof im Vatikan bereits aus der Zeit Karls des Großen. Andres ist auch nicht "in Breitwies geboren" sondern in der Breiswiesmühle, die auf dem Bann von Trittenheim steht. Auch erwähnt der Verfasser weder die Fülle der 50 Werke von Andres, noch die fünf Denkmale, die ihm errichtet worden sind. Und geehrt wurde Andres auch nicht nur mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. 1961 zog Andres mit seiner Familie nicht "nach Italien" sondern konkret nach Rom, um Zeitzeuge des Zweiten vatikanischen Konzils zu werden. Ein Anruf bei der in Schweich ansässigen Internationalen Stefan-Andres-Gesellschaft hätte Herrn Scherf gewiss geholfen, diese bedauerlichen Fehler zu vermeiden.

Dr. Jürgen Wichmann, Trier