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Schlagwort: zentralkomitee der deutschen katholiken

Wir sind Kirche auf dem Katholikentag in Osnabrück: Gegen die Resignation in unserer Kirche

 

E i n l a d u n g    z u m    M i t m a c h e n

Wer zum Katholikentag kommt und in unserem großen Zelt auf der Kirchenmeile in Osnabrück noch mithelfen möchte, melde sich bitte bei Annegret Laakmann Tel.: 02364-5588 oder E-Mail laakmann@wir-sind-kirche.de

Pressemitteilung München/Osnabrück, 14. Mai 2008

Wir sind Kirche auf dem Katholikentag: Gegen die Resignation in unserer Kirche

„Dieser Katholikentag ist eine wichtige Weichenstellung für die pastorale Zukunft, für die Laien und für die Ökumene in unserem Land“, erklärt die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche vor Beginn des großen Kirchentreffens in Osnabrück. Mit einem breiten Themenangebot im Geist des Konzils und der darauf aufbauenden Theologie und pastoralen Praxis wendet sich die katholische Refombewegung gegen die zunehmende Resignation, Ausgrenzung und Klerikalisierung in der römisch-katholischen Kirche.

Wir sind Kirche mahnt eindringlich, nicht den Weg des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) zu verlassen, den Weg des Dialogs, der Toleranz und Gemeinschaft. Denn, so der Theologe Hans Küng: „Nicht das Konzil sondern der Verrat am Konzil hat die Kirche in die Krise geführt.“ So ist es äußerst bedauerlich, dass beispielsweise der Vatikan mit der jüngsten Änderung der Karfreitagsfürbitte das Verhältnis zum Judentum und mit dem irritierenden Schreiben der Glaubenskongregation vom 10. Juli 2007 die Ökumene mit den Kirchen der Reformation unnötig belastet hat.

Die deutschen Bischöfe werden in Osnabrück Rechenschaft ablegen müssen, warum sie das seit langem gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken geplante „Pastorale Zukunftsgespräch“ im Herbst 2007 auf Eis gelegt haben und wie sie dem dramatisch zunehmenden Priestermangel begegnen wollen. In diesem Zusammenhang werden auch die kirchlichen „Reizthemen“ wie Laien-Mitbestimmung, Frauenordination, Pflicht-Zölibat und kirchliche Sexualmoral – ob gewollt oder nicht – in vielen Diskussionen und Gesprächen thematisiert werden.

Bezeichnend ist, welche Bischöfe überhaupt zum Katholikentag kommen und den Kontakt zum Kirchenvolk suchen – und welche nicht. Zu hoffen ist, dass nicht wieder abwesende Bischöfe und Kardinäle das große katholische Treffen von außen stören. Die Sinus-Milieu-Studie, die kürzlich auch für die Jugend veröffentlicht wurde, zeigt in aufrüttelnder Weise, dass die sogenannte Amtskirche die Definitionsmacht von Kirche und Glauben bei vielen schon lange verloren hat.

Die Weichenstellung für die pastorale Zukunft, für die Laien und für die Ökumene wird auch daran deutlich, dass dies der erste Katholikentag mit dem neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Erzbischof Dr. Robert Zollitsch und dem neuen Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset ist. Gleichzeitig ist es der letzte Katholikentag mit Prof. Dr. Hans Joachim Meyer als Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und der letzte Katholikentag vor dem Zweiten Ökumenischen Kirchentag 2010 in München.

Das Wir sind Kirche-Programm auf dem Katholikentag

(tabellarisch auf der Seite http://www.wir-sind-kirche.de/index.php?id=503)

Wir sind Kirche wird auch auf diesem Katholikentag mit zwei Veranstaltungen, einem Gottesdienst und den schon traditionsreichen stündlichen „Gesprächen am Jakobsbrunnen“ die drängendsten Problemen innerhalb der römisch-katholischen Kirche und in der Ökumene mit den Kirchen der Reformation aufgreifen:

Die Veranstaltung „Eingeladen – zugelassen – ausgegrenzt? Wenn die Eucharistie zum Stein des Anstoßes wird“ behandelt theologische und kirchenrechtliche Fragen wie den Ausschluss wiederverheirateter Geschiedener vom Empfang der Sakramente und die von der römisch-katholischen Kirche immer noch verweigerte Gastfreundschaft bei der Eucharistie. Die gemeinsam mit der Leserinitiative Publik e.V. vorbereitete Podiumsdiskussion ist am Freitag, 23. Mai 2008, 11.00-12.30 Uhr, in der Aula der Franz-von-Assisi-Schule (Kleine Domsfreiheit 7, Programmheft Seite 265).

Bei der in das Hauptprogramm des Katholikentags aufgenommenen Veranstaltung „Aufbrüche in der Kirche – Was ist aus ihnen geworden?“ diskutieren Teilnehmende bzw. Beobachter des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965), des Essener Katholikentags 1968 und der „Würzburger Synode“ (1971-1975) mit Menschen, die in der Zeit dieser Ereignisse geboren wurden. Dabei geht es nicht um eine nostalgische Rückschau sondern um die zentrale Frage, wie und wo heute Aufbrüche stattfinden und wie die „Zeichen der heutigen Zeit“ in der Kirche zu deuten sind. Diese Wir sind Kirche-Veranstaltung findet am Samstag, 24. Mai 2008 von 16.00 bis 17.30 Uhr in der Sporthalle am Goethering (Goethering 30–32, Programmheft Seite 52) statt.

Der Gottesdienst mit erinnernder Mahlfeier unter dem abgewandelten Katholikentagsmotto „Du stellst unsere Füße auf weiten Raum“ (Ps 31,9) wird zeigen, dass und wie Gläubige auch in Zeiten des akuten Priestermangels Gottesdienst halten können. Ort:. Freitag, 23. Mai 2008, 18.00 bis 19.00 Uhr in der Heilig-Geist-Kirche (Lerchenstraße 91, Stadtteil Sonnenhügel, Programmheft Seite 29).

Die schon traditionsreichen „Gespräche am Jakobsbrunnen“ mit prominenten Gästen finden Donnerstag, Freitag und Samstag zu jeder vollen Stunde im Wir sind Kirche-Zelt Stand G 404 im Schlosspark, direkt neben der Stadthalle statt.

Das vollständige Programm der KirchenVolksBewegung beim Osnabrücker Katholikentag kann im Internet unter www.wir-sind-kirche.de abgerufen werden. Zur Deckung der erheblichen Kosten beim Katholikentag bittet der Wir sind Kirche-Förderverein um Spenden das Konto 18 222 000 bei der Darlehnskasse Münster e.G. (BLZ 400 602 65).

Mehr Informationen:

Christian Weisner:

bis zum Katholikentag 08131-260250

während des Katholikentags 0172-5184082

E-Mail: info@wir-sind-kirche.de

Homepage: www.wir-sind-kirche.de

Wir sind Kirche: Pfingstmontag als Fest der Einheit der Christenheit feiern!

 

Pressemitteilung München, 8. Mai 2008

Die KirchenVolksbewegung Wir sind Kirche ruft die Kirchengemeinden und alle Christinnen und Christen in Deutschland auf, Pfingstmontag (12. Mai 2008) als Fest der Einheit der Christenheit zu feiern und das ökumenische Miteinander weiter zu intensivieren. In den letzten Jahrzehnten ist in der Ökumene mehr erreicht worden, als viele je für möglich gehalten haben. Aber das Bemühen um weitere sichtbare Zeichen der Einheit aller christlichen Kirchen muss weiter gehen!

Die katholische Reformbewegung bedauert es sehr, dass das vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) angeregte und von der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) unterstützte Anliegen, den Pfingstmontag als Fest der Einheit der Christenheit zu begehen, im Jahre 2004 von der Deutschen Bischofskonferenz abgelehnt wurde. Die damalige Begründung der Bischofskonferenz, die "Eucharistiefeier an Sonn- und Feiertagen könne nicht durch andere Gottesdienste ersetzt werden" ist gerade für den Pfingstmontag nicht überzeugend, da dieser Feiertag weltkirchlich nicht relevant und beispielsweise in Italien kein gebotener Feiertag ist.

Gerade in einem säkularen Europa sollten die christlichen Kirchen gemeinsam Zeugnis geben und selber sichtbare Zeichen der eigenen Erneuerung und der Einheit untereinander setzen. Denn die Versöhnung zwischen den Konfessionen und Religionen ist ein eminent wichtiger Baustein für das weitere Zusammenwachsen Europas und darüber hinaus für die Sicherung des Friedens in der Welt.

Mit sieben Thesen „Wider die Resignation in der Ökumene“ hatte die KirchenVolksBewegung bereits vor dem Evangelischen Kirchentag im Juni 2007 in Köln an die Kirchenleitungen appelliert, das bisher in der Ökumene Erreichte nicht aufs Spiel zu setzen und sich weiterhin um die Einheit aller christlichen Kirchen zu bemühen.

Nach den weitreichenden Irritationen, die das Schreiben der Glaubenskongregation vom 10. Juli 2007 „Antworten auf Fragen zu einigen Aspekten bezüglich der Lehre über die Kirche“ ausgelöst hat, hatte sich die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche mit einem Offenen Brief an die Kirchen der Reformation im Namen der – wie wir annehmen – großen Mehrheit der katholischen Christinnen und Christen für dieses provozierende Verhalten der römisch-katholischen Kirchenleitung in aller Form entschuldigt.

Nach der letzten Ökumenischen Versammlung im September 2007 in Sibiu/Hermannstadt und im Hinblick auf den Zweiten Ökumenischen Kirchentag – der auf den Tag genau am 12. Mai 2010 (also zwei Jahre nach dem diesjährigen Pfingstmontag) in München beginnen wird – ist es dringend notwendig, ein klares Bekenntnis zu weiteren Schritten in der Ökumene abzulegen. Die unter dem jetzigen Papst wiederholte Abgrenzung von den Kirchen der Reformation ist ein eklatanter Widerspruch zum Geist und zu den Beschlüssen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965).

Ziel aller ökumenischen Arbeit muss es sein, dass Christinnen und Christen unterschiedlicher Traditionen jedoch ein und desselben Glaubens aufhören, einander die Rechtgläubigkeit zu bestreiten. Vielmehr sollten sie einander positiv anerkennen. Bereits Paulus hat die Gemeinde von Korinth davor gewarnt, ihre Zugehörigkeit zu ihm oder Kephas (Petrus) oder Apollos zum eigentlichen Unterscheidungsmerkmal des Glaubens zu machen (1 Kor 1,12f und 3,5-17).

Theologische Hintergrundinformation auf der Webseite von Wir sind Kirche:
http://www.wir-sind-kirche.de/index.php?id=393&id_entry=866

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