Sportwagen? Rennwagen? Coupé oder Cabrio? Auf der IAA 1969 in Frankfurt wurde der Volksporsche der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Übernahme von VW durch Porsche – darüber sprechen die Autoliebhaber in aller Welt. Dabei gab es schon früher eine Zusammenarbeit. Ferdinand Porsche gilt als Schöpfer des VW-Käfers. Und VW-Vorstand Heinrich Nordhoff und Porsche-Vorstand Ferry Porsche besiegelten per Handschlag die gemeinsame Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb des VW-Porsche 914.

Vorgeschichte

Bei VW suchte man nach einem Nachfolger des veralteten Karmann Ghia. Schon 1965 hatte Porsche die Produktion seiner „Dame“, des Porsche 356, eingestellt. Und so nutzte man die Familienbande und besiegelte 1968 die Zusammenarbeit. Porsche brachte das Sportwagen-Know how in die Gemeinschaftsproduktion ein, VW entwickelte die Karosserie. Der VoPo, wie der Volksporsche in Anlehnung an die Volkspolizei der DDR auch genannt wurde, sollte bei Karmann in Osnabrück gebaut werden.

Karosserie

In guter Sportwagenmanier spendierten die Konstrukteure dem Volks-Porsche einen Mittelmotor. Damit war aber das Platzangebot im Innenraum arg beschränkt. Der Beifahrer saß in einem unverstellbaren Sitz, die Mittelkonsole konnte mit einem beigefügten Sitzkissen zu einem Notsitz aufgewertet werden. Naja, Spaß wird es zu dritt wohl kaum gemacht haben. Aber immerhin konnte der Volksporsche als Dreisitzer verkauft werden. Das nur 9 kg schwere Targadach aus Kunststoff konnte im Kofferraum verstaut werden. Ansonsten war die Karosse rostanfällig und gerade in der Anfangszeit waren Verarbeitungsmängel offensichtlich.

Motorisierung

 Der Mittelmotor der Standardversion hatte 1,7 l Hubraum mit 80 PS und beschleunigte von 0 auf 100 in 14,2 Sekunden. 178 km/h war die Höchstgeschwindigkeit der mager ausgestatteten Basisvariante. Knapp 12.000 DM kostete der Fahrspaß für Einsteiger. Der Preis war schon recht happig, und die Liste der Zusatzausstattung lang.

Porsche verbaute außerdem einen 6 Zylinder, der durchaus im Konzert der Großen mithalten konnte. Diese Variante war aber nur 1.000 Mark günstiger als der damals schon außerordentlich beliebte Porsche 911 und konnte deshalb keine nennenswerten Absatzzahlen erzielen.

Fahrspaß

„… dieses technisch faszinierende Auto, ist hart wie eine Bank im Park und liegt wie ein Brett auf der Straße.“ Das konnte man in der Ausgabe 5 1970 in „Gute Fahrt“ der Automobilzeitschrift des VW-Konzerns lesen. Der Mittelmotor sorgte für eine hervorragende Straßenlage in einer Zeit, als es auf bundesdeutschen Straßen noch nicht ganz so voll war. Auch auf der „Kö“ in Düsseldorf oder der Ludwigstraße in München machte der Volksporsche etwas her.

Verkauf

Noch im Jahr 1968 wurde ein Prototyp der Öffentlichkeit vorgestellt, 1969 die ersten der insgesamt rund 120.000 Volks-Porsche 914 ausgeliefert. Während sich in Europa der Name Volks-Porsche etablierte, wurden die Sportwagen in den USA als Porsche verkauft. Bis 1976 wurde der Sportwagen in verschiedenen Variationen rund 120.000 Mal produziert. Kein Kassenschlager wie der VW-Käfer oder der Porsche 911, aber immerhin nicht schlecht für einen dreisitzigen Sportwagen. Porsche bot neben den verschiedenen Motorvarianten auch Tuning-Kits und spezielle Ausstattungsdetails für den besonders sportlichen Fahrer an.

Zwei besondere Modelle wurden als Achtzylinder gebaut. Eine Version mit 300 PS erhielt Ferdinand Piech und Ferry Porsche erhielt zum 60. Geburtstag den 914/8 mit 260 PS und einer Straßenzulassung.

Kultobjekt mit 40?

 Der Volks-Porsche 914 teilte das Schicksal vieler Einsteigermodelle, die umgebaut und „verschönert“ werden mussten. Die Rostanfälligkeit sorgte dann zusätzlich für eine Reduzierung des Bestandes. Im Jahre 2004 konnten nur noch 1.324 Stück in Deutschland gezählt werden.

Der 40. Geburtstag des Klassikers steht ganz im Zeichen der geplanten Übernahme des VAG-Goliaths in Wolfsburg durch den Porsche-David aus Zuffenhausen. Das wird die Liebhaber aber nicht davon abhalten, auf ihren Volks-Porsche 914 mit einem Glas Champagner anzustoßen. Und vielleicht steht ja noch in der einen oder anderen Garage ein „VoPo“, der nicht mitgezählt wurde.

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