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Schlagwort: treis karden

Rückmeldung zum Mosel-Camino vom 07.08.2008

 

Gesendet: Donnerstag, 7. August 2008 18:31
An: kajo@xschaefer.de
Betreff: Pilgerwanderführer Mosel-Camino

Sehr geehrter Herr Schäfer,

nach meinem Jakobsweg letztes Jahr von JSPDP nach Santiago habe ich mich diese Woche auf den Mosel-Camino begeben. Mein Reiseführer war Ihr Buch, sonst nichts. Die Beschilderungen auf der Strecke Löf – Treis-Karden waren sehr gut, lediglich hinter Lasserg, wo es nach 200 m nach links gehen sollte, fehlte eine Muschel. Aber meine Intuition brauchte mich hier auch wieder auf den „richtigen“ Weg.

Auf dem gestrigen Weg von Treis-Karden nach Bullay (war schon ein Schwierigkeitsgrad höher als Löf – Treis-Karden) war vor Grenderich eine Muschel falsch angebracht (zwischen Schutzhütte und alte Schanze – Seite 70). Der Weg führt an der Schutzhütte vorbei, wo Sie nach ca. 100 nach rechts zur „alten Schanze“ abbiegen sollten. Die Muschel zeigt Ihnen aber an, dass Sie auf dem Hauptweg (= links abzweigen) bleiben sollen.

Die Inhaberin des Moselinchen in Bullay bestätigte mir auf Nachfrage, dass bereits mehrere Pilger sich an dieser Stelle verirrt hätten.

Bitte geben Sie diesen Hinweis an die Verantwortlichen vor Ort weiter, damit die „falsche“ Muschel entfernt und am Rechtsabzweig eine „richtige“ Muschel angebracht werden kann.

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen

 

Und meine meine Antwort darauf:

 

Hallo, schönen guten Tag, Benrd, herzlichen Dank für Ihre Rückmeldung!

Ich habe natürlich die eMail sofort an Wolfgang Welter weitergeleitet, der Sie vielleicht noch kontaktieren wird.

Jedoch weicht die markierte Streckenführung an einigen Stellen von dem beschrieben Weg ab. An besonders schwierigen Stellen oder an den Stellen, wo uns die Gemeinden und zuständigen Genehmigungsbehörden keine Genehmigung erteilen konnten, mussten wir andere Wege wählen. Das wird alles mit der Neuauflage des Pilgerwanderführers wieder behoben sein. Herr Welter konnte eben sehr gut die Sommerferien zur Markierung nutzen – die Neuauflage dauert dagegen etwas länger.

Ich habe aber jetzt Ihre eMail auf meinen Internetseiten als Update veröffentlicht, so dass die Pilger in den nächsten Monaten ‚gewarnt‘ sind.

Herzliche Grüsse und eine lautes Ultreia, Ihr Karl-Josef Schäfer

 

Ein Jakobsweg von Koblenz-Stolzenfels nach Trier – Der Pilgerwanderführer für den Mosel-Camino, 2. Etappe Alken – Treis-Karden und 3. Etappe Treis-Karden – Bullay

Rhein-Zeitung, 22.12.2007 (nach umfangreicher Recherche :-))

 

Der Mosel-Camino

Pilgern kann man nicht nur in Nordspanien

KOBLENZ/REGION. Seit Komiker Hape Kerkeling über seine Pilger-Wanderung auf dem Jakobsweg ein Buch geschrieben hat, ist das Thema in aller Munde – und selbst notorische Fußweg-Verweigerer machen sich auf die Socken, um das Apostelgrab in Santiago de Compostela per pedes zu erreichen. Was nicht jeder weiß: Auch durch unsere Region führen Ausläufer des Caminos, des Jakobswegs. Ein Autor aus der Region hat nun einen Wanderführer für die Strecke von Koblenz-Stolzenfels nach Trier geschrieben.

Karl-Josef Schäfer (Jahrgang 1956) lebt in Weilburg an der Lahn, ist jedoch in Cochem aufgewachsen und hat in Koblenz Lehramt studiert. Seit langer Zeit beschäftigt er sich mit der Geschichte der Jakobswege in Europa. Über den Lahn-Camino hat er bereits ein Buch verfasst. Sein kenntnisreicher Pilgerwanderführer für die Mosel ist nun als Taschenbuch erschienen und kann im Buchhandel bestellt werden.

In acht Etappen geht es von Stolzenfels aus über Alken, Treis-Karden, Bullay, Traben-Trarbach, Osann-Monzel, Klüsserath und Schweich nach Trier bis zum Apostelgrab des heiligen Matthias in der Domstadt. Der Pilgerweg führt entlang der Mosel und über die Eifel- und Hunsrückhöhen, quer durch eines der schönsten Wandergebiete Deutschlands also. Und Schäfer gibt neben der Route viele Tipps und auch spirituelle Anregungen, er listet Vorschläge für Besichtigungen auf und verweist auf Ansprechpartner in Kirchengemeinden und Tourist-Informationen. Preisgünstige Unterkunftsmöglichkeiten runden das 220 Seiten starke Buch, das 14,95 Euro kostet, ab.

 

Mal sehen, was die nun daraus machen:

 

Wolfgang Welter
Maximinstraße 8
54338 Schweich , den 23.12.2007

Tel.: 06502-0000

Mail: ChipWelter at t-online.de

Betr.: Richtigstellung

Sehr geehrte Damen und Herren,

zunächst vielen Dank, dass Sie in Ihren gestrigen Koblenz-Ausgaben über unseren Pilgerwanderführer berichtet haben.

Erstaunt bin ich allerdings über die Qualität Ihrer Recherche: So erwähnen Sie als Autor lediglich Karl-Josef Schäfer; schreiben, dass dieser in Cochem aufge­wachsen ist und behaupten, dass er in Koblenz ein Lehramtsstudium absolviert hat.

Richtig ist, dass meine Person an der Entstehung des Buches mehr oder weniger gleichermaßen beteiligt ist. Es ist zwar nicht wirklich bedeutsam, aber ich bin es, der in Cochem geboren und aufgewachsen ist und daher die Mosel-Landschaft recht gut kennt. Außerdem: der schöne Beruf eines Lehrers wird von mir aus­ge­übt. Ka-Jo hingegen stammt aus Norddeutschland, lebte lange Zeit in Neuss, jetzt in Weilburg und verdient seine Brötchen als Kommunikations- und Füh­rungs­kräfte-Trainer. Als Beamten kann man ihn sich nur schwerlich vorstellen.

In meiner Mail (16.12.; 11.35 Uhr) hatte ich im Anhang ein Info-Blatt beigefügt – 323 Wörter plus eine Abbildung. Von Journalisten sollte man doch erwarten können, daraus einen Text zu formen, der keinerlei oder wenigstens kaum einer Beanstandung bedarf und auf dessen Richtigkeit sich der Leser verlassen kann.

Ich hätte die Kritik meiner persönlichen Eitelkeit zugeschrieben und damit dann doch lieber hinterm Berg gehalten; aber – der Lapsus schlechthin darf einfach nicht unerwähnt bleiben und muss korrigiert werden:

Sie haben in keiner Weise den Titel des Buches erwähnt!!!

Ich verstehe dieses Schreiben nicht notwendigerweise als Leserbrief, möchte aber doch an Ihre Sorgfaltspflicht appellieren und um eine angemessene Rich­tigstellung bitten.

Mit trotzdem freundlichen Grüßen und den besten Wünschen für ein frohes Weihnachtsfest!

Wolfgang Welter

 

Klasse, nur eine Stunde später. Hut ab!

 

Sehr geehrter Herr Welter!

Vielen Dank für Ihren Hinweis auf den sachlichen Fehler in unserem Artikel. Es ist mir ein Rätsel, wie es passieren konnte, dass die Biografien von Ihnen und Herrn Schäfer durcheinandergeworfen wurden. Ich will es mal auf den vorweihnachtlichen Stress schieben, was aber keine Entschuldigung sein soll. Eine Korrektur wird folgen.

Auch Ihnen schöne Weihnachten,

Rhein-Zeitung

Kulturredaktion Koblenz

Hohenfelder Straße 16

56068 Koblenz

Tel. 0261/

Fax 0261/2919214

 

http://rhein-zeitung.net

rz Rhein-Eifel GmbH • Hohenfelder Straße 16 • 56068 Koblenz

Geschäftsführer: Peter Burger

5 HRB 6837 Reg.-Gericht Koblenz

Nachtrag am 13. Februar 2008:

Gestern abend berichtet mir Wolfgang vor einer E-Mail, in der ein "irritierter" (Zitat) Verfasser des Entschuldigungsschreibens anmerkt, sein elektronischer Brief vom 23.12.2007 sei persönlich gewesen und deshalb auch gemäss den Gepflogenheiten im Postverkehr zu behandeln. Zwar war der Adressat (Wolfgang) wieder nicht der richtigen Ansprechpartner und laut höchstrichterlicher Entscheidung entspricht der E-Mail-Verkehr eher dem Versenden und Empfangen einer Postkarte (es gibt also kein "Briefgeheimnis"), aber es gibt einige Urteile bezüglich des Persönlichkeitsschutzes beim Veröffentlichen von E-Mails im Internet.

Und auch, wenn ich wirkliche Hochachtung vor der blitzschnellen Korrektur des Fehlers nach dem Hinweis von Wolfgang hatte und mich mit dem Blog-Eintrag beim Autor persönlich bedanken wollte, so habe ich doch vorsichtshalber den Namen entfernt um Auseinandersetzungen aus dem Wege zu gehen.

Eines zeigt allerdings die gestrige Reaktion: der Blog (das Blog? die Blog?) wird gelesen. Auch, oder gerade von Vertretern der shcreibenden Zunft.

3. Etappe Treis-Karden – Zell-Merl

 

3.Tag (Variante A)
Karden
→ über Moselbrücke nach Treis (-Karden)                        2 km
→ zum Birkenhof (M)                                                      5 km
→ nach Beilstein (M)                                                       8 km
→ nach (Zell-) Merl (M)                                                 11 km              
                                                              gesamt: ca. 26 km

Zwischenetappe

 
Übernachten auf dem Jakobsweg im Winter:
 
Unsere Planung steht – am Freitag geht es von Löf nach Treis-Karden und am Samstag weiter nach Zell-Merl. Die Idee mit dem Moselradweg nach Cochem haben wir ad acta gelegt. Einen ganzen Tag, ca. 28 km, auf Asphalt, das ist so eine Sache. Wir übernachten also in Treis, um am nächsten Tag ausgeruht die weietere Strecke nach Merl zurückzulegen.
 
Übernachten ist überhaupt so ein Thema. Ich war gestern morgen schon sehr frustriert. Es hat fast 3 Stunden gedauert, bis ich eine bezahlbare Unterkunft für uns gefunden hatte. Ich hatte schon geplant, den Wagen in Cochem abzustellen, dann mit dem Zug nach Löf, mit dem Zug oder Bus von Karden wieder nach Cochem und dann von Merl wieder nach Cochem. Alles, was unter 70 Euro (für 2 Personen) liegt, hat entweder geschlossen, oder renoviert, oder hat geschlossen und renoviert. Oder es fällt ihnen was anderes ein. In meiner Not habe ich das Pfarrbüro angerufen (dem Herrgott sei Dank für die Telefonflatrate), die haben mir zumindest bestätigt, dass die Fremdenverkehrsinformation eigentlich präsent sein müsste und hatten auch drei Adressen für uns. Fehlanzeige. Die endlich erreichte Information hat mir dann 3 Adressen gegeben: bei der ersten ging niemand ans Telefon, bei der zweiten bin ich kurz abgewatscht (würde der Bayer sagen) worden, wie ich mich denn erdreisten könne, am Montag im Winter anzurufen und bei der Dritten (Gasthaus Gräf) musste ich erst mal mit den beiden Kindern parlieren (piepsig: Hallo – ich: Hallo, gibst Du mir bitte die Mama – piepsig: Hallo – ich: Hallo, gibst Du mir bitte die Mama – piepsig: Hallo – ich: … – piepsig: dann gebe ich Dir jetzt mal lieber die Mama), bevor ich die Chefin an die Strippe bekam. Und das Zimmer mit Etagendusche kam auch erst ins Gespräch, als ich dreimal sagte, dass mir 50 Euro zuviel sind. Wenn wir das bis zur spanischen Grenze bezahlen sollen, dort, wo es dann richtige Pilgerherbergen gibt, müssen wir einen Pilgerkredit aufnehmen 🙂 Die Hotels sind durchweg der Meinung, der Januar-Gast muss gefälligst die Strom- und Heizungsrechnung für 3 Monate zahlen. 50 Euro pro Person sind nicht die Ausnahme, sondern eher die untere Regelpreisgrenze. Da ist die Mosel hervorragend touristisch erschlossen – nur die Pilger mit einem bescheidenen Budget sind völlig vergessen.
 
Das ist der Nachteil, wenn im Winter abseits der Hauptpilgerströme gepilgert wird. Vielleicht wäre es am Rhein Richtung Mainz und Speyer oder in der Eifel zwischen Köln und Trier anders. Wir werden es nicht mehr ausprobieren, wir sind schon auf dem Weg. Mal sehen, wie die nächsten Übernachtungsplanungen verlaufen werden.
 
Auf jeden Fall werden wir hier in Weilburg für die Pilger auf dem Lahn-Camino eine Übernachtungsmöglichkeit schaffen – und vielleicht ist ja auch unsere Heimatgemeinde bereit, das Pfarrheim für Pilger zur Verfügung zu stellen.

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