Am 06. November 2007 habe ich auf dem Deich am Fähranleger bei Glückstadt gestanden und an der Insel vorbei zum anderen Ufer der Elbe geschaut.

Hier irgendwo, ganz in der Nähe der Störmündung, sind die ersten christlichen Missonare im heutigen Schleswig-Holstein an Land gegangen. Und hier irgendwo haben die mittelalterlichen Pilger aus dem hohen Norden die Elbe überquert, um dann weiter in Richtung Stade, Bremen und zum Rhein zu pilgern. Schliesslich sind sie irgendwann in Santiago de Compostela angekommen. Wie leicht haben wir es doch heute.

Ich habe wieder einmal in 9 Tagesetappen auf einem uralten Pilger- und Handelsweg ein Stück Deutschland entdeckt. Kulturell, historisch und ganz besonders spirituell. Ich habe mit den Füßen gebetet.

Ich freue mich, dass Sie mich diese neun Tage begleitet haben und wünsche Ihnen, dass sich Ihr Leben entschleunigt hat. Ja, mehr Ruhe, mehr Langsamkeit, mehr Besinnung auf Gott – das ist es, was unsere Zeit so dringend benötigt.

Es liegen noch mehr als 3000 km bis zum Grab des heiligen Jakobus d.Ä. vor Ihnen, vielleicht begleiten Sie mich ja auf der Via Baltica, auf dem Rhein-Camino oder auf dem Mosel-Camino noch einmal. Ich freue mich drauf.

Bis dahin wünsche ich Ihnen mit dem ältesten erhaltenen Pilgerführer für den Jakobsweg, dem Codex Calixtinus aus dem 12. Jh.

Ultreia, ultreia et suseia, deus adjuva nos.

Was soviel bedeutet wie: Vorwärts, vorwärts und aufwärts, Gott begleitet uns.

Ihr

Karl-Josef Schäfer