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Koblenz, Klausen, Santiago de Compostela – Trierer Volksfreund, 08.09.2008

 

Koblenz, Klausen, Santiago de Compostela

Von unserer Mitarbeiterin Christina Bents

Viele tausend Pilger kommen jährlich aus der Region nach Klausen. Auch überregional ist der Wallfahrtsort ein Knotenpunkt für verschiedene Pilgerwege. Ganz neu: Der "Moselcamino", ein Jakobsweg von Koblenz nach Trier, verläuft seit kurzem durch den Ort.

Viele tausend Pilger kommen jährlich aus der Region nach Klausen. Auch überregional ist der Wallfahrtsort ein Knotenpunkt für verschiedene Pilgerwege. Ganz neu: Der "Moselcamino", ein Jakobsweg von Koblenz nach Trier, verläuft seit kurzem durch den Ort.

 


Die Jakobsmuschel auf dem Laternenpfahl vor der Kirche weist den Weg Richtung Trier zum Apostelgrab St. Matthias und nach Santiago de Compostela in Spanien. Ortsbürgermeister Alois Meyer, Wolfgang Welter, auf dessen Initiative hin der Moselcamino entstand und Brigitte Hoffmann, Mitglied des Gemeinderates, freuen sich auf neue Pilger. TV-Foto: Christina Bents

Klausen. An Klausen kommt man als Pilger nicht vorbei. Neben den Wallfahrern aus den umliegenden Gemeinden und der Region ist Klausen bei den Matthias-Bruderschaften aus ganz Deutschland ein Begriff. Nun geht ein weiterer wichtiger Weg durch den Ort: der "Moselcamino", ein Jakobsweg von Koblenz-Stolzenfels nach Trier.
Pilgerwege zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Spanien werden als Jakobswege bezeichnet. Bereits 1987 erging vom Europarat die Aufforderung an Behörden, Vereine und Einzelpersonen, "die Pilgerstraßen nach Santiago in ganz Europa zu kennzeichnen und zu identifizieren". In Deutschland startete die streng geregelte Ausweisung des Weges erst 1992.
Im März dieses Jahres begann unter der Patenschaft der Jakobusgesellschaft Trier die Beschilderung des Wegstückes von Koblenz-Stolzenfels nach St. Matthias in Trier. Kajo Schäfer und Wolfgang Welter, von denen die Initiative für den Weg ausging, haben die Beschilderung ausgeführt. "Wir versuchen natürlich bei der Streckenführung auch die Heiligtümer der Region miteinzubeziehen, und da muss Klausen mit dabei sein", so Welter.

Für den Weg werden noch Paten gesucht

Fast zeitgleich zur Jakobusbruderschaft machten sich auch die Klausener selbst Gedanken zum Thema Pilgerwege. "Mit dem Erwerb der Eberhardsklause kamen auch Überlegungen zur Nutzung des Gebäudes. Vielleicht besteht die Möglichkeit, eine Pilgerherberge einzurichten für diejenigen, die einen weiteren Weg zurücklegen, zum Beispiel in Richtung Santiago?", sagt Brigitte Hoffmann, Gemeinderatsmitglied. "Nomen est omen" sei für sie dabei der Ausgangspunkt.
Auch der "Eifelcamino", der über Andernach, Mayen und Cochem-Zell nach Trier zum Grab des Apostels Matthias führt, geht durch Klausen.

Für die Strecke des "Moselcamino" werden noch Wegpaten gesucht.

Weitere Informationen zum Moselcamino unter: www mosel-camino.de

Amtsblatt Gemeinde Schweich 19.06.2008

 

Jakobsweg

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Jakobsweg

Bei genauer Betrachtung der Statue des hl. Rochus in der Kapelle in der Moselstraße ist dem Leiter der Gebietskommission "Unser Dorf hat Zukunft" aufgefallen, dass der Umhang des Heiligen mit zwei Muscheln, einem eindeutigen Zeichen des Jakobspilgerweges bestückt ist. Nach Rückfrage bei der Jakobusbruderschaft Trier wurde der Ortsgemeinde schriftlich bestätigt, dass Bekond sich auf einem Jakobsweg befindet. Zurzeit wird ein neuer Jakobsweg von Koblenz-Stolzenfels nach Trier eingerichtet. Der Weg ist rund 200 km lang und endet an der Abtei St. Matthias. Da die 7. Etappe dieses Weges von Klüsserath nach Schweich geht und in Bekond das Zeichen eines Jakobsweges gefunden wurde, haben wir den Planern vorgeschlagen, den neuen Pilgerweg durch Bekond zu führen.

Bekond, den 16.06.2008

Paul Reh, Ortsbürgermeister

Anregungen für die Neuauflage des Mosel-Camino …

 

… von Willi Eisenbarth, ehemaliger Stadtarchivar, Lahnstein:

 

Seite 38: Burg Kunostein – existiert heute nicht mehr, es handelt sich um Engers bei Neuwied

Matthiaskapelle in Kobern – bis 1422 war dort das Haupt des heiligen Matthias, dann erst kam es in den Trierer Domnschatz und erst 1927 nach St. Matthias.

Der heilige Rock in Trier ist ein früher und heute ein wichtiges Pilgerziel

Nachwort

Hier, an der St. Matthias Basilika, dem Apostelgrab in Deutschland und dem Wallfahrtsziel der frommen Pilger seit 800 Jahren, endet unser Mosel-Camino.

Wir hoffen, daß Sie stets nur schönes Pilgerwetter gehabt haben und von Erkrankungen und Unfällen verschont blieben. Wir hoffen auch, daß Sie nur gute Erfahrungen mit freundlichen Menschen, gutem Essen und Betten, die genau richtig zum Schlafen waren, machen konnten.

Pilgern ist Langsamkeit, Pilgern ist Entschleunigung, Pilgern ist in sich selber Ruhe zu finden.

Genau das wünschen wir Ihnen: dass Sie aus der Hektik Ihres Alltages den Schritt in das Pilgersein machen und in den vergangenen acht Pilgertagen ein Stück weit Ruhe finden konnten.

Wir wünschen uns, daß wir Sie neugierig gemacht haben. Neugierig auf das, was entlang des Weges von Trier über Metz, Reim, Paris und Chartres bis nach Santiago de Compostela noch auf Sie wartet.

Hier verabschieden wir uns von Ihnen mit dem Gebet eines westafrikanischen Christen:

Herr, ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel.
Die Nacht ist verflattert und ich freue mich am Licht.
Deine Sonne hat den Tau weggebrannt vom Gras und von unseren Herzen.
Was da aus uns kommt, was da um uns ist an diesem Morgen, das ist Dank.

Herr, ich bin fröhlich heute am Morgen.
Die Vögel und Engel singen, und ich jubiliere auch.
Das All und unsere Herzen sind offen für deine Gnade.
Ich fühle meinen Körper und danke.
Die Sonne brennt meine Haut, ich danke.
Das Meer rollt gegen den Strand, ich danke.
Die Gischt klatscht gegen unser Haus, ich danke.
Herr, ich freue mich an der Schöpfung und dass du dahinter bist
und daneben und davor und darüber und in uns.

Ich freue mich, Herr, ich freue mich und freue mich.
die Psalmen singen von deiner Liebe, die Propheten verkündigen sie,
und wir erfahren sie: Weihnachten, Ostern, Pfingsten und Himmelfahrt ist jeder Tag in deiner Gnade.

Herr, ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel.
Ein neuer Tag, der glitzert und knistert, knallt und jubiliert von deiner Liebe.
Jeden Tag machst du. Halleluja, Herr!
Amen.

Buen Camino, guter Weg, wünschen Ihnen Karl-Josef Schäfer und Wolfgang Welter

17. Tag Trier – Wasserbillig 06.03.2007

„Hört auf vor meinen Augen Böses zu tun. Lernt, Gutes zu tun! Sorgt für das Recht! Helft den Unterdrückten. Jesaja 1,16f“
„Man kann auf dem richtigen Weg sein, aber nicht der richtige Mensch für diesen Weg. Was meinen Andere, wozu du da bist?“
Ganz schön heftig, oder? Gestern wollte ich noch schreiben, dass diese SMS einfach nicht passen können, weil sie an soviele Menschen gerichtet ist – und siehe da, die Kurznachrichten vom 06. März passen wie Faust auf Auge. Seltsam! An die regelmässigen Mitleser: seid mir bitte nicht böse, wenn ich jetzt, bis zur nächsten Pilgeretappe, die Zwischenetappen jeweils als Niederschrift meiner Gedanken zu den Fasten-SMS nutze.
Für heute spare ich mir aber einen Kommentar. Die SMS forderten auch an diesem Pilgertag nicht zum Innehalten auf, sondern wurden bei Erhalt einfach nur abgespeichert. Innehalten, Geniessen – vielleicht ist das auch der Grund, warum ich (und Gabi) Schwierigkeiten damit haben, einfach „Anzunehmen“.
Wir sind ganz zeitig aufgebrochen. Schon um viertel nach Acht waren wir auf dem Weg. Der Wetterbericht sagte für den späten Nachmittag Regen voraus – und dem wollten wir möglichst aus dem Wege gehen. Und da wir Entfernungen auch am 17. Tag noch nicht richtig einschätzen können, marschieren wir lieber früher, als später nass zu werden.
Ziemlich trostlos führte uns der Weg Richtung Luxemburg auf der Zurmaiener Strasse durch die Gewerbeansiedlungen links und rechts zur Römerbrücke und auf die andere Seite der Mosel. Der heftige Anstieg hoch zur Mariensäule – von Wolfgang am Vortag lapidar mit „es geht ein wenig hoch“ abgetan – ging uns ganz schön an die Substanz. Aber der Blick von der Mariensäule auf Trier entschädigt für alle Anstrengungen. „Da, dort drüben ist St. Matthias“ und „Ach, da ist ja unser Hotel“. „Schau, da liegen die Kaiserthermen, die Porta Nigra, der Dom, St. Paulin“ – diesen Blick auf Trier vergisst man als Pilger nicht mehr so schnell. Aber es war stark windig und wir kräftig durchgeschwitzt. Deshalb haben wir uns viel zu schnell von diesem traumhaften Blick losgerissen und sind weiter Richtung Wasserbillig.
Der Massstab der Karte, die wir vom Wolfgang bekommen hatten, war mit seinen 1:25.000 etwas sehr gewöhnungsbedürftig. Wir sind viel zu schnell gepilgert, haben uns viel zu wenig Zeit für Pausen genommen – immer, weil wir dachten, es wäre noch so weit zu laufen. Im einzigen Ort, den wir passiert haben, wollten wir uns eigentlich mit zusätzlichen Getränken versorgen – aber wie so häufig konnten wir nicht einen Laden finden. Und die Hemmschwelle, einfach an einer Haustüre zu klingeln und um Wasser zu bitten, ist noch viel zu gross.
Schon um halb eins kamen wir in Wasserbilligerbrück an, die deutsche Seite der Grenze. Ein Blick auf den Busfahrplan: von hier können wir stündlich mit dem Bus nach Trier zurückkommen. Aber wir sind noch weiter, über die Sauer-Brücke und damit die Grenze, nach Wasserbillig in Luxemburg. Der starke Verkehr ging uns mal wieder auf den Geist. Dieser Wechsel von Abgeschiedenheit hinein ins tobende Leben fällt uns schwer. Aber auf der Brücke begrüsste uns wieder der nassauische Löwe, zumindest haben wir ihn zum Nassauer erklärt, ohne zu wissen, ob die nassauischen Großherzöge tatsächlich den Löwen nach Luxemburg exportiert, oder ob sie dort einen eigenen Löwen vorfanden und sich sogleich heimisch fühlten. Fakt ist, dass Adolph nach seiner Abdankung und der Verabschiedung von seinen Truppen in Bayern niemals mehr nach Nassau zurückkehrte. Es wäre wohl zu schmerzlich für ihn gewesen, in sein Nassauer Land, dass jetzt eine preussische Provinz war, zurückzukehren. Achso, und ich muss noch herausfinden, ob die protestantischen Nassauer in Luxemburg wieder katholisch wurden – das bin ich Wolfgang noch schuldig. Kleinen Moment, klären wir in den nächsten Tagen.
Nee, machen wir sofort: erstens, lieber Wolfgang, hast Du Recht – die Luxemburger sind zu 90% römisch-katholisch, somit ist anzunehmen, dass wirklich die grossherzögliche Familie in einer katholischen Kathedrale „herummacht“. Die zweite Wikipedia-Suche ergibt folgenden Satz: „Adolf wurde – als Protestant in einem katholischen Land – Großherzog von Luxemburg und Begründer des Hauses Luxemburg-Nassau.“ Die dritte Wikipedia-Suche ergibt den ersten Hinweis: „1920 trat Marie-Adelheid in ein Karmeliterinnenkloster in Modena ein, später stieß sie zu den „Kleinen Schwestern der Armen“ in Rom.“ Beides sind katholische Orden. Und jetzt kommt die vierte Suche: „Der protestantische Erbgroßherzog Wilhelm heiratet am 21. Juni 1893 die portugiesische Infantin Maria Anna von Braganza, die katholischen Glaubens ist. Die sechs Mädchen des erbgroßherzöglichen Paares werden demzufolge katholisch erzogen, wie der vorwiegende Teil der luxemburgischen Bevölkerung.“ Da ist es also: die sind nicht konvertiert (ach, was wäre das schön gewesen, den Satz zu finden: „Für sein katholisches Volk ist Adolf der I. zum katholischen Glauben konvertiert!“), die haben einfach eine katholische Frau geheiratet, damit sind die Kinder laut katholischem Kirchenrecht automatisch katholisch. Manchmal ist es so einfach. Auf jeden Fall weiss ich jetzt eine Menge über die Nassau-Luxemburger. Kannst mich fragen, wenn Du etwas wissen willst :-). Und lt. Forbes sind die Grossherzöge die am meisten unterschätzen Monarchen der Welt – das Privatvermögen wird auf 4,2 Milliarden geschätzt. Nicht schlecht, Herr Specht! Achso, und den Löwen haben sie exportiert – müssen sie auch, denn lt. Konstitution müssen sich die Luxemburger auch heute noch mit dem Zusatz „aus Nassau“ versehen!
Soweit der Geschichts-Exkurs eines Weilburgers (naja, zugereisten Weilburgers) über Luxemburg. Weiter geht es mit unserem Pilgerweg:
Wir hatten gehofft, an der Touri-Info in Wasserbilligerbrück oder in Wasserbillig Informationen zum weiteren Weg nach Luxemburg und dann Richtung Reims zu bekommen. War nichts. Alles verriegelt und verrammelt. Wohl gerade Mittagspause oder Winterschlaf, ich weiss es nicht so genau. Am Bahnhof suchten wir den Zug zurück heraus, dann ein Cafe. Schlecht, sehr schlecht. Zumindest, wie gerade gesagt, jetzt zur Winterszeit. Also in ein Hotel und dort, in der angeschlossenen Dorfkneipe der 60er-Jahre einen Kaffee und einen Cappuccino. Einen Stempel gabs auch noch. Aber die Frage nach dem weiteren Pilgerweg konnten sie nicht beantworten. Schade, war aber wohl auch nicht zu erwarten.
Zugfahren ist billig! Laut Fahrkarte haben wir für eine Tagesrückfahrkarte nach Trier pro Person 4,40 gezahlt. Tagesrückfahrkarte hätten wir nicht gebraucht, gab es einfach so. Um viertel vor zwei sassen wir im Zug nach Trier, gingen gemütlich vom Hauptbahnhof zur Porta Nigra und von dort noch einmal in die Stadt zu dem Cafe, mit dem Spitzen-Streuselkuchen für kleines Geld. 2 Stücke gekauft, denn wir wollten die Karte noch schnell nach Schweich zurückbringen. Schade, Wolfgang haben wir um wenige Minuten verpasst. Wolfgang, bitte verzeih‘ uns, dass wir den Kuchen nicht dagelassen haben – aber ganz ehrlich: da waren wir nach dem Genuss vom Vortag doch ein wenig egoistisch. Den haben wir restlos während der Fahrt verputzt – aber dabei auch ganz lieb an Dich gedacht!
So, der grosse Meilenstein Trier ist erreicht, der etwas kleinere Meilenstein Luxemburg auch. Die nächsten Meilensteine sind jetzt Luxemburg-Stadt, Reims und dann Paris und Chartres. Ostern, oder aber wahrscheinlicher die Woche danach, geht es weiter.
Erkenntnis des Tages:
wir können 20 km in 5 Stunden schaffen, auch wenn es auf und ab geht

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