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Schlagwort: spanien

Mosel-Camino‏

 

Date: Sun, 16 Mar 2008 14:48:15 +0100
From:
To: kajoschaefer@hotmail.de
Subject: Mosel-Camino

Guten Tag Herr Schäfer,

ich freue mich wirklich über die Tatsache, ein Stück Jakobsweg ganz in meiner Nähe zu haben :o)

Im letzten Jahr bin ich mit meiner besten Freundin das letzte Drittel in Spanien gepilgert – von Astorga nach Santiago de Compostella. Dies war eine der besten Erfahrungen, die ich je in meinem Leben gemacht habe! So Gott will, werden wir dieses Jahr noch mal kurzfristig laufen, dann ab Pamplona oder ab Burgos!

Um nun schon mal ein bisschen in Übung zu kommen, wollen wir mal die erste Etappe des Mosel-Camino in Angriff nehmen. Zur Vorab Information hab ich mich heute schon mal am Schloss Stolzenfels umgesehen, aber leider konnte ich keinerlei Markierungen des Weges entdecken! Auch der nette "Schloss-Führer" konnte mir keine Auskunft zu dem Weg geben! Nun bin ich ein wenig verunsichert!

Können Sie mir bitte sagen, ob es oberhalb vom Schloss erste Markierungen gibt oder beginnt der Weg erst gar nicht am Schloss, sondern woanders!? Super wäre auch, wenn Sie mir sagen würden, wieviel Kilometer die erste Etappe hat!? Ich will damit nur vermeiden, dass wir uns in der Zeit verschätzen!

Vielen Dank vorab und alles Gute für Sie!

Gruß

Sandra aus Koblenz

Hallo, schönen guten Tag, Frau …,

eine Markierung gibt es auf dem Mosel-Camino noch nicht -. wir hoffen, dass die Jakobsgesellschaft Rheinland-Pfalz-Saarland und die Kommunen entlang des Weges es im Laufe des Jahres zustande bringen.

Exakt beginnt der Weg unten am Fähranleger, von Lahnstein kommend, und die erste Etappe bis Alken sind ca. 23 km.

Am einfachsten ist es natürlich, wenn Sie sich den Pilgerwanderführer von Koblenz-Stolzenfels nach Trier zulegen. Das Roh-Skript für das Buch können Sie aber auch auf meiner Internetseite www.xschaefer.de in der Kategorie "Pilgerführer Mosel" finden. Zumindest die Streckenführung können Sie den Internet-Seiten gut entnehmen.

Ultreia, Ihr Karl-Josef Schäfer

Diese eMail sendet Ihnen Karl-Josef Schäfer, Autor der Pilgerwanderführer-Reihe. Band 1: Der Jakobsweg von Wetzlar nach Lahnstein – Ein Pilgerwanderführer für den Lahn-Camino, ISBN 978-3833494758. Band 2: Ein Jakobsweg von Koblenz-Stolzenfels nach Trier – Der Pilgerwanderführer für den Mosel-Camino, ISBN 3833498889


Totenkirche im Westerwald

Weilburger Tageblatt, 24.09.2004

Totenkirche im Westerwald 24.09.2004

Merenberg. (mhz). Die aus dem 13. Jahrhundert stammende „Appenkirche“ bei Merenberg hat offenbar etwas Faszinierendes an sich, denn eine Reihe von Teilnehmern an unserem Bilderrätsel haben ihren Einsendungen Informationen aus verschiedenen Quellen beigefügt.

 

Die „St.-Jakobs-Kirche“ bei Merenberg – im Volksmund „Appenkirche“ genannt – sieht eher wie eine Scheune als ein Gotteshaus aus. (Fotos: Archiv/Horz)

Bis in die Neuzeit hat die aus Basaltsteinen gebaute St. Jakobs-Kirche auf Grund der dürftigen Quellenlage immer noch Rätsel aufgegeben.

Inge Lemper aus Merenberg schrieb uns: „Da ich in Merenberg aufgewachsen bin, ist mir dieses Gebäude von Kindheit an bekannt. Als Mitglied des evangelischen Frauenchores nehme ich seit 30 Jahren an Trauerfeiern in der Appenkirche teil“.

Angela Wolf aus Winkels hat in den Informationen über dieses Kirche am Pilgerweg zum Grab des Jakobus in Santiago de Compostela in Spanien geblättert.

Den Werdegang der St. Jakobs-Kirche hat Klaus Gelbhaar (Weilburg) vor 20 Jahren in der Zeitungsbeilage „Heimat an Lahn und Dill“ beschrieben.

Auch in der Beilage zu „Unser Weg“ in den Nachrichten aus dem Dekanat Weilburg wurde das unter Denkmalschutz stehende Gebäude vorgestellt.

Klaus Gelbhaar versuchte aufzuklären, woher der Name „Appenkirche“ gekommen sein könnte. In ihrer Entfernung zum Dorf liege wohl die Begründung. Das ehemalige Dorf habe unterhalb der Kirche, also „ab der Kirche“ gelegen, woraus der Volksmund „Appenkirche“ gemacht habe.

Es spreche auch viel für eine andere Deutung: Die Kirche war eine „apen Kirche“, in der man Zuflucht vor Räubern und Banden suchen konnte. Die Kirche, so Gelbhaar, wurde einst als Raststätte für Pilger gebaut, die auf dem Jakobsweg zum bedeutenden Wallfahrtsort Santiago de Compostela, der Ruhestsätte des Jakobus, sicher übernachten konnten.

Sie diente in Notzeiten auch als Zufluchts- und Verteidigungsbau, schriebt uns Birgit Berke aus Merenberg.

Es ist davon auszugehen, dass am Standort der heute nur noch als Friedhofskapelle benutzten Bauwerks 500 Mater westlich von Merenberg in Richtung „Vöhler Weiher“ ein Dorf gestanden hat.

Pfarrer Ralf Arndt Blecker ließ uns ein Informationsblatt zugehen, dem wir entnehmen, dass die Siedlung, zu der die Jakobskirche gehört, zu Beginn des 17. Jahrhunderts aus der schriftlichen Überlieferung verschwunden ist.

So sei davon auszugehen, dass seit dieser Zeit nur noch die Kirche mit dem Friedhof erhalten geblieben ist.

Bis heute dient der Friedhof den Merenbergern als Begräbnisstätte.

Ende WT-Artikel

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Weitere Recherche: In den Urkunden scheint scharf zwischen Appenkirche(n) und der St. Jakobs-Kirche unterschieden zu werden. Dies deutet auf die Ortschaft Appenkirchen mit der St. Jakobskirche hin. Hinweise auf eine „Raststätte für Jakobspilger“ ergeben sich in den mir zugänglichen Quellen nicht. Dies wäre m.E. auch unwahrscheinlich – so liegt die Appenkirche doch um einiges von der Lahn weg, grössere Ortschaften die einen Zubringer zur Lahn benötigen könnten, sind in nördlicher Richtung nicht vorhanden gewesen. Von Pilgern im Hochwesterwald ist zu vermuten, dass diese auf direktem Wege zum Rhein gepilgert sind. Kurz: Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela wird es wohl kaum in so grosser Zahl gegeben haben, dass ein Sammelpunkt oder eine Pilgerunterkunft an dieser Stelle nötig gewesen wäre. Hinzu kommt, dass ein wirklicher Aufschwung der Pilgerzahlen für SdC erst ab dem 14. Jhdt. festzustellen ist. Juli 2007, Karl-Josef Schäfer

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