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Schlagwort: Schulwandern

Hohensteinschule enthüllt Schild als „Draußenschule“ – Endeckendes Forschen

Seit 17. Oktober 2016 ist die Hohensteinschule in Stuttgart-Zuffenhausen schon von außen als „Draußenschule“ zu erkennen. Das entsprechende Schild haben Staatssekretär Dr. Andre Baumann vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg und Gerlinde Kretschmann vor der Schule enthüllt.

Der Hohensteinschule in Stuttgart-Zuffenhausen ist eine von bundesweit drei Modellschulen, an denen seit gut zwei Jahren einmal in der Woche draußen unterrichtet wird. Und zwar nicht nur Biologie und Sachkunde sondern auch Mathematik und Deutsch. Die Schülerinnen profitieren davon mehrfach. Der Unterricht im Freien beugt nicht nur der bei vielen Kindern verbreiteten Bewegungsarmut vor, die Schüler können auch sehr vielfältig ihren individuellen Bedürfnissen und Interessen nachkommen: Regen spüren, Schnecken beobachten, Trampelpfade durchlaufen, vespern im Freien, gemeinsam einen Unterschlupf bauen. Diese Erlebnisse stärken die Kinder und eröffnen neue Lernfelder. Umweltstaatssekretär Dr. Andre Baumann: „Der Wert und die Schönheit von Natur lassen sich nur draußen erleben und vermitteln. Die ´Draußenschule` gibt Raum für neue Lernerfahrungen und schult weit über die klassischen Unterrichtsinhalte hinaus.“ Gerlinde Kretschmann ergänzt: „Draußen-Tage, unabhängig vom Wetter, auch bei Schnee und Regen, sind keine Selbstverständlichkeit im normalen Schulalltag. Es ist daher schön, dass mit den Draußenklassen nachhaltige Erlebnisse und so auch nachhaltiges Lernen in der Natur ermöglicht werden.“

 

Dabei werden keineswegs nur Orte in der Natur besucht. In Stuttgart standen u.a. die Stadtbücherei, die Bäckerei sowie das Rathaus und die Schreinerei auf dem Programm. Ute Dicks, Geschäftsführerin des Deutschen Wanderverbandes, der das Projekt leitet: „Auf diese Weise erkunden  Schülerinnen und Schüler ihre Lebenswelt außerhalb des Schulgebäudes und erwerben so zunehmend Reflexions-, Handlungs- und Gestaltungskompetenz.“ Dicks dankte in Stuttgart der Schulleitung und Lehrerin Ursula Conrad sowie den Eltern dafür, dass sie sich für die „Draußenschule“ engagiert und damit eine neue, effektive,  Art des Lernens für ihre Kinder möglich gemacht hätten.

Die Hohensteinschule wurde zusammen mit der Grundschule Lichterfelde in Brandenburg und der Ahrbach-Grundschule im Norden von Rheinland-Pfalz unter bundesweit 51 Bewerbern als Modellschule ausgewählt. Die Schulen sind Teil des vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums finanzierten und als offizielles Projekt der UN-Dekade biologische Vielfalt ausgezeichneten Projekt „Schulwandern – Draußen erleben. Vielfalt entdecken. Menschen bewegen“. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz.

Erste Untersuchungsergebnisse weisen darauf hin, dass Schülerinnen und Schüler an „Draußenschulen“ wesentlich motivierter sind als an klassischen Schulen. Lernen wird von den Kindern nicht als „trockene“ Aneignung von Wissen begriffen, sondern als endeckendes Forschen. Dies ist möglicherweise der Grund dafür, dass das vermittelte Wissen länger erinnert wird als in herkömmlichen Schulformen, wo Untersuchungen zufolge 90 Prozent des Wissens schnell vergessen werde. Dies betrifft keineswegs nur naturkundliche Disziplinen sondern gilt auch für Fächer wie Deutsch oder Mathematik. Ein weiterer Vorteil der „Draußenschulen“ ist die starke Sensibilisierung der Kinder für das Thema biologische Vielfalt. 

Nachhaltig wandern – Vereinte Nationen zeichnen DWV-Schulwander-Initiative aus

Das Ausbildungssystem zum Schulwandern des Deutschen Wanderverbandes (DWV) ist im Juni von den Vereinten Nationen als „Offizielle Maßnahme der UN-Dekade für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung bekommen nur wenige.

 

Schulwanderungen bieten viele Vorteile. Sie fördern die Persönlichkeitsentwicklung sowie  das soziale Verhalten junger Menschen und geben Einblicke in die Natur. Ute Dicks, Geschäftsführerin des Deutschen Wanderverbandes: „Da wird Bildung für nachhaltige Entwicklung für junge Menschen konkret.“ Der Deutsche Wanderverband will mit seiner Ausbildungsinitiative erreichen, dass Kinder und Jugendliche in der Schule regelmäßig wandern und dabei lernen, sich für eine zukunftsfähige Entwicklung einzusetzen. Das Konzept dafür wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert und ist nun von der deutschen UNESCO-Kommission als vorbildliche Bildungsarbeit und „Offizielle Maßnahme der Weltdekade“ im Haus der Kulturen der Welt in Berlin ausgezeichnet worden.

 

Das Ausbildungskonzept, das der Wanderverband in Kooperation mit der Deutschen Wanderjugend (DWJ) auf den Weg gebracht hat, besteht aus zwei Elementen: Zum einen werden Lehrer und Wanderführer zu „zertifizierten Schulwanderführern“ fortgebildet. Zum anderen werden – auf die Rahmenbedingungen einzelner Bundesländer abgestimmt – Fortbilder ausgebildet, die in ihren Bundesländern ihrerseits Experten für Schulwanderungen qualifizieren.

Die „Offiziellen Maßnahmen“ spielen bei der Umsetzung der strategischen Ziele des Nationalen Aktionsplans der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ eine zentrale Rolle. Im Unterschied zu zahlreichen eher lokal ausgerichteten Projekten, die als Beispiele guter Praxis ebenfalls ausgezeichnet werden, leisten die „Offiziellen Maßnahmen der Weltdekade“ einen strukturellen Beitrag zur systematischen Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung. Das DWV-Projekt ist eins von nur 19, welche sich seit vergangenen Freitag (15.Juni) „Offizielle Maßnahme der Weltdekade“ nennen dürfen. „Wir sind stolz, mit unserem Aus- und Fortbildungskonzept dazu beizutragen, Bildung für nachhaltige Entwicklung in Deutschland langfristig zu verankern“, so die DWV-Geschäftsführerin.

 

Tatsächlich eignen sich Schulwanderungen Pädagogen zufolge bestens dafür, junge Menschen gerade für das Thema „nachhaltige Entwicklung“ und für damit verbundene Themen wie Konsum, Lebensstil, Klimawandel und Biologische Vielfalt zu sensibilisieren:
Die fair gehandelte Pausenschokolade unterstützt eine gerechte Bezahlung der Kakaobauern und verhindert Kinderarbeit; ein Picknick mit Zutaten, die gerade in der eigenen Region wachsen, schont genauso das Klima wie die Anreise zur Schulwanderung mit dem ÖPNV. Während einer Wanderung können die Schüler auch Ideen für eigene Nachhaltigkeitsprojekte bekommen. So können sie etwa eine Streuobstwiesenpatenschaft übernehmen, diese pflegen und den selbstgepressten Saft im Schülercafé verkaufen.

 

Gabi Diethers, Referentin für Schulwandern und Bildung für nachhaltige Entwicklung beim Deutschen Wanderverband: „Nachhaltige Entwicklung betrifft jeden. Denn es geht um unsere und die Zukunft nachfolgender Generationen. In allen Lebensbereichen können wir viel erreichen. Gerade unser Konsumverhalten wirkt sich weltweit aus.“

 

Neues Projekt des Deutschen Wanderverbandes – Unterricht im Freien

Das Wandern an Schulen wieder zu etablieren und Schüler wie Lehrer für die biologische Vielfalt zu sensibilisieren sind die Ziele eines neuen Projektes des Deutschen Wanderverbandes (DWV) und der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Um diese Ziele zu erreichen, haben die Projekt-Verantwortlichen ein wenig in der norwegischen „Uteskole“ abgekupfert. „Uteskole“ heißt „Draußenschule“. Dahinter steckt eine Schulform, bei der Schüler einmal wöchentlich nach draußen gehen und sich dort mit der Bedeutung und Schutzwürdigkeit biologischer Vielfalt auseinandersetzen.

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Schulwandertag in NRW – Aktion zum Wandertag biologische Vielfalt

Bildnachweis: © Deutscher Wanderverband, 2013.

Bildnachweis: © Deutscher Wanderverband, 2013.

Vier Schulklassen aus Netphen-Deuz in Nordrhein-Westfalen machten sich am 17. Juli 2013 auf den Weg: Fünf verschiedene Wanderungen mit unterschiedlichen regionalen Themen aus Natur und Kultur wurden angeboten. Geführt wurden sie vom zertifizierten Schulwanderführer André Dorn und vier weiteren Wanderführern des Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) Ortsgruppe Deuz sowie den Klassenlehrern. Ute Dicks, Geschäftsführerin vom Deutschen Wanderverband begleitete die über 100 Grund- und Förderschüler, die zum Abschluss des Aktionszeitraums zum bundesweiten Wandertag biologische Vielfalt bei herrlichem Sommerwetter unterwegs waren.

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