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Schlagwort: schleswig holstein

Von großen und von kleinen Pötten – Ein Spaziergang am Nord-Ostsee-Kanal

Die Anfänge

Die großen Containerschiffe ziehen ebenso an Ihnen vorbei ...

Die großen Containerschiffe ziehen ebenso an Ihnen vorbei …

Die blühende Wikingerstadt Haithabu machte es im 7. Jahrhundert schon vor. Gegründet bei Schleswig an der Schlei war das Land zwischen Nordsee und Ostsee an dieser Stelle nur 16 Kilometer breit. Und diese 16 Kilometer überbrückten die Wikinger, indem sie die Waren und sogar ganze Schiffe über das Land zogen.

Später gab es noch weitere ehrgeizige Projekte. Der Eiderkanal verlief von Kiel nach Rendsburg. Dort endete er in der Eider die in Richtung Nordsee fließt. Die Fahrt dauerte zwei bis drei Tage – viel zu lang für Reichskanzler Otto von Bismarck, der 1864 mit dem Beginn des Deutsch-Dänischen-Krieges wissen wollte, ob ein Kanal zwischen Nord- und Ostsee, „welche alle Kriegs- Handels- und Dampfschiffe gut passieren können“, möglich ist.

Von der Ostsee zur Nordsee: Der Kiel-Kanal entsteht

1887 wurde der Grundstein gelegt,  Nach achtjähriger Bauzeit, im Jahr 1895, wurde der nach Kaiser Wilhelm benannte Kanal von seinem Enkel, Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. 156 Millionen Goldmark kostete der Jahrhundertbau. Bis zu 8900 Arbeiter bewegten cirka 80 Millionen Kubikmeter Erdreich. 67 Meter breit, 9 Meter tief und fast 100 Kilometer lang war dieser erste Nord-Ostsee-Kanal. Ein gewaltiges Bauwerk.

... wie die kleinen Sportboote oder Oldtimer.

… wie die kleinen Sportboote oder Oldtimer.

Mit der Sektsteuer wurden die immensen Kosten des Projektes bezahlt – bis heute. Oder hat man nur einfach vergessen, die Sondersteuer wieder abzuschaffen und das Geld fließt in andere Kassen?

Tourismus am NOK

Am Nord-Ostsee-Kanal verläuft auf fast voller Länge beiseitig ein Betriebsweg, der für Spaziergänger und Radfahrer freigegeben ist. Steigungsfreie Radtouren sind so möglich. Und die großen und die kleinen Pötte fahren zum Greifen nah am Erholungssuchenden vorbei.

Spaziergänge, Radausflüge oder Wanderungen sind bequem mit den 14 Fähren, dem Fußgängertunnel in Rendsburg oder der Straßenbrücken Levensau und Holtenau zu planen. Die Fähren sind übrigens kostenlos, das hatte schon Kaiser Wilhelm II. angeordnet. Immerhin durchschneidet der NOK die alten Verbindungswege zwischen vielen Ortschaften.

In Brunsbüttel und in Kiel können die Schleusenanlagen besichtigt werden. Beide Städte haben auch ein Schleusenmuseum, das jeweils ganzjährig geöffnet ist.

Übernachten lässt sich zum Beispiel in Hochdonn auf einem Campingplatz direkt am Kanal. Hier ist es auch möglich, in einer kleinen Sandbucht im Kanalwasser zu baden. An einigen Kanalfähren sind Stellplätze für Wohnmobile vorhanden.

Spaziergang mit den Pötten

Manchmal reicht auch das Sichtfeld nicht, um den Containerriesen komplett zu erfassen

Manchmal reicht auch das Sichtfeld nicht, um den Containerriesen komplett zu erfassen

Für einen Spaziergang oder eine Wanderung am Nord-Ostsee-Kanal brauchen Sie keine Wanderkarte und kein GPS. Von Fähre zu Fähre geht es einfach geradeaus. Ach so, ja, wo die nächste Möglichkeit ist, den Kanal zu überqueren, sollte man schon noch wissen.

Unser Spaziergang startet in Dückerswisch, das Dorf gehört zu Schafstedt. Hier finden sich verschiedene Ferienwohnungen und -häuser, manche sogar mit Panoramablick auf den Kanal.

Es geht am Kanal entlang in Richtung der Autobahnbrücke, davor quert eine der 14 Fähren den Kanal.  Kanal 33 (Pension, Cafe und Biergarten) lädt hier zur Rast ein. Schnell erreichen Sie die andere, die Südseite, und gehen in Richtung Eisenbahnbrücke Hochdonn.

Die Landeinbuchtung kurz vor der Fähre Hochdonn, besser noch auf der Nordseite zu erkennen, dient übrigens als Ausweichstelle, wenn zwei b3esonders große Schiffe aneinander vorbei wollen. Hier muss dann eines warten, bis das andere vorbeigefahren ist.

Die Fähre Hochdonn, direkt unter der Eisenbahnbrücke gelegen, bringt Sie dann wieder auf die Nordseite des Kanals. Ob Sie im Fährhaus Hochdonn eine Kaffeerast einlegen wollen, bleibt Ihrer Entscheidung überlassen. Wir schlagen vor, die Runde zu beenden und dann im Kanal 33 in Ruhe den Ausblick auf den Kanal zu genießen.

Hier in Hochdonn ist auch der Campingplatz mit dem herrlichen Blick auf den Schiffsverkehr. Und ein Stückchen weiter, an eben der oben erwähnten Ausweichstelle, lässt sich herrlich Baden.

Mehr über den Nord-Ostsee-Kanal und die Urlaubsmöglichkeiten dort finden Sie im Internet, zum Beispiel bei www.wikipedia.org.

 

Update zur Via Jutlandica – 2. Etappe Handewitt – Oeversee, Seite 37 und 38

 

Nach Verlassen des Forstes überqueren Sie die Straße, die nach links unter der A 7 hindurch und an den alten Zollhäusern vorbei in die Gartenstadt Flensburg-Weiche führt. Wenn Sie die 1. Tagesetappe bis hierhin ausgedehnt haben sollten, erreichen Sie bald die Flensburger Stadtbusse für eine mögliche Rückfahrt.

Auf dem heutigen Weg biegen Sie an der Straße nach rechts ab und folgen der guten Markierung des Jakobsweges für etwa 1000 m. Danach biegen Sie zweimal nach links ab, gehen in Richtung der Bahngleise, überqueren diese und wenden sich dahinter nach rechts. Es geht dann unter der B 200 hindurch und immer zwischen Bahnstrecke und Autobahn auf dem Margeretenweg bis nach Barderup.

Bei dieser kleinen Ortschaft, erstmals urkundlich 1472 erwähnt,  handelt es sich um eine Oeversee-Aussiedlung.  Sie überqueren hier die Autobahn A 7, und vorbei am Sophienhof gelangen Sie zum Sankelmarker See. An die­sem in der letzten Eiszeit entstandenen See liegt die Europäische Akademie Sankelmark, eine Erwachsenenbildungs-Einrichtung, die weit über die Grenzen von Schleswig-Holstein hinaus bekannt ist. Sie bietet Seminare und Tagungen zu politischen und kulturellen Themen der Region Sønderjylland/Schleswig, des Landes Schleswig-Holstein und der Bundesrepublik Deutschland an.

Vorwort – Danksagungen

 

Liebe Leser!

 

Auch diesmal wieder hat es mir viel Freude gemacht, diesen Pilger- und Wanderführer für Sie zusammenzustellen. Es ist bereits der 3. Band der Pilgerwanderführer-Reihe und er möchte Sie auf einem uralten Pilger- und Handelsweg, dem sogenannten Ochsenweg, begleiten und Ihnen einen praktischen Ratgeber an die Hand geben.

Bevor ich mich daran gemacht habe, für diesen Pilgerwanderführer auf der Via Jutlandica zu recherchieren, habe ich eigentlich mehr an Fahrräder als an Pilger gedacht. Dabei hat sich dann dieser Teil von Schleswig-Holstein von der dänischen Grenze bis an die Elbe als ein wunderschönes Wanderrevier entpuppt.

Ich freue mich, wenn Sie mir Rückmeldung geben und bitte um Ihre Mithilfe durch Verbesserungsvorschläge, Ergänzungen und Aktualisierungen.

Die gesammelten Leser-Beiträge und Updates können Sie kostenlos im Internet unter www.xschaefer.de abrufen.

Diesmal möchte ich mich bei allen denen bedanken, ohne die ein Pilgerwanderführer nicht entstehen kann.

Da sind zunächst einmal die Leser der zuvor herausgegebenen Bände, die mit ihren Rückmeldung helfen, den Aufbau und die Struktur der Büchlein zu verbessern. Vielen, vielen Dank – ohne Sie wären diese Bücher nicht denkbar. Dann sind es gerade für diesen Band Ute und Fred Hasselbach von der Deutschen Jakobusgesellschaft e.V., Region Norddeutschland, die mir Informationen zum Weg zur Verfügung gestellt haben und unermüdlich sachliche Fehler korrigierten. Für die übrige Korrektur, insbesondere meiner eigenwilligen "SZ-Regeln", schicke ich ein herzliches Dankeschön zu Wolfgang Welter nach Schweich, meinem Co-Autor für den Mosel-Camino und hoffentlich noch vieler weiterer Bände der Pilgerwanderführer-Reihe.

Last but absolutely not least ist da natürlich noch Gabi, die stark unter meinen aussergewöhnlichen Arbeitszeiten leiden und dann mal eben für ein paar Wochen auf mich verzichten muss, weil ich mal wieder auf dem Jakobsweg bin. Auch ihr ein liebes Dankeschön.

Ihnen auf dem Weg von der dänischen Grenze zur Elbe wünsche ich Ultreia und Buen Camino,

Ihr Karl-Josef Schäfer

Nachwort

 

Am 06. November 2007 habe ich auf dem Deich am Fähranleger bei Glückstadt gestanden und an der Insel vorbei zum anderen Ufer der Elbe geschaut.

Hier irgendwo, ganz in der Nähe der Störmündung, sind die ersten christlichen Missonare im heutigen Schleswig-Holstein an Land gegangen. Und hier irgendwo haben die mittelalterlichen Pilger aus dem hohen Norden die Elbe überquert, um dann weiter in Richtung Stade, Bremen und zum Rhein zu pilgern. Schliesslich sind sie irgendwann in Santiago de Compostela angekommen. Wie leicht haben wir es doch heute.

Ich habe wieder einmal in 9 Tagesetappen auf einem uralten Pilger- und Handelsweg ein Stück Deutschland entdeckt. Kulturell, historisch und ganz besonders spirituell. Ich habe mit den Füßen gebetet.

Ich freue mich, dass Sie mich diese neun Tage begleitet haben und wünsche Ihnen, dass sich Ihr Leben entschleunigt hat. Ja, mehr Ruhe, mehr Langsamkeit, mehr Besinnung auf Gott – das ist es, was unsere Zeit so dringend benötigt.

Es liegen noch mehr als 3000 km bis zum Grab des heiligen Jakobus d.Ä. vor Ihnen, vielleicht begleiten Sie mich ja auf der Via Baltica, auf dem Rhein-Camino oder auf dem Mosel-Camino noch einmal. Ich freue mich drauf.

Bis dahin wünsche ich Ihnen mit dem ältesten erhaltenen Pilgerführer für den Jakobsweg, dem Codex Calixtinus aus dem 12. Jh.

Ultreia, ultreia et suseia, deus adjuva nos.

Was soviel bedeutet wie: Vorwärts, vorwärts und aufwärts, Gott begleitet uns.

Ihr

Karl-Josef Schäfer

 

 

 

Erste Rückläufer zu meiner Anfrage „Rhein-Camino“

 

Anfrage und Information:

Guten Tag,

mit Aufmerksamkeit habe ich Ihren Text über den Rhein-Camino gelesen. 
Selber möchte ich in Etappen diesen Wegverlauf mit späterem Anschluß 
an Esslingen-Konstanz gehen.

Nach Internet-Recherche habe ich ein Teilstück gefunden, das wohl im 
April 08 in Sulzheim/Vendersheim eröffnet werden soll. Es führt den 
Jakobsweg von Worms-Hernsheim über Dittelsheim-Heßloch nach Bingen 
weiter. Inder Mitte des Abschnittes liegt Vendersheim.

www.allgemeine-zeitung.de/region/objekt.php3?artikel_id=3110871

Von Worms weiter nach Speyer soll der Jakobsweg eigentlich identisch 
mit dem Kurpfalzradweg – Von Dom zu Dom sein. Dieser ist aber wohl in 
einen anderen Radweg eingegliedert, ich habe dazu im Moment keine 
aktuellen Informationen gefunden.

Ich wäre Ihnen dankbar wenn sie mir das Erscheinungsdatum des Rhein-
Caminos mitteilen würden oder, natürlich gerne auch gegen Entgeld, 
Informationen über den Streckenverlauf von Köln bzw. Bonn nach 
Bingen. Ist die Beschilderung schon begonnen?

Mit freundlichen und segensreichen Grüßen

 

Meine Antwort:

Hallo, schönen guten Tag, vielen Dank für Ihre E-Mail.

Der Rhein-Camino ist bisher noch in den Planungen; da ich zunächst noch ein anderes Projekt zu Ende führen will (Via Jutlandica in Schleswig-Holstein) wird bis zum Erscheinen noch viel Wasser den Rhein hinunterfliessen (heisst, ich fange so März/April an – Erscheinungsdatum wird dann im Spätsommer/Herbst liegen).

Wie Sie dem Verteiler oben entnehmen, habe ich Ihre E-Mail u.a. an Herrn Prof. Kanz weitergeleitet – in der Jakobsgesellschaft Rheinland-Pfalz-Saarland ist er Sprecher der Gruppe Mittelrhein und deshalb der kompetente Ansprechpartner für das Stück zwischen Köln/Bonn und Bingen. Herr Steffen als Vizepräsident der Gesellschaft wird Sie dann sicher den restlichen Weg bis zur Landesgrenze führen.

Ultreia, Ihr Karl-Josef Schäfer

Und hier die Antwort der Region Mittelrhein in der Jakobusgesellschaft:

es freut mich sehr, dass Sie den Rheincamino aktivieren wollen, dessen Pilgerwanderführer allerdings erst in Planung ist. Die St. Jakobusgesellschaft Rheinland-Pfalz-Saarland hat vor, die Rheinachse als bedeutsamen Jakobs-Nord-Südweg in Deutschland (Von Flensburg an , Lüneburger Heide, Köln – Mainz – Worms, Speyer, Anschluss Elsass, dessen Jakobsweg schon markiert ist) vorzubereiten. Der Rheincamino von Herrn Schäfer wird dazu eine großartige Hilfe sein. Wenn Sie allerdings in nächster Zeit den Rhein-Camino gehen wollen, so bin ich für das Gebiet des Mittelrheins zuständig. Was in dieser Hinsicht schon fertig ist, ist der Jakobsweg Lahnstein – Kaub (markiert), den Sie von der Hospitalkapelle in Lahnstein aus vorfinden können. Die bisherigen Anschlussstücke dazu sind noch in Überlegung. Für Sie wäre es sinnvoll, von Köln aus den Rheinuferweg nach Bonn zu gehen, dann auf den linken Rheinhöhenweg zu wechseln, der bis Koblenz führt. Von Koblenz aus den linken Rheinuferweg Deutsches Eck- Koblenz-Stolzenfels, dann übersetzen zur Johanniskirche Lahnstein. Von dort zur Hospitalkapelle Oberlahnstein, dann – wie schon erwähnt Rheincamino Lahnstein – Kaub. Von dort aus einen der drei Wanderwege Kaub – Rüdesheim. Von Rüdesheim nach Bingen übersetzen, dann den abkürzenden schon markierten und demnächst gänzlich feierlich einzuweihenden Rheinhessen-Camino Bingen – Worms zu nehmen. Von Worms aus ist Vizepräsident Steffen zuständig. Wie die endgültige Linienführung des Rheincamino aussehen wird, wird noch überlegt, Jedenfalls läuft der künftige Rheincamino natürlich nicht an den Rheinmetropolen vorbei (z.B. Mainz)

Für weitere Fragen, die ich Ihnen beantworten kann, stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Ultreya! Heinrich Kanz.,

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