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Schlagwort: pfarrer

Neues vom Jakobsweg – gefunden am 11. Februar 2009

 

„Der eigentliche Weg beginnt erst danach zu Hause – im ganz normalen Alltag“

 

“Komprimiertes Leben” – so beschreibt Gerhard Wietholt, Pfarrer in Gronau, seinen Pilgerweg von heimischen Gronau ins spanische Santiago de Compostella. Einen hochinteressanten Bericht der Ahlener Zeitung finden Sie unter http://www.ahlener-zeitung.de/lokales/kreis_borken/gronau/885634_Der_eigentliche_Weg_beginnt_erst_danach_zu_Hause_im_ganz_normalen_Alltag.html

Wir sind Kirche: Auch die röm.-kath. Kirche muss Kondome zur Verhütung von HIV/AIDS zulassen

 

Pressemitteilung zum 10. Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember 2008

München, 29. November 2008

Anlässlich des 10. Welt-AIDS-Tages appelliert die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche an die Leitung sowie an die Theologinnen und Theologen der römisch-katholischen Kirche, endlich die kirchliche Sexuallehre und ihre pastorale Praxis auch auf diese weltweit größte Krankheit auszurichten, Aufklärung zu leisten und das absolute Kondomverbot aufzuheben.

Die weitere Ausbreitung von HIV/AIDS, der derzeit weltweit größten Krankheit, ist ohne den konsequenten Einsatz auch von Kondomen nicht zu bekämpfen. Der bloße Appell zur Enthaltsamkeit wird der Lebenswirklichkeit der Menschen nicht gerecht und ist zutiefst verantwortungslos. Das absolute Kondomverbot ist eine große Sünde unserer Kirche. Auf das heute immer drängendere Problem von HIV/AIDS müssen differenziertere Antworten gefunden werden, als die von Papst Benedikt XVI. unlängst wieder bekräftigte Enzyklika „Humanae vitae“ aus dem Jahr 1968 anbietet.
Wir sind Kirche zollt den katholischen Seelsorgerinnen, Seelsorgern und Ordensleuten größten Respekt, die weltweit die Würde der Menschen auch in schwierigsten Lebensbedingungen im Blick haben und den Kampf gegen die Pandemie aufgenommen haben. Von vielen Katholikinnen und Katholiken ist es einfach nicht mehr nachvollziehbar, dass diese Menschen – wenn sie ihrem Gewissen folgen und in Verantwortung für die ihnen anvertrauten Menschen sich unter Umständen auch überholten kirchlichen Weisungen widersetzen – in Kauf nehmen müssen, durch die Kirchenleitung mit Strafen belegt zu werden.

Es ist mehr als bedauerlich, dass Menschen wie Pfarrer Stefan Hippler, die die Dinge klar beim Namen nennen und auch entsprechend handeln, schon seit langer Zeit kirchlichem Druck ausgesetzt sind. Hippler ist Co-Autor des Buches „Gott, Aids, Afrika“ und hatte die katholische Kirche mehrfach öffentlich aufgefordert hat, in Zeiten von HIV/AIDS ihre Moraltheologie zu überdenken.

Der Einsatz für diejenigen, die bereits durch HIV/AIDS infiziert und erkrankt sind, ist ein herausragendes Beispiel christlicher Nächstenliebe. Diese Arbeit vieler Frauen und Männern auf der ganzen Welt ist unerlässlich, um die Stigmatisierung und Ausgrenzung von HIV/AIDS-Opfern zu beenden und deren Familien vor materieller, sozialer und spiritueller Armut zu bewahren. Unerlässlich sind aber genauso auch Aufklärungsarbeit und der Schutz vor weiteren Infizierungen durch den gezielten Einsatz von Kondomen.

Mit großer Sorge verfolgt Wir sind Kirche die jüngsten Bemühungen des Wiener Kardinals Schönborn und des Kölner Kardinals Meisner, eine Relativierung der "Maria Troster Erklärung" bzw. der "Königsteiner Erklärung" zu betreiben. Mit diesen Erklärungen hatten die österreichischen und deutschen Bischöfe nach der Enzyklika „Humane Vitae“ vom 25. Juli 1968 die persönliche Gewissensentscheidung der Eheleute bei der Frage der Familienplanung und Empfängnisverhütung hervorgehoben. Diese in gewissenhafter Interpretation der traditionellen Lehre vom Gewissen verfassten Erklärungen sind nach wie vor gültig und dürfen keinesfalls zurückgenommen werden.

Wir sind Kirche-Positionspapier zur Sexualethik

Auf ihrer jüngsten Bundesversammlung Anfang November 2008 in Würzburg hat die KirchenVolksBewegung 2008 ein Positionspapier zur Sexualethik beschlossen, das statt moralischer Verurteilungen auf christliche Wertorientierung setzt. Darin heißt es u.a.: „Die römisch-katholische Kirche braucht einen neuen, angstfreien, liebevollen und menschenfreundlichen Blick auf Sexualität als Leben spendende Kraft des von Gott geschaffenen und bejahten Menschen.“ Eine zukunftsfähige christliche Sexualethik sollte gesellschaftliche Entwicklungen beobachten, analysieren und berücksichtigen, sie jedoch nicht verurteilen. Die christliche Botschaft der Selbst- und Nächstenliebe soll der zentrale Orientierungsrahmen sein. Das Positionspapier enthält auch die Hoffnung auf einen die Konfessionen und Religionen übergreifenden Prozess, denn nur so können wirksame Grundsätze einer menschenwürdigen und geschlechtergerechten Sexualethik auf globaler Ebene entwickelt werden.

Link zum Wir sind Kirche-Positionspapier:


http://www.wir-sind-kirche.de/files/844_PositionSexualethik2.pdf

Links zum Thema AIDS:

Der katholische Theologe Prof. Dr. Peter Eicher

und Mitbegründer der AIDS-Hilfsorganisation "Stern der Hoffnung" am 25. Juli 2008 in DeutschlandRadio Kultur zu den oft lebensgefährlichen Auswirkungen der Enzyklika „Humanae Vitae“
www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/822072/

„Stern der Hoffnung“ e.V. AIDS-Hilfe international
www.sternderhoffnung.de

Welt-AIDS-Tag
www.welt-aids-tag.de

Pressespiegel Weilburger Tageblatt 21.07.2007

Pilgern fängt vor der Haustür an

Wo sich Pilger im Bistum Limburg auf den Weg machen können

von Carmen Schmidt c.schmidt@mittelhessen.de

 

Limburg. "Das Pilgern fängt vor der Haustür an", sagt Pfarrer Christof May, Pilger-Experte des Bistums Limburg. Wo der Anfang einer Pilgerreise liegt, spiele keine Rolle. Bedeutsam sei das Ziel. Und das kann zum Beispiel Marburg sein, wo die heilige Elisabeth gewirkt hat, deren 800. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird. Auf dem Weg zu seinem Ziel stößt ein Pilger irgendwann auf die Pfade, die andere schon vor ihm gegangen sind – und die in besonderer Weise an einen Heiligen erinnern können. Auch durch das Bistum Limburg verlaufen solche Pilgerwege (siehe Kasten und Karte).

Es ist ein bisschen wie im Jugendzeltlager: Die Schlafsäcke haben sie zwischen Regalen mit Kinderbüchern ausgerollt. Oder nebenan in einem Gemeinschaftsraum, auf dem gefliesten Boden zwischen Tischen und Stühlen. Es gibt keine Dusche, dafür zwei Waschbecken. Die Unterkunft: Das evangelische Gemeindehaus in Feilingshausen (Biebertal, Kreis Gießen).

Die Gemeinde hat die Reisenden freundlich aufgenommen. Am Abend schaut der Pfarrer kurz herein, stellt sich vor, fragt, ob alles in Ordnung ist.

  • "Pilgern ist die Erfahrung eines einfachen Lebens"

"Das ist die Erfahrung eines einfachen Lebens", sagt Susanne Gorges-Braunwarth, die für das Referat "Mädchen- und Frauenarbeit" des Bistums Limburg arbeitet. Erstmals hat sie eine Pilgerwanderung organisiert.

Elf Frauen zwischen 30 und 60 Jahren nehmen teil, sind fünf Tage lang auf dem Elisabethpfad unterwegs. Aufgebrochen sind sie in Oberursel (Taunus). Ziel ist die Elisabethkirche in Marburg. Eine der Stationen ist das Kloster Altenberg bei Wetzlar. Dort brachte die heilige Elisabeth ihre Tochter Gertrude hin, um sie erziehen zu lassen. Auf ihrer Pilgerreise beschäftigen sich die Frauen mit dem Leben und Wirken der Elisabeth. Sie wollen der Heiligen auf die Spur kommen – und sich selbst. "Es geht darum, aus dem Alltag heraus zu kommen. Vom Stress und den beruflichen Anforderungen loszulassen. Sich auf das Wesentliche zu konzentrieren", sagt Gorge-Braunwarth.

DasWesentliche ist beim Pilgern wenig: Ein Rucksack, etwa 10 Kilogramm schwer. Darin: Etwas zum Waschen, etwas zum Wechseln, ein Regenschutz, Pflaster für die Blasen an den Füßen. "Sich auf das Notwendige zu beschränken – das ist eine Erfahrung, die man sonst im Alltag nicht macht.", sagt Gorges-Braunwarth.

Aus seinem Alltag verabschiedet sich Karl-Josef Schäfer aus Weilburg seit einigen Monaten regelmäßig. In Etappen, wochenweise, will er nach Santiago de Compostella in Spanien pilgern.

Pilgern, sagt Schäfer, das machen Leute unter 30 oder über 50. Er ist 51, als ihm seine Frau zu Weihnachten im vergangenen Jahr Hape Kerkelings Selbsterfahrungsbericht über seine Wanderung auf dem Jakobsweg schenkt. (Hape Kerkeling: "Ich bin dann mal weg. Meine Reise auf dem Jakobsweg", Malik Verlag, ISBN: 38 90 29 31 23, 19,90 Euro.) In wenigen Tagen hat er das Buch gelesen, noch vor Neujahr macht er sich mit seiner Frau auf seine erste Pilgerwanderung.

Das Pilgern beginnt vor der Haustür. Deshalb recherchierte Schäfer Informationen zu den nahegelegenen Jakobswegen. Und fand heraus, dass es zwar viele Informationen gibt über die Hauptwege der Jakobspilger. Ein Pilgerführer für seine Heimatstadt fehlte aber noch. Also schrieb Karl-Josef Schäfer einen. Vor wenigen Wochen ist das Büchlein erschienen. Darin gibt der selbständige Führungskräftetrainer unter anderem Literaturtipps zum Thema Pilgern. Er informiert darüber, was beim Pilgern in den Rucksack gehört ("Weniger bedeutet Mehr").

Er beschreibt den Pilgerweg, der weitgehend dem Lahnhöhenweg auf der Taunus-Seite folgt und seiner Ansicht nach dem Jakobsweg entsprechen könnte, wie er im Mittelalter von den Pilgern benutzt worden ist.

Auch die Tagesetappen sind beschrieben, Schwierigkeitsgrad, Dauer, Anzahl der Kilometer. Und jeder der sechs Etappen fügt der Auto ein Tagesmotto bei.

  • "Beim Wandern gibt es auch ein Ziel. Aber das hat keine tiefere Bedeutung"

 Schäfer gibt außerdem Tipps zur Anreise und zu Übernachtungsmöglichkeiten. Geschichtliches und Sehenswürdigkeiten auf der Strecke – die Weilburger Kapelle Kalvarienberg oder das König-Konrad-Denkmal in Villmar zum Beispiel – runden den Pilgerwanderführer ab.

Santiago de Compostella ist für Karl-Josef Schäfer das Ziel. Wie weit er ist, lässt sich in seinem Reisetagebuch im Internet (www.xschaefer.de) verfolgen. Dort ist im letzten Eintrag vom 12. Juli zu lesen, dass er zuletzt eine Etappe an der Mosel zurückgelegt hat, Ziel: Traben-Trarbbach.

Pilgern braucht ein Ziel, sagt Pfarrer Christof May, der zum Thema Pilgern promoviert hat. Darin unterscheide sich das Pilgern vom Wandern. "Beim Wandern gibt es zwar auch ein Ziel, aber es hat keine tiefere Bedeutung. Im Grunde ist beim Wandern schon der Weg das Ziel." Im Gegensatz zum Wandern ginge es beim Pilgern eben nicht um den sportlichen Ehrgeiz.

Der Pilgerweg gleiche dem Lebensweg, sagt May. "Und der Ort, an dem man ankommt, steht sinnbildlich für das Lebensziel," sagt der Pfarrer. "Wenn man am Ziel ankommt, ist das ein Moment der Befreiung."

  • May: "Santiago de Compostella scheint mir im Moment etwas überlaufen"

Das Pilgern erlebt einen Trend, hat May festgestellt. So nähmen spontane Anfragen von Pilger-Reisenden nach Übernachtungsplätzen in den Gemeinden zu. Auch der Pilgerbericht von Hape Kerkeling habe den Trend angefacht. "Santiago de Compostela scheint mir im Moment sogar etwas überlaufen zu sein", sagt May.

Pilgern durch das Bistum Limburg

  • Bonifatius-Route: Die Bonifatius-Route ist ein 180 Kilometer langer Pilgerweg von Mainz nach Fulda. Die Route wurde 2004 eröffnet und ist an den Weg angelehnt, den der Leichenzug des Bonifatius im Jahr 754 genommen haben soll. Die Route beginnt am Mainzer Dom, führt weiter nach Frankfurt, durch die Wetterau und den Vogelsberg bis nach Fulda. Dort endet die Route am Dom. Der Pilgerweg ist ausgeschildert. Weitere Informationen gibt es unter www.bonifatius-route.de. Eine kostenlose Karte kann beim Rhein-Main-Verkehrsverbund in Hofheim unter Telefon (06492) 29 42 03 angefordert werden.
  • Elisabethpfad: Einer von drei Elisabethpfaden führt durch das Bistum Limburg. Dieser 150 Kilometer lange Pilgerweg beginnt an der Deutschordenkirche in Frankfurt und endet in Marburg, an der Grabeskirche der heiligen Elisabeth. Der Weg führt durch den Taunus und den Lahn-Dill-Kreis bis zum Kloster Altenberg bei Wetzlar. Dort hatte Elisabeth ihre Tochter Gertrud erziehen lassen, die später Äbtissin des Klosters wurde. Der Weg führt anschliessend durch den Landkreis Gießen, über den Dünsberg und durch den Landkreis Marburg-Biedenkopf. Informationen gibt es unter www.elisabethpfad.de. Der Verein Elisabethpfad hat einen Pilgerführer für den Weg von Frankfurt nach Marburg herausgebracht, der zum Preis von sechs Euro bestellt werden kann.
  • Jakobsweg (Samino de Santiago): Der Jakobsweg ist ein Wegegeflecht, das sich über ganz Europa erstreckt. Zielist das Grab des Apostels Jakobus im spanischen Santiago de Compostella. Das Zeichen des Jakobsweges ist die Jakobsmuschel. Auch von Wetzlar nach Lahnstein gibt es einen Jakobsweg, den Lahn-Camino. Dieser Pilgerpfad ist ausgeschildert, das Zeichen ist eine gelbe Muschel auf blauem Grund. Der Weg ist 142 Kilometer lang, beginnt am Wetzlarer Dom, führt dann über Braunfels, Weilburg, Villmar und Runkel nach Limburg. Dann geht es weiter nach Diez über Bad Ems nach Oberlahnstein. Über den Lahn-Camino, den Jakobsweg von Wetzlar nach Lahnstein, hat der Weilburger Karl-Josef Schäfer einen Pilgerwanderführer geschrieben. (Karl-Josef Schäfer: Der Jakobsweg von Wetzlar nach Lahnstein. Ein Pilgerwanderführter für den Lahn-Camino, Verlag Books on Demand, ISBN: 9783833494758, 9,95 Euro.)

Hilfe für St. Michael – DSD-Fördervertrag für die Dorfkirche in Reinstädt

 

Spätgotische Kirche in Reinstädt, By Michael Sander (Own work) [<a href="http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html">GFDL</a> or <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0">CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0</a>], <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AKirche_Reinst%C3%A4dt.JPG">via Wikimedia Commons</a>

Spätgotische Kirche in Reinstädt, By Michael Sander (Own work) [GFDL or CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

Dank zweckgebundener Spenden konnte Barbara Schönfelder vom Ortskuratorium Weimar der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) am 10. September 2013 einen Fördervertrag in Höhe von 15.000 Euro für die Sanierung des Turmdachs sowie die Neudeckung in Naturschiefer der St. Michaelkirche in Reinstädt im Saale-Holzland-Kreis an Pfarrer Stephan Ebelt überbringen. Damit sollen die statischen Schäden am Turm, die zu einer akuten statischen Gefährdung der Turmhaube geführt haben, rasch beseitigt werden.

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