Der neue Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst soll einen Dienst- und Wohnsitz in der Nähe des Domes erhalten. Nachdem Gerüchte von Baukosten in Höhe von sechs bis sieben Millionen die Runde machten, hat das Domkapitel am 11.01.2008 bekanntgegeben, dass zwar 3,5 Millionen Euro freigegeben, aber davon maximal zwei Millionen verbaut werden sollen.

Am 12.01.2008 erscheint ein ausführlicher Artikel im Weilburger Tageblatt unter "Limburg und Umland" (im Archiv des WT einzusehen) mit integriertem Standpunkt des Autors Jörgen Linker. In diesem Kommentar schreibt er:

"… Aber: Die katholische Kirche steht mit solchen Entscheidungen nicht in der Tradition von Christus, der Armut, Bescheidenheit und Barmherzigkeit predigte: ‚Die Füchse haben Gruben, und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlegen kann.‘

Kamphaus stand in dieser Tradition. Er war bescheiden, er lebte es vor, er verzichtete auf einen Bischofssitz, er wohnte im Priesterseminar. Er war ein Bischof der Armen. Erwar glaubwürdig.

Diese Glaubwürdigkeit büßt das Bistum ein. …"

Und ich antworte am gleichen Tag:

Gut gebrüllt, Herr Linker, aber sachlich falsch. Denn weder Herr Kamphaus noch Herr Tebartz-van Elst sind Eigentümer der alten Vikarie. Von daher können wir ohne Kenntnis des Kontostandes der privaten Bankkonten wenig Aussagen über die Glaubwürdigkeit früherer oder zukünftiger Limburger Bischöfe machen.

Und die Kirche bewahrt ein wunderschönes, 500 Jahre altes Gebäude vor dem Verfall. Das darf sie nicht nur, dazu ist sie bei einem denkmalgeschützten Bau sogar gesetzlich verpflichtet. Die Pflicht des Eigentümers bringt aber auch das Recht der Nutzung mit sich. Jahrelang als Wohnung von Herrn Pieschl, nun als Bischofssitz.

Wo wir mit unseren Baudenkmälern hinkommen, wenn die Kirche nicht mehr das Geld zur Erhaltung der ihrigen hat, sehen wir gar nicht weit von uns in Frankreich. Gerade letzte Woche habe ich noch Fotos der Kathedrale von Toul mitgebracht, die ein erschreckendes Bild zeigen.

Achso, mit der neuen Planung wird sicher auch der Eschhöfer Pfarrer leben können, weiss er doch, dass der mit über 40% (gleich etwa 80.000.000 Euro) grösste Posten im Haushaltsplan des Bistums die Gemeindearbeit ist.