Geschichte - Kultur - Spiritualität

Schlagwort: nagel

Auch auf dem Mosel-Camino sind Pilger unterwegs – Januar/Februar 2009

 

Lieber Herr Welter,

Sie haben mir sehr geholfen. Es hat alles gut geklappt. Das Wetter war aber hart: Am Samstag stürisch-kalter Wind auf dem Hunsrüc, gleich hinter dem Schloss Stolzenfels hing die Markierung an einem Nagel nach unten. Wir gingen einen kurzen Weg falsch, sind zurück und haben die Markierung wieder richtig gestellt (natürlich nicht eingenagelt). Rosi hatte zu, die Reiterstube auch und den ersten Kaffee gab es erst in der Raststätte. Unterwegs war es zu kalt, um stehen zu bleiben. Dann bevor wir den kurzen Anstieg auf die Moselhöhe mit Blick zur Burg Thurant machten, kam um 4.00 Uhr nachmittags die Sonne und hat diese schöne Wallfahrtskirche richtig angestrahlt. Man spürt dort wirklich etwas. Wir wohnten bei Cafe Becker (sehr gut, aber kein Lunchpaket). Bei strahlendem Sonnenschein verließen wir den Ort am Sonntag und beim Anstieg hinter Hatzenport kam vom Hunsrück her eine hellgraue Wand: Schnee! Es war zwar nicht mehr so kalt, aber zugefrorene Pfützen waren unter Laub und Schnee kaum auszumachen. Aber dieser Tag war traumhaft. Total kaputt mit zittrigen Knien kamen wir um 17.30 Uhr in Karden an. Der Abstieg war bei Schnee schon heftig, da wir zuvor keine Pausen hatten (Burg Eltz noch zu). 

Man sollte unbedingt eine halbe Stunde vor Abfahrt des Zuges am Bahnhof sein, denn der Fahrkartenautomat war das letzte Abenteuer. 10 Minuten reichten nicht, um drei Karten zu ziehen. Ich stieg ohne in den Zug. Gott sei Dank hatte ein junger Mann (Libanese) im Abteil ein 5-Personen-Ticket und fuhr nach Saarbrücken, so dass wir uns entspannen konnten.

Jetzt wollen wir im März weitergehen.

Ganz herzlichen Dank

und freundliche Grüße

 

Und gerade kam noch ein Nachschlag, der die Erfahrungen meiner Frau und mir im Winter 2007 bestätigt:

Danke Herr Welter für die schnelle Antwort. Ich wollte Ihnen gerade schreiben, dass ich eben in der Wanderkarte nachgesehen habe, dass da nicht viel fehlen kann. Man könnte den Weg eigentlich sogar ohne Karte gehen, denn er ist super beschildert. (Grosses Kompliment an Wolfgang Welter – Anmerkung KS) Man kriegt als alter Peregrino ja auch ein Auge dafür, an allen Stellen die Muschel zu sehen. Mit dem Lunchpaket braucht Ihnen nichts leid zu tun, Das Frühstück war so super, so dass wir gut über die Runden kamen. … Wir waren zu dritt, sie (Frau Becker, Cafe Becker, Alken – Anmerkung KS) ist uns mit dem EZ-Preis "entgegengekommen". Jeder von uns musste 33,00 Euro zahlen. Sie hatte noch ein paar Gäste im Haus. Und sie sagte, sie bewundere jeden, der so einen Pilgermarsch mache. Es war für uns so aber okay.Zimmer habe ich jetzt immer noch keine in Alken für den 30.4., ich solle sie nochmal Ende der Woche anrufen, sie habe vielleicht noch ein paar Zimmer, müsse das aber erst abklären, dann soll ich nebenan Müllers anrufen, die noch zu haben bis 6. 2.. In Beilstein übernachten wir im Mai zweimal. Wegen Happy Mosel war überall voll. Erst überall Absage. Dann Anruf von Frau Lippmann,  mit Entgegenkommen auf zwei Nächte.. Auf diese Weise brauche ich in Karden nicht mehr zu suchen. Und wir können eine Weinprobe machen an eine Abend und noch eine Stadtrundführung.Ich habe schon mit dem Herrn ?? (wahrscheinlich Herr Vitz – Anmerkung KS) gesprochen.

So, ich will jetzt aber keinen Roman schreiben und danke nochmals.

Gute Nacht.

Zwischenetappe

Fasten-SMS Nr. 1:
Seid voll Freude, wenn Ihr in mancherlei Versuchung geratet. Ihr wißt, dass die Prüfung eures Glaubens Ausdauer bewirkt. (Jak 1,2 f.)
Ich erspare mir heute noch einen Kommentar dazu, aber eigentlich trifft auch dieser Bibelspruch den Nagel auf den Kopf. Vielleicht kommt der fehlende Kommentar in den nächsten Tagen.
Fasten-SMS Nr. 2:
Können sich andere an DIR orientieren? Hilf anderen ihren Weg zu finden!
Diese SMS kommentiere ich gerne, sehr gerne sogar. Denn das ist ein Thema, über das ich seit der Eröffnung dieses Blogs nachdenke. Wer von Anfang an mitgelesen hat, erinnert sich vielleicht noch an meine, an mich selbst gerichtete Frage, ob dieser Blog vielleicht etwas mit Exhibitionismus, mit öffentlicher Selbstdarstellung zu tun hat. Damals, Anfang Januar, habe ich das damit abgetan, dass ein wenig Extrovertiertheit einem Trainer gar nicht so schlecht steht. Aber das trifft es eigentlich nicht, das ist nicht der Nagel, der auf den Kopf getroffen sein will. Eher schon ein Ermuntern von Anderen, ein zurufen: Hei, ich als überzeugter Couch-Anhänger kann das, Du kannst das auch. Und dabei über Erfahrungen, über Höhen und Tiefen, über Scheisstage im Regen und über Laufen wie auf Wolken im strahlenden Sonnenschein berichten. Das trifft die Sache schon eher. Anne hat mal in einer eMail kommentiert: „Ka-Jo schreibt ein Buch!“ Nein, so vermessen bin ich immer noch nicht. Aber mittlerweile weiss ich, dass so einige hier im Blog aus unterschiedlichen Gründen mitlesen, und deshalb lasse ich ganz bewusst den trockenen Erlebnisbericht auch hin und wieder ganz launig aussehen – damit diejenigen, die mitlesen, nicht vor lauter Langeweile am PC einschlafen. Und vielleicht gibt es ja den Einen oder Anderen (Du vielleicht nicht gerade, Gudrun :-)), die oder der sich bemüssigt fühlt, vielleicht doch noch einmal die Bibel herauszukramen oder ein Gespräch mit einem Seelsorger, welcher Coleur auch immer, zu suchen. Und der Typ, der sagt, Du MUSST – der bin ich überhaupt nicht. Eher derjenige, der sagt, komm, schau, so lief es bei mir – vielleicht kann es auch bei Dir so laufen. Aber Deine Erfahrungen, bitte schön, musst Du schon selber machen! Wie gesagt, ich war schon ganz schön weit weg und komme langsam, ganz langsam wieder zurück. Der Jakobsweg beginnt vor der Haustür – der Anstoss kann nur von Dir selberf kommen. Was er Dir bringt, das weiss ich nicht – aber lies einfach diesen Blog von Zeit zu Zeit, vielleicht bringt er Dir ja etwas Orientierung!

© 2023 Auf dem Weg

Theme von Anders NorénHoch ↑