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Update zur Via Jutlandica – 9. Etappe Itzehoe – Glückstadt/Fähre, Seite 98

 

Nach diesem kleinen Abstecher geht es nun weiter in Richtung Glückstadt. Der heutige Weg führt immer mehr oder weniger an der Stör entlang, einige Störschleifen werden abgeschnitten. Da die Deiche i.d.R. bewirtschaftet werden, ist die unangenehme Alternative die Straße. Zwar ist der Verkehr naturgemäß nicht allzu dicht, die Enge der Straße und die unangepasste Geschwindigkeit der Pkws und Lieferwagen machen die Strecke zu einem teilweise gefährlichen Wegstück. Halten Sie sich ganz links, der Grasstreifen ist ganz gut begehbar.

19. Tag Merzkirchen – Remerschen 01.10.2007

 

 

Das Frühstück in der Pilgerherberge war reichlich, aber mittelmäßig, der Preis für alles zusammen mit 29,50 Euro dafür aber erstklassig. Immerhin hätte es ja auch sein können, dass ich nicht alleine, sondern mit drei weiteren Mitpilgern in einem Zimmer geschlafen hätte. Und dafür wäre es dann erheblich zu teuer gewesen.

Tolles Wetter – wenn Engel verreisen!!!! Im November kommt die nächste Pilgerwoche, ob es dann auch wieder so ist? Der Pilgerweg soll mich heute bis nach Perl oder bis nach Remerschen (Schengen) in Luxemburg führen. Wir haben aus der Pilgerherberge heraus noch eine Pension in Perl gebucht. Naja, eigentlich keine Pension, eine Baumschule, die in einem Haus noch Zimmer so mehr oder weniger unter der Hand anbieten. 30 Euro soll es kosten, Frühstück in der Pension nebenan. Aber ich werde wohl doch, wenn es noch einigermassen geht, bis in die Jugendherberge nach Remerschen pilgern. 17,50 Euro ist auch nicht zu verachten. Und die Jugendherberge soll ganz neu sein.

Irgenwie habe ich unterwegs immer wieder den ausgeschilderten Weg verloren. Zwar stimmte meine Grossrichtung und der Weg tauchte auch immer wieder auf, aber die Sehenswürdigkeiten an der Strecke (so z.B. die römische Villa in Borg mit dem grössten Mosaik nördlich der Alpen) habe ich ganz einfach verpasst. Nur auf dem Renglischberg das amerikanische Soldatendenkmal habe ich „mitgenommen“.

Unterwegs musste ich nach rund 10 km die Wanderschuhe ausziehen um in Sandalen weiterzupilgern. Die Schmerzen waren zu gross, die Füsse überall mit Blasen. Warum? Keine Ahnung. Ich bin ja schon vorher in diesen Schuhen ohne Probleme gelaufen. Warum es heute soviel Probleme bereitet, kann ich nicht sagen. Vielleicht liegt es am schweren Rucksack? Den kann ich für die nächsten Wochen sowieso erheblich abspecken. Aber sonst fällt mir kein Grund dafür ein. Die Füsse werden regelrecht eingezwängt, die kleinen Zehen schmerzen bis zum gehtnichtmehr.

In Perl habe ich den Fehler gemacht und bin dem Strassenschild nach Schengen gefolgt. Das führte an einer viel befahrenen Bundesstrasse rund um den Ort. Wenn ich durch den Ort gegangen wäre, hätte es interessanter und ungefährlicher sein können. Zu spät!

Es geht dann über die Brücke und nach rechts, vorbei am Denkmal für das „Schengener Abkommen“ immer auf einem Fahrradweg an der Mosel entlang. Und dann gab es einen Abzweig auf der anderen Seite durch ein Erholungsgebiet. Den habe ich genommen und prompt führte der mich zur wirklich modernen Jugendherberge in Remerschen. Hier hat der luxemburgische Jugendherbergsverband richtig Geld in die Hand genommen – oder hat die EU mitbezahlt? Sogar die Oberlichter werden elektrisch auf- und zugemacht. Toll, was?

Insgesamt zeigte der Schrittzähler in Remerschen 15 km, gefühlt habe ich 25. Aber dafür zum ersten Mal im Ausland. Ich kann jetzt sagen, von Weilburg braucht man 19 Tage bis Luxemburg. Auch nicht schlecht, Herr Specht. Nur der Weg an diesem Tag war stellenweise schlecht markiert.

Das 4-Bett-Zimmer mit Dusche und WC war vollauf okay, das Abendessen für 8 Euro nicht. Das stammte bestimmt vom Vortag, in den Erbsen zeigten sich einige völlig verwelkte Salatblätter. Reis gab es reichlich, dasFleisch war nicht zu identifizieren. War es Hühnerfrikassee? Keine Ahnung – der Hunger hat es hineingezwungen. Für die Bettschwere gönnte ich mir noch 3 Bier – auch alles zu teuer. 2,70 für 0,3 l – das kann sich ein Pilger einfach nicht leisten.

Zimmergenossen hier in Schengen ist Gunnar, ein Beschäftigungstherapeut im Altersheim, 52 oder 53 Jahre alt. Auf den ersten Blick in Vielschwätzer, auf den zweiten Blick wird er dann ganz nett. Hat eine freikirchliche Gemeinde, hauptsächlich für Jugendliche, in Altenkirchen/Westerwald aufgebaut. Friends of Jesus oder so ähnlich nennen sie sich. Toll, Hut ab, vor soviel sozialem Engagement. Ich wünsche ihm alles Gute – für mich wäre dieser Einsatz nichts mehr, die Nerven würden wohl nicht mehr mitmachen (und vielleicht fehlt heute auch die notwendige Toleranz).

Erkenntnis des Tages: Es steht nirgends geschrieben, dass Pilgern mit Schmerzen verbunden sein muss!

 

 

8. Etappe Schweich – Trier = 22 km

Schweich – Quint – Ehrang/Kyllbrücke – Karl-Kaufmann-Weg nach Biewer – Trier = ca. 22 km
Schwierigkeit mittel
Zeitbedarf 5 Stunden ohne Pausen und Besichtigungen
Besichtigungen Biewer, Trier

Der Moselhöhenweg verläuft durch Schweich, zunächst bis zum Gasthaus Junges, dann nach links in die Bahnhof. Auf dieser bzw. auf dem parallel verlaufenden Fußgänger-/Radweg, halten Sie sich, bis Sie nach knapp 2 km an der Abzweigung zum Bahnhof in eine Bahnunterführung kommen. Diese lassen Sie rechts liegen und gehen weiter bis zur Landes L47 (rechts ein Gedenkkreuz), die Sie in Richtung Heilbrunnen überqueren. Nun kommen Sie den Rand des Meulenwaldes mit einem Wanderparkplatz. Dort geht es im rechten Winkel nach links; Sie sollten sich aber doch Zeit lassen für einen kleinen Abstecher zur 1883 errichteten neugotischen Marienkapelle am Heilbrunnen, die Sie nach wenigen hundert Metern auf einer wunderschönen Allee mit 14 Kreuzwegstationen erreichen. Genau das Richtige für einen besinnlichen Start in den Tag!

Rechts davon finden Sie den eigentlichen Heilbrunnen, den Heiligen-Born. Dabei handelt es sich um eine 1926 von einer Sandsteinmauer gefasste Quelle. Allerdings führte schon 1602 der mit Wunderberichten über die Heilkraft der Quelle einsetzende Gebrauch des Heilwassers zu einem massiven Kurbetrieb.

Warum es dazu kam, erfahren Sie auch auf der Inschrift unter dem Mariengebet: „Anno 1602 kam ein Mann aus Schweich mit rudige Händ über den Born zu drinken. Da die Händ von sich selbst trocken worden, hatte er Linderung des Schmerzens empfunden, darumb offter zum Born gegangen, gedrunken, beyde Händ gewaschen und endlig gesunt worden.“

Nun geht es also wieder zurück zum Parkplatz, wobei Sie noch eine kleine Schleife zum links angrenzenden Biotop Heilbrunnen mit Wassertretbecken machen können.

Vom Parkplatz aus geht’s auf mehr oder weniger gleicher Höhe am Waldrand entlang zum Haardthof und dort in einen Wald. Am Parkplatz Rothenberg überwinden Sie die Schranke und gelangen schon bald zum romantisch gelegenen Forstamt Quint, in dessen Nähe der Moselhöhenweg und der in Brühl startende Karl-Kaufmann-Weg (Karl Kaufmann war von 1904 bis 1938 Vorsitzender des Eifelvereins) ineinander überlaufen und bis Trier identisch sind. An der Straße gehen Sie wenige Minuten in Richtung Bahnhof. Quint ist Stadtteil von Trier. Der Ortsname geht übrigens auf den lateinischen Namen ‚ad quintum lapidem’ (am 5. Meilenstein der Römer von Trier nach Andernach) zurück.

Kurz vor dem Bahnhof, an der großen Kurve, biegt der Weg dann wieder nach rechts in den Wald ab. Wer Zeit und Lust hat, kann sich aber noch auf den Weg zum dreiflügeligen Quinter Schloss machen, das sich nur wenige Meter entfernt in einem Parkgelände befindet. In Quint begründete 1683 Franz von Pidoll eine Eisenhütte mit Gießerei. Die Voraussetzungen waren günstig: Holzkohle kam aus der Eifel, über die Mosel wurde das Erz angeliefert. Das Pidoll’sche Schloss, wurde um 1760 nach dem Vorbild barocker Paläste errichtet und diente als Wohn- und Verwaltungsgebäude der sog. Quinter Hütte. Erst 1972 wurde die Firma geschlossen. Nach Nutzung durch eine EU-Behörde ist das Schloss im Besitz einer Bauherrengemeinschaft und steht zum Verkauf.

Zurück zum Jakobsweg! Sie steigen nun sachte hinauf zur ‚Ehranger Heide’; am Parkplatz mit der der hölzernen Orientierungstafel angekommen, orientieren Sie sich an links und folgen immer der Markierung ‚M’: zunächst entlang der ‚Hinteren Heide’, dann entlang der ‚Vorderen Heide’. Schließlich hinunter nach Ehrang. Auf dem Weg nach unten kommen Sie durch die Ringmauer, ursprünglich von dem Trierer Kurfürst Balduin Mitte des 14. Jhs. erbaut. Sie gehört heute zu den besterhaltenen und vollständigsten Stadtmauern in der Eifel.

Sie passieren das Pfarrhaus St. Peter, erstmalig 1760 erwähnt und im Volksmund Bolongs-Hof genannt. Die katholische Pfarrkirche St. Peter wurde 1872 – 1875 erbaut und geht wohl auf eine römische Kirchengründung zurück. Leider ging die ursprüngliche Ausstattung verloren, die Orgel stammt von der Firma Link, Giengen und wurde um 1990 unter Verwendung von einigen alten Orgelteilen gebaut. Achten Sie auch auf das Missionskreuz von 1727 (teilweise 1624).

Im Übrigen werden Sie bemerkt haben, dass sich seit Schweich das Material für Bauwerke grundlegend geändert hat: waren in Eifel und Hunsrück, die ja beide zum Rheinischen Schiefergebirge gehören, meist dunkle Schiefer und Grauwacke oder auch vulkanische Gesteine Grundstoffe für Kirchen, Wegekreuze und andere Bauwerke, so dominiert hier im Trierer Becken eindeutig der rötlich gefärbte Buntsandstein.

Weiter geht es durch Ehrang, über die kleine Kyllbrücke und die Schienen der DB-Eifelstrecke Trier-Gerolstein-Köln und direkt dahinter nach rechts auf den Fahrradweg in Richtung Burg Ramstein und Kordel. Sie folgen dem Weg entlang der Kyll, bis nach rund 100 m links ein Weg schräg nach oben abzweigt. Die Ehranger Kanzel ist der höchste Punkt der heutigen Schlussetappe. Schlimmer wird’s nimmer! Weiter geht es durch den Trierer Stadtwald, überqueren die A 64 nach Luxemburg, streifen das Wohngebiet ‚Auf der Bausch’ (Achtung: im Herbst hier unbedingt die ‚Kesten’ = Esskastanien probieren!) und erreichen endlich das Biewertal. Hier treffen Sie auf die aus der Eifel kommende Nebenroute des Jakobusweges, die von Köln über Trier nach Perl/Schengen führt.

In Biewer kommen Sie schon bald an den neuen Jakobusbrunnen. Sie wenden sich hier nach links und erreichen nach rund 300 m die Pfarrkirche St. Jakobus die, mit klaren romanischen Stilelementen, zwischen 1911 und 1913 errichtet wurde. Der heilige Jakobus der Ältere ist schon seit dem Mittelalter der Schutzpatron von Biewer. Sie wurde in den Jahren 1911 bis 1913 errichtet. Die Jacobus-Verehrung in Biewer hat eine lange Tradition: Eine Jakobus-Kapelle an dieser Stelle ist schon im frühen 11. belegt. Weiterhin bezeugt ein auf einem Gebetszettel erhaltenes Jakobuslied von der Verehrung des Apostels in Biewer. In St. Jost (Jodokus) am Ortsausgang sollen die von der Eifel und Rhein-Moselraum kommenden Pilger nach Santiago de Compostela gerne Quartier genommen. Der heilige Jodokus war häufig Patron von Jakobsbruderschaften. Deshalb ist anzunehmen, dass sich hier die Jakobspilger sammelten, um dann gemeinsam weiter moselaufwärts zunächst zur Trierer Abtei St. Matthias, und dann weiter Richtung Metz zu pilgern.

Besonders zu beachten ist in der Kirche die am rechten Pfeiler vor dem Chor befindliche barocke Jakobsfigur, die noch aus der alten Kapelle stammt. Die lebensgroße Jakobsstatue links vom Chor wurde dem Apostel beim Neubau der Kirche gewidmet.

Um nun nach Trier zu gelangen, gehen Sie ab der Pfarrkirche zunächst in die gegenüber liegende St.-Jost-Straße, dann über den Achterweg unter der neuen B 53 zum Moselradweg. Diesem folgen Sie bis zur Kaiser-Wilhelm-Brücke; um einen unnötigen Umweg zu vermeiden, sollten Sie den Treppenaufgang rechts nicht verfehlen. Sie gehen auf die andere Moselseite und sogleich, der Pilgermuschel folgend, hinunter in die Moselanlagen.

Immer parallel zur Mosel, lassen Sie den aus dem Jahr 1413 stammenden ‚Alten Krahnen’ (‚Alter Kran’, wie in manchen Stadtführern geschrieben) links hinter sich. Es handelt sich um einen Steinturmdrehkran mit 2 Rädern, einer Bauweise, die recht selten anzutreffen ist. Die Kosten für den robusten Baustoff Stein waren einfach zu hoch. 250 m weiter moselaufwärts steht der Zollkran aus dem 18. Jahrhundert – für diesen hat der Alte Krahnen als Vorbild gedient. Für technisch Interessierte sei noch eingefügt, dass der Alte Krahnen auch heute noch, nach über 550 Jahren, voll funktionsfähig ist.

250 m weiter kommen Sie unter der Römerbrücke durch. Eine Brücke über die Mosel ist schon seit 17 v. Chr. nachgewiesen, die erste Steinbrücke wurde 45 n. Chr. ein wenig flussabwärts errichtet. Die heutige Steinbrücke wurde zwischen 144 und 152 n. Chr. gebaut. Von den ehemals 9 Pfeilern der römischen Brücke sind heute noch 5 Pfeiler erhalten.

An der Konrad-Adenauer-Brücke schließlich biegen Sie bitte nach links in die Stadt ein. Nach Überqueren der vielbefahrenen Matthiasstraße betreten Sie den Freihof der Abtei St. Matthias. Gewaltig erhebt sich der Kirchenbau vor uns! Die Basilika ist seit dem 12. eine wichtige Pilgerstätte, hier befindet sich das einzige Apostelgrab auf deutschem Boden und nördlich der Alpen. Ursprünglich hieß die Kirche St. Eucharius, nach dem ersten Bischof von Trier, der in der Krypta bestattet ist.

Die Gebeine des Apostels Matthias sollen im Auftrag von Helena, der Mutter Konstantin I. nach Trier überführt worden sein. Helena, die hochbetagt, vermutlich im Alter von 76 Jahren nach Palästina reiste, brachte von dort einige heute berühmte vermeintliche Reliquien mit. So z.B. das Kreuz Christi, die Kreuznägel sowie die Gebeine der Heiligen Drei Könige, die heute im Kölner Dom aufbewahrt werden.

Schon seit der Spätantike leben in der heutigen Abtei St. Matthias Mönche. Ende des 9. übernahmen sie die benediktinischen Regeln.

1127 fand man bei Abrissarbeiten die Gebeine des Heiligen Matthias. Damit setzen große Pilgerströme von der Nordsee bis zu den Alpen ein. In diese Zeit fällt der Bau der heutigen, teilweise noch romanisch wuchtigen Kirche als Wallfahrtskriche. Die Matthias-Wallfahrt ist bis heute lebendig, derzeit kommen etwa 140 Pilgergruppen jährlich. 1148 weiht Papst Eugen III. die noch nicht fertiggestellte Basilika ein.

1802 wurde das Kloster durch die Franzosen aufgelöst, säkularisiert. Die Wallfahrtskirche wurde Pfarrkirche, die Familie Nell erwarb das Klosteranwesen und nutzte es landwirtschaftlich – so konnten die Gebäude erhalten und seit 1922 wieder von Benediktinern genutzt  werden.

Die Orgel im südlichen Querhausarm ist sehens- und hörenswert. Sie stammt aus der Werkstatt von Karl Schuke, Berlin, und wurde 1977 eingebaut. Der Umfang der Manuale (Ausbau bis c4) und eine Superoktavkoppel sind besonders hervorzuheben.

In der Basilika wird auch eine Kreuz-Reliquie, Splitter des Kreuzes Christi, aufbewahrt. Allerdings wird sie nur selten der Öffentlichkeit präsentiert und befindet sich in einem gesicherten Raum im Seitenflügel der Basilika.

Gegen eine kleine Spende finden Pilger auch heute noch einfache Schlafsaal-Unterkunft in der Abtei St. Matthias.

Derzeit sind wieder enorme Renovierungs- und Umgestaltungsarbeiten im Gange, die vermutlich im Februar 2008 beendet sein werden. Somit hat auch der heilige Matthias wieder seine Ruhe, der zuletzt, eben wegen dieser Bautätigkeiten, mehrmals verlegt wurde und dann an würdiger und für Pilger gut zugänglicher Stelle seinen endgültigen (?) Platz gefunden haben wird.

Weitere Informationen: Benediktinerabtei St. Matthias, Matthiasstraße 85, 54290 Trier, 0651 1709 0; E-Mail: benediktiner@abteistmatthias.de; Internet: http://www.abteistmatthias.de

Trier

Allgemeines:  Trier ist eine kreisfreie Stadt im Bundesland Rheinland-Pfalz. Die Einwohnerzahl belief sich am 04.08.2007 auf 103.518. 

Ansprechpartner: Pilgerbüro der St.-Jakobus-Bruderschaft Trier, Dom-Information (gegenüber Dom), Liebfrauenstraße 12, 54290 Trier, Tel: 0651 9790790, Internet www.sjb-trier.de; Ev. Kirchengemeinde Trier, Verwaltungsamt, Engelstraße 13a, 54292 Trier, Telefon 0651 20900-0, E-mail: trier@ekkt.de; Tourist-Information Trier Stadt und Land e. V., An der Porta Nigra, 54290 Trier, Telefon: 0651 97808-0, E-Mail: info@tit.de; Internet: www.trier.de

Übernachtung: Wir haben uns entlang des Mosel-Caminos immer bemüht, eine Unterkunft für 2 Personen inkl. Frühstück für unter 50,- Euro zu finden. Hier in Trier ist das außerhalb der Saison einfacher, da Hotels teilweise sehr günstige Übernachtungen anbieten; während der Saison aber erheblich schwieriger, weil Trier sehr touristisch ist und die Preise sich natürlich nach Angebot und Nachfrage richten. Neben der Jugendherberge Jugendgästehaus Trier, An der Jugendherberge 4, 54292 Trier (Telefon: 0651 146620, E-Mail: trier@diejugendherbergen.de) (Übernachtung Doppelzimmer/Frühstück 47,- Euro) bietet die St. Jakobusgesellschaft Trier ein Übernachtungsverzeichnis in Privatquartieren. Für viele dieser Angebote benötigen Sie einen Pilgerausweis.

Geschichte:

Die gesamte Historie von Trier hier auch nur ansatzweise darzulegen, ist im Rahmen dieses Pilgerführers nicht möglich. Zumindest einige Eckdaten sollen trotzdem Erwähnung finden:

Über die Gründung steht in der 1105 geschriebenen Gesta Treverorum (Legenden, Sagen, Lieder gesammelt von den Benediktinermönchen von St. Matthias), dass Trebeta, der Sohn des Assyrerkönigs Ninus Trier schon 1300 Jahre vor Rom gegründet hat. Am Roten Haus am Trierer Hauptmarkt verweist eine Inschrift auf diese Legende: ‚ANTE ROMAM TREVERSIS STETIT ANNIS MILLIS TRECENTIS’ (vor Rom hat Trier eintausenddreihundert Jahre gestanden). Und tatsächlich, Ausgrabungen im Stadtgebiet erbrachten Siedlungsfunde aus der bandkeramischen Zeit um 3000 vor Christus. Aber ob man in der älteren Jungsteinzeit von einer ‚Stadt’ sprechen kann? Immerhin sind dann die Treverer, ein keltischer Stamm an der Mosel, im letzten vorchristlichen Jahrhundert nachgewiesen.

Die Stadt Trier ist aber eindeutig eine römische Gründung. Nachdem ein erstes Heerlager auf dem Petrisberg nach wenigen Monaten wieder aufgelassen wurde, gründeten die Römer im Jahr 16 v. Chr. Augusta Treverorum, die Stadt des Augustus im Land der Treverer und machten sie zum Hauptort der Provinz Belgica.

In der zweiten Hälfte des dritten Jh. wird Trier zum Bischofssitz, der erste Bischof war Eucharius von Trier. In der Benediktinerabtei St. Matthias steht sein Sarkophag neben dem von Valerius.

Nachdem die Stadt von 271 bis 274 Residenz des römischen Gegenkaisers Trecitus I. und 275 durch einen Alamanneneinfall zerstört wurde, blieb sie ab 293 für fast 100 Jahre eine der Residenzen der römischen Kaiser im Westen.

Kaiser Konstantin der Große (306-337) brachte Treveris zu ungeahnter Blüte. Er ließ die Stadt wieder aufbauen und Gebäude wie die Palastaula (heute Konstantinbasilika) und die Kaiserthermen errichten. Teile der kaiserlichen Wohnpaläste wurden zu einer großen Doppelbasilika umgebaut. Teile davon sind noch heute im Dom und in der Liebfrauenkirche zu erkennen. Von 328 bis 340 residierte Konstantin II. in Trier. Erneut Regierungssitz wurde die Stadt von 367 bis 392 und war gleichzeitig mit ca. 80000 – 100000 Einwohnern die größte Stadt nördlich der Alpen.

Ab Ende des 5. Jh. gehörte Trier zum Frankenreich und wurde durch Grafen verwaltet. 902 ging die Verwaltungshoheit auf die Erzbischöfe über, und obwohl Trier mehrfach versuchte, reichsunmittelbar zu werden, gelang dies den Trierern nicht und bis zum Ende des alten Reiches im Jahr 1803 blieb die Stadt Hauptstadt von Kurtrier. Residenz der Erzbischöfe war schon seit dem 17. Jh. Koblenz. Zu dieser Zeit war auch die Einwohnerzahl Triers, bedingt durch Seuchen und den 30jährigen Krieg, auf unter 3000 abgesunken.

Nach französischer Besetzung gehörte Trier mit den linksrheinischen Gebieten seit 1801 zu Frankreich, während der Befreiungskriege dann 1814 durch preußische Truppen eingenommen.

Von den vielen berühmten Persönlichkeiten, die in Trier geboren wurden, seien hier nur zwei genannt: Karl Marx (1818-1883), der Verfasser von ‚Das Kapital’ und Oswald von Nell-Breuning (1890-1991), dem Nestor der katholischen Soziallehre.

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