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Wir sind Kirche München „Den Gemeinden Zukunft geben“

 

Pressemitteilung München, 1. Februar 2009
„Den Gemeinden Zukunft geben“

Veranstaltung kirchlicher Reformgruppen am 5. Februar 2009 – Appell an die Gemeinden im Erzbistum – Ein Jahr Erzbischof Reinhard Marx in München (2. Februar 2009)
„Den Gemeinden Zukunft geben – Wege in der Kirchenkrise“ ist das Thema einer Diskussionsveranstaltung mit dem Würzburger Pastoraltheologen Dr. Bernhard Spielberg, mit der katholische Reformgruppen den aktuellen Prozess der pastoralen Umstrukturierung im Erzbistum München und Freising kritisch begleiten. Eingeladen sind Mitglieder von Pfarrgemeinden und alle Interessierte, die von der im großen Umfang geplanten Zusammenlegung von Pfarreien im Erzbistum besonders betroffen sind.
Die von der KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche gemeinsam mit der Leserinitiative Publik e.V., dem Theologischen Forum e.V. und der Regionalgruppe der „Vereinigung katholischer Priester und ihrer Frauen durchgeführte Veranstaltung ist am Donnerstag, 5. Februar 2009 um 18:30 Uhr im Hansa-Haus des KKV Hansa e.V. München, Brienner Str. 39 (Rückgebäude), direkt neben der U-Bahn-Station „Königsplatz“.
Wir sind Kirche ruft gleichzeitig alle Pfarreien, Verbände und Gruppierungen im Erzbistum dazu auf, sich an dem diözesanen Zukunftsforum „Dem Glauben Zukunft geben“ intensiv zu beteiligen, auch wenn die inhaltlichen Vorgaben und äußeren Rahmenbedingungen äußerst kritisch zu bewerten sind. Dies betrifft vor allem die von Erzbischof Dr. Reinhard Marx vorgegebene Maxime, an der Spitze von Pfarreien oder Pfarrgemeinschaften müsse immer ein Pfarrer stehen. Dies verkündete er Anfang März 2008, gerade 33 Tage im Amt – ein abrupter Kurswechsel gegenüber seinem Vorgänger Kardinal Friedrich Wetter. Auch die keineswegs repräsentative Zusammensetzung der „Vollversammlungen“ des „Zukunftsforums“ (bisher 102 Männer und 21 Frauen) und die sehr engen Zeitvorgaben für die Pfarreien, die nur bis zum 27. Februar 2009 ihre Rückmeldungen abgeben können, sind mehr als problematisch angesichts der derzeit intensiven Diskussionen in vielen Pfarreien und Dekanaten.
Das vom Ordinariat vorgelegte Konzept 2020 sieht vor, dass lediglich 47 der insgesamt 747 Pfarreien im Erzbistum München und Freising eigenständig bleiben (die bisherige Planung für 2010 ging noch von 199 Einzelpfarreien aus). Die übrigen Gemeinden sollen zu sogenannten Pfarreiengemeinschaften zusammengefasst werden. Stadt und Region München trifft es besonders hart, dort sollen von 170 Pfarreien nur 23 eigenständig bleiben. In der Regel werden die neuen „pastoralen Räume” zwischen 6.000 und 10.000 Katholiken umfassen. Im Raum München sind aber auch Zusammenschlüsse mit bis zu 16.000 Katholiken geplant.
Zum Start des „Zukunftsforums“ hatte Wir sind Kirche „Sieben Denkanstöße“ formuliert(http://www.wir-sind-kirche.de/files/791_Denkanst%F6sse5.pdf ). Zum ersten Jahrestag der Amtseinführung am 2. Februar 2008 hat Wir sind Kirche den Erzbischof erneut um ein erstes Gespräch mit kirchlichen Reformgruppen gebeten.
Homepage: www.wir-sind-kirche.de/?id=507

Wir sind Kirche: Neustrukturierung Erzbistum München und Freising / Paulusjahr / Priesterweihen am 28./29. Juni – Newsletter vom 26.06.2008

 

Sehr geehrte Damen und Herren!

Liebe Freundinnen und Freunde der KirchenVolksBewegung!

Im folgenden zwei aktuelle Meldungen

mit freundlichem Gruß

Christian Weisner

Fragen zum Prozess der geistlichen Neuorientierung im Erzbistum München und Freising – Ermutigung an die Pfarrgemeinden – Appell an den Erzbischof

Schon an seinem 33. Tag im Bischofsamt hat Erzbischof Dr. Reinhard Marx eine „Neustrukturierung der Seelsorge“ angekündigt (Ordinariatskorrespondenz ok vom 6. März 2008). Am 27. Juni 2008, seinem 147. Amtstag; wird er unter dem Leitwort „Dem Glauben Zukunft geben“ den von ihm angeregten und eingeleiteten Prozess der Presse vorstellen, aus dem heraus Schwerpunkte und Vereinbarungen für die Seelsorge in den kommenden Jahren entwickelt und beschlossen werden sollen.

Vollständiger Text: www.wir-sind-kirche.de/index.php?id=128&id_entry=1569

Kontakt:
Wir sind Kirche im Erzbistum München und Freising

c/o Christian Weisner
Tel. 08131-260250 oder 0172-5184082

E-Mail: presse(at)wir-sind-kirche.de

Homepage: www.wir-sind-kirche.de/index.php?id=507

Wann wird das Paulus-Wort „Da ist nicht Mann und Frau“ endlich ernst genommen?

Wir sind Kirche zum Beginn des Paulusjahres und zu den Priesterweihen am 28./29. Juni 2008 in Bayern

Bei der Verweigerung der Frauenordination kann sich die Kirche nicht auf den Apostel Paulus berufen, erklärt die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche zum Beginn des Paulusjahres am 28. Juni 2008 und zu den Priesterweihen am 28. Juni in Bamberg und Freising sowie am 29. Juni 2008 in Augsburg.

Vollständige Text: www.wir-sind-kirche.de/index.php?id=128&id_entry=1570

Kontakt:
Annegret Laakmann (Referentin)
Tel. 02364-5588
laakmann(at)wir-sind-kirche.de

Christian Weisner (Bundesteam)
Tel. 08131-260250 oder 0172-5184082
presse(at)wir-sind-kirche.de

Homepage: www.wir-sind-kirche.de

Wir sind Kirche München: „Sieben Denkanstöße“ zum „Zukunftsforum“ des Erzbistums

 

Mit "Sieben Denkanstößen" beteiligt sich die Kirchenvolksbewegung Wir sind Kirche an den Vorbereitungen zum "Zukunftsforum" des Erzbistums München und Freising, das am 11. Oktober 2008 seine erste Sitzung haben wird (siehe Pressemitteilung des Erzbistums http://www.erzbistum-muenchen.de/EMF341/EMF034099.asp).

Der Erzbischof von München und Freising, Dr. Reinhard Marx, hatte bereits am 27. Juni 2008 für sein Erzbistum unter dem Motto „Dem Glauben Zukunft geben“ den Prozess einer „geistlichen Neuorientierung“ eingeleitet. Er sieht u.a. vor, dass eine vom Erzbischof einberufene Versammlung mit dem Namen „Zukunftsforum“ einen „Struktur- und Personalplan 2020“ entwickeln soll. Gleichzeitig wurden alle Katholiken des Erzbistums aufgefordert, in diesem Projekt mitzudenken und mitzuplanen.

Diese Einladung des Erzbischofs zur Mitarbeit hat die Kirchenvolksbewegung Wir sind Kirche gerne angenommen und ihre "Sieben Denkanstöße" am 31. Juli 2008, dem Fest des hl. Ignatius von Loyola, eingereicht. Vom Projektbüro des "Zukunftsforums" wurde jetzt zugesagt, dass diese Denkanstöße – wie andere überpfarrliche Eingaben auch – durch ModeratorInnen in das „Zukunftsforum“ eingebracht werden.

"Sieben Denkanstösse der KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche für das Projekt „Dem Glauben Zukunft geben“ im Erzbistum München und Freising"


1.
Die katholische Kirche in Deutschland und insbesondere das Erzbistum München und Freising können auf der wertvollen und zukunftsweisenden Arbeit der Gemeinsamen Synode in der Bundesrepublik Deutschland (1971-1975) aufbauen. Unter dem Vorsitz des damaligen Münchner Erzbischofs Kardinal Julius Döpfner hat die Synode eine Reihe von Beschlüssen gefasst, die oft in Vergessenheit geraten sind, aber für die Bewältigung aktueller Seelsorgeaufgaben wieder wertvolle Hinweise geben können. Dazu zählen insbesondere der Beschluss über die Beteiligung der Laien an der Verkündigung, über die Sakramentenpastoral, über die pastoralen Dienste in der Gemeinde und die Verantwortung des Gottesvolkes für die Sendung der Kirche. An diesen Beschlüssen haben als führende Theologen der heutige Kurienkardinal Walter Kasper und der langjährige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, maßgeblich mitgewirkt.
2.
Von entscheidender Bedeutung wird sein, welche Sprache in diesem Prozess einer geistlichen Neuorientierung gefunden wird. Bisher war in den Verlautbarungen und Interviews von Erzbischof Marx auffallend häufig von „Synergieeffekten“ die Rede und davon, dass man sich als Kirche „neu aufstellen“ müsse. Diese Sprache hat eine große Nähe zum Manager-Vokabular auf Hauptversammlungen von Aktiengesellschaften. Sprache bestimmt unser Denken und Handeln. Der Prozess einer geistlichen Neuorientierung und die Überlegungen zu einer Neustrukturierung der Seelsorge verlangen nach einer Sprache, die der geistlichen Dimension persönlichen Glaubens und kirchlichen Lebens gerecht wird. Unternehmensfusionen (die oft genug auch scheitern) sind etwas völlig anderes als die Bildung von „Pfarreien-Gemeinschaften“.
3.
Eine Neustrukturierung der Seelsorge kann sich nicht nur an der Zahl der zur Verfügung stehenden Priester orientieren. Dies würde in absehbarer Zeit zur Einrichtung von Mega-Pfarreien oder zu weit verstreuten Pfarreien- Gemeinschaften führen. Wie viel Zeit bliebe dann einem Priester noch für die individuelle Sorge um die Familien, die Trauernden, die Kranken und Sterbenden? Wo bliebe die Aufmerksamkeit für die Armen, Bedrängten, Einsamen und Vertriebenen, die das aktuelle kirchliche Gesetzbuch (CIC 529) als Adressaten priesterlichen Dienstes auflistet? Deshalb sollten, wie schon bisher, haupt- und ehrenamtliche Laien in der Seelsorge der Gemeinden und auch in deren Leitung wichtige Aufgaben übernehmen. Die bisher im Erzbistum München und Freising von Laientheologen ausgeübte Funktion von „Pfarrbeauftragten“ als Bezugsperson in der Pfarrgemeinde sollte gerade in einer pastoralen Notsituation beibehalten und derzeit keinesfalls abgeschafft werden.
4.
Kirchliche Gemeinschaft wird in erster Linie in persönlichen Beziehungen erfahrbar. Ob nun in Gemeinden oder geistlichen Gemeinschaften: Der pastorale Nahbereich ist mit entscheidend für die Zukunft des Glaubens. Die Menschen, die in ihren kleinen Gemeinden und Gemeinschaften ihren Glauben leben und gestalten, erwarten dort von ihrer Kirche Stärkung und nicht die Liquidation ihrer Strukturen. Bei allen Planungen und Neustrukturierungen sollte darauf geachtet werden, dass in einer geeigneten Form und im intensiven Gespräch das Verständnis und das Einverständnis der Gemeindemitglieder gesucht werden.
5.
Die Zeit ist schon längst reif für grundlegende Reformen, ohne die viele brennende Probleme der Seelsorge nicht gelöst werden können. Realistisch muss anerkannt werden, dass eine Reihe von Fragen nicht auf Diözesanebene und auch nicht von nationalen Bischofskonferenzen sondern nur auf der Ebene der Weltkirche entschieden werden kann. Damit aber Bewegung in die Beschäftigung mit diesen Themen kommt, ist es notwendig, sie wieder verstärkt ins Gespräch zu bringen. Dazu gehören zunächst das (sakramentale) Diakonat für Frauen, die Weihe bewährter verheirateter Männer (viri probati) zu Priestern, die Lockerung der Zölibatsverpflichtung und die Prüfung des Angebots verheirateter Priester ohne Amt zum Wiedereintritt in den seelsorglichen Dienst.
6.
Das Zukunftsforum der Erzdiözese München und Freising braucht genügend Selbstbewusstsein, um alle aufkommenden Fragen offen und kritisch behandeln zu können. Die 120 von Erzbischof Dr. Marx berufenen Mitglieder sollten bei der Festlegung der Tagesordnung und der Verfahrensordnung mitentscheiden können. Die Beratungen sollten ergebnisoffen angelegt sein und nicht nur der unverbindlichen Diskussion und endgültigen Bestätigung vorbereiteter Beschlüsse dienen. Bei der Planung künftiger Strukturen sollte um der Lebendigkeit und der Vielfalt kirchlichen Lebens willen Raum bleiben für Experimentierfelder neuer Formen der Pastoral, wie sie auch in anderen Regionen der Weltkirche geübt werden.
7.
Im Zukunftsforum sollte auch Platz sein für VertreterInnen kirchlicher Reformgruppen. Die Kirchenvolksbewegung Wir sind Kirche ist zur Mitarbeit bereit.
Dr. Irmgard Ackermann
Dr. Edgar Büttner
Christian Weisner
für die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche im Erzbistum München und Freising

Kontakt:

Wir sind Kircheim Erzbistum München und Freising
Postfach 65 01 15, 81215 München
Tel.: 08131-260 250
Fax: 08131-260 249
E-Mail: info (at) wir-sind-kirche.de
Homepage: www.wir-sind-kirche.de/?id=507

"Sieben Denkanstöße…" als PDF-Datei:

http://www.wir-sind-kirche.de/files/790_Denkanst%F6sse4.pdf

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