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Schlagwort: Luxemburg

Pressespiegel Neue Nassauische Presse – Printausgabe vom 25.08.2007

 

Der Jakobsweg an der Lahn

Karl-Josef Schäfer ist den Jakobsweg entlang der Lahn gepilgert und hat einen Pilgerwanderführer verfasst. Die gelbe Muschel auf blauem Grund ist das vom Taunusclub entlang des Weges angebrachte Erkennungszeichen. Fotos: Laubach

Von Johannes Laubach

Limburg-Weilburg. Altbischof Franz Kamphaus ist den Jakobsweg gepilgert (zumindest 300 Kilometer), der ehemalige Limburger Stadtrat Ulrich Maria Werner hat den Weg von Eschhofen nach Santiago de Compostela zu Fuß zurückgelegt, wieder andere sind gepilgert und haben darüber geschrieben: Paulo Coelho oder auch der Komiker und Entertainer Hape Kerkeling, dessen Buch sich seit Monaten in den Bestsellerlisten hält. Karl-Josef Schäfer ist auch auf dem Weg. In Luxemburg ist er angelangt, die nächste Etappe startet im Oktober. Schäfer wohnt seit einigen Monaten in Weilburg. Ganz in der Nähe seines Hauses führt der Lahn-Camino vorbei. Der 51-Jährige ist den Weg nicht nur selbst gepilgert, sondern hat auch einen Pilgerwanderführer verfasst. „Der Jakobsweg von Wetzlar nach Lahnstein“ heißt sein kleines Werk über den 142 Kilometer langen Weg von Wetzlar nach Lahnstein.

Schäfer weist dabei auch auf Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten entlang der Strecke hin, wartet mit historischen Erläuterungen, schildert Anekdoten aus der Geschichte, gibt Tipps zum Pilgern und vieles mehr. Dazu gibt es einige nützliche Adressen und Rufnummern, Anlaufadressen und Übernachtungshinweise und eines Tageslosung für jeden Pilgertag.

Der Jakobsweg hat bei Karl-Josef Schäfer eine katholische Vergangenheit. Er war Vorsitzender des Bunds der katholischen Jugend in Köln, hat auch vier Semester Theologie studiert, erzählt er. Das ist lange her. Dass er den Jakobsweg aufgenommen, sich auf diesen Weg gemacht hat, damit ist er nach eigenen Angaben fünf Jahre schwanger gegangen. Im vergangenen Jahr hat er dann die gelbe Muschel auf blauem Grund als Zeichen des Camino im Lahntal entdeckt. Und an Weihnachten bekam er von seiner Frau dann noch Hape Kerkelings Pilgeraufzeichnungen „Ich bin dann mal weg“ geschenkt. Drei Tage später war er dann selbst auf dem Weg. In Tagesetappen geht es dem Ziel Santiago entgegen.

Abseits der Hauptrouten mangelt es nach Einschätzung von Schäfer an Jakobsweg-Führern. Zwar ist der Camino entlang der Lahn vor einigen Jahren durch den Taunusclub mit der gelben Muschel auf blauem Grund gekennzeichnet, doch Quellen und Literatur über den Weg selbst gibt es nach Angaben von Schäfer kaum. Er ist er davon überzeugt, dass der Weg eine lange Tradition hat, schließlich pilgern die Menschen seit fast 1000 Jahren zum Apostelgrab in Santiago. Dabei benutzten sie nach Einschätzung von Schäfer die Handelstraßen der Römer und Kelten oder mittelalterliche Handelswege, die oft über Höhenzüge führten. Der Lahn-Camino folgt dabei vor allem dem Lahnhöhenweg auf der Taunus-Seite.

„Die Pilger müssen irgendwie an den Rhein gekommen sein“, mutmaßt Schäfer. Er hat nach der Überquerung den großen Flusses entlang der Mosel den weiteren Weg beschritten., weil er nicht glauben kann, dass die Pilger das Apostelgrab in Trier außer acht ließen. Aber das ist ein anderes Stück des Weges. Auch darüber hat Karl-Josef Schäfer einen Pilgerwanderführer verfasst, der in Kürze zu erhalten ist.

„Ein paar wunderschöne Stellen zwischen Schaumburg und Laurenburg“, sagt Schäfer über seine Lieblingsplätze auf dem Lahn-Camino. Zwischen der Schaumburg und der Laurenburg gibt es nach Einschätzung von Schäfer einige Stellen, die einfach einen tollen Blick in das Lahntal gewähren. Aber auch der Mahlberg in Bad Ems und der Dom in Limburg gehören für Schäfer zu den favorisierten Plätzen auf dem Weg.

 
Sehr oft ist ein einschneidendes Erlebnis der Auslöser für eine Pilgerreise, schreibt Schäfer in seiner Einleitung. Bei ihm war das so. In der ganzen Welt war er unterwegs. Kaum aus dem Flieger ausgestiegen, wartete schon der nächste. Eine gesundheitliche Zwangspause führte zum ersten Nachdenken darüber, ob das alles so sein muss. Und nachdem der Terminkalender eine kurze Zeit nach der Genesung die gleiche Fülle wie zuvor angenommen hatte, war der zeitlich befristete Rückzug in ein Kloster die Möglichkeit, dem Leben eine Wendung zu geben. An dem Pilgern begeistert Schäfer vor allem die Langsamkeit und Besinnlichkeit des unterwegs sein. Entschleunigung ist für ihn angesagt.

Weitere Informationen gibt es unter http://www.xschaefer.de.

Zwischenetappe – 03.01.2008 Anreise Nancy

 

1,185 kostet der Sprit in Luxemburg – auch nicht schlecht, oder? Da könnte das Autofahren fast schon wieder Spass machen. Aber 1,185 Euro sind immerhin 2,35 DM. Hin und wieder muss ich mir das doch noch vor Augen halten, um nicht übermütig zu werden.

Wir sind relativ zeitig los, morgen soll es losgehen. Von Pont-a-Mousson bis nach Joinville, 7 Etappen in 7 Tagen. Für heute und für morgen ist die Jugendherberge in einem Vorort von Nancy gebucht. Sieht auf dem Foto nett aus, ist ein Schlösschen, genau genommen das Chateau de Remicourt und wird von der Stadt Nancy betrieben.

Wir waren sehr zeitig und haben uns erstmal Nancy angeschaut. Die "Stadt des Jugendstils" heisst es in der Werbung – das war aber relativ schwer zu entdecken. Natürlich ist mit dem Jugendstil Emile Galle gemeint, der grosse Jugendstil-Künstler (heute würden wir Designer sagen), der schon mit 58 Jahren an Leukämie gestorben ist. Es gibt aber auch einige schöne Jugendstil-Häuser in Nancy zu entdecken.

Das Stadtbild von Nancy wird eher durch die Bauten aus dem 18. Jh. bestimmt. Besonders beim Place Stanislas mit den einheitlichen Fassaden von Rathaus und anderen umstehenden Gebäuden fällt der wuchtige Baustil ins Auge. Hinzu kommen die Gitter mit vergoldeten Applikationen, bei denen Gabi und ich dann schon über "Kitsch" diskutiert haben.

Der Regen trieb uns in ein Cafe – überall waren Schilder angebracht, die den Kaffee für 1,50 anpriesen. Wir mussten natürlich das Cafe betreten, in dem der Kaffee das Doppelte kostete. Sch..ade.

Nach Einbruch der Dunkelheit die Suche nach der Jugendherberge. Kaum 90 Minuten später (absoluter Rekord Innenstadt-Jugendherberge :-)) angekommen, preiswert. Für die Nacht haben wir 28,40 je Nacht im Doppelzimmer bezahlt – da wäre es zu verschmerzen gewesen, dass die Dusche nur kaltes Wasser lieferte. Wir wollen aber 2 Nächte bleiben, und da ist es nicht ganz so schön.

Wenn nicht mitten in der Nacht die anderen Gäste des Hauses eine Gäste-Versammlung direkt vor unserer Zimmertür einberufen und abgehalten hätten, wäre es eine Nacht ohne besondere Vorkommnisse mit tiefem Schlaf gewesen. Aber nein, ich will nicht klagen. Das Zwei-Bett-Zimmer und die Jugendherberge sind schon okay.

Zwischenetappe

Wir sind also nicht in Luxemburg – vielmehr im wunderschönen Weilburg und lassen uns die Sonne auf den Kopf scheinen. Das Auto hatte den Geist aufgegeben und der „Neue“ kommt erst in der nächsten Woche. Tja, man muss halt Prioritäten setzen.
Dafür habe ich aber am Karfreitag noch einmal die letzte Etappe des Lahn-Camino absolviert. Bad Ems – Lahnstein. Ganz schön heftig, der Anstieg auf den Malberg in Bad Ems. Und dort dann auch gleich den Weg verloren, die Markierung lässt doch noch etwas zu wünschen übrig. Oder hat es an mir gelegen? Ich weiss nicht, auf jeden Fall konnte ich weder die Markierungen für den Jakobsweg noch die für den Lahnhöhenweg entdecken. Nordic Walker sind auch nicht immer hilfreich, die waren zwar sehr hilfreich, wollten mich aber partout auf die andere Seite der Lahn schicken. „Der Lahnhöhenweg ist auf der anderen Lahnseite!“ Ich antwortete: „Richtig, auf der anderen Seite ist der Lahnhöhenweg rechts – ich suche aber den Lahnhöhenweg links.“ Das Ende vom Lied war, dass mich die beiden netten Damen in die Richtung Lahnstein schickten: „Dort finden Sie die ganzen Wegweiser!“ Naja, ich also los. Fast schnurgerade führte der Weg durch den Wald bis tatsächlich ein Parkplatz auftauchte. Nur die Wanderwegweiser waren für mich nicht zu gebrauchen. Denn getreu dem Motto: es muss auch ohne Karte gehen hatte ich diese zu Hause gelassen und konnte mit den Bezeichnungen F1, M4 etc. pp. nicht viel anfangen. Aber ich wusste zumindest noch, dass der Wanderweg über Frücht führen sollte und da stand ein kleiner Wegweiser an der Strasse zur Stein’schen Gruft in Frücht. Also an der Strasse entlang – es war nicht besonders viel Verkehr. Schon bald in Frücht angekommen, es müssen von dem Parkplatz so ca. 3 km sein. Die Gruft des Freiherrn vom und zum Stein liegt direkt neben der Pfarrkirche aus dem 13. Jhdt.
Am Ortsausgang von Frücht geht es nach links und schon bald durch eine wildromantische Klamm in Richtung Lahnstein – Kurgebiet. Die Hochhäuser am Kurpark von Lahnstein sind weithin sichtbar – und auch, wenn man näherkommt, werden sie nicht schöner, sondern gewinnen ganz im Gegenteil an Hässlichkeit.
Kurz vor dem Kurgebiet kommt der Lahn-Camino an einem weiteren Parkplatz aus dem Wald. Hier trifft der Lahnhöhenweg auf den Rheinsteig und der Fussgängerverkehr wird dichter. Ja, man kann wirklich von „Verkehr“ sprechen. Mir sind die verkniffen blickenden Wanderer aufgefallen.
An den Hochhäuser und Terrassenbauten des Kurgebietes vorbei führt der Weg bis Burg Lahneck.

Auf den Spuren des Heiligen Willibrord: Wilwerwiltz

Willibrordus-Kapelle und Willibrord-Brunnen bei Wilwerwiltz

Willibrordus-Kapelle und Willibrord-Brunnen bei Wilwerwiltz

In der Schule lernen sie deutsch, im Rathaus sprechen sie französisch und zu Hause reden sie letzeburgerisch. Das kleine Luxemburg mit knapp über 500.000 Einwohnern leistet sich drei Sprachen; zwei davon, nämlich deutsch und fanzösisch, als Amtssprachen. Trotzdem ist es für den deutschen Touristen nicht leicht, sich detaillierte Informationen im Internet zu beschaffen. Denn Regeln, nach denen deutsch, französisch oder letzteburgerisch verwendet werden, sind einem Außenstehenden nicht so ganz klar.

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Auf den Spuren des Heiligen Willibrord: St. Maximin in Pintsch

St. Maximin in Pintsch, die wohl älteste Kirche in den Luxemburger Ardennen

St. Maximin in Pintsch, die wohl älteste Kirche in den Luxemburger Ardennen

Lassen Sie uns von Wilwerwiltz ein Stückchen zurückfahren, genaugenommen nach Pintsch. Hier steht die wohl älteste Kirche der luxemburgischen Ardennen. Gegründet wurde die Pfarrkirche in Pintsch im 8. oder 9. Jahrhundert und dem Heiligen Maximin geweiht. Dies zeigt die Nähe zur alten Römerstadt Trier. Die Reichsabtei Sankt Maximin in Trier war eines der mächtigsten Klöster in Europa. 906 wird übrigens auch der Weilburger König Konrad I. als Laienabt in St. Maximin, Trier, erwähnt. Konrad der Ältere war seit 906 auch Herzog von Franken bevor er 911 König des Ostfrankenreiches wurde.

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Auf den Spuren des Heiligen Willibrord: Rindschleiden

Willibrordus-Kirche aus dem 10. Jahrhundert in Rindschleiden

Willibrordus-Kirche aus dem 10. Jahrhundert in Rindschleiden

“Der lange Weg in das kleine Tal war für den nicht ganz zehnjährigen Peter sehr beschwerlich, aber alle Mühen sind nun vergessen. Peter steht mit seinen Eltern in der ersten Reihe. Über die Willibrord-Kirche hier in Rindschleiden wurde zu Hause so viel gesprochen. Und der Blick hoch zur Decke, wo die frommen Mönche aus Echternach in monatelanger Arbeit die Fresken mit den Geschichten aus der Heiligen Schrift geschaffen hatten, entschädigt für den weiten Weg mitten in der Nacht. Es wird noch lange nicht hell werden, doch die vielen brennenden Kerzen verbreiten ihren flackernden Schein in der vollbesetzten Kirche. Staunend betrachtet Peter die vielen Heiligenbilder an der Decke. Er lauscht den erklärenden Worten des Pfarrers und wünscht sich so sehr, doch auch die Bibel und die Heiligengeschichten lesen zu können.”

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Auf den Spuren des Heiligen Willibrord: Clervaux

Burgschloss Clerf aus dem 12. Jahrhundert

Burgschloss Clerf aus dem 12. Jahrhundert

Ein weiterer Abstecher auf unserem Pilgerweg auf den Spuren des heiligen Willibrord, dem Missionar der Friesen, ist Clervaux, oder Clerf, wie es auf Letzeburgerisch heißt. Genaugenommen konnten wir keine Spuren des luxemburgischen Nationalheiligen in Clervaux finden und eine besondere Verehrung in Form von Prozessionen findet hier auch nicht statt. Aber es ist schier unmöglich durch die luxemburgischen Ardennen zu reisen, ohne nicht zumindest einen Kaffee in Vianden und einen Weiteren in Clervaux getrunken und die Sehenswürdigkeiten der Städtchen besichtigt zu haben.

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