Da gibt es seit einiger Zeit eine Rezension des Pilgerwanderführers bei amazon.de. Herr Juergen Schwadorf aus Bornheim schreibt da unter anderem: „Die Luft ausgegangen – … Desweiteren scheint dem Autor gegen Ende des Weges die Luft oder Lust an einer ausführlichen Beschreibung ausgegangen zu sein. In seinem Heimatrevier wird (Weilburg/Wetzlar) wird jede Straßenecke in die Wegbeschreibung einbezogen; in der zweiten Hälfte z.B. bei der längsten Etappe wird ein Abschnitt über 12 km mit nur 2 Sätzen abgehandelt. …“

Lieber Herr Schwadorf, vielen Dank für Ihre dann zum Schluss doch noch tröstlichen Worte. Ich bin heute die erste Etappe Wetzlar-Weilburg noch einmal gegangen und ich weiss jetzt auch wieder, warum die Wegbeschreibungen bis Diez sehr ausführlich, danach dann aber eher sporadisch gemacht wurden. Im hessischen Teil des Lahn-Camino ist die Wegmarkierung eher dürftig und relativ schlecht nachzuvollziehen. Da finden sich auf 5 km Länge die Jakobsmuscheln an jedem zweiten Baum (was natürlich übertrieben ist, also sagen wir: an FAST jedem zweiten Baum) und dann taucht sie kilometerlang gar nicht mehr auf. Und die Alternative, das L für den Lahnhöhenweg, ist dann auch verblasst. Deshalb eine doch sehr detaillierte Beschreibung in meinem „Heimatrevier“.

Aber hier ein kurzer Update:

  • Am Dom in Wetzlar wird zur Zeit kräftig gebaut, der gute Jakob ist hinter einem Gerüst verschwunden.
  • Ungefähr auf halbem Weg vom Dom ins Sieben-Mühlen-Tal (Anfang von Wetzlar-Nauborn) taucht plötzlich auf der linken Seite eine Markierung des Lahnhöhenweges „L“ auf. Nicht irritieren lassen, der Lahn-Camino führt weiter geradeaus (dies ist lediglich der Lahnhöhenweg-Abzweig zum Stoppelberg). Wenn Sie hier den Bach schon überqueren, steht Ihnen eine quälende Strecke entlang der vielbefahrenen Strasse bevor (ich habe es ausprobiert – Sie brauchen das jetzt nicht mehr :-).
  • Hinter der Theutbirg-Basilika halten Sie sich rechts – die Wegmarkierung ist nicht ganz eindeutig und ich bin heute in Schwalbach statt in Laufdorf gelandet. Umweg rund 5 km.
  • In Braunfels ist die Strasse hoch zur alten Post auch für Fußgänger gesperrt – weichen Sie einfach nach links in den Kurpark aus.
  • Hinter Braunfels ist an einem Parkplatz ein Schild „Steinsetzung – Vorgeschichtliche Kultstätte – 650 m“ zu lesen. Dieser Abstecher ist nur für richtige Steinzeitfreaks interessant. Auf einem kleinen Hügel mitten im Wald ist ein Stein eingelassen. Davor steht ein grosser Kunststein, auf dem Grabbeigaben (Keramiken) aus der Hallstattzeit abgebildet sind.
  • Die Gesamtstrecke wird wohl so um die 27/28 km liegen, also leicht über der Angabe im Pilgerwanderführer. Die unterwegs immer wieder genannten mehr als 30 km beziehen sich auf den Lahnhöhenweg, der ja noch zusätzlich über den Wetzlarer Stoppelberg führt.

Buen Camino, Ihr Karl-Josef Schäfer