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Schlagwort: islam

Das neue SympathieMagazin »Islam verstehen« gibt Einblicke in die Vielfalt einer Weltreligion

Sympathie-Magazin <Islam verstehen> ist erschienen

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»Bist du denn gläubig?« wird Hamida Behr, aufgewachsen in einer norddeutschen muslimischen Familie, oft gefragt. Und auf die erste Frage folgen weitere: »Alkohol, Kopftuch, Beten, wie ist das bei dir?« Hamida Behr kennt die Reaktionen nur zu gut. »Muslimisches Leben in Deutschland ist oft keine Selbstverständlichkeit. Häufig trifft man auf Vorurteile und teilweise sogar auf Ablehnung«, weiß die gläubige Muslimin aus Erfahrung. Das Wort Islam löst in vielen Köpfen eine Kaskade von Bildern aus: aufgebrachte Mullahs, verschleierte Frauen, vermummte Extremisten. Über keine andere Religion wird so viel diskutiert.

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Wir sind Kirche: Nagelprobe für die politischen und pastoralen Fähigkeiten von Papst Benedikt

 

Internationale Bewegung Wir sind Kirche

International Movement We are Church

Movimiento internacional Somos-Iglesia

Movimento Internacional Nós somos Igreja

Movimento Internazionale Noi siamo Chiesa

Mouvement international Nous sommes Eglise

Pressemitteilung Rom, München, Washington, New York 13. April 2008 

Zur kommenden USA-Reise und zur Rede des Papstes bei der UNO
Die Internationale Bewegung Wir sind Kirche hofft, dass Papst Benedikt auf seiner bevorstehenden Reise in die USA die richtigen Worte und Gesten finden wird angesichts der aktuellen Herausforderungen der globalen Entwicklung, des interreligiösen Dialogs, der Ökumene und der Zukunft der römisch-katholischen Kirche.
„Seine Reise in die Vereinigten Staaten – eine der weltweit größten römisch-katholischen Kirchen – wird die Nagelprobe für die politischen und pastoralen Fähigkeiten von Papst Benedikt sein“, sagt Raquel Mallavibarrena, Vorsitzende der Internationalen Bewegung Wir sind Kirche, eine weltweite Reformbewegung innerhalb der römisch-katholischen Kirche.
Bei seiner Rede vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 18. April sollte der Papst sehr darauf bedacht sein, Worte zu wählen, die von den Menschen aller Kontinenten und aller Religionen auch richtig verstanden werden. Seine Rede kann durchaus Denkanstöße geben, aber er muss unbedingt Fehltritte wie im Mai 2006 in Auschwitz (gegenüber den Juden), im September 2006 in Regensburg (gegenüber den Islam) und im Mai 2007 in Brasilien (gegenüber indigenen Bevölkerungsgruppen) vermeiden.
Wenn der Papst bei den Vereinten Nationen über Menschenrechte und Gerechtigkeit spricht, wird er erklären müssen, warum der Vatikan gegenüber China eine Beschwichtigungspolitik betreibt und vor wenigen Monaten den Dalai Lama wieder ausgeladen hat. Das Plädoyer des Papstes für die Menschenrechte wäre noch viel überzeugender, wenn die römisch-katholische Kirche nicht den Frauen in der eigenen Kirche Gleichberechtigung und gleiche Verantwortlichkeit verweigern würde.
Dass das Treffen mit dem amerikanischen Präsidenten, einem religiösen Fundamentalisten und Initiator des nicht zu rechtfertigenden Irak-Krieges, ausgerechnet am 81. Geburtstag des Papstes stattfindet, sieht Wir sind Kirche als kritisches Zeichen einer sehr gefährlichen strategischen Allianz. Bei seinem Treffen mit Präsident Bush sollte der Papst zumindest den vatikanischen Widerstand gegen den Irak-Krieg sowie die Notwendigkeit von Hilfen zur Armutsbekämpfung zur Sprache bringen. Christentum bedeutet Solidarität mit den Schwachen und Armen, nicht mit den politischen und wirtschaftlichen Eliten.
Drängende Fragen innerhalb der Kirche
„Wenn er wirklich ein guter Hirte seiner Herde sein will, muss er auch den weltweiten dramatischen Priestermangel und andere drängende pastorale Fragen der Kirche ansprechen“, erklärt Anthony Padovano, Sprecher von Wir sind Kirche in den Vereinigten Staaten und von CORPUS (Nationale Vereinigung für ein umfassendes Priestertum). Mit der Aufrechterhaltung des Pflichtzölibats – der sich nicht biblisch begründen lässt und der mittlerweile auf der ganzen Welt in Frage gestellt wird – verweigert der Papst den Gläubigen das Recht auf die sonntägliche Eucharistiefeier, das ihnen nach dem Kirchenrecht zusteht (can. 213 CIC).
„Der Papst hat deutlich zu machen, dass nach den Pädophilie-Skandalen der letzten Jahre jetzt die Politik der Null-Toleranz konsequent umgesetzt wird, wenn sein Pastoralbesuch in den USA ein wirklicher Neubeginn für die römisch-katholische Kirche in Nordamerika sein soll“, sagt Aisha S. Taylor, stellvertretende Sprecherin von Wir sind Kirche in den Vereinigten Staaten und Geschäftsführerin der Frauenordinations-Konferenz. „Wir brauchen viel mehr Transparenz und Verantwortlichkeit statt einer fortgesetzten Politik von Geheimhaltung und Schweigen.“
Für den ökumenischen und interreligiösen Dialog ist Wir sind Kirche sehr besorgt über die erneute Äußerung des Vatikans im letzten Jahr, dass der protestantischen Kirchen „nicht Kirchen im eigentlichen Sinn“ sind, über die vor kurzem geänderte Karfreitags-Fürbitte für die Juden und über die Taufe eines Moslems in der Osternacht im Petersdom durch den Papst.
Wachsende Enttäuschung über den pastoralen Stillstand
„Drei Jahre nach seiner Wahl (19. April 2005), wird die Enttäuschung im Kirchenvolk immer größer, selbst unter denjenigen, die ursprünglich gehofft hatten, dass Ratzinger als Papst mutiger handeln würde als in seiner Funktion als Präfekt der Glaubenskongregation“, stellt Vittorio Bellavite fest, Sprecher von „Noi siamo Chiesa“ (Wir sind Kirche Italien).
Die durch das Zweite Vatikanische Konzil begründete Hoffnung von Millionen von Christinnen und Christen auf innere Reforme und ökumenischen Fortschritt wurden bis jetzt nicht realisiert.
Die Ausweitung des vorkonziliaren Tridentinischen Ritus, die Zensur der Schriften von P. Jon Sobrino SJ und anderer Befreiungstheologen sowie die Fortsetzung des alten Systems von Mission sind nur einige von vielen Anzeichen dafür, dass Papst Ratzinger einen Weg zur Aufhebung des Zweiten Vatikans eingeschlagen hat.
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„Das II. Vatikanische Konzil wird erneut in Frage gestellt“

Stellungnahme der Internationalen Bewegung Wir sind Kirche zum dritten Jahrestag der Wahl von Papst Benedikt XVI. am 19. April 2008

Diese Stellungnahme finden Sie im Laufe des Montag 14. April 2008 auf der Seite www.wir-sind-kirche.de

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Hintergrundinformation:
Die Internationale Bewegung Wir sind Kirche ist eine basiskirchliche Reformbewegung von „Laien“, Priestern und Ordensleuten, die sich 1995 von Österreich und Deutschland aus in Europa und auf allen Kontinenten ausgebreitet hat. Wir sind Kirche ist in mehr als zwanzig Ländern vertreten und hat Kontakt mit anderen Reformbewegungen auf der ganzen Welt. Ziel ist, den mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) begonnenen Reformprozess in der römisch-katholischen Kirche, der in den letzten Jahren zum Stillstand kam, fortzuführen. Webseite: www.we-are-church.org
Die Internationale Bewegung Wir sind Kirche unterstützt den an alle Katholikinnen und Katholiken gerichteten Aufruf von Voice of the Faithful (VOTF) zur Umgestaltung unserer Kirche: http://votf.org/petition

Übersetzung aus dem Englischen: Christian Weisner

Kontakt:
Christian Weisner (Deutschland)
+49-8131-260250 oder +49-172-518 40 82 media@we-are-church.org
Anthony Padovano (USA)
+1-973-539-8732 tpadovan@optonline.net
Aisha S. Taylor (USA)
+1-202 422-2235 ataylor@WomensOrdination.org
Raquel Mallavibarrena (Vorsitzende) (Spanien)
+34-649332654 rmallavi@mat.ucm.es
Vittorio Bellavite (Italien)
+39-02-70602370 vi.bel@IOL.IT
Edith Kuropatwa-Fèvre (Belgien)
+32-2-56 70 964 ekf.paves@telenet.be
Ana Vicente (Portugal)
+351 91 935 97 96 anvicente@netcabo.pt
Hubert Tournès (Frankreich)
+33-240119873 hubertournes@orange.fr

„Islam-Berichterstattung ist grundsätzlich problematisch“ pressetext.deutschland 01.03.2008

 

"Islam-Berichterstattung ist grundsätzlich problematisch"
Gelebte Wirklichkeit bleibt medial meist im Hintergrund

Die Medienberichterstattung zeichnet vielfach ein sehr einseitiges Bild des Islam (Foto: pixelio.de)

Berlin (pte/01.03.2008/06:00) – Bei der Berichterstattung über den Islam stehe in Deutschland zu häufig die skandalträchtige Nachricht im Vordergrund. Die gelebte Wirklichkeit bleibe dagegen meist im Hintergrund, so Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble im Rahmen der mittlerweile dritten Deutschen Islamkonferenz, die vergangenen Mittwoch in Berlin gestartet ist. Fanatischer Islamismus und Terrorismus, der sich den Islam auf die Fahnen schreibe, stelle zwar zweifellos eine reale Bedrohung dar. Dennoch werde zu wenig in der Öffentlichkeit wahrgenommen, dass die übergroße Mehrheit der Muslime rechtschaffend und friedlich sei, erklärte Schäuble. Es gelte deshalb, verstärkt für eine verantwortungsvollere, vorurteilsfreie und differenziertere Berichterstattung zu werben. Diese müsse vor allem vermehrt die Alltagsthemen des islamischen Lebens aufbereiten, fordert der Bundesinnenminister.

"Die Berichterstattung über den Islam ist in Deutschland grundsätzlich problematisch", meint Andreas Görke, Islamwissenschaftler an der Universität Kiel http://www.uni-kiel.de, im Gespräch mit pressetext. Obwohl man kein Pauschalurteil zu dieser Problematik abgeben könne, seien die Medienberichte zum Thema zumindest der Tendenz nach von einem negativen Unterton geprägt. "Die Berichte basieren häufig auf Unwissenheit und sind in der Sache so nicht zutreffend", stellt Görke fest. Als Resultat entstehe ein vielfach sehr einseitiges Bild des Islam bei der deutschen Bevölkerung. Es komme dabei aber auch darauf an, aus welchem Lager die jeweiligen Berichte kommen. "Bestimmte Stimmungen werden eben gerne von den Medien bedient", ergänzt Görke.
"Wichtig ist es in diesem Zusammenhang zu verstehen, dass es den Islam in dem Sinn nicht gibt", erläutert Görke. Aufgrund der Komplexität des Themengebietes, sei ein differenziertes Bild der islamischen Glaubensgemeinschaft nur schwer zu vermitteln. "Das Problem liegt darin, dass Muslime durch ein negatives öffentliches Image unter Rechtfertigungsdruck geraten", schildert Görke und verweist auf die Diskussion rund um das Kopftuchverbot. Es gebe zwar mittlerweile auch einige positive Bemühungen in Form kleinerer Initiativen, die sich dieser Problematik annehmen würden. "Derartige Projekte werden in dem Medien allerdings großteils überhaupt nicht behandelt", kritisiert Görke.
Für die Integrationspolitik in Deutschland wird diese Entwicklung zunehmend zum Problem. Deshalb hat die Bundesregierung in den vergangenen Jahren eine Reihe von Initiativen angeregt, um die Integration weiter voranzutreiben. Dazu zählen der Nationale Integrationsgipfel, der 2006 stattgefunden hat, und die vom Bundesminister ins Leben gerufene deutsche Islamkonferenz. Innerhalb der Islamkonferenz setzt sich dabei eine eigene Arbeitsgruppe mit dem Medienbild des Islam in Deutschland auseinander. Ziel der Initiative ist ein dauerhafter Dialog der Vertreter des Staates mit den Menschen islamischen Glaubens. (Ende)


Aussender: pressetext.deutschland
Redakteur: Markus Steiner
email: steiner@pressetext.com
Tel. +43-1-81140-317

ZdK-Präsident Alois Glück unterstreicht Bedeutung des christlich-islamischen Dialogs

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, hat katholische und evangelische Theologinnen und Theologen dazu aufgerufen, ihre islamischen Kollegen bei der Etablierung theologisch orientierter Islamischer Studien und dem weiteren Ausbau islamischer Religionspädagogik an deutschen Universitäten zu unterstützen.

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