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Ausflugstipp: Ritterspiele in Freienfels / von Karl-Josef Schäfer

Riesenrummel im beschaulichen Weiltal am ersten Maiwochenende

Am ersten Maiwochenende treffen sich die Freunde des Mittelalterspektakels in Freienfels zu den Ritterspielen. Im Hintertaunus herrscht dann der Ausnahmezustand.

Wo sonst nur Spaziergänger und Fahrradfahrer das beschauliche Weiltal und die Natur genießen, klirren einmal jährlich die Waffen. Die europäischen Mittelalterfreunde treffen sich an der Burgruine Freienfels zum Ritterturnier. Was vor 17 Jahren mit einer Handvoll Aktiven innerhalb der alten Burgmauern startete, entwickelte sich inzwischen zu einem der größten, nichtkommerziellen Ritterspielen.

Was erwartet Sie?

In diesem Jahr finden die Ritterspiele auf Freienfels vom 1. bis zum 3. Mai statt. 2.500 Aktive, 20 berittene Ritter und 30 römische Legionäre bieten den Besuchern ein einzigartiges Schauspiel. Täglich sind mehrere Turniere zu beobachten, eindrucksvoll von den Aktiven in Szene gesetzt. Dabei handelt es sich um richtige Kämpfe, bei denen der Sieger vorher noch nicht feststeht. Aber auch das Treiben in der Zeltstadt ist einen Bummel wert. Met und Bier fließen in Strömen, gekocht wird mit gusseisernen Geräten am Lagerfeuer.

Das Hämmern der Schmiede, die Töne der Musikanten und der Geruch der vielen Köstlichkeiten vermischen sich zu einem wahrhaft mittelalterlichen Erlebnis für die ganze Familie. 150 Verkaufsstände sind in diesem Jahr dabei. Amulette, Runensteine, Pilgerbedarf und mittelalterliche Kostüme und Gerätschaften werden angeboten. An jeder Ecke des rund 100.000 m² großen Geländes werden mittelalterliche Speisen und Getränke angeboten. Handwerker zeigen an vielen Ständen ihre Kunst.

Am Samstagabend nach dem prächtigen Renaissanceturnier der Löwenritter um 21 Uhr gibt es das Feuerwerk mit der Burg in Flammen.

Das Organisations-Team besteht aus 20 Personen.

Gerade einmal 20 Mitglieder hat das Organisationskomitee des Fördervereines Burg Freienfels e.V. In deren Hände liegt die gesamte Planung und Logistik. Hier braucht eine Gruppe Strom, hier möchten zwei oder drei Gruppen nebeneinander kampieren, und dort hat sich der Kleinbus einer Gruppe festgefahren. Im Vorfeld und besonders während der Ritterspiele bekommt niemand so richtig ein Auge zu.

Die Einnahmen aus dem Ritterspektakulum setzt der Förderverein gleich wieder zum Erhalt der Burgruine aus dem 14. Jahrhundert ein. Nur so ist die eindrucksvolle Ruine auf einem Felssporn an der Weil zu erhalten.

Absage ging an 70 Gruppen.

 Einfach aus Platz- und Logistikgründen musste der Förderverein in diesem Jahr 70 Gruppen mit insgesamt wohl 2.500 Protagonisten eine Abfuhr erteilen. Für nächstes Jahr sucht man nach einer Lösung. Was heute noch unvorstellbar erscheint, nämlich 5.000 aktive Teilnehmer, könnte dann im nächsten Jahr Wirklichkeit werden. Man darf gespannt sein.

Burg Freienfels war ein Bollwerk gegen die Grafen von Nassau.

Über den ursprünglichen Zweck der Burg und seine Bewohner gibt es keine Überlieferungen. Vielleicht wurde sie um 1300 von den Grafen Diez-Weilnau errichtet. Die Grafen von Nassau-Weilburg wollten ihr Gebiet in das Weiltal ausdehnen. Dem musste Einhalt geboten werden. Aber schon 1331 wurde sie an den Grafen Gerlach von Nassau verkauft und hatte ihre Schuldigkeit getan. Nach mehrfachen Besitzerwechseln begann im 18. Jahrhundert der Verfall. Das, was keine kriegerische Auseinandersetzung schaffen konnte, erledigte der Zahn der Zeit. Erst 1996 gelang es dem Förderverein, die Burgruine zu erwerben. Gleich begann der Verein mit der Sicherung des Bestandes, trotz ständiger Geldnot. Eine Einnahmequelle sind die alljährlichen Freienfelser Ritterspiele.

Informationen

Rund um Freienfels stehen nur rund 1.800 Parkplätze zur Verfügung, die schnell belegt sind. Deshalb sollten Sie den Shuttlebus von Weilburg nach Freienfels nehmen, der im Pendelverkehr von 11 bis 24 Uhr fährt. Weilburg erreichen Sie von Frankfurt kommend auf der B456, von Limburg oder Wetzlar kommend auf der B49. Der Eintritt für Erwachsene beträgt 10 Euro, für Kinder und für Besucher in mittelalterlichen Gewändern 5 Euro. Bis zur Größe einer Schwertlänge ist der Besuch kostenfrei.

Alle Fotos © Karl-Josef Schäfer, 2009

Lesermeinungen zum Mosel-Camino (bei amazon.de):

 

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

Keine Konfektionsware, echte Insidertipps!, 21. Januar 2008

Von
Hans-Eberhard Peters "Braun-Hogenberg"alle meine Rezensionen ansehen

Ich bin am letzten Wochenende die 3. Etappe dieses Jakobsweges von Treis-Karden nach Bullay gepilgert. Habe mich mit dem handlichen Büchlein auf die Tour vorbereitet, war begeistert.
Die beiden Autoren wissen, worüber sie reden: Karl-Josef Schäfer ist ein erfahrener Verfasser von Pilgerwanderführern, Wolfgang Welter kennt die Gegend wie seine Westentasche. Sie bieten keine Konfektionsware, sondern echte Insidertipps. Hier ein Blick, den man genießen, dort eine Treppe, die man noch steigen sollte. Wo Kaffee trinken, an wen kann man sich wegen einer Ortsbesichtigung wenden? Das Büchlein hat auf viele Details eine Antwort. Habe eine Fülle von Eindrücken mitgenommen, die mir ohne diesen Pilgerwanderführer verwehrt geblieben wären.
Herzlichen Dank! Ich kann dieses Buch nur empfehlen.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:

Auch wenn ich Gefahr laufe, …, 8. Januar 2008

Von
Gabriele Rabenstein "Gabi" (Wetzlar) – alle meine Rezensionen ansehen

… bei meinem Vorschreiber abzuschreiben: dieser Wanderführer ist in der Wegführung und der Beschreibung des historischen Hintergrundes kompetent; bei der Auswahl der Adressen für Ansprechpartner gut recherchiert. Eine wirkliche Hilfe auf dem Weg und eine tolle Fortsetzung des Lahn-Caminos. Jetzt fehlt nur noch die Strecke Marburg-Wetzlar, dann kann man auf dem Elisabethpfad und dem Jakobsweg von der polnischen Grenze bis nach Trier (bzw. Konz) pilgern. Ein rundum gelungener Pilgerwanderführer mit einem grossen Manko: der z.T. sehr langen Lieferzeit im Buchhandel.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:

Praktischer Führer – für Pilger und Wanderer, 7. Januar 2008

Von
mosellanusalle meine Rezensionen ansehen

Bin per Zufall auf dieses Buch gestoßen, und es hat sich uns als wirklich hilfreich erwiesen. Klar gegliedert, bringt es einen absolut zuverlässig von Koblenz nach Trier. Immer wieder merkt man, dass das Buch nicht nur am Schreibtisch/PC entstanden, sondern nach und nach aus eigener Erfahrung heraus gewachsen ist. Die vermittelten Einblicke in die Geschichte und Kultur der Mosellandschaft sind sicher nicht nur für Pilger interessant: Auch der ’normale‘ Wanderer profitiert von diesem Buch. Interessant der Routenvorschlag: Mal auf der einen, mal auf der anderen Seite der Mosel, also nicht nur etwa auf einem der beiden Moselhöhenwege. Zahlreiche Adressen, Telefonverbindungen und Mail-Anschriften runden das Ganze ab und machen das Buch zum derzeit vermutlich aktuellsten (Pilger-) Wanderführer der Moselregion.

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Anhang 2 – Stadtrundgang Cochem

 

(Dauer: ohne ausgiebige Pausen, längere Aufenthalte und Besichtigungen: ca. 1,5 – 2 Stunden)

Ausgangspunkt ist ‚Stammbaum der Stadt Cochem’ am Carlfritz-Nicolay-Platz an der (Vorland-) Brücke. Seit 1982 informiert hier ein vom 1997 verstorbenen Cochemer Grafiker Carlfritz Nicolay entworfenes Keramik- und Naturstein-Mosaik über die Geschichte der Stadt. Den eigentlichen Mittelpunkt bildet das Stadtwappen, um das sich, wie Äste an einem Baum, die Themen gruppieren, die in besonderer Beziehung zu Stadt und Land – und dem Bürger im Besonderen – stehen.

Weiter geht es nach links zum Hotel ‚Alte Thorschenke’ (1625), dann unter dem Enderttor, das nach Verleihung der Stadtrechte 1332, im Zuge der Stadtmauer als Stadtmauer erbaut wurde, hindurch zur Treppe ‚Hinter Kempeln’. Hier führen 102 Stufen hinauf zum Klosterberg, wo schon 862 die Burg Kemplon stand. Zwischen dem Seniorenwohnheim St. Hedwig und der Friedhofsmauer führt der Weg zum 1608 errichteten ehemaligen Kapuzinerkloster. Lange Jahre als Volksschule genutzt, befindet sich hier heute ein städtisches Kulturzentrum.

Nachdem wir einen Blick über die Dächer der Cochemer Oberstadt geworfen haben, steigen wir am Westportal die Treppe hinab zur Obergasse, wo wir insbesondere das aus dem Jahr 1704 stammende Winzerhaus (Hausnummer 24) bewundern.

Unmittelbar links davon sehen wir von unten das Balduintor, ein weiteres teilweise erhaltenes Stadttor, betreten aber links einen engen, eher unscheinbaren Pfad, um ein Stück entlang der Stadtmauer zu genießen. Über die schmale Treppe ‚Am Rähmchen’ gelangen wir zur Oberbachstraße, auf der unser Weg zunächst ein wenig aufwärts führt, an der evangelischen Kirche vorbei links ab in die Märtschelt. Auch hier geht es wieder nach links, diesmal hinauf zum Tummelchen mit seinem Zuckertürmchen. Auch dieses gehörte zur Stadtbefestigung.

Hoch über uns thront die Reichsburg, die wir binnen einer Viertelstunde, nach einiger Anstrengung, erreicht haben.

Nach der Besichtigung geht es wieder zurück; allerdings vor dem ersten Parkplatz gleich links auf einen Pfad, der sich entlang des Burgberges windet. Bald schon erreichen wir die Pestkapelle St. Rochus (Neubau von 1680). Unter diesem Namen kennt sie aber kaum jemand hier, wird sie doch überall Peterskapelle genannt.

Das Martinstor, der Cochemer sagt ‚Mäuschesportz’, ist ein weiterer Restteil der ehemaligen Stadtmauer und führt in den ‚Burgfrieden’ und weiter zur Herrenstraße. Zu bestaunen ist besonders das originell gestaltete Fachwerkhaus Nr. 24 (‚Schiefes Haus’).

Wir gehen wieder ein kleines Stück zurück und nehmen den ersten Weg zur Moselpromenade. Zwischen parkenden Autos und einer Vielzahl gastronomischer Betriebe versuchen wir dennoch, den Reiz der alten Fachwerkbauten auf uns wirken zu lassen. Unter der Hausnummer Nr. 12 finden wir ein besonders stattliches Bürgerhaus aus dem Jahr 1654 (Haus Molls). Wir machen uns dessen Torbogen zunutze und kommen über die Unterbachstraße auf den Marktplatz, in dessen Zentrum der St.-Martins-Brunnen steht. Martin (in Cochem ‚Mertes’ – das erste e wird lang gesprochen – genannt) ist der Schutzpatron der Stadt. Ohne andere Wohn- und Geschäftshäuser abwerten zu wollen: Prunkstück ist freilich das Rathaus aus dem Jahr 1739. Unter dem Turm der Pfarrkirche St. Martin gelangen wir über die Bernstraße wieder zurück zum Carlfritz-Nicolay-Platz.

Fotosafari auf der Donau – TUI FlussGenuss Katalog 2014 mit neuen Themenreisen

20 Flussrundreisen und viele neue Themenreisen bietet der neue TUI FlussGenuss Katalog auf 144 Seiten. Ab 1. August sind alle Reisen für 2014 buchbar und der Katalog erscheint in den Reisebüros.

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Ohne Kofferpacken jede Nacht an einem anderen Ort schlafen? Zehn verschiedene Länder bereisen, 17 Kulturstädte erkunden, gleichzeitig Fotoausflüge auf der Suche nach dem perfekten Motiv unternehmen, Pelikane, Wildpferde und Schmetterlinge ablichten und ganz entspannt den Urlaub genießen? Mit den schwimmenden TUI Hotels, die mitreisen, wird so eine Erlebnistour gleichzeitig eine Erholungsreise. Auf der neuen 17-tägigen TUI Flusskreuzfahrt „Fotomotive“ werden 2.226 Flusskilometer im „Müßiggang“ von Passau bis zum Schwarzen Meer zurückgelegt. Hobbyfotografen können an Bord und auf Fotoausflügen Benny Rebel, einem der erfolgreichsten Naturfotografen, bei der Arbeit über die Schulter sehen und mit ihm gemeinsam das perfekte Fotomotiv einfangen.

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