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19. Tag Merzkirchen – Remerschen 01.10.2007

 

 

Das Frühstück in der Pilgerherberge war reichlich, aber mittelmäßig, der Preis für alles zusammen mit 29,50 Euro dafür aber erstklassig. Immerhin hätte es ja auch sein können, dass ich nicht alleine, sondern mit drei weiteren Mitpilgern in einem Zimmer geschlafen hätte. Und dafür wäre es dann erheblich zu teuer gewesen.

Tolles Wetter – wenn Engel verreisen!!!! Im November kommt die nächste Pilgerwoche, ob es dann auch wieder so ist? Der Pilgerweg soll mich heute bis nach Perl oder bis nach Remerschen (Schengen) in Luxemburg führen. Wir haben aus der Pilgerherberge heraus noch eine Pension in Perl gebucht. Naja, eigentlich keine Pension, eine Baumschule, die in einem Haus noch Zimmer so mehr oder weniger unter der Hand anbieten. 30 Euro soll es kosten, Frühstück in der Pension nebenan. Aber ich werde wohl doch, wenn es noch einigermassen geht, bis in die Jugendherberge nach Remerschen pilgern. 17,50 Euro ist auch nicht zu verachten. Und die Jugendherberge soll ganz neu sein.

Irgenwie habe ich unterwegs immer wieder den ausgeschilderten Weg verloren. Zwar stimmte meine Grossrichtung und der Weg tauchte auch immer wieder auf, aber die Sehenswürdigkeiten an der Strecke (so z.B. die römische Villa in Borg mit dem grössten Mosaik nördlich der Alpen) habe ich ganz einfach verpasst. Nur auf dem Renglischberg das amerikanische Soldatendenkmal habe ich „mitgenommen“.

Unterwegs musste ich nach rund 10 km die Wanderschuhe ausziehen um in Sandalen weiterzupilgern. Die Schmerzen waren zu gross, die Füsse überall mit Blasen. Warum? Keine Ahnung. Ich bin ja schon vorher in diesen Schuhen ohne Probleme gelaufen. Warum es heute soviel Probleme bereitet, kann ich nicht sagen. Vielleicht liegt es am schweren Rucksack? Den kann ich für die nächsten Wochen sowieso erheblich abspecken. Aber sonst fällt mir kein Grund dafür ein. Die Füsse werden regelrecht eingezwängt, die kleinen Zehen schmerzen bis zum gehtnichtmehr.

In Perl habe ich den Fehler gemacht und bin dem Strassenschild nach Schengen gefolgt. Das führte an einer viel befahrenen Bundesstrasse rund um den Ort. Wenn ich durch den Ort gegangen wäre, hätte es interessanter und ungefährlicher sein können. Zu spät!

Es geht dann über die Brücke und nach rechts, vorbei am Denkmal für das „Schengener Abkommen“ immer auf einem Fahrradweg an der Mosel entlang. Und dann gab es einen Abzweig auf der anderen Seite durch ein Erholungsgebiet. Den habe ich genommen und prompt führte der mich zur wirklich modernen Jugendherberge in Remerschen. Hier hat der luxemburgische Jugendherbergsverband richtig Geld in die Hand genommen – oder hat die EU mitbezahlt? Sogar die Oberlichter werden elektrisch auf- und zugemacht. Toll, was?

Insgesamt zeigte der Schrittzähler in Remerschen 15 km, gefühlt habe ich 25. Aber dafür zum ersten Mal im Ausland. Ich kann jetzt sagen, von Weilburg braucht man 19 Tage bis Luxemburg. Auch nicht schlecht, Herr Specht. Nur der Weg an diesem Tag war stellenweise schlecht markiert.

Das 4-Bett-Zimmer mit Dusche und WC war vollauf okay, das Abendessen für 8 Euro nicht. Das stammte bestimmt vom Vortag, in den Erbsen zeigten sich einige völlig verwelkte Salatblätter. Reis gab es reichlich, dasFleisch war nicht zu identifizieren. War es Hühnerfrikassee? Keine Ahnung – der Hunger hat es hineingezwungen. Für die Bettschwere gönnte ich mir noch 3 Bier – auch alles zu teuer. 2,70 für 0,3 l – das kann sich ein Pilger einfach nicht leisten.

Zimmergenossen hier in Schengen ist Gunnar, ein Beschäftigungstherapeut im Altersheim, 52 oder 53 Jahre alt. Auf den ersten Blick in Vielschwätzer, auf den zweiten Blick wird er dann ganz nett. Hat eine freikirchliche Gemeinde, hauptsächlich für Jugendliche, in Altenkirchen/Westerwald aufgebaut. Friends of Jesus oder so ähnlich nennen sie sich. Toll, Hut ab, vor soviel sozialem Engagement. Ich wünsche ihm alles Gute – für mich wäre dieser Einsatz nichts mehr, die Nerven würden wohl nicht mehr mitmachen (und vielleicht fehlt heute auch die notwendige Toleranz).

Erkenntnis des Tages: Es steht nirgends geschrieben, dass Pilgern mit Schmerzen verbunden sein muss!

 

 

Damit die Kirche im Dorf bleibt – Ortskurator der DSD überbringt Fördervertrag für die St. Marienkirche in Gleichamberg-Roth

 

St. Marienkirche in Gleichamberg-Roth © Dr. Karin Gehrmann/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

St. Marienkirche in Gleichamberg-Roth © Dr. Karin Gehrmann/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Am Donnerstag, den 19. September 2013 konnte Manfred Beck vom Ortskuratorium Eisenach der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) einen Fördervertrag in Höhe von 10.000 Euro für die Mauerwerkssanierung der St. Marienkirche in Gleichamberg-Roth im Landkreis Hildburghausen an Pastorin Christine Buchholz überbringen. Damit soll insbesondere das schadhafte Mauerwerk im Sockelbereich des Westgiebels beseitigt werden.

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Beten mit den Füßen: Lahnwanderweg – 2. Etappe von Feudingen nach Bad Laasphe

Markierung Lahnwanderweg

Markierung Lahnwanderweg

2. Etappe: Bad Laasphe-Feudingen nach Bad Laasphe

Länge: 18 km

Dauer: 4,5 Stunden

Anforderungen: moderat

Höhendifferenz: 424 Meter (Höhe von 176 Meter bis 570 Meter),Gesamtanstieg 665 Meter, Gesamtabstieg 493 Meter

Sehen und Erleben: Weidelbacher Weiher, Ilsetal, Schloss Wittgenstein, Altstadt Bad Laasphe, Pilzkundliches Museum, Internationales Radiomuseum, Anna-Kirche Bad Laasphe

Keine Versorgungs- oder Einkehrmöglichkeit auf der Etappe, Rucksackverpflegung und genügend Flüssigkeit mitnehmen.

Gedanken für den Tag:

„Hilf, heilige Anna, ich will Mönch werden“

Der junge Martin Luther während eines Gewittersturms bei Stotternheim am 2. Juli 1555. Aus dem Jurastudenten wurde ein bescheidener, nach Gottes Gnade suchender Mönch.

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