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Schlagwort: burg eltz

Bericht vom Lahn-Camino und Mosel-Camino

 

Lieber Ka-Jo, Liebe Gabi,

Viele Grüße sendet Euch Michael.

Zunächst möchte ich nochmal herzlich bedanken für die freundliche Aufnahme bei Euch und das ich bei Euch Gast sein drufte.

Dank deiner Karte und der Tipps und Ratschläge von dir habe ich meinen Pilgerweg erfolgreich beendet.

Die Etappe nach Villmar war nochmal recht anstrengend. Lange lange und schnurgerade Wegabschnitte mit stetigen Anstiegen machten mich langsam mürbe. Habe mich in der Pension Behr gut erholt mußte aber am nächsten Morgen meine Wanderschuhe ausziehen und mit Sandalen weitergehen ansonsten wäre ich nicht bis Diez gekommen.

Der Weg ist eigentlich ganz gut beschildert man muß nur selten auf die Karte schauen. Hin und wieder ist die Beschilderung jedoch sehr zweideutig und man muß raten welcher Weg der richtige ist z.B. beim Blick auf Kalkofen und an einer Wegkreuzung nach Burg Eltz das hier der Weg hinter dem Baum langgeht und nicht davor wurde mir erst später klar.

Da ich ja nur noch in Sandalen lief fand ich die Etappe nach Obernhof gar nicht so schlimm. Nervig war nur das man sich hoch nach Schaumburg quält und dort alles geschlossen ist.

Ich mußte auch feststellen wie einsam man auf den Lahnhöhenweg ist, fast nie kommt ein jemand entgegen, wodurch ich doch sehr zur Ruhe gekommen konnte.

Auch die Wegbeschreibungen in deinem Buch und die Erläuterungen zu vielen markanten Punkten unterwegs waren sehr aufschlussreich.

In Bad Ems war die Jugendherberge so "ausgebucht" das ich doch noch 2 Nächte dort verbringen konnte. Hatte sogar ein 3-Bettzimmer für mich allein.

So kam ich in Lahnstein an und fand am Johanneskloster auch den Stein mit der Entfernungsangabe nach Santiago es sind jedoch noch 2650 km laut Aufschrift.

Auch der Moselkamino läßt sich gut laufen. Wenn ich diesen Weg dann weitergelaufen bin werde ich dir nochmal berichten. Jetzt ist in Treis-Karden erst mal Schluß.

Noch einmal vielen Dank für alles

bis bald

Michael

 

Schäfer, Karl-Josef: Der Jakobsweg von Wetzlar nach Lahnstein – Ein Pilgerwanderführer für den Lahn-Camino / Schäfer, Karl-Josef und Welter, Wolfgang: Ein Jakobsweg von Koblenz-Stolzenfels nach Trier – Der Pilgerwanderführer für den Mosel-Camino

Rückmeldung zum Mosel-Camino vom 08.08.2008

 

Hallo Herr Schäfer,

ja ich bin nach Ihrem Buch gelaufen ab dem 24.07. Es war tierisch heiß, das haben wir natürlich gespürt, als wir die Weinberge hochgetrabt kamen… Der Abstieg in der milden Abendsonne war o.k., wunderbar die Aussicht, die wir sehr genossen haben. Die Wege entlang des Moselhöhenweges waren wunderschön. Die Erklärungen des Buches sehr informativ, manchmal zu ausführlich vielleicht. Es wäre besser gewesen, Sie hätten den Streckenverlauf von den Sehenswürdigkeiten unterwegs getrennt, so war es manchmal etwas verwirrend! Unsicher sind wir im Wald nach dem Besuch der Burg Eltz geworden, an einer Weggabelung fehlte eine Muschel. 

Ansonsten sehr informativ und interessant Ihr Buch, ein gelungenes Werk!

Einen guten Weg weiterhin,

Friederike

 

Ein Jakobsweg von Koblenz-Stolzenfels nach Trier – Der Pilgerwanderführer für den Mosel-Camino, 2. Etappe Alken – Treis-Karden

Antworten auf Google-Suchanfragen

Eine Vielzahl von Besuchern kommen täglich auf diese Internet-Seiten – manche von ihnen über die ungewöhnlichsten Google-Suchanfragen. Hier als einen Service der besonderen Art ein paar Antworten (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
  • wasserwandern+weilburg-villmar+Restaurants+am+Ufer 
    In Weilburg, direkt am Schiffstunnel das Hotel „Zum Schiffstunnel“ mit einer gutbürgerlichen Küche
    Gräveneck, Campingplatz, Pizzeria
    Fürfurth, u.a. Kanadier Willi, gutbürgerlich, auch als Bootsverleih zu empfehlen
  • jakobsweg+aachen+reims
    Da sind wir nicht die richtige Adresse – Aachen-Reims auf der Niederstrasse durch Belgien ist vielfach in Reiseführern beschrieben, eine gute Internet-Adresse ist www.jakobswege-info.de
  • Schäfer+Karl-Josef++Weilburg
    Ja, da sind Sie hier richtig – noch mehr Informationen erhalten Sie per eMail unter kajoschaefer@hotmail.de
  • forsthaus+frücht+zum+hof+aspich
    Da schlage ich Ihnen vor, einmal in der Kategorie „Pilgerwanderführer Lahn-Camino“ den 6. Tag (letzte Etappe) anzuklicken, oder in der Bücherliste auf der rechten Seite den Pilgerwanderführer zu bestellen. Der Weg ist dort detailliert beschrieben. 
  • entfernung+fachingen+lahn+limburg+hbf+bahnstrecke+km
    Die Frage kann ich auch nicht beantworten – früher lag auf meinem Schreibtisch immer ein Kursbuch, das enthielt auch die Bahnkilometer. Heute fragt man Fahrpläne online ab, und da erfährt der interessierte Nutzer lediglich, dass die Fahrt 9 Minuten dauert und 1,90 Euro kostet.
  • burghaus+karden
  • jakobsweg+burg+eltz
    Einen Jakobsweg an der Burg Eltz gibt es nach meinen Informationen nicht. Da jedoch eine wichtige Handelsstrasse durch das Elztal führte, ist es durchaus wahrscheinlich, dass auch Jakobspilger an Burg Eltz vorbeigepilgert sind.
  • Packliste+Jakobsweg
    Da verweise ich auf meinen Pilgerwanderführer „Der Jakobsweg von Wetzlar nach Lahnstein“, auf diese Internetseiten und auf die vielen anderen Jakobspilger- und Wandererseiten, die Tipps und Vorschläge zum Rucksackpacken machen.
  • Lothar+Rehermann
    Herr Rehermann hat schöne Fotos der Villmarer Stadtkirche gemacht (ein oder zwei finden Sie in den Fotoalben).
  • PFARREI+Bullay
    Katholisches Pfarramt St. Maria Magdalena, Kirchstraße 26, 56859 Bullay, Tel.: 06542-900043, E-Mail pfarramt.bullay@t-online.de – am Schnellsten erhält man solche Informationen über die Bistumsseiten des Erzbistums Trier unter www.bistum-trier.de
  • jakobsweg+durch+wetzlar+an+der+lahn
    Der ist detailliert auf diesen Seiten (Kategorie: Lahn-Camino) und in meinem Pilgerwanderführer beschrieben. Vom Dom geht es durch die Stadt hinunter zum Karl-Kellner-Ring, dann weiter nach links Richtung Nauborn, durch Nauborn links in Mühlental und dann später vorbei an der Theutbirg-Basilika in den Wald.
  • einwohnerzahl+diez+lahn
    10.910 (31. Dez. 2006)

2. Etappe Alken – Treis-Karden = 19 km

Alken – Löf – Hatzenport – Lasserg – Burg Eltz – Windshäuserhöfe – Treis-Karden = 19 km
Schwierigkeit mittel
Dauer 5 Stunden (ohne Besichtigungen und Pause)
Besichtigung Burg Eltz (Führung ca. 40 Minuten), Karden 

Legende: Der heilige Kastor und das ‚Salzwunder’

So wie der heilige Lubentius (siehe Dietkirchen in „Der Jakobsweg von Wetzlar nach Lahnstein) wurde auch der heilige Kastor zur Bekehrung der Heiden an die Untermosel geschickt. Neben der Stiftskirche, in der eine Reliquie von ihm bewahrt wird, ehrt man ihn auch im Stiftsmuseum, wo ein Bild von folgender Legende erzählt: Einmal soll Kastor Moselschiffer um Salz gebeten haben. Doch diese verspotteten ihn nur und wollten weiterfahren. Da erhob sich plötzlich ein Sturm und peitschte die Wellen so hoch, dass der Kahn zu kentern drohte. In ihrer Not flehten die Schiffer den Gottesmann um Hilfe an. Kastor kniete nieder, betete und so plötzlich wie er gekommen war, legte sich der Sturm wieder. Die heidnischen Schiffer sollen durch dieses Wunder bekehrt worden sein und Kastor reichlich mit Salz gedankt haben.

 

Heute wechseln Sie von der rechten auf die linke Moselseite und überqueren zunächst die Moselbrücke zwischen Alken und Löf. Die Pfarrkirche St. Lucia in Löf stammt aus den Jahren 1737/1738 und wurde von Johannes Seiz erbaut. 1883 wurde die Kirche dem Zeitgeist entsprechend neugotisch erweitert. Der gotische Turm zeigt aber heute noch romanische Formen. Bemerkenswert sind die Glasfenster aus der ersten Hälfte des 16. Jh., welche die adligen Stifter der Kirche zeigen.

Ihr Mosel-Camino führt jetzt durch den Ort zum fast am Ortsende gelegenen Bahnhof, den Sie gleich hinter der früheren Sternburg, auch Tempelhof genannt. Das zuletzt als Hotel genutzte Gebäude fiel 1999 einem Brand zum Opfer und existiert seitdem nur noch als auffällig gefärbte Ruine mit reichlich Pflanzenschmuck im Obergeschoss. Spätestens hier sollten Sie zusehen, auf die andere Seite der Bahnschienen zu kommen, da hier entlang der Gleise ein Spazierweg nach Hatzenport startet, den Sie nutzen sollten. Verpassen Sie den ‚Einstieg’, sind Sie gezwungen, auf dem Radweg neben der vielbefahrenen B 49 zu gehen.

Informatonen: www.loef-kattenes.de

Hatzenport. Der kleine Ort wurde 1135 erstmalig erwähnt. Der Name leitet sich aus dem Lateinischen ab: Hattonis porta, der Hafen oder das Tor des Trierer Erzbischofs Hetti (Amtszeit von 814-847). Sehenswert sind noch das Wahrzeichen Hatzenports, der Fährturm aus dem 19. Jh., die alte und die neue Pfarrkirche sowie das alte Pfarrhaus unterhalb der alten Kirche, ein schöner Fachwerkbau.

Auch hier gehen Sie wieder durch den Ort, wobei der Gang durch die Oberstraße mehr spirituellen Charakter hat, der am Moselufer eher gastronomischen. Wie auch immer Sie sich entscheiden: wieder sollten Sie darauf achten, zum Bahnhof zu gelangen. Zum einen befindet sich hier eine Info-Tafel, zum anderen ist hier die letzte Möglichkeit gegeben, auf die Oberstraße zu kommen, die in die Landesstraße 113 nach Mayen übergeht. Dieser folgen wir ein paar hundert Meter und folgen hinter Holzschild ‚Auf Wiedersehen in Hatzenport’ dem Moselhöhenweg (auf der Eifelseite weißes ‚M’ auf schwarzem Grund) in Richtung Burg Eltz.

Der Weg ist hier bis nach Lasserg identisch mit dem Schoppenstecher-Wanderweg. Mit Schoppenstecher meint man jemanden, der möglichst keine Gelegenheit auslässt, sich auf seinen Spaziergängen und Wanderungen einen oder mehrere Schoppen (0,2 l- oder 0,25 l- Gläser) Wein zu genehmigen. Eine Erklärung des Symbols der enstprechenden Wegmarkierung erübrigt sich …

Im weiteren Verlauf halten Sie sich beim Rothenberg bitte nach links zum ‚Küppchen’; der Weg nach rechts führt nach Metternich und Münstermaifeld! Das ‚Küppchen’ ist ein exponierter Hügel hoch über der Mosel mit prächtiger Aussicht v. a. auf Burgen und das Baybachtal, das vielleicht schönste Bachtal des Hunsrücks. Hier oben befindet sich ein Startplatz für Drachenflieger. Bei guter Thermik starten die Flieger, um dann nach mehr oder weniger langer Flugzeit am gegenüberliegenden Moselufer bei Burgen auf den Moselwiesen zu landen. Etwas unauffällig befindet sich gleich unterhalb des ‚Küppchens’ eine Schutzhütte, die man zum Picknicken nutzen sollte, falls einem der Wind weiter oben allzu sehr um die Ohren fegt.

Jetzt führt Sie der Weg durch den Ort Lasserg bis zur Kresistraße 39. Achtung: Die Markierung des Moselhöhenweges hat sich hier geändert und entspricht nicht der auf den meisten Kartenwerken: Sie gehen nun mitten durch den Ort, überqueren, die o. g. Kreisstraße und wenden sich nach ca. 200 m nach links. Nun kommen Sie nach knapp 2 km auf Wirtschaftswegen durch die Felder an Neuhof vorbei; bei schlechterer Witterung ein nicht besonders angenehmer Weg hier oben auf den Eifelhöhen; egal, in welche Richtung Sie sich wenden: der Wind bläst den Regen ins Gesicht. Bald aber ist der schützende Wald wieder erreicht.

Es geht stetig bergab, bis Sie schließlich an der Antonius-Kapelle den großen Parkplatz und die Auffahrt zur Burg Eltz erreichen. Von hier aus sind es nur noch wenige Schritte, bis Sie die wohl am meisten abgebildete deutsche Burg erreichen. Lange Zeit schmückte Burg Eltz auch den 500-DM-Schein.

Bevor Sie hinunter zum Elzbach und zum Eingang der Burg gehen, sollten Sie an der Aussichtsplattform in Höhe von Trutzeltz noch ein wenig verweilen und die schöne Aussicht auf die Burg Eltz genießen, die in ihrer langen Geschichte niemals zerstört wurde.

Burg Eltz gilt als eine der schönsten Burgen Deutschlands. Das Tal der Elz, in dem die Burg auf einem elliptischen Felskopf erbaut wurde, trennt die Vordereifel vom Maifeld.  Ein wichtiger Weg, der die Mosel mit der Eifel und dem fruchtbaren Maifeld verband, führte durch dieses Tal.

Die Burg wurde wahrscheinlich zu Beginn des 12. Jh. erbaut. Mitte des 13. Jh. wurde sie zur Ganerbenburg, d.h. es lebten mehrere Linien des Hauses Eltz, also auch mehrere Eigentümer, auf der Burg. 1331 – 1336 kam es zur einzigen belegten kriegerischen Auseinandersetzung um Burg Eltz. Die Eltzer widersetzten sich dem Trierer Erzbischof Balduin von Trier, worauf dieser die Burg belagern und gegenüber der Burg auf einem Felsvorsprung die Burg Trutzeltz errichten ließ. Die Belagerten gaben auf und wurden Lehnsleute des Erzbischofs. Von Trutzeltz sind heute nur noch die Ruinen erhalten.

Der im Jahr 1510 hier geborene Jakob zu Eltz ging als einer der bedeutendsten Trierer Kurfürsten in die Geschichte ein.

Im 15. und 16. Jh. wurden die sogenannten Rodendorfer Häuser erbaut, Anfang bis Mitte des 17. Jh. die Kempenicher Häuser mit ihrem schönen Fachwerk.

Dem Schicksal der Zerstörung so vieler Schlösser und Burgen im pfälzischen Erbfolgekrieg entging Burg Eltz, weil Hans Anton zu Eltz-Üttingen ein ranghoher Offizier im französischen Heer war.

Schon im 19. Jh. wurde viel Geld zur Restaurierung und Erhaltung von Burg Eltz eingesetzt. Sehr behutsam ließ Graf Karl zu Eltz in der Zeit von 1845 bis 1888 die Summe von 188000 Mark (das entspricht etwa 8 Millionen Euro) in die Burg fließen. Im Gegensatz zu vielen anderen Beispielen des 19. Jh. wurde auf Burg Eltz die vorhandene Architektur berücksichtigt.

Noch heute befindet sich Burg Eltz im Besitz der Familie Eltz-Kempenich. Ein kleiner Teil der Burg ist der Öffentlichkeit zugänglich und kann im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Dabei erhalten Sie auch Zutritt zu der Schatzkammer in den Kellergewölben des Rübenacher Hauses. Rund 500 Exponate aus dem 12. bis 19. Jh. werden ausgestellt. Neben Meisterwerken der Gold- und Silberschmiedekunst zeigt die Kunstsammlung auch Kuriositäten wie z.B. den Dukatenscheißer.

Wenn Sie Burg Eltz wieder verlassen, wenden Sie sich nach links und stoßen auch gleich wieder auf die Markierungen des Moselhöhenweges. Durch das Tal, über den Elzbach, führt der Weg Sie wieder recht steil hinauf auf die Eifelhöhen. Vorbei am Forsthaus Rotherhof erreichen Sie bald die K29 (Kreisstraße), wo Sie sich nach rechts wenden und der Straße für ein paar hundert Meter folgen. Dann biegt der gut markierte Weg nach links auf einen Wirtschaftsweg in Richtung Windhäuserhöfe ab.

Schließlich, unmittelbar vor dem recht steilen Abstieg nach Karden, erreichen Sie ein Plateau und können dort den Ausblick auf Treis (andere Moselseite) und Karden mit seinem ‚Moseldom’, der Stiftskirche St. Kastor, genießen. Hier stößt der Moselhöhenweg auf den Buchsbaum-Wanderpfad, der vor wenigen Jahren im Rahmen eines von der EU geförderten Projekts zwischen den Gemeinden Müden und Karden ausgebaut wurde. Der Buchsbaum ist eine regionale Besonderheit an der Mosel. Sein natürliches Verbreitungsgebiet reicht von Südeuropa und Nordafrika bis zum Kaukasus und dem westlichen Himalaja. Ursprüngliche Standorte gibt es in Deutschland wohl nur im Buchswald bei Grenzach-Wyhlen und hier bei Müden an der Mosel. Es handelt sich um das größte, natürliche Vorkommen des Buchsbaums nördlich der Alpen.

Treis-Karden

Allgemeines:  Treis-Karden gehört zum Landkreis Cochem-Zell im Bundesland Rheinland-Pfalz. Die Einwohnerzahl belief sich am 31.12.2006 auf 9730. Katholisches Pfarramt St. Johannes d. Täufer, Hinter Mont 5, 56253 Treis-Karden (Karden), Telefon 02672 1308; Tourist-Informaton Treis-Karden, Hauptstraße 27, 56253 Treis-Karden 2, Tel: 02672 6137, E-Mail: info@ferienland-treis-karden.de

Übernachtung: In Karden: Privatzimmer Irmgard Hammes, St.-Kastor-Straße 78, 56253 Treis-Karden, Telefon 02672 2599, Ü/F im Doppelzimmer ab 30 Euro; Gasthaus Zur Linde, St.-Kastor-Straße 10, 56253 Treis-Karden, Telefon 02672 1360, E-Mail: info@weingut-kraft.de; Ü/F im Doppelzimmer ab 45 Euro. In Treis: Gasthaus Gräf, An der Kirche, Lisbergstraße 2, 56253 Treis-Karden, Telefon 02672 7227, Ü/F im Doppelzimmer ab 40 Euro;  Rathaus-Schänke, Hauptstraße 32, 56253 Treis-Karden, Telefon 02672 1210, E-Mail friedhelmkastor@t-online.de, Ü/F im Doppelzimmer ab 40 Euro.

Leider musste wegen der strategisch günstigen Moselbrücke der Ortsteil Treis auf der anderen Moselseite stark unter den alliierten Bombenangriffen leiden, und es sind somit nur wenige historische Gebäude erhalten geblieben. Sie sollten Ihren Rundgang deshalb zunächst auf das schöne und romantische Örtchen Karden beschränken, zumal Sie morgen Ihren Weg auf dem Mosel-Camino mit dem Überqueren der Moselbrücke beginnen und ohnehin durch Treis kommen und die beiden Burgruinen Treis und Wildburg auf Ihrem Weg zum Kloster Engelport passieren werden. Die Katholische Pfarrkirche St. Johann Baptist, 1823 bis 1831 vom schon zuvor erwähnten Koblenzer Architekten Johann Claudius von Lassaulx errichtet, stellt einen bedeutenden Bau des rheinischen Rundbodenstils dar.

Der Ortsteil Karden hat eine reiche Geschichte. Stolz erheben sich wunderschöne, alte Bauten aus dem 13. – 18. Jh. im Ort. Das Ensemble des Stiftsbezirks ist besonders sehenswert. Es umfasst den ‚Korbisch’ (Verballhornung von Chorbischof), das Burghaus an der Uferstraße, das Haus Bahnhofstraße 23 mit hohem Giebel und symmetrischem Fachwerk, das Fachwerkhaus in der Bahnhofstraße 48 mit reich verzierten Eckbalken und das Haus Bahnhofstraße 74 mit originellen Steinmetzarbeiten.

Über allem aber erhebt sich die Stiftskirche St. Kastor, der ‚Moseldom’. Sie ist die älteste Kirche zwischen Koblenz und Trier und wurde im 12. und 13. Jh. auf den Überresten einer älteren, karolingischen Kirche, über dem Grab des frühchristlichen Missionars Castor, erbaut. Dieser war Schüler des Trierer Bischofs Maximin, gründete schon im 4. Jh. eine christliche Gemeinde und eine Kirche in Karden. Ende des 8. Jh. verbreitete sich die Kunde, es seien die Gebeine des Heiligen Kastor in Karden gefunden worden. Es setzt eine größere Wallfahrtsbewegung ein, ein Teil der Gebeine wurde Mitte der 9. Jh. in die Kastorkirche nach Koblenz überführt.

Romanische, frühgotische und barocke Stilelemente weist die heutige Stiftskirche auf. Bei dem romanischen Westturm handelt es sich um den ältesten Teil, das sechste und siebte Geschoss und der Helm wurden im Jahr 1699 aufgesetzt. Der Türsturz des spitzbogigen Hauptportals stammt noch aus der karolingischen Kirche.

Obwohl die Ausstattung der St.-Kastor-Kirche zu den reichsten und kostbarsten an der Mosel gehört, sind von den ursprünglichen Wandgemälden nur noch wenige erhalten. Dazu zählt insbesondere der um 1440 entstandene kostbare Dreikönigsaltar, die Darstellung des Jüngsten Gerichtes in der Kastorkapelle sowie das Gemälde ‚Der wahre Weinstock’. Für uns besonders interessant ist der rechts gelegene Stephanus-Altar aus dem Jahr 1628, finden wir doch hier den Schutzpatron unserer Pilgerfahrt, den Heiligen Jakobus, in einer Darstellung als Pilger, gemeinsam mit anderen Heiligen. Die Figur des Jakobus d. Ä. zeigt in dieser Darstellung den langen Pilgerstab, den Pilgerhut. Nicht fehlen dürfen natürlich die Jakobsmuscheln.

Schließlich sei an dieser Stelle noch die Stumm-Orgel aus dem Jahr 1728 erwähnt, die noch heute für Gottesdienste, aber auch Konzerte genutzt wird.

Am Schriftenstand ist für 0,50 € ein ‚Kleiner Führer durch die Stiftskirche St. Castor’ erhältlich, der Wissendurstigen detaillierte Auskunft über alle relevanten Kunstwerke der Kirche gibt.

Wem auch das nicht genug ist: Das Stiftsmuseum Treis-Karden ist die Entwicklung des römischen Karden und des Stiftes ausführlich dokumentiert. Öffnungszeit: Ostern und Mai bis Oktober: freitags 14–17 Uhr; samstags und sonntags 10-12 Uhr und 14-17 Uhr. Für Gruppen werden auch Extra-Öffnungszeiten nach Vereinbarung angeboten (Infos bei der o. e. Tourist-Information).

  

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