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Jakobsweg von Fulda nach Frankfurt – 1. Etappe Fulda – Flieden (ca. 20 km)

 

 

1. Etappe: Fulda – Propstei Johannesberg (ca. 6 km) – Harmerz (ca. 1,5 km) – Neuhof (ca. 8,5 km) – Flieden (ca. 5 km)

Schwierigkeitsgrad: leicht

Zeitbedarf: ca. 5 Stunden ohne Besichtigungen und Pausen

Besichtigungen: Fulda (Dom, Stadtschloss, Benediktinerinnenkloster, Barockviertel), Propstei Johannesberg, Flieden (Pfarrkirche St. Goar)

Tagesimpuls:

Ewiger Gott, Zuflucht und Hilfe all deiner Kinder,
wir preisen dich für alles, was du uns gegeben hast,
für alles, was du für uns getan hast,
für alles, was du für uns bist.
In unserer Schwäche bist du unsere Kraft;
in unserer Finsternis bist du unser Licht;
in unserm Kummer bist du unser Trost und unser Friede.
Wir können deine Gnade nicht messen,
wir können deine Liebe nicht loten:
Sei gesegnet für all deinen Segen.
Lass uns so leben, als seien wir bei dir,
und die Dinge lieben, die du liebst,
und dir in unserem täglichen Leben dienen
durch Jesus Christus, unseren Herrn.

(Ein Gebet des Heiligen Bonifatius (652-754), Apostel der Deutschen)

Legende:  Legenden erzählen häufig Geschichten aus dem Leben von frommen Frauen und Männern. Sie waren für die Menschen in früheren Zeiten das anschauliche Beispiel eines heiligmäßigen Lebens. Uns regen sie heute oft zum Schmunzeln an.

Gar nicht zum Schmunzeln ist die Legende, die Sie heute, am ersten Tag Ihres Jakobsweges von Fulda nach Frankfurt, mit auf den Weg bekommen.  Sie ist 1235 erstmals in Fulda auf deutschem Boden aufgetaucht, war aber in ganz Europa verbreitet und überstand die Französische Revolution und die Aufklärung. Die Brüder Grimm haben die Legende für das Jahr 1267 in Pforzheim aufgeschrieben und in “Deutsche Sagen, Band 1, Nr. 354” veröffentlicht. Die schreckliche und unwahre Legende ist heute genauso aktuell wie im Hochmittelalter. Sie sollte uns allen Mahnung sein, die Rechte von Minderheiten zu schützen. Wir müssen ganz entschieden den Artikel 3, Absatz 3 unseres Grundgesetzes verteidigen: “Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.”

1235 kamen in Fulda fünf Kinder durch einen schrecklichen Brand am Heiligabend ums Leben. Gegen die jüdische Gemeinde wurde der Vorwurf erhoben, zwei der unschuldigen Kinder gemordet zu haben. Das Blut der zwei Kinder solle in Säcke abgefüllt worden sein, damit es später als Heilmittel Verwendung finde. Die alten Akten machen die ganze Judengemeinde zu Mittätern. Durch zufällig in Fulda anwesende Kreuzfahrer, die sich auf dem Weg ins Heilige Land befanden, wurde grausame Rache geübt. Am 28. Dezember 1235 verbrannten sie 34 Mitglieder der jüdischen Gemeinde zu Fulda.

 

Fulda

Allgemeines: Fulda liegt in Osthessen und ist Kreisstadt des Landkreises Fulda. Die Stadt hat etwa 64.000 Einwohner.

Anlaufstellen: Dompfarrei Christus Erlöser Fulda, Hinterburg 2, 36039 Fulda, Fon 0661-73370, E-Mail info@dompfarrei-fulda.de; Evangelische Kirchengemeinde Fulda Christuskirche, Heinrichstraße 4, 36037 Fulda, Fon 0661-72408, E-Mail pfarramt2.fulda-christuskirche@ekkw.de; DITIB (Türkisch-Islamische Union), Ohmstraße 18-20, Fon 0661-9019357; Touristeninformation, Bonifatiusplatz 1, 36037 Fulda, Fon 0661-1021814, www.tourismus-fulda.de, E-Mail tourismus@fulda.de

Übernachtung: DJH-Fulda, Schirrmannstraße 31, 36041 Fulda-Neuenberg, Ü/F im MBZ 22,50 p.P.; Hotel-Gasthof Metzgerei Harth, Frankfurter Straße 137, 36043 Fulda-Kohlhaus, Fon 0661-42794, E-Mail info@hotel-harth.de, ÜF im DZ 43 Euro; Pension Wenzel, Heinrichstr. 38-40, 36037 Fulda (Nähe Bahnhof), Fon 0661-75335, ÜF im DZ 48 Euro

Geschichte: Natürlich gibt es auch in Fulda Spuren einer steinzeitlichen Besiedlung von vor 7000 Jahren. Das ist bei der besonderen Lage an der Fulda, der wechselvollen Geschichte und den Völkerwanderungen gar nicht anders zu erwarten. Besonders interessant ist es aber die nur 20 km entfernte wohl keltische Milseburg, die wahrscheinlich sogar Julius Cäsar als “Melokabos” in seinem De Bello Gallico eine Erwähnung wert war. Ein Steinwall von 1300 m Länge umfasste ein Gelände von 33 Hektar.

Die Entwicklung von Fulda begann im Jahre 744 durch Sturmius, dem ersten Abt des Klosters Fulda. Hier, an einer Fulda-Furt, hatte der fränkische Hausmeier Karlmann dem Bonifatius Land für eine Klostergründung geschenkt. Vier Meilen rund um das zukünftige Kloster. Von hier aus sollte die Umgebung missioniert werden. Eine wichtige Aufgabe, wollten die Karolinger so doch die räuberischen Sachsen in den Griff bekommen.

Update Lahn-Camino 3. Etappe Villmar – Diez

Es gibt Tage in diesem Jahr, da scheint es, als ob wir doch noch einen Sommer hätten. Heute zumindest war es sonnig und warm – aber nicht zu warm, also haben wir uns auf den Weg gemacht.

Hier die Updates:

  1. Wenn Sie in Villmar übernachtet haben oder vom Bahnhof kommen, gehen Sie bitte wieder bis nach oben zur Ecke Mattheisstrasse – Am Galgenberg. (Mattheis? Ja, genau, der Apostel aus Trier, bzw. nach der Abtei ebenda!) Dann rechts und eigentlich immer geradeaus. Die Markierung ist jetzt eindeutig, führt auf Wirtschaftswege und dann sehen Sie auf der rechten Seite eine Metallstange mit der Camino-Markierung nach rechts. Zwar führt der Weg Sie jetzt wieder bis zum König-Konrad-Denkmal hinunter – der Weg ist aber um einiges angenehmer als die Strecke entlang der vielbefahrenen Strasse.
  2. Auf diesem Weg passieren Sie noch das Friedenskreuz aus Lahnmarmor mit einem Intarsien-Korpus auch aus Marmor. Ein interessanter Stop am Weg.
  3. Sie kommen in Höhe des Parkplatzes aus dem Wald heraus überqueren die Strasse und stehen dann nach wenigen Schritten am König-Konrad-Denkmal.
  4. Zurück am Parkplatz überqueren Sie nochmals die vielbefahrene Strasse und gehen auf dem Seitenstreifen bis zur Kurve. Hier geradeaus weiter den asphaltierten Wirtschaftsweg. Sie erkennen hier schon die Markierung: „150 m rechts“. Achten Sie auf die nächste Markierung – dort geht es durch die Hecke. Noch ein paar Schritte weiter können Sie die Hecke allerdings umgehen (viel bequemer – der Trampelpfad durch die Hecke war heute regelrecht zugewuchert).
  5. Von hier aus immer am Waldrand entlang. Später kommen Sie an eine T-Kreuzung, auch hier wieder rechts am Waldrand entlang. Keine Angst, irgendwann tauchen die Markierungen wieder auf.
  6. Der Lahn-Camino führt Sie im Bogen um Runkel herum – einige Male auch am Strassenrand. Durchgängig gut markiert, wenn Sie jedoch Burg Schadeck wieder vor sich liegen sehen, gleich vor den Leitplanken, geht es nach links in den Wald hinein.

Buen Camino

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