Köln war auf dem heutigen Stadtgebiet schon in der Altsteinzeit bewohnt. Belege für ständige Siedlungen gibt es seit etwa 4500 v. Chr. Spuren der keltischen Besiedlung seit etwa 500 v. Chr. gibt es z. B. auch an der Südseite des Kölner Doms.

Es waren die Ubier, ein römerfreundlicher Germanenstamm, welche die erste befestigte Siedlung errichteten. Die Historiker nehmen für das Oppidum Ubiorum das Jahr 38 v. Chr. (oder 19 v. Chr. nach anderen Quellen) an. Die Römer hatten ihnen große Bereiche des linksrheinischen Raumes zur Verfügung gestellt. Da die Ansiedlung günstig am Rhein und an Handelswegen gelegen war, nutzten auch die Römer schon bald den Ort als Garnisonsstandort mit zeitweilig zwei Legionen, also rund 12000 Mann, und errichteten auch einen Altar für die Schutzgöttin Roms, der Roma.

Nach der verlorenen ‚Schlacht im Teutoburger Wald’ (die wohl tatsächlich bei Osnabrück im Wiehengebirge stattgefunden hat) seines Vorgängers Augustus gab Kaiser Tiberius im Jahr 17 n. Chr. alle Pläne auf, ganz Germanien erobern zu wollen. Der Rhein wurde zur endgültigen Grenze des römischen Reiches; damit wuchs die Bedeutung der Garnisonsstandorte auf der linken Rheinseite enorm. Und durch den Einfluss der im Oppidum Ubiorum geborenen Agrippina, der Frau des römischen Kaisers Claudius, den sie ermordet hatte, um ihren Sohn Nero zum Kaiser zu machen, wurde die Stadt als Colonia Claudia Ara Agrippinensium eine römische Kolonie. Claudius und Agrippina sind in diesem Namen erhalten, Ara (Altar) bezieht sich auf den lange vorher errichteten Altar der Ubier. Und als Colonia (Kolonie) war die Stadt den römischen Städten in vielerlei Hinsicht gleichgestellt. Von diesen Kolonien (Coloniae) sind 150 bekannt, aber nur Köln hat sich den Namen bis heute erhalten können.

89 n. Chr. wurde Köln Hauptstadt der Provinz Niedergermanien, und 150 Jahre Frieden im Römischen Reich führten zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Glas und Keramik aus Köln wurden im gesamten Reich und weit darüber hinaus verkauft. Zur Wasserversorgung entstand der längste Aquädukt des römischen Reiches: die (Eifel-) Wasserleitungen mit bis zu 130 km Länge.

Mit dem Bau der der römischen Stadtmauer mit insgesamt 19 Türmen wurde bereits im 1. Jh. begonnen, die Fertigstellung erfolgte aber wohl erst im 3. Jh. Ein Turm der Stadtmauer, der Römerturm, ist noch heute bestens erhalten und zeugt von der Bedeutung der Befestigung. 260 bis 274 war Köln unter dem Kaiser Postumus sogar Hauptstadt des Imperium Galliarum. Immerhin gehörte Spanien und vielleicht auch Britannien zu diesem Kaiserreich.

Im Jahr 310 wurde das Kastell Deutz auf der rechten Rheinseite gebaut und durch eine erste feste Holzbrücke mit der Stadt verbunden.

Rund 20000 Menschen lebten in der Stadt und ihrem Umland. Erst im hohen Mittelalter wurde diese Einwohnerzahl mit 40000 übertroffen – und blieb dann so bis in die Neuzeit hinein.

‚Multi-Kulti’ ist nicht eine Erfindung des 20. Jhs., dies galt schon für die römische Stadt. Wie bei den Römern üblich, wurden auch in Köln viele germanische und andere Gottheiten verehrt. Eine Isis-Figur fand man eingemauert in der Ursulakirche, weitere Funde gehören zum Kult der keltischen Muttergottheiten (Matronen) und zum Mithraskult, der ursprünglich aus Persien bzw. Indien stammte. Schon 321 entstand hier die älteste jüdische Gemeinde in Deutschland, während die erste christliche Kirche im Jahr 355 erwähnt wird, nachdem der erste spätantik überlieferte Bischof von Köln, Maternus, schon aus dem Jahr 313 bekannt ist.

Der Vormarsch der Germanenstämme läutete den Niedergang der Römer in Gallien und Germanien ein; Mitte des 5. Jhs. eroberten die Franken Köln und beendeten die römische Herrschaft.

In der ‚Geschichte der Franken’ von Gregor von Tours wird berichtet, dass der Merowinger Chlodwig in St. Gereon von den jubelnden Kölnern zum „König aller Franken“ ausgerufen wurde. Chlodwig machte Köln zum Königssitz und geschickt nutzten die Franken die noch vorhandene römische Infrastruktur.

Als 751 die Karolinger mit Pippin dem Jüngeren die Merowinger als Herrscher des Frankenreiches ablösten, endete die Geschichte Kölns als Königssitz, denn die Karolinger residierten in Aachen. Erst unter Pippins Sohn Karl dem Großen gewann Köln wieder Bedeutung. Die Kölner verehrten viele Heilige und Märtyrer, und in einer wahren Sammelwut bewahrten sie die Reliquien in kostbaren Schreinen auf. Dafür wurden viele Kirchen gebaut. 873 wurde der Alte Dom als Vorläufer des Kölner Domes geweiht. Der Erzbischof von Köln wurde in dieser Zeit eine der wichtigsten Persönlichkeiten im Reich.

Als die Normannen in das Frankenreich eindrangen und rheinaufwärts Schrecken verbreiten konnten, plünderten sie auch Köln und setzten die Stadt und die Mauern in Brand. Der Dom, St. Gereon und St. Severin blieben allerdings erhalten.

Ab dem 10. Jh. wurden in Köln zahlreiche geistliche Stifte gegründet, die Besitztümer im Umland und auch im ganzen Reich besaßen. Als 1164 die Reliquien der Heiligen Drei Könige als Kriegsbeute von Mailand nach Köln überführt wurden, entwickelte sich Köln zu einem wichtigen Pilgerziel in Europa. Bei dem Dreikönigenschrein im Kölner Dom handelt es sich um die prächtigste und größte Goldschmiedearbeit des Mittelalters.

Im hohen Mittelalter greifen noch mehr Superlative für die Beschreibung Kölns. Die Stadtmauern mussten mehrfach erweitert werden, denn Köln war die größte Stadt im deutschen Reich des Mittelalters. Ab 1180 wurde die umfassendste Stadtmauer gebaut. Von den 12 Türmen der halbkreisförmigen Stadtmauer sind heute noch vier erhalten. Die Rheinmauer hatte 16 Tore und Pforten. Jerusalem, Konstantinopel und Rom führten im Stadtnamen den Zusatz "Heilig" (Sancta). Auch Köln benutzte ab dem 12. Jh. diesen Zusatz: Sancta Colonia Dei Gratia Romanae Ecclesiae Fidelis Filia – Heiliges Köln von Gottes Gnaden, der römischen Kirche getreue Tochter. Die größte, schönste und aufwändigste Kirche des Reiches wurde geplant. Im Jahre 1248 wurde der Grundstein für den Kölner Dom gelegt.

Nachdem schon seit 1268 die Kölner Erzbischöfe überwiegend in Bonn residierten, endete ihre Herrschaft über die Stadt endgültig mit der Schlacht von Worringen im Jahr 1288. Köln wurde quasi zur freien Reichsstadt; der Erzbischof war nur noch zu religiösen Anlässen in der Stadt geduldet.

Während Köln den Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 schadlos überstanden hatte, im Gegenteil noch einträgliche Geschäfte mit Waffenhandel und -produktion machen konnte, kam es vorher gegen Ende des 16. Jh. zum Truchsessischen Krieg oder Kölner Krieg. Dieser verwüstete u.a. die kölnischen Städte Bonn, Deutz und Neuss.

Im Wiener Kongress wurde Köln 1815 dem Königreich Preußen zugesprochen, und im Jahr 1880 endlich – nach 632 Jahren Bauzeit – der Bau des Kölner Doms abgeschlossen. Einen nicht unerheblichen Anteil daran hatte der preußische König, zwischenzeitlich zum deutschen Kaiser gekrönt. Noch heute ist der Dom das größte gotische Bauwerk in Nordeuropa. Ende des 19. Jh. platzte Köln aus allen Nähten. Der Expansion fielen große Teile der Stadtmauern zum Opfer.

Im 2. Weltkrieg wurde Köln zu 90% durch Bombardements englischer und amerikanischer Flieger zerstört. Nachdem vor dem Krieg um die 600000 Menschen in der Stadt lebten, sank die Einwohnerzahhl bis Kriegsende auf etwas über 100000. Heute hat Köln knapp 1 Millionen Einwohner und ist damit die viertgrößte Stadt in Deutschland.

Bei einer Persönlichkeit, die aus der neueren Geschichte der Stadt Köln nicht mehr wegzudenken ist, handelt es sich um Konrad Adenauer (5.1.1876-19.4.1967). Der gebürtige Kölner ist nicht nur als erster Bundeskanzler (1949-1963) in die Geschichtsbücher eingegangen, sondern auch als Oberbürgermeister von Köln. Nachdem er 1917 zum Oberbürgermeister gewählt wurde, blieb Adenauer 16 Jahre bis zur Amtsenthebung durch die Nazis im Jahr 1933 im Amt. Vor seinen übermächtigen nationalsozialistischen Gegnern verbarg er sich zunächst in der Abtei Maria Laach und zog dann nach Berlin, wo er 1934 im Zusammenhang mit dem Röhm-Putsch verhaftet wurde. Danach wechselte Adenauer häufig seinen Aufenthaltsort. Erneut verhaftet wurde er nach dem Attentat auf Hitler. Für wenige Monate wurde Adenauer 1945 von den Alliierten wieder zum Oberbürgermeister gemacht – dann aber wegen Unfähigkeit entlassen. 1948 wurde er Vorsitzender des Parlamentarischen Rates und damit zu einem der Gründungsväter der Bundesrepublik Deutschland. Maßgeblich war Adenauer als Rheinländer daran beteiligt, dass nicht Frankfurt, sondern Bonn die ‚provisorische’ Bundeshauptstadt wurde. Am 15.9.1949 wählte der Bundestag Konrad Adenauer, zu diesem Zeitpunkt schon 73 Jahre alt, mit nur einer Stimme Mehrheit (es war seine eigene) zum Bundeskanzler. Nach 14 Jahren, im Jahr 1963, überließ er das Amt Ludwig Erhard. Zu den großen Leistungen seiner Amtszeit zählt neben dem ‚Wirtschaftswunder’ die Rückkehr der deutschen Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion, der Deutsch-Französische Freundschaftsvertrag und nicht zuletzt der Beginn der Aussöhnung mit dem jüdischen Volk. Adenauer wurde auf dem Waldfriedhof in Bad Honnef/Rhöndorf beigesetzt.

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Am Grab von Konrad Adenauer
Norbert Blüm kommt zu Konny’s (Adenauer) Grab und geht andaechtig in sich. Plötzlich eine Stimme: "Norbert, bring mir ein Pferd." Blüm schaut sich um- kein Mensch weit und breit auf dem Friedhof. Wieder die Stimme, diesmal eindringlicher: "Norbert, bring mir ein Pferd." Blüm ist das nicht ganz geheuer und er verlaesst den Friedhof. Am Eingang trifft er Helmut Kohl. Blüm erzählt: "Du Helmut, ich habe da eine Stimme am Grab von Adenauer gehoert". Kohl: "Quatsch Nobby, ich komme mal mit." Helmut und Norbert gehen also wieder zum Grab. Es ertönt wieder die Stimme: "Norbert, ich hatte Dich gebeten, mir ein Pferd zu bringen, keinen Esel!"