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14. Mai – Tag des Wanderns Modern und vielfältig

Tag des Wanderns

Tag des Wanderns

Der „14. Mai – Tag des Wanderns“ liegt in diesem Jahr das erste Mal auf einem Werktag. Deswegen beteiligen sich auch viele Schulklassen und Unternehmen mit Veranstaltungen an dem Tag. Schirmherrin ist diesmal Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz.

 

In Saarbrücken wird die After-Work-Party am 14. Mai anders gefeiert als gewohnt. Dafür sorgt der Landesverband Saarwald-Verein, der unter dem Motto „Raus aus dem Büro“ zum Tag des Wanderns eine After-Work-Wanderung auf die Beine stellt. Möglich ist diese Aktion, weil der „14. Mai – Tag des Wanderns“ das erste Mal an einem Werktag liegt. Das eröffnet neue Spielräume für tolle Veranstaltungen. Auch Kitas und Schulen sind deswegen in diesem Jahr verstärkt dabei. So hat der Eifelverein zusammen mit der Kita „Arche Noah“ eine Familienwanderung im Programm und die  Louise-Schröder-Schule in Hessen bietet einen „Wolfstag“, an dem die Kinder auf leisen Sohlen durch den Wald schleichen und dabei erfahren, wie ein Wolf lebt. Alle am Tag des Wanderns teilnehmenden Schulklassen können sich mit ihren Aktionen auch beim bundesweiten Schulwander-Wettbewerb des Deutschen Wanderverbandes (DWV) bewerben.

 

Natürlich kommen  am „14. Mai – Tag des Wanderns“ auch die Erwachsenen auf ihre Kosten. Der Harzklub nimmt den in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft von Malu Dreyer, Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz, stehenden Tag des Wanderns zum Anlass,  einen barrierefreien Wanderweg einzuweihen. Der Odenwaldklub macht eine Biber-Exkursion und der Vogtländische Wanderverband bietet mit dem Sachsenforst eine Aufforst-Aktion. Wie in den vergangenen Jahren gibt es auch in diesem Jahr zum Tag des Wanderns Aktionen im Ausland. So hat der Tourismusverband der Ferienregion Tirol West die Wanderung  „Handyfrei! Genießen mit allen Sinnen“ auf die Beine gestellt. Hier bleibt das Smartphone zu Hause oder versiegelt in einer Tüte. Denn die Wanderer sollen ohne Ablenkung die Tiroler Berge in einer geselligen Runde genießen. Geplant sind außerdem eine Reihe Kooperation mit Unternehmen, beispielsweise Infostände mit Wanderberatungen beim Einzelhandel oder in Sparkassenfilialen, die montags geöffnet haben.

 

All das zeigt, wie modern und vielseitig das Wandern heute ist. Winfried Balzert, Geschäftsführer der Ortsgruppe Daun aus dem Eifelverein: „Das Wesentliche am Tag des Wanderns ist das Kreative. Wandern war etwas verstaubt. Mit dem Tag des Wanderns entstauben wir es wieder.“ Entsprechend legt sich seine Ortsgruppe mächtig ins Zeug. In der Vulkaneifel beginnt der 14. Mai um 8.45 Uhr mit einer Gesundheitswanderung, um 13.30 Uhr folgt eine Radwanderung und ab 18.30 Uhr schließt auch hier eine After-Work- Tour den Tag ab.

Nicht zuletzt wird der 14. Mai einmal mehr zeigen, wieviel Spaß das Wandern macht. Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, Präsident des Deutschen Wanderverbandes (DWV): „Die  DWV-Mitgliedsorganisationen, Natur- und Nationalparke, Tourismusverbände und andere mit dem DWV befreundete Organisationen werden den Tag mit spannenden Aktionen bereichern.“ Passend zum DWV-Jahresschwerpunkt wird „Regionaler Genuss“ vielerorts eine Rolle spielen, etwa während einer kulinarischen Wanderung mit Spargel stechen und anschließendem Spargel schlemmen.

 

Wie in den Vorjahren wird es Kulturtouren ebenso geben wie Brauchtumsveranstaltungen, Markierungskurse und Naturschutzaktionen. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Außerdem hat der DWV ein Gewinnspiel mit tollen Preisen organisiert und verschenkt dank Unterstützung seiner Partner kleine Präsente. So bekommt jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer der Veranstaltungen eine von insgesamt 10.000 Samenkugeln „Staatsbankett für Bienen“. Auf diese Weise setzt der Deutsche Wanderverband ein Zeichen gegen das Insektensterben in Deutschland.

 

Über alles Wichtige zum Tag des Wanderns informiert die Homepage www.tag-des-wanderns.de. Die vom Westerwald-Verein ausgerichtete Zentralveranstaltung zum Tag des Wanderns findet nahe dem Ort Westerburg in Rheinland-Pfalz statt.

 

Möglich wurde der Tag des Wanderns, weil verschiedene Organisationen den Deutschen Wanderverband als Veranstalter bei diesem Thementag unterstützen. Besonders dankt der Verband dem Hauptsponsor, der Sparkassen-Finanzgruppe, und dem Premiumpartner Maier Sports, sowie Wikinger Reisen, der KOMPASS Karten GmbH, der „BKK Pfalz. Die freundliche Familienkasse“ und LOWA. Ohne deren Hilfe wäre der Tag so nicht möglich.

 

Der vom DWV veranstaltete „14. Mai – Tag des Wanderns“ – an diesem Tag wurde im Jahr 1883 der Deutsche Wanderverband gegründet – hat im Jahr 2016 erstmals über die Vielfalt des Wanderns informiert und ist seitdem fest im Jahreskalender verankert.

 

Seit 1883 vertritt der Deutsche Wanderverband gegenüber Politik und Behörden die Interessen seiner Mitglieder und ist der Fachverband für das Wandern und die Wegearbeit in Deutschland. Als Dachverband von rund 60 landesweiten und regionalen Gebirgs- und Wandervereinen mit rund 600.000 Mitgliedern hat der DWV wichtige Initiativen wie das Kita-, Schul- und Gesundheitswandern oder die Ausbildung von Wanderführern gemeinsam mit Partnern ins Leben gerufen. Als anerkannter Naturschutzverband hat der DWV zudem eine wichtige Funktion im Dialog von Naturnutzern und -schützern. Nicht zuletzt zertifiziert er im Rahmen der Qualitätsinitiative „Wanderbares Deutschland“ Regionen, Wege und Gastgeber, wenn sie sich besonders gut für Wanderer eignen.

Blick nach … Obernhof

Im Pilgersaal von Kloster Arnstein finden viele Veranstaltungen zur Vollmondnacht statt (Foto: Bistum Limburg)

Im Pilgersaal von Kloster Arnstein finden viele Veranstaltungen zur Vollmondnacht statt (Foto: Bistum Limburg)

(Weilburg, Februar 2018, KS) In den letzten Jahren hat sich Obernhof an der Lahn nicht nur mit dem Lahnwein, sondern auch als Kulturdorf einen Namen gemacht. Mehr als 50 kulturelle Veranstaltungen im Jahr laden Gäste ein, Kultur zu erleben. Besonders ausgesuchte Veranstaltungen werden unter dem Titel „Gegen den Strom“ angeboten, die „Arnsteiner Abende“ werden von der kath. Erwachsenenbildung veranstaltet und die „Obernhofer Vollmondnächte“ prägen das kulturelle Leben an der unteren Lahn schon seit vielen Jahren.

Immer zum vollen Mond kommen Besucher nach Obernhof. An verschiedenen Veranstaltungsorten gibt es auch 2018 wieder literarisch-musikalische Vollmondnächte in und um den kleinen Weinort. Eingebettet in die wechselvolle Geschichte und umrankt vom einheimischen Lahnwein, garniert mit kleinen Leckereien und immer im reizvollen Ambiente – das sind die Obernhofer Vollmondnächte.

Mittwoch, 28. März 2018, 20:00 Uhr – Die Arnsteiner Bibel und das Arnsteiner Skriptorium im Mittelalter

Die wenigsten Besucher von Kloster Arnstein wissen wohl, dass es im Mittelalter ein bedeutendes Skiptorium sein Eigen nannte. Hier schrieben bis ins 13. Jhdt. die Mönche liturgische und andere Bücher ab und illustrierten sie auch. Eine der bekanntesten Handschriften, die daraus hervorging, ist die großformatige, zweibändige „Arnsteiner Bibel“, die der Mönch Lunandus von 1170 bis 1172 geschrieben hat. Heute hat sie einen fast unermesslichen Wert. Sie wird seit fast 300 Jahren in London in der British Library aufbewahrt, wo sie im dortigen Showroom als einer der größten Schätze von Zeit zu Zeit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Die Gäste dieser Veranstaltung im gotischen Pilgersaal von Kloster Arnstein erfahren natürlich auch, wie früher in einer Schreibstube gearbeitet wurde, wie die Farben und Tinten hergestellt wurden … Die Texte sind von Monika Kahm und Gaby Fischer, für die Musik zeigt das Ensemble Stellaris verantwortlich.

Samstag, 28. April 2018, 20:00 Uhr – Nimm mich mit, Kapitän … Kleine Geschichte der Lahnschifffahrt

Da das Lahntal schon seit der Steinzeit besiedelt war, kam der Lahn spätestens seit der Römerzeit eine wichtige Rolle als Transportweg zu. „Die ersten christlichen Sendboten fuhren auf der Lahn in das heidnische Gebiet des Lahngaus und des Vogelberges und nach frommer Sage landete der Leichnam des Heiligen der Lahnschiffer, Lubentius, von der Mosel herauf auf unbemanntem Nachen vom Wind die Lahn stromauf getrieben, oberhalb von Limburg an der Dietkirche.“ (Erich Goldsticker)

Der beliebte und bekannte Songpoet und Folksänger Andreas Sittmann, der durch seine musikalische Vielseitigkeit besticht, wird an dem Abend mit seiner warmen und herzlichen Stimme Lieder aus seinem Freddy-Quinn-Programm singen, während Dr. Ulrich Brand im Pilgersaal von Kloster Arnstein über die Geschichte der Lahnschifffahrt erzählt.

Dienstag, 29. Mai 2018, 20:00 Uhr – Die Geschichte der Lahntalbahn

Mit Texten von Hans-Peter Günther und Musik der American Folkband Goldrush laden die Obernhofer Vollmondnächte in das Kloster Arnstein ein. Die 1858 eröffnete Lahntalbahn führt durch eines der schönsten deutschen Flusstäler und begeistert bis heute viele Touristen. Der Bau der Strecke wurde 1857 aufgenommen, am 1. Juli 1858 erfolget bereits die Eröffnung des Streckenabschnittes Oberlahnstein – Ems. Ab 1860 waren weitere Teilstrecken fertig gestellt, die Gesamtstrecke wurde am 10. Januar 1863 vollendet. Die Gesamtkosten für den Bau der Lahntalbahn betrugen 15,2 Millionen Gulden. Etliche (früher von imposanten Dampfloks gezogenen) Sonderzüge brachten seit 1925 in jedem Sommer Tausende von Wallfahrern zum Kloster Arnstein! Goldrush besteht aus Musikern mit besonders hohen gesanglichen Qualitäten. Sie interpretieren amerikanische Folksongs und lassen zum Beispiel mit Freight Train die Zeit der amerikanischen Eisenbahnromantik wiederaufleben.

Wenn nicht anders erwähnt, finden die Veranstaltungen zur Obernhofer Vollmondnacht im Pilgersaal von Kloster Arnstein statt. Zu erreichen ist Obernhof mit der Lahntalbahn ab Weilburg um 17:57 Uhr, Rückfahrt um 21:48 Uhr (nach Winterfahrplan). Umstieg ist jeweils in Limburg. Die Rückfahrkarte kostet derzeit 25,40 Euro.

Mein Hasselbach – Spaziergang mit Lothar Hölzgen

Lothar Hölzgen, seit 19 Jahren Ortsvorsteher in Hasselbach

Lothar Hölzgen, seit 19 Jahren Ortsvorsteher in Hasselbach

(Weilburg, im Januar 2018, KS) Stellen Sie sich einmal einen großen, hellen Saal vor. Bequeme Stühle, weiß gedeckte Tische, eine nette Dekoration. Vor Ihnen steht ein Kännchen Kaffee und ein so richtig leckeres Stück Kuchen. Die Sonne scheint und aus den großen Fenstern haben Sie einen weiten Blick nach Westen über den Taunus, bis hinein ins Rheingebiet. Ein idealer Platz für ein Hotel mit Café, oder?

Na gut, Kaffee und Kuchen an weiß gedeckten Tischen gibt es in Hasselbach nicht – zumindest nicht jeden Tag und dann auch nicht für die Allgemeinheit. Aber den einzigartigen Blick, den kann jeder Besucher genießen.

Lothar Hölzgen und ich sind am Ende unseres Spazierganges angekommen. Schnell noch geht es ins neue Bürgerhaus hinein. Im Foyer hängt eine alte Schulglocke. „Die massive Holz-Aufhängung wurde mit Unterstützung aus Elkerhausen von heimischen Kräften gebaut,“ erklärt mir der Ortsvorsteher und macht die Türen zum Saal weit auf. Der atemberaubende Blick über Hasselbach und Gaudernbach, weit in den Taunus hinein macht das Hasselbacher Bürgerhaus für die Hasselbacher genauso interessant, wie für Auswärtige. Einfach stehen oder sitzen und genießen …

Doch lassen Sie uns chronologisch anfangen. Am gefühlt einzigen Sonnentag im Januar treffe ich Lothar Hölzgen, Ortsvorsteher in Hasselbach, am Bürgerhaus. Vorher Regen, nachher Regen – während unseres Spazierganges bleibt alles Trocken.

Das Bürgerhaus – Treffpunkt mit ungezählten ehrenamtlichen Stunden

Die alte Schulglocke im neuen Bürgerhaus

Die alte Schulglocke im neuen Bürgerhaus

Seit 50 Jahren dient der Platz, an dem das Bürgerhaus heute steht, den Hasselbachern als Treffpunkt. Etwas außerhalb des Ortes und erhöht, mit Blick über Hasselbach, stand hier zunächst eine Waschanstalt, später die Gefriergemeinschaft. Die funktionierende Dorfgemeinschaft sah das durchaus kritisch. Weit vom Schuss auf dem Berg … und es sieht aus wie ein türkischer Schafstall – liest sich in der Dorfchronik. Das alles ist längst vergessen. „Das Positive am Haus hat gnadenlos überwogen,“ erzählt der Ortsvorsteher. Heute ist der Weg nach oben auch nicht mehr so beschwerlich. Erstens wird die Wäsche nicht mehr mitgeschleppt, zweitens nimmt man das Auto. „Und als wir am 30. April 2011 mit dem Tanz in den Mai das neue Bürgerhaus eröffnet haben, hat es noch einmal einen ganz neuen Drive bekommen.“ Natürlich hat es viel Geld gekostet – aber wenn die Stadtteile lebendig gehalten werden sollen, dann müssen auch Mittelpunkte geschaffen werden. „Wir dürfen auch das Engagement der Bürgerinnen und Bürger nicht vergessen,“ sagt Hölzgen, „Beispiele öffentlicher Bauten gibt es genug, wo die Kosten aus dem Ruder gelaufen sind. Wir haben in Hasselbach deutlich weniger Geld ausgegeben. Das Engagement von mindestens zwei Personen aus dem Ort hat dazu geführt, dass wir mindestens 50.000 Euro weniger ausgegeben haben. In der gesamten Bauphase waren Rolf Lehr und Rainer Redling mit sehr viel Berufs- und Lebenserfahrung präsent und haben immer wieder auf einzelne Gewerke gezeigt, die Handwerker darauf hingewiesen: Genauso machen wir es nicht! oder Das machen wir selber!“

Lothar Hölzgen gehört heute wie selbstverständlich zu Hasselbach dazu. Er ist gebürtiger Weilburger, kam in der Schulgasse 11 zur Welt. Über Waldhausen führte ihn die Liebe nach Hasselbach. Dort wurde 1978 ein Haus gebaut. „Ja, ich bin Hasselbacher, mit Leib und Seele und gerne!“

Immer wieder kommt im Gespräch der Lokalpolitiker zum Vorschein. Lothar Hölzgen hat einen Sitz im Stadtparlament und auf die Frage, wo ein Hasselbacher zum Einkaufen hinfährt gibt es einen Exkurs in die Weilburger Politik. „Erste Anlaufstelle ist Weilburg und muss es auch sein. Natürlich sind die Zentren Limburg und Wetzlar besser aufgestellt. Doch mit der WWW gemeinsam müssen wir dafür Sorge tragen, dass Weilburg attraktiv bleibt. Auch für größere Anschaffungen, wo die Menschen schon preissensibler werden. Dort ist der Online-Handel natürlich stark und wir müssen Umsätze zurückgewinnen. Das geht nur mit einem breiten Angebot.“

Vom Friedhof und Drohnenwettbewerb

„Grundordnung auf dem Friedhof,“ sagt Lothar Hölzgen, „ist ein ganz wichtiges Thema. Er muss in Ordnung, gepflegt sein, man muss gerne dorthin gehen.“ Wir sind auf unserem Spaziergang am Friedhof angekommen. „Wir haben Wege angelegt, haben ein Urnengrabfeld angelegt und wir sind einer der wenigen Friedhöfe überhaupt, die keine Urnenwand haben. Bei uns ist kein Bedarf da, die Kosten können wir sparen. Wir sind sehr zufrieden mit unserem Herrn Schmidt, der sich neben Waldhausen auch um die Pflege des Friedhofs Hasselbach kümmert.“

Am Friedhof stehend kommt auch gleich das Gespräch auf das ehemalige evangelische Jugendheim, in das jetzt endlich, nach langem Hin und Her, mit einem Düsseldorfer Unternehmer neues Leben eingekehrt ist. Es finden in dem Haus sogar Schulungen zum Umgang mit Drohnen statt. Ein Raum wurde so gestaltet, dass Drohnen dort wetterunabhängig fliegen können. So kommt auch der jährliche Drohnenwettbewerb zustande, der nationale und internationale Piloten nach Hasselbach führt. Mit großem Engagement von Freiwilliger Feuerwehr und Dorfgemeinschaft wird die logistische Durchführung drei Tage lang gestemmt.

Altes Fachwerk

Weiter geht es durch den Ort, vorbei an so manchen alten, kaum noch zu sanierenden Häusern. Aber auch an ganz vielen alten Fachwerkhäusern, die mit viel Liebe und noch viel mehr Einsatz zu regelrechten Schmuckstückchen geworden sind. Und dann sind da noch die „Sorgenkinder“ des Ortsvorstehers. Die großen Häuser mit viel Platz, die ganz einfach leer zum Verkauf stehen und sich doch nicht verkaufen lassen. Oder der ehemalige Spar-Laden, bei dem auch das äußere Erscheinungsbild nicht angegangen werden kann. „Man kann informieren, man kann helfen, aber politisch ist kaum eine Einflussmöglichkeit vorhanden. Es bleibt die Hoffnung Menschen zu finden, die sich für die alte Bausubstanz im Ortskern begeistern. Diese schätzen und sie erhalten wollen. Oder mit einem modernen Neubau eine Baulücke im Kern schließen, so wie hier zum Beispiel.“

Der Dorfplatz, Rathaus und Ortsrufanlage

Eine der letzten Ortsrufanlagen in Hessen wird noch eifrig genutzt

Eine der letzten Ortsrufanlagen in Hessen wird noch eifrig genutzt

Wir kommen zum Dorfplatz, mit dem alten Rathaus alter und neuer Mittelpunkt des Dorfes. Viel ist schon gemacht, Sitzgelegenheiten, ein Brunnen – es macht auch jetzt im Winter einen netten Eindruck. Man möchte sich auf den Frühling freuen, oder auf warme Spätsommerabende und das eine oder andere Gespräch mit Freunden. „Ich habe keinen Lieblingsplatz in Hasselbach,“ erzählt mir Ortsvorsteher Hölzgen. „Aber ich habe derzeit ein Lieblingsprojekt. Das ist die neue, alte Mitte im Dorf. Dort hinten haben wir schon die alte Bruchsteinmauer gesichert, wollen dem alten Haus, das hier einmal stand, ein Denkmal geben. Die Steine vom Abbruch haben wir uns beiseitelegen lassen und damit den Hang abgefangen. Die Fläche hinter dem Platz werden wir ebnen und einen Boule-Platz anlegen. Es dreht sich darum, die Flächen so zu gestalten, dass es keiner Pflege mehr bedarf.“ Die Idee für die Boule-Anlage kam aus dem Ort heraus und fand die Unterstützung vieler Hasselbacher. „Es soll etwas entstehen, das von vielen Menschen genutzt werden kann. Wenn ich Jugendliche genauso wie Senioren ansprechen will, kann ich keinen Tennisplatz bauen. Aber eine „ruhige Kugel schieben“ kann ich in jedem Alter.“

„Sie fragen, Sie kriegen Antworten,“ sagt mir Hölzgen. Seit 19 Jahren ist er Ortsvorsteher in Hasselbach und kennt sein Dorf mit Zahlen und Fakten und den Menschen, die dahinterstecken, wie kein Zweiter. Zum Beispiel der Brunnen auf dem Dorfplatz. Eine Fehlplanung. Die Bohrung durch den Stein hat die ideale Größe für die umliegenden, als Bodenabdeckung genutzten, Steine. Und was machen Kinder? Sie stecken die passenden Steine in die Bohrung und niemand bekommt sie mehr heraus. Doch der Ortsvorsteher hat auch die Lösung zur Hand, will bei nächster Gelegenheit den Stein anheben lassen. Dazu wünscht er sich ein zweites Solarstrom-Panel für die Pumpe. Dann funktioniert der Brunnen wieder. „Das machen wir mit Kräften aus dem Ort. Der Bauunternehmer Özdemir ist ein Hasselbacher Urgestein und hilft, wo er kann. Und viele andere Hasselbacher werden auch mit anpacken.“

Am alten Rathaus, das nicht nur vom Ortsvorsteher und Ortsbeirat, sondern auch vom Ortsgericht genutzt wird, noch der Hinweis auf die Ortsrufanlage, eine der wenigen verbliebenen in hessischen Städten und Gemeinden. „Wir nutzen sie auch für Veranstaltungsankündigungen, Ortsbeiratssitzungen oder die Einladung zum Tannenbaumschmücken,“ erklärt der Ortsvorsteher.

Im alten Rathaus gibt es mit Ortsbeirat und Ortsgericht neues Leben

Im alten Rathaus gibt es mit Ortsbeirat und Ortsgericht neues Leben

Auf dem Weg zurück zum Bürgerhaus gehen wir die Trompeterstraße hinauf. Friderike ist am Tag zuvor über Mittelhessen hinweggerast und hat auch in Hasselbach ihre Spuren hinterlassen. Während unseres Spazierganges hören wir ständig die Motorsägen. Lothar Hölzgen weiß genau, wen es getroffen hat. Hier geht er über die Straße auf ein kurzes Gespräch. „Es macht Spaß, Ortsvorsteher zu sein,“ sagt Hölzgen. „Ich bin nicht allein. Man muss zwar immer wieder ein wenig anschieben, aber wenn es gilt, gibt es in Hasselbach ganz viel Menschen, die mit anpacken.“

Neu im Handel: Wanderbares Deutschland 2018

Wanderbares Deutschland 2018 erschienen

Wanderbares Deutschland 2018 erschienen

Das Jahresmagazin Wanderbares Deutschland 2018 ist erschienen. Schwerpunktthema des 212 Seiten starken Magazins ist „Wandern und Genießen“. Denn nicht nur die Naturlandschaften sind hierzulande besonders reizvoll. Viele Regionen faszinieren kulinarisch. Das gilt für die 13 Weinbaugebiete in Deutschland ebenso wie für zahlreiche Destinationen, deren kulinarische „Geheimtipps“ Chefredakteur Lutz Bormann zusammen mit Wanderempfehlungen präsentiert.

 

Ein weiteres Thema ist das Projekt des Deutschen Wanderverbandes „Natursport. Umwelt. Bewusst“. Dessen Ziel ist es, Kommunikationsstrategien zu entwickeln, mit denen nicht organisierte Natursportler erreicht werden, um Reibungspunkte zwischen ihnen und anderen Naturnutzern zu vermeiden. Natürlich geht es dabei auch um die Frage, wie Verantwortung für die Natur wahrgenommen wird.

 

Außerdem antwortet das Heft in einem eigenen Beitrag auf alle Fragen rund ums Familienwandern – was Kindern draußen Spaß macht? Ein weiterer Text beschäftigt sich damit „Wie Wandern sexy wurde“. Und Herausgeber Ulrich Pramann beschreibt in einem Essay, warum Wandern heute auch für junge Leute eine coole Sache ist.

 

Natürlich werden im Magazin wie immer auf weit über 100 Seiten die schönsten Wanderwege in Deutschland und dazu auch in Europa vorgestellt.

 

Wanderbares Deutschland 2018 kostet 5,90 Euro und ist ab dem 21. März erhältlich unter www.wanderbares-deutschland.de, beim Deutschen Wanderverband, im Buchhandel, an Bahnhöfen, gut sortierten Kiosken und unter www.mykiosk.com.

ITB-Fachforum Wandern: Digital wandern und genießen

Digital wandern liegt im Trend, Foto: KS

Digital wandern liegt im Trend, Foto: KS

„Digitalisierung und Wandern“ war ein Schwerpunkt des diesjährigen ITB-Fachforums Wandern, das der Deutsche Wanderverband am 9. März zusammen mit der Deutschen Zentrale für Tourismus organisiert hat. Ebenfalls berichtet wurde dort, wie gut sich das Thema Wandern mit regionaler Kulinarik verbinden lässt und wie wichtig das Wandern für den Tourismusstandort Deutschland ist. Deutlich wurde in Berlin allerdings auch, dass die neue Bundesregierung sich wesentlich stärker engagieren muss, um Deutschland als attraktive Wanderdestination zu erhalten.

 

Christiane Wahl, Referentin für das Themenmarketing Natur und Erholung bei der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), referierte in Berlin über das „DZT-Auslandsmarketing: digital, aktiv und mit Genuss.“ Wandern stellt gemäß aktueller Auswertungen des DZT-Qualitätsmonitors auch weiterhin die beliebteste sportliche Aktivität ausländischer Urlaubsgäste in Deutschland dar. Daher werde das Wanderland Deutschland von der DZT seit vielen Jahren international vermarktet mit aktuellem Fokus auf zielgruppen- und marktspezifischen Online-Kampagnen. Die beiden wichtigsten Quellmärkte – die Niederlande und die Schweiz – setzen Wahl zufolge auf erfolgreiche Video-Botschafterkampagnen beziehungsweise Aktiv-Onlinekampagnen mit deutschen Partnern, die in diesem Jahr fortgeführt würden. Während seines Deutschlandurlaubs nutze der internationale Wandergast auch gerne das kulturelle und kulinarische Angebot der Regionen. Wertvolle Tipps entlang der Wanderwege verrate Manuel Andrack auf www.germany.travel/wandern.

 

Ein weiteres großes Thema in Berlin war eine Studie, für die das Beratungsunternehmen BTE und der Deutsche Wanderverband (DWV) rund 2.000 Personen zu ihrem digitalen Verhalten als Wanderer befragt haben. Ergebnisse: Knapp die Hälfte der Wanderer sind im Internet auf die besuchte Wanderregion aufmerksam geworden. Während der Wanderung sind Schilder (77%), Markierungen (49%) und Wanderkarten (46%) unverändert wichtig. Mobile Medien sind für 38 Prozent (Smartphone-App) bzw. 36 Prozent (Internet) von Bedeutung.

 

Die Nutzung digitaler Medien für die Orientierung unterwegs zeigt ein polarisiertes Bild: Für 50 Prozent der Wanderer sind heute Markierung und Wegweisung unverzichtbar. 37 Prozent der Wanderer verzichten bewusst auf Smartphone beziehungsweise GPS-Gerät. Auf der anderen Seite nutzen 45 Prozent Ihre Geräte auch während der Wanderung. 27 Prozent der Wanderer navigieren sogar ausschließlich über Smartphone beziehungsweise GPS-Gerät. Die Studie liefert Hinweise auf ein starkes Marktpotenzial für digitale Angebote: 60 Prozent der Wanderer äußern sich aufgeschlossen für digitale Navigation. Sie stimmen der Aussage zu „Navigation über moderne Technik, zum Beispiel Smartphone oder GPS: das interessiert mich, ich möchte das gern anwenden“. Die Studienergebnisse geben Anregungen für erfolgreiche digitale Wanderangebot der Zukunft: Markierung und Wegweisungstafeln sind in absehbarer Zukunft für ein leistungsfähiges Wanderangebot unverzichtbar – aber in Zukunft nicht mehr auf 100 Prozent der Wege. Zukünftig können Wanderangebote differenziert werden, zum Beispiel physisches Routing für ein Basisangebot, ergänzt durch digitale Produkte. Beides braucht hohe und verlässliche Qualität, Qualitätssicherung und Rechtssicherheit. Diesen Aufgaben wird sich der DWV stellen.

 

Die Pflege und Instandhaltung von Wanderwege-Infrastruktur ist ein wichtiges Zukunftsthema für den deutschen Wandermarkt. Im Vergleich zu anderen Europäischen Ländern gibt es in Deutschland kaum Förderung für die nachhaltige  Sicherung  der Wanderwegnetze, wie  eine Umfrage den Mitgliedorganisationen der europäischen Wandervereinigung 2017 gezeigt hat. Diesem Wettbewerbsnachteil  für das Wanderland Deutschland muss aus Sicht des DWV entgegengewirkt  werden. Er hat deshalb konkrete Forderungen an die kommende Bundesregierung der 19. Legislaturperiode mit seinen Mitgliedsorganisationen abgestimmt. Darunter fallen die Einrichtung einer nationalen Koordinierungsstelle für den Wandertourismus, die Fortschreibung der 2009/2010 durchgeführten Grundlagenuntersuchung Freizeit- und Urlaubsmarkt Wandern sowie die Verankerung des Themas Wandern in einem Bundesministerium.

 

Über die Ergebnisse des Wandermonitors 2017 mit dem Schwerpunkt Gastronomie informierte während des Fachforums in Berlin Professor Heinz-Dieter Quack von der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften. Danach spielt die Möglichkeit, am Wegesrand einzukehren, eine umso größere Rolle bei der Auswahl des Weges, je älter Wanderer sind (unter 30: 22%; über 50: 41%). Außerdem haben Quack zufolge zwar fast alle Wanderer Proviant bei ihren Touren dabei, dennoch sind gut 70 Prozent dieser Wanderer aufgeschlossen gegenüber anderen Verpflegungsmöglichkeiten unterwegs. Kehren Wanderer am Wegesrand ein, geben sie durchschnittlich 14 Euro pro Person aus.

 

Dazu passt, dass der DWV wie die DTZ für das Jahr 2018 eine Reihe von Aktionen zum Thema „Wandern und Regionaler Genuss“ plant. So wird es unter diesem Motto zum bundesweiten Tag des Wanderns am 14. Mai Angebote geben. Auch die nach den strengen DWV-Kriterien zertifizierten Qualitätsgastgeber „Wanderbares Deutschland“ werden dem Verband zufolge bei entsprechenden Aktionen vom DWV unterstützt.

 

„Wandern und Genießen“ ist auch ein Schwerpunkt des neuen Jahresmagazins Wanderbares Deutschland 2018, das Chefredakteur Lutz Bormann in Berlin vorstellte: „Viele Wanderregionen faszinieren auch kulinarisch. Das gilt besonders für die 13 Weingegenden in Deutschland, die wir im Heft ausführlich beschreiben.“ Außerdem werden im Magazin wie gewohnt auf weit über 100 Seiten die schönsten Wanderwege in Deutschland und in Europa vorgestellt.

Internationale Tourismus-Börse Berlin ITB BuchAward für „Wanderbares Deutschland“

Michael Schröder, Geschäftsführer der KOMPASS-Karten GmbH, freut sich über die Auszeichnung und bedankt sich bei den Mitgliedsorganisationen des Deutschen Wanderverbandes (DWV), ohne die der Bildband Schröder zufolge nicht möglich gewesen wäre. „Dass unser Buch Wanderbares Deutschland auf der Internationalen Tourismus-Börse Berlin mit dem begehrten ITB BuchAward ausgezeichnet wird, ist uns natürlich eine ganz besondere Ehre. Wir teilen sie jedoch gern mit unseren Partnern, dem Deutschen Wanderverband und seinen regionalen Wander-Organisationen, die tatkräftig an der Realisierung dieses Meilensteins zwischen zwei Buchdeckeln beteiligt waren. Ihre Mitglieder sind es ja, die in ihrer Freizeit für die perfekte Begehbarkeit und die optimale Beschilderung der deutschen Top-Wanderwege sorgen“, so Schröder. 

 

Mit dem Buch betrat der KOMPASS-Karten Verlag Ende vergangenen Jahres verlegirisches Neuland. Zum ersten Mal sind sämtliche Qualitätswege Wanderbares Deutschland in einer Publikation zusammengefasst. Der Bildband enthält auf  432 Seiten nicht nur packende Fotos, sondern auch jeder Menge Informationen für die nächste Wanderung oder den kompletten Wanderurlaub.

Landrat a.D. Aloys Steppuhn, Vizepräsident des Deutschen Wanderverbandes (DWV), der neben Schröder bei der  Auszeichnung am Freitag, 9. März, um 16 Uhr im Palais am Funkturm dabei sein wird: „Grundlage des Buches ist die DWV-Qualitätsinitiative Wanderbares Deutschland, die Wanderern seit über 15 Jahren Orientierung gibt. Wer auf diesen Wegen unterwegs ist, genießt abwechslungsreiche Landschaften, verlässliche Markierungen und naturbelassenen Untergrund. Auf Qualitätswegen ist Spaß beim Wandern garantiert.“ Genau das transportiert der Bildband des KOMPASS-Karten Verlages, der zugleich das Standardwerk zu den besten Wanderwegen in Deutschland ist. 

 

Ziel der Preisverleihung im Rahmen der ITB ist es, Aufmerksamkeit für hochwertige und bedeutende Publikationen im Bereich Reise und Tourismus zu schaffen. Ebenfalls mit einem  ITB BuchAward ausgezeichnet werden „Frankreich muss man lieben, um es zu verstehen“ von Ulrich Wickert, „Couchsurfing in Russland. Wie ich fast zum Putin-Versteher wurde“ von Stephan Orth sowie der Reisebildband „Syrien. Ein Land ohne Krieg“ von Lutz Jäkel und Lamya Kaddor.

 

Dass „Wanderbares Deutschland“ auch wirtschaftlich ein Erfolg ist, beweisen die Verkaufszahlen, die laut Schröder so hoch sind, dass bereits ein Nachdruck notwendig wurde. Für 2019 plant der Verlag eine komplette Neuauflage.

 

„Wanderbares Deutschland“ kostet 39,95 Euro und ist im Buchhandel zu bekommen.

Start der Tulpensaison in den Niederlanden

Tulpen im Detail mit Windrad, Foto: Tourisme Flevoland

Tulpen im Detail mit Windrad, Foto: Tourisme Flevoland

Start der Tulpensaison: Ab heute kann man die niederländischen Tulpen circa 100 Tage bis Anfang Mai bestaunen. Verkaufshöhepunkte in diesem Zeitraum sind der Weltfrauentag (8. März) und Ostern (1./2. April). 2018 überstieg die Tulpenproduktion in den Niederlanden zum ersten Mal die Zwei-Milliarden-Grenze, zu Beginn des Jahres 2018 waren über die Blumenauktion Royal FloraHolland bereits knapp 130 Millionen Tulpen verkauft. Die bekannte Schnitttulpenzucht im niederländischen Zierpflanzensektor gilt als die innovativste Art der Blumenzucht.

Die Tulpe als Frühjahrsbote – Start der Tulpensaison

Meteorologisch gesehen beginnt am 1. März der Frühling. Die Natur erwacht aus dem Winterschlaf, die Tage werden länger, die Blumen beginnen zu blühen, allen voran die Tulpe. Der Startschuss für die diesjährige Tulpensaison fiel bereits am 20. Januar in Amsterdam vor dem Königspalast. Ein Pflückgarten aus 200.000 Tulpen verwandelte den Dam-Platz in ein Blütenmeer. Das Spektakel zur Eröffnung des Nationalen Tulpenjahres fand bereits zum siebten Mal statt. Initiatorin war wie jedes Jahr die Stiftung Tulpen Promotion Niederlande (TPN), der 500 niederländische Züchter angehören. Die Tulpensaison dauert circa 100 Tage bis Anfang Mai; Verkaufshöhepunkte in diesem Zeitraum sind der Weltfrauentag (8. März) und Ostern (1./2. April). Auch hierzulande sind Tulpen ausgesprochen beliebt, was Deutschland zu einem der bedeutendsten Märkte für die Niederlande macht.

Tulpen sind hip – und nachhaltig
Die Beliebtheit der Tulpe wächst stetig, gerade auch in der jüngeren Bevölkerung. 2018 überstieg die Tulpenproduktion in den Niederlanden zum ersten Mal die Zwei-Milliarden-Grenze, zu Beginn des Jahres 2018 waren über die Blumenauktion Royal FloraHolland bereits knapp 130 Millionen Tulpen verkauft. Neben der hohen Qualität und dem umfangreichen Sortiment ist insbesondere der nachhaltige Anbau der Pflanze für den steigenden Absatz verantwortlich. Schnitttulpen werden überwiegend in Wasser gezogen und nicht in der Erde. Diese Anbaumethode erlaubt die Wiederverwertung des Wassers. Die Züchter fangen Regenwasser auf, welches in einem geschlossenen Kreislauf während des gesamten Zuchtprozesses genutzt wird. Der Energieverbrauch während der Produktion ist ausgesprochen niedrig und nimmt beständig weiter ab. Viele Züchter investieren in energiesparende Techniken wie mehrstöckige Produktionsflächen oder LED-Licht. Damit gilt die Schnitttulpenzucht im niederländischen Zierpflanzensektor als die innovativste Art der Blumenzucht.

Flevoland: Tulpenfelder so weit das Auge reicht
Zu den bekanntesten Tulpenregionen der Niederlande zählen der „Bollenstreek“ zwischen Haarlem und Leiden sowie die Provinz Flevoland. Im Rahmen eines gewaltigen Landgewinnungsprojektes, dessen Startschuss vor 100 Jahren fiel, entstand aus der Zuiderzee, dem heutigen IJsselmeer, der größte Polder der Welt: Flevoland. Für die Blumenzucht eignet sich der ehemalige Meeresboden hervorragend, und heute ist Flevoland eines der größten Anbaugebiete der Niederlande für Tulpenzwiebeln. Neben den Feierlichkeiten zur Verabschiedung des Zuiderzee-Gesetzes vor 100 Jahren, ohne dass es die Provinz nicht gegeben hätte, dreht sich in Flevoland alles um die Tulpe. Ein Höhepunkt der diesjährigen Saison ist die 120 Kilometer lange „Tulpenroute“ durch den Noordoostpolder der Provinz, vorbei an blühenden Tulpenfeldern und hübschen Polderdörfern (21. April–ca. 6. Mai) – laut „National Geographic“ eine der schönsten Autorouten der Welt. Die „Tulpenroute Flevoland“ vereint vom 14. April bis circa 5. Mai zwei Wander- sowie je vier Auto- und Fahrradrouten kreuz und quer durch die Provinz. Weitere Highlights sind das „Tulpenerlebnisfeld“ mit mehr als 500 verschiedenen Sorten und großem „Selfie-Garten“ (15. April–7. Mai) sowie der riesige Pflückgarten in Marknesse.

Noordwijk: Blumenbadeort Europas
Auch im südholländischen Noordwijk im Herzen des „Bollenstreek“ dreht sich alles um die Frühblüher. Der „Bollenstreek“ gilt als die Blumenzwiebelregion schlechthin, fanden doch hier die ersten Tulpen im 17. Jahrhundert in Europa ihr Zuhause. Eines der wichtigsten Ereignisse der Saison im Küstenort Noordwijk ist der „Bloemencorso“, der am 21. April von Noordwijk über den Frühlingspark Keukenhof nach Haarlem führt. Das Schmücken der Paradewagen mit Hunderten Tulpen, Narzissen, Hyacinthen & Co. ist große Kunst – und Besucher sind herzlichen willkommen (18.–20. April, Sassenheim). Am Abend des 20. April ziehen die mit Fackeln beleuchteten Paradewagen durch Noordwijkerhout und am darauffolgenden Sonntag sind einige der Wagen sowie aufwendig mit Blumen geschmückte Oldtimer beim „Schönsten Stau der Niederlande“ („De mooiste file van Nederland“) in Noordwijk direkt am Meer zu sehen. Weitere Höhepunkte rund um die Tulpe sind das Blumenfestival (8.–12. August) und die Blumenparade (11./12. August). Und wer sich die Farbenpracht von oben ansehen möchte – auch das ist kein Problem: Mit dem Helikopter geht es über den „Bollenstreek“ (31. März sowie 7., 14., 21. und 28. April).

Themenjahr „Blumenromantik“ im Keukenhof
Der benachbarte Keukenhof bei Lisse stellt seine Pflanzungen 2018 ganz unter das Motto „Blumenromantik“. Am 22. März öffnet der 32 Hektar große Frühjahrspark für acht Wochen seine Tore. Wenn er am 13. Mai schließt, werden wieder mehr als eine Million Menschen hier die

Frühjahrsblüher Tulpe, Narzisse & Co. bewundert haben. Alle Zwiebeln sind jetzt schon gepflanzt – insgesamt circa sieben Millionen – und die ersten Blüten bereits zu sehen. Zuletzt wurden die Blumenzwiebeln für den „Palastgarten“ gesetzt; er ist einer der Höhepunkte des Themenjahres. Vorbild für den streng symmetrisch entworfenen Garten ist der überregional bekannte Park des ehemaligen Königsschlosses Het Loo. Weitere Highlights sind das 250 Quadratmeter große Blumenmosaik mit rund 50.000 verschiedenfarbigen Tulpen, Krokussen und Traubenhyazinthen, die mehr als 20 unterschiedlichen Blumen-shows und die sieben Inspirationsgärten mit Ideen für Hobbygärtner, darunter der „Hipstergarten“, der orientalische Romantikgarten und der „Holiday Romance Garden“ mit vielen romantischen Eckchen … Begrüßen Sie mit uns den Frühling!

Der Keukenhof ist vom 22. März bis zum 13. Mai tgl. 8–19.30 Uhr geöffnet (Kassenschluss 18 Uhr; Erw. 16 €, Kinder unter 3 Jahren frei, Kinder von 4–11 Jahren 8 €; Stationsweg 166 A, 2161 AM Lisse).

High Society: Rijksmuseum Amsterdam zeigt Porträts der Reichen und Mächtigen

Konservatorin Gwen Tauber arbeitet an Rembrandts Oopjen, Foto: David van Dam.

Konservatorin Gwen Tauber arbeitet an Rembrandts Oopjen, Foto: David van Dam.

Vom 8. März bis zum 3. Juni 2018 präsentiert das Rijksmuseum „High Society“. Rund 35 Porträts von mächtigen Fürsten, exzentrischen Aristokraten und reichen Bürgern in Lebensgröße, gemalt von den großen Meistern, darunter Cranach, Velázquez, Sargent, Munch und Manet. Im Mittelpunkt stehen Rembrandts Gemälde von Marten Soolmans und Oopjen Coppit, die aufwändig restauriert wurden und in diesem Zustand erstmals zu sehen sind.

Vom 8. März bis zum 3. Juni 2018 präsentiert das Rijksmuseum „High Society“. Rund 35 Porträts von mächtigen Fürsten, exzentrischen Aristokraten und reichen Bürgern in Lebensgröße, gemalt von den großen Meistern, darunter Cranach, Veronese, Velázquez, Reynolds, Gainsborough, Sargent, Munch und Manet. Im Mittelpunkt stehen Rembrandts Gemälde von Marten Soolmans und Oopjen Coppit. Die beiden außergewöhnlichen Hochzeitsporträts wurden restauriert und sind in diesem Zustand erstmals in der Ausstellung „High Society“ zu sehen. Dem Ganzkörperporträt, einer lebensgroßen Darstellung, die den Porträtierten stehend und von Kopf bis Fuß zeigt, wurde nie zuvor eine eigene Ausstellung gewidmet. Leihgaben für „High Society“ stammen aus Museen und Privatsammlungen aus aller Welt, darunter Paris, London, Florenz, Wien und Los Angeles.

Internationale Glanzstücke
Selten waren so viele Gemälde internationaler Künstler in einer einzigen Ausstellung im Rijksmuseum vereint. Die Werke reichen vom Anfang des 16. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Zu den Höhepunkten gehören die imposanten Porträts von Heinrich dem Frommen, Herzog von Sachsen, und Katharina, Herzogin von Mecklenburg von Lucas Cranach d. Ä. (1514), vom Ehepaar Iseppo da Porto und Livia da Porto Thiene mit ihren Kindern von Veronese (1555), von Don Pedro de Barberana y Aparregui von Velázquez (ca. 1631-33), das Porträt von Jane Fleming von Sir Joshua Reynolds (ca. 1778), das Porträt Der Künstler von Édouard Manet (1875) und Marten Soolmans und Oopjen Coppit von Rembrandt (1634).

Mode aus vier Jahrhunderten
Die meisten der Porträtierten sind reich und üppig herausgeputzt, wodurch die Ausstellung einen Einblick in die Mode aus vier Jahrhunderten bietet: von der eingeschnittenen Hose und dem Wams von 1514 bis hin zur Haute Couture des späten 19. Jahrhunderts. Manche der Porträtierten tragen auch Fantasiekleider nach antikem Vorbild. Einer trägt einen Kilt, ein anderer hat gar keine Hose an und einer hat sich fast nackt porträtieren lassen. Auffallend häufig werden die Porträtierten mit Hunden abgebildet, aber auch ein Löwe leistet einem der Herren Gesellschaft. Nur ein Paar hat sich mit seinen Kindern abbilden lassen. Auch die Hintergründe sind reich verziert, häufig mit Säulen oder Gardinen versehen. Manche zeigen Sommer- oder Winterlandschaften, andere Fantasielandschaften mit Palmen. Einer der Porträtierten wirft sich vor dem Colosseum in Rom in Pose.

Marten und Oopjen von Rembrandt
„High Society“ feiert den Kauf aus Privatbesitz von Rembrandts Hochzeitsporträts Marten Soolmans und Oopjen Coppit durch die Niederlande (Rijksmuseum) und Frankreich (Musée du Louvre) im Jahr 2016. Das Hochzeitspaar ist das einzige Paar, das Rembrandt je in Ganzkörperporträts gemalt hat (1634). In der Ausstellung werden beide Gemälde erstmals nach ihrer Anfang 2018 abgeschlossenen Restaurierung zu sehen sein. Die Ausstellung „High Society“ bildet den Auftakt zum Rembrandtjahr 2019 anlässlich des 350. Todestag dieses großen Künstlers.

Guilty Pleasures
Zeitgleich mit der Ausstellung „High Society“ ist in den benachbarten Räumen des Philipsflügels die Ausstellung „Guilty Pleasures “ zu sehen. Während die glamourösen Porträts der „High Society“ diese von ihrer besten Seite zeigen, offenbaren rund 80 Drucke und Zeichnungen aus der Sammlung des Rijksmuseums, was sich hinter geschlossenen Türen abspielte: Feste, Gelage, Glücksspiel und heimliche Besuche in Bordellen und Boudoirs.

Trend-Tipp für Füße in Not

Eine der neuen Pflasterboxen von Hansaplatz, Foto: Hansaplast

Eine der neuen Pflasterboxen von Hansaplatz, Foto: Hansaplast

Hansaplast Blasen-Pflaster in acht coolen neuen Design-Boxen

Erst drückt es, später scheuert und brennt es. Meist ist es dann auch schon zu spät: Eine Blase schmerzt am Fuß. Jeder kennt das quälende Gefühl, das alle
Aktivitäten gnadenlos ausbremst. Eine intensive Sporteinheit, eine lange Wanderung oder die heißersehnten neuen Schuhe können die Ursache sein. Wer die schmerzhafte Reibung an der Haut ignoriert, hat es schnell mit plagenden Druckstellen und Blasen an Fuß, Ferse oder Zeh zu tun.

Deshalb ist es gut, immer ein Blasen-Pflaster zur Hand zu haben. Es deckt die schmerzenden Druckstellen oder Blasen sicher ab und verhindert, dass die Haut weiter gereizt wird. Zur neuen Saison gibt es die zuverlässigen Blasen-Pflaster von Hansaplast jetzt in brandneuen Boxen mit acht coolen neuen Designs für jeden Style. Die trendigen kleinen Boxen sind nachfüllbar, passen in jede Handtasche, Sporttasche oder ins Reisegepäck und bieten unterwegs sofort schnelle Druck- und Schmerzlinderung. Der perfekte Begleiter in jeder Situation, mit dem man immer gut zu Fuß ist.

Freund und Helfer für unterwegs

Hansaplast Blasen-Pflaster sorgen mit ihrer Hydrokolloid-Technologie und dem Aktiv-Gel-Polster für sofortige Schmerzlinderung. Sie bieten optimalen Schutz vor äußeren Einflüssen, zusätzlicher Reibung, Schmutz und Bakterien und reduzieren das Infektionsrisiko. Gleichzeitig werden optimale Bedingungen für die feuchte Wundheilung und ein schnelles Abheilen der Blase geschaffen. Die Blasen-Pflaster haften stark und zuverlässig mit 48 Stunden Klebekraft. Sie halten auch bei
schwitzenden Füßen, sind wasserfest und können an allen Stellen des Fußes verwendet werden. Besonders geeignet sind sie für Fersen und Ballen. Hier schützen sie zuverlässig vor Reibung und eignen sich so optimal bei drückenden Schuhen.

Wo auch immer die Reise hingeht: Mit den bunten, nachfüllbaren Blasen-Pflaster Design-Boxen ist die erste Hilfe für Füße immer zur Hand. Die coolen Boxen enthalten jeweils entweder sechs kleine Blasen-Pflaster zum Preis von 5,85 Euro* (UVP) oder fünf große Blasen-Pflaster zum Preis von 6,30 Euro* (UVP). Die neuen Blasen-Pflaster Design-Boxen von Hansaplast sind ab März 2018 in Apotheken und Drogeriemärkten erhältlich.

Feiertagsstimmung im Hirschberger Tal

Mit opulenten Festessen und rauschenden Bällen verwöhnen die Schlösser im Hirschberger Tal ihre Gäste zum Jahreswechsel. Auch die Termine für die großen Weihnachtsmärkte der Region stehen bereits fest. Wer sich zu den Festtagen ein besonderes Geschenk machen möchte, muss sich beeilen. Denn der Kurzurlaub in geschichtsträchtigen Gemäuern wird immer beliebter.

In Staniszów (Stonsdorf) laden Agata und Wacław Dzida zu einem rauschenden Silvesterball im historischen Ballsaal ihres Barockschlosses ein. Gäste erwartet an diesem Abend ein erlesenes Vier-Gänge-Menü, Tanzmusik sowie ein Neujahrskonzert. Den Jahreswechsel läutet ein Höhenfeuerwerk im englischen Landschaftsgarten ein. Ein fünftägiges Sonderpaket enthält neben dem Silvesterball noch einige weitere Leckerbissen. Wer lieber Heiligabend im exquisiten Ambiente verbringen möchte, der kann im Schlosshotel im Rahmen eines Arrangements ein traditionelles polnisches Weihnachtsessen mit zwölf Speisen und Weihnachtskonzert erleben.

Adventsmarkt in Lomnitz. Foto: Schloss

Adventsmarkt in Lomnitz. Foto: Schloss

Weihnachtliche Atmosphäre erwartet Besucher von Schloss und Gut in Łomnica (Lomnitz) bereits zum ersten Adventwochenende. Dann lädt Schlossherrin Elisabeth von Küster zum besinnlichen Adventsmarkt ein. An diesem und den beiden folgenden Wochenenden können Groß und Klein leckere Weihnachtsspezialitäten aus Polen und Deutschland kosten, sich im Bemalen von Weihnachtskugeln versuchen, ausgefallene Geschenke kaufen oder einfach nur beim Glühwein entspannen. Untermalt wird das Markttreiben von festlicher Musik und traditionellen Weihnachtsgesängen. Der Adventsmarkt auf Lomnitz hat sich zu einer der größten und bekanntesten Veranstaltungen dieser Art im Dreiländereck entwickelt. Verschiedene Reiseunternehmen bieten Kurztouren zum Lomnitzer Markt aus Deutschland an.

Ein sechstägiges Arrangement für die Festtage umfasst einen weihnachtlichen Kochkurs, einen Workshop im Christbaumkugelverzieren sowie ein feierliches polnisch-schlesisches Festtagsdinner am 24. Dezember. Hoch her geht es in Lomnitz zum Jahresausklang. Am 31. Dezember findet im Restaurant „Stara Stajnia“ (Alter Pferdestall) ein Silvesterball mit Live-Musik und exquisitem Buffet statt.
In festlicher Stimmung präsentiert sich die Altstadt von Jelenia Góra (Hirschberg) beim traditionellen Weihnachtsmarkt am 16. und 17. Dezember. Im rund eine Stunde entfernten Świdnica (Schweidnitz) findet vom 14. bis 22. das „Schweidnitzer Weihnachtssingen“ statt. Auf dem historischen Marktplatz warten rund 50 weihnachtliche Stände auf Besucher. Weihnachtskonzerte, Tanzvorführungen sowie eine große Parade der Engel bilden das kulturelle Rahmenprogramm. Die niederschlesische Hauptstadt Wrocław (Breslau) veranstaltet vom 17. November bis 22. Dezember einen der schönsten und größten Weihnachtsmärkte des ganzen Landes.

Einen märchenhaften musikalischen Jahresausklang bietet die Niederschlesische Philharmonie in Jelenia Góra ihren Gästen. Das Ensemble präsentiert am 29. Dezember eine Silvestergala im „venezianischen Stil“. Ensemble und Solisten des Hauses präsentieren bekannte Opernarien, Operettenlieder und Chansons. Die Bandbreite reicht von Giacomo Puccinis „O mio babino caro“ über Jacques Offenbachs „Barcarole“ bis hin zu Rudi Schurickes ?O mia bella Napoli“. Das ganze Konzert wird am 5. Januar nochmals wiederholt. Der Eintritt beträgt jeweils 80 Złoty (ca. 20 Euro).
Weitere Informationen zur Region unter www.talderschloesser.de

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