Auf dem Weg

Geschichte - Kultur - Spiritualität

Gondelfahrt Giethoorn: Zauberhafte Bootsparade durch die Kanäle

Zauberhafte Gondelfahrt in Giethoorn, Foto: Privat

Zauberhafte Gondelfahrt in Giethoorn, Foto: Privat

Jedes Jahr am letzten Samstag im August findet in der kleinen, autofreien Wasserstadt Giethoorn in der niederländischen Provinz Overijssel eine Gondelfahrt statt. Dieses Jahr fällt das Festival auf den 25. August 2018. Im Dunkeln fahren verschiedene geschmückte Gondeln mit bunten Kreaturen über die berühmten Kanäle von Giethoorn und schaffen eine zauberhafte Atmosphäre. Um 20 Uhr macht sich das erste Boot dieser Bootsparade auf den Weg. Wer mag, kann schon vorher die Stadt erkunden und weitere Programmunkte – etwa eine Kirmes oder einen Trödelmarkt – besuchen. Diejenigen, die es etwas ruhiger mögen, können bei einem Getränk auf einer der vielen Terrassen das rege Treiben beobachten. Die ganze Woche steht im Zeichen der Gondelfahrt und es finden verschiedene Veranstaltungen in Giethoorn statt. Zudem werden Häuser, Gärten und Brücken stimmungsvoll beleuchtet.

Das Wasserstädtchen Giethoorn steht mit seinen Kanälen für die besondere Beziehung der Niederlande zum Wasser: seit Jahrhunderten leben die Niederländer mit dem Wasser und kämpfen zugleich gegen Fluten und Überschwemmungen. Diese besondere Beziehung möchte das Niederländische Büro für Tourismus & Convention (NBTC) verdeutlichen und hat dazu eine Informationskampagne gestartet. Auf der Seite www.holland.com/wasserland finden Touristen Informationen über Sehenswürdigkeiten rund um das Wasserland Niederlande – von jahrhundertealten Windmühlen bis hin zu modernen Sperrwerken.

Weitere Informationen: http://www.gondelvaartgiethoorn.nl/ (Niederländisch), https://www.giethoorn.com/en/ (Englisch)

Zum Hostienbacken ins Museum – Kindertag am 31. Juli im Garten und Hof des Diözesanmuseums

Flinderleinschläger, Paternosterer und Beutler, das sind alles Berufe aus dem Mittelalter, die die Kinder beim Kindertag des Diözesanmuseums kennenlernen und ausprobieren können. Am 31. Juli 2018, von 11 bis 14 Uhr, werden im Hof des Museums und dem Mariengarten unter dem Motto „Wir wollen fleißige Handwerker sein“ Beutel genäht, Hostien gebacken und Rosenkränze gebastelt. Ins Museum zum Anfassen und Mitmachen sind alle Vorschul- und Grundschulkinder eingeladen.

 

„Wir wollen, dass die Kinder Spaß an Geschichte haben. Geschichte muss nicht langweilig sein, ganz im Gegenteil“, sagt Dominik Müller vom Diözesanmuseum. Neben den Mitmachangeboten gibt es auch Führungen für die Kinder im Museum. Dabei seien Schätze aus vielen Teilen der Welt zu sehen. „Gold und Edelsteine, das fasziniert die Kinder genauso wie auch die Erwachsenen“, erzählt Müller. Zum Kindertag im Diözesanmuseum gehöre zudem immer ein Abschluss-Highlight. Was genau das ist, will Müller aber noch nicht verraten. „Das wird eine Überraschung“, sagt er.

 

Wer beim Kindertag im Diözesanmuseum dabei sein will, kann sich bis zum 19. Juli per Mail unter diözesanmuseum@bistumlimburg.de oder telefonisch unter 06431 295 482 anmelden. Die Teilnahme kostet 3 Euro.

 

Nordbrabant – Europäische kulinarische Region 2018: Von Pop-up Restaurant bis Food-Festival

Brabant lädt zum Essen, Foto: Privat

Brabant lädt zum Essen, Foto: Privat

Die Provinz Nordbrabant trägt im Jahre 2018 den Titel „Europäische Region der Gastronomie“ und feiert dies mit einer Reihe von Veranstaltungen. Diese reichen von Initiativen für den Agrarsektor über ein Pop-up-Restaurant bis hin zu einem Meeresfrüchtefestival. Bei dem innovativen Programm „WeAreFood“ wird der Fokus auf die Ernährung in der Zukunft gelegt. In metaphorischen „Küchen“ erarbeiten verschiedene Initiatoren unter der Leitung eines „Chefkochs“ mögliche Lösungen zu zehn verschiedenen Themengebieten, wie beispielsweise gesundes Schulessen oder die Minderung von Nahrungsmittelabfällen. Mit dem Programm „Brabant celebrates food“ lädt die Region Besucher dazu ein, die Brabanter Essens- und Willkommenskultur kennen zu lernen. Im neuen Pop-up Restaurant GAST in `s-Hertogenbosch treten Michelin-Köche in einem Kochwettstreit gegeneinander an, das Jan Cunen Museum zeigt eine Ausstellung „Je bent wat je eet“ (Deutsch: „Du bist was du isst“) und auf Food-Festivals können die Besucher verschiedenste Leckereien probieren.

Weitere Informationen:
https://www.brabantcelebratesfood.com/de,
www.holland.com/kulinarik (allgemein über niederländische Küche)
ttps://www.visitbrabant.com/de;

Better Food in Brabant

In den Dünen schlafen: Eröffnung des nachhaltigen Dünenhotels „Tien Torens“

Duinhotel Tien Torens, Foto: Privat

Duinhotel Tien Torens, Foto: Privat

In Zoutelande in der niederländischen Provinz Zeeland gibt es ein neues Hotel – das nachhaltige Dünenhotel Tien Torens. Bei diesem futuristisch anmutenden Hotel steht neben Luxus und Komfort die Natur im Fokus. Das Haus wurde in die höchste Düne der Zoutelande gebaut und geht durch die Bepflanzung mit Helmgras nahtlos in die Düne über. Auch die Innengestaltung und die Balkone des pyramidenförmigen retro-futuristischen Hotels sind der Umgebung angepasst. Das Hotel verfügt über 19 Lodges, die zum Entspannen einladen. In der Lounge oder auf der Sonnenterrasse können Besucher ihr Frühstück und Getränke genießen. Die Nachhaltigkeit verliert bei alledem allerdings nicht an Bedeutung. Solarplatten, die Platzierung des Gebäudes in der Düne, sowie die Architektur ermöglichen maximale Energieausnutzung: im Winter wärmt die Sonne die Zimmer, im Sommer aber steht sie zu hoch, um die Zimmer aufzuheizen.

Duinhotel Tien Torens, Duinweg 36, 4374 EE Zoutelande.

Weitere Informationen:


Booking.com

Kulturhauptstadt Leeuwarden-Friesland 2018: Opera Spanga führt „Aida“ auf

Szenenfoto Aida, Foto: privat

Szenenfoto Aida, Foto: privat

Im Rahmen des Europäischen Kulturhauptstadt-Programmes 2018 wird in Leeuwarden ab dem 24. Juni die klassische Oper „Aida“ von Guiseppe Verdi durch das friesische Ensemble „Opera Spanga“ aufgeführt. Der Klassiker ist hochaktuell, da er von der Beziehung zwischen Krieg, Hass, Liebe und Vergebung erzählt. Eine Oper, die unsere Aufmerksamkeit auf Konfliktherde wie den Krieg in Syrien lenkt, und deren Nutzlosigkeit und Zerstörungskraft zeigt. Sie regt zum Nachdenken an und ruft auf emotionale Weise zum Frieden auf. Nicht ohne Grund ist das letzte Wort des Stückes „Pace“ (Friede).

Neben den Aufführungen organisiert die Opera Spanga auch ein Rahmenprogramm mit Ausstellungen, einem theater-digitalen Experiment mit dem Namen „The Lab for Hidden Humanity“ (dt.: Das Labor für versteckte Humanität) und Triumphmärschen.

„Aida“ Opera Spanga, Di. 24. Juni, ab 26. Juli bis 11. August jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag sowie Montag, 13. August, jeweils ab 20.30 Uhr, Opera Spanga, Spangahoekweg 47, 8482 KL Spanga.

Auf den Spuren von „De Stijl“: Eröffnung Doesburg-Haus in Drachten am 30. Juni

Doesburg-Haus in Drachten, Foto: Privat

Doesburg-Haus in Drachten, Foto: Privat

Im vergangenen Jahr feierten die Niederlande mit dem erfolgreichen Themenjahr „Von Mondrian bis Dutch Design“ das 100-jährige Bestehen der „De Stijl“-Kunstbewegung. Sie entstand im Jahr 1917 ursprünglich in Leiden mit der Gründung der Zeitschrift De Stijl durch Theo van Doesburg. Die Künstler, die sich der Bewegung angeschlossen haben, waren auf der Suche nach einer ‚völlig neuen Kunst‘, die auch die Gesellschaft modernisieren sollte. Piet Mondriaan ist für alle De-Stijl-Künstler das große Vorbild. Nach dem Themenjahr kann man weiterhin in den gesamten Niederlanden auf den Spuren von De Stijl wandeln.

Am 30. Juni eröffnet das Museum Dr8888 in Drachten (Provinz Friesland) nach aufwendiger Restaurierung das rekonstruierte Van Doesburg-Rinsema-Haus. Hinter diesem Haus steckt eine interessante Geschichte. Theo van Doesburg, der Gründer der berühmten „De Stijl“-Bewegung, besuchte häufig seinen Freund, den Dichter Evert Rinsema, in Drachten. Dort lernt er auch den Architekten C.R. de Boer kennen, welcher zu dieser Zeit an einer Wohnanlage für die Mittelschicht arbeitete. Er bat Van Doesburg um Rat bezüglich der Farbgebung der Häuser. Der schlug vor, die Fassaden weiß zu streichen und Akzente mit den markanten Farben gelb, rot und blau zu setzen – ganz im Sinne von De Stijl. Die ursprünglichen Entwürfe sind heute im Museum Dr8888 zu sehen. Nach rund zwei Jahren wurden die Farben allerdings wieder überstrichen, da der Anstrich in der Stadt für Aufsehen sorgte und dem Viertel den Namen „Papegaaienbuurt“ (Papageienviertel) einbrachte. Nun, 66 Jahre später, wird das Exterieur wieder nach dem Vorbild von Van Doesburg gestaltet und die Wohnung für Besucher geöffnet.

Museum Dr8888, Museumsplein 2, 9203 DD Drachten. Öffnungszeiten: Dienstag-Sonntag 11-17 Uhr

Weitere Informationen: https://www.museumdrachten.nl/museumwoning-vdrh/

(Niederländisch); www.holland.com/mondrian-bis-dutch-design

Notfallseelsorge – Krisenintervention im Landkreis Limburg-Weilburg

Alois Heun hat jüngst den Landesehrenbrief durch Helmut Jung, Erster Beigeordneter im Landkreis Limburg-Weilburg, erhalten

Alois Heun hat jüngst den Landesehrenbrief durch Helmut Jung, Erster Beigeordneter im Landkreis Limburg-Weilburg, erhalten

(Weilburg, im Mai 2018, KS) Es ist kalt an diesem 22. April 2017. Im gesamten Kreisgebiet Limburg-Weilburg ist der Strom ausgefallen, viele Menschen sitzen in ihren kalten Häusern. Glücklich, wer jetzt noch ein analoges Telefon besitzt. Aber die Telefonleitungen zur Rettungsleitstelle in Limburg sind mit den Anfragen besorgter Bürger überlastet. Da erreicht eine weitere Schreckensnachricht die Mitarbeiter: In Hünfelden-Dauborn brennt die Schule. Feuerwehr-Einsatzkräfte aus dem gesamten Südkreis werden alarmiert und nach Dauborn zur Brandbekämpfung beordert. Sie erwartet ein Schreckensbild. Überall verletzte Schüler und Lehrer. Blutüberströmt laufen sie verwirrt am Einsatzort umher, liegen noch im brennenden Schulgebäude oder auf den Rasenflächen vor der Schule. Überall Schmerzensschreie oder Stöhnen. Eltern und Großeltern rufen nach ihren Kindern und Enkeln. Es ist schwer, einen Überblick zu behalten und die aufgeregten Menschen vom Gefahrenherd wegzuhalten. Der Katastrophenschutz wird alarmiert. Die Sanitäter der Rettungsdienste sollen sich um die vielen Verletzten kümmern und in die umliegenden Krankhäuser transportieren. Neben unzähligen Feuerwehr-Einsatzfahrzeugen fahren Krankenwagen, Rettungs- und Notarztwagen mit Blaulicht und Martinshorn durch den Ort, übernehmen erstversorgte Verletzte und fahren gleich weiter. Das THW wird beauftragt, eine Infrastruktur mit Strom- und Wasserversorgung vor Ort aufzubauen. In ausreichendem Abstand zum Katastrophenort werden Zelte zur Versorgung der Verletzten und zur Betreuung von Leichtverletzten und Angehörigen errichtet.

Mit dabei und unermüdlich unterstützend tätig sind die ehrenamtlichen Helfer der Notfallseelsorge Limburg-Weilburg. Auch sie wurden routinemäßig durch die Limburger Rettungsleitstelle alarmiert und sind mit vor Ort. Sie kümmern sich in erster Linie um Angehörige, die in großer Sorge um Kinder, Enkel, Partner oder Einsatzkräfte sind. Auch Verletzte, die auf den Abtransport warten oder Leichtverletzte, die auf ihre Abholer warten, finden in den Mitarbeitern der Notfallseelsorge einen geduldigen Gesprächspartner. „Zuhören, da sein, uns selber zurücknehmen, auch wenn es schwer fällt, das ist unsere vordringliche und schwierige Aufgabe in einem solchen Szenario,“ sagt Alois Heun, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Notfallseelsorge Limburg-Weilburg. Jüngst wurden er und die Schriftführerin des Vereins, Manuela Schäfer, mit dem Landesehrenbrief ausgezeichnet.

Natürlich, bei dem oben beschriebenen Szenario handelt es sich um die große Katastrophenschutzübung für den Südkreis und die täuschend echt geschminkten Komparsen sind nicht wirklich verwirrt oder traumatisiert, sondern finden sich in die ihnen zugewiesenen Rollen ein. Manche vielleicht ein wenig zu gut. Denn während vor einem Zelt Freiübungen zum Aufwärmen gemacht werden, führen an anderer Stelle die Mitarbeiter der Notfallseelsorge Gespräche mit Betroffenen.

„Anlass zur Gründung der Notfallseelsorge im Jahr 1996 war der tödliche Unfall eines Rettungsassistenten,“ berichtet Alois Heun. „Seine Kollegen waren wie vor den Kopf geschlagen, es wurde nach Wegen gesucht, diesen Schock, diesen Verlust zu verarbeiten. In Wiesbaden war kurz vorher die Notfallseelsorge (heute SIN Wiesbaden) gegründet worden. Und so nutzten die Initiatoren Pfarrer Sponholz und Rettungsassistent Schienbein die dortigen Erfahrungen, um in Zukunft den Gesprächsbedarf in solchen Situationen koordinieren zu können.“ Schnell wird jedoch klar, dass die Einsatzgründe viel umfangreicher und vielfältiger sind, als angedacht. Heute wird die Notfallseelsorge von der Rettungsleitstelle in Limburg immer routinemäßig mit alarmiert, wenn Betroffene, Angehörige oder Einsatzkräfte Gesprächsbedarf haben könnten. Das kann ein Szenario wie bei der großen Katastrophenschutzübung sein, oder eine Situation, in die jede und jeder von uns jeden Tag geraten kann:

·         Bei Verkehrsunfällen zur Betreuung von Betroffenen an der Unfallstelle

·         Bei der Überbringung von Todesnachrichten zur Unterstützung der Polizei

·         Bei Unfällen mit Kindern oder plötzlichem Kindstod

·         Bei Suizidversuchen zur akuten Betreuung und Betreuung der Angehörigen

·         Bei plötzlichem Tod im häuslichen Bereich

·         Bei Haus- und Wohnungsbränden

Im Jahr 2017 waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Notfallseelsorge dafür an 2692 Stunden im Einsatz und legten dabei mit ihren privaten PKW 28.365 Kilometer zurück. In 146 Einsätzen haben 26 ehrenamtliche Mitarbeiter 541 Menschen betreut. Die Bandbreite reicht dabei vom Gespräch mit den Begleitern eines vermissten Paddlers auf der Lahn (der bald wohlbehalten wieder auftauchte) bis hin zu zwei tödlichen Verkehrsunfällen, bei denen Angehörige und Ersthelfer betreut wurden.

Für alle diese vielfältigen Aufgaben stehen 24 Stunden rund um die Uhr, an allen sieben Tagen der Woche immer zwei Notfallseelsorger bereit. Wenn diese zwei Kräfte nicht ausreichen, können weitere Kolleginnen und Kollegen nachalarmiert werden. So ist sicher gestellt, dass die Notfallseelsorge auf jede erdenkliche Situation reagieren kann.

„Auch bei uns gelten die Regeln der Demographie,“ sagt Alois Heun im Gespräch. „Die Notfallseelsorge Limburg-Weilburg wird im Durchschnitt immer älter und wir suchen ständig Menschen mit Lebenserfahrung, die uns aktiv unterstützen können. Mehr als 200 Menschen unterstützen uns durch ihre Mitgliedschaft im Verein mit jährlich 20 Euro, auf die sind wir genau wie auf die Spenden angewiesen. Institutionen und Firmen zahlen übrigens 100 Euro jährlich. Doch das aktive Notfallseelsorger-Team hat unter 30 Mitglieder. Eine regelmäßige Teilnahme an monatlichen Gesprächsabenden (unsere Supervision für die Einsatzkräfte) und der ebenfalls monatlichen Dienstabenden ist Voraussetzungen. Dann lassen wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch die Malteser eine Grund- und Aufbauschulung durchlaufen. Daran schließt eine Ausbildung in Prävention und Einsatznachsorge (CISM) an. Darauf folgt noch einmal eine externe Ausbildung in Critical Incident Stress Management (CISM). Das ist aufwendig, hat sich bewehrt. Alle Ausbildungen werden zertifiziert.“

Wenn Sie die Arbeit der Notfallseelsorge Limburg-Weilburg unterstützen möchten, dann werden Sie doch Mitglied. Einen Mitgliedsantrag zum Ausdrucken finden Sie unter https://www.notfallseelsorge-limburg-weilburg.de (Aktuelles, Downloads).

Kult(o)ur in Weilburg – Bergbau- und Stadtmuseum

Wechselnde Ausstellungen finden sich im Kleinen Kabinett, hier zum Beispiel Gemälde von Yuriy Ivashkevich (Foto: KS)

Wechselnde Ausstellungen finden sich im Kleinen Kabinett, hier zum Beispiel Gemälde von Yuriy Ivashkevich (Foto: KS)

(Weilburg, im April 2018, KS) Schlosskonzerte, Alte Musik im Schloss, Modell-Baumaschinenmuseum, Schlossmuseum, Villa Rosenhang, Brunnenkonzerte, Modellbaupark, Heimatmuseen in verschiedenen Stadtteilen, eine als Gesamtheit denkmalgeschützte Altstadt, regelmäßige Literaturveranstaltungen von Residenzbuchhandlung und Café Ententeich, Bergbau- und Stadtmuseum – Weilburg hat kulturell vieles zu bieten.

Wann sind Sie eigentlich das letzte Mal im Bergbau- und Stadtmuseum gewesen? Natürlich gehen Sie regelmäßig in das gar nicht so kleine Museum am Schlossplatz – zumindest, wenn Sie zu den mehr als 200 Mitgliedern des Museumsvereins gehören. Alle anderen Weilburger schaffen es nicht ganz so regelmäßig. Ich merke es ja an mir selber. Ich bin mal dagewesen, vor langer Zeit. Ganz interessant dort. Seitdem besuche ich höchstens mal eine Ausstellungseröffnung im Kleinen Kabinett.

Das prächtige Goldene Buch der Stadt Weilburg liegt gleich am Eingang zum Stadtmuseum

Das prächtige Goldene Buch der Stadt Weilburg liegt gleich am Eingang zum Stadtmuseum

Womit wir gleich beim ersten Thema wären, den wechselnden Kunstausstellungen im Kleinen Kabinett, gleich links vom Eingang. Bis Ende April wurde dort zum Beispiel eine Ausstellung mit Werken von Yuriy Ivashkevich gezeigt. Der im Jahr 2017 mit dem Weilburger Kunstpreis ausgezeichnete Künstler stammt aus Kasachstan und lebt heute in Kelkheim. Seine Bilder sind wie Poesie. Er komponiert das Farbenspiel bis es in sich stimmig erscheint. Sie überzeugen mit leuchtender Farbenpracht, technischer Finessen und kontemplativer Gedanken. Zur Zeit feiern Künstler aus der französischen Partnerstadt Privas und aus Weilburg gemeinsam das 50jährige Bestehen der Partnerschaft. Die Ausstellung ist noch bis zum 24. Juni zu sehen.

Holger Redling, seit 2013 Leiter des Bergbau- und Stadtmuseums, begleitet mich durch das altehrwürdige Gebäude. Ursprünglich war hier einmal die nassauisch-weilburgische Regierung untergebracht. „Erst nach und nach konnten Heizung und doppelte Fenster eingebaut werden,“ erzählt der Museumsleiter, „früher gelang es nicht, die Temperatur im Winter auf über 16 Grad zu bekommen.“

Weilburg in der Topographia Germaniae, dem 16bändigen Hauptwerk von Matthäus Merian

Weilburg in der Topographia Germaniae, dem 16bändigen Hauptwerk von Matthäus Merian

Gleich beim Betreten des Stadtmuseums fällt das Goldene Buch der Stadt Weilburg auf. In Leder gebunden macht es einen imposanten Eindruck. Den berühmten Merian-Stich mit einer Lahn, die in die falsche Richtung fließt, kennt wohl jeder Weilburger. Aber wussten Sie auch, dass Weilburg eine Gesamtausgabe der berühmten Merian-Stiche besitzt? Oder, dass Weilburg ein Zentrum früher Luftfahrt gewesen ist? Nicht nur, dass die Überreste eines in Weilburg gestrandeten Zeppelins im Stadtmuseum ausgestellt sind, es finden sich auch die Fahnen der Luftfahrtpioniere Blanchard (Frankfurt – Weilburg, 1785) und Green (London – Weilburg, 1836) ausgestellt in Vitrinen. Die klassizistische Einrichtung der Apotheke zum Engel und viele, viele Exponate zur Geschichte der Nassau-Weilburger, die heute noch als Großherzöge die Geschicke Luxemburgs lenken, finden sich in den hellen Räumen.

Im ehemaligen Keller des Hauses, ergänzt durch die großen Remisen des Marstalles, befindet sich der Tiefe Stollen des Bergbaumuseums. Gestaltung und Exponate geben einen kleinen Einblick in die mühsame Arbeit der Bergleute. Die großen Maschinen funktionieren alle und werden bei Führungen präsentiert. Die Ausstellungsstücke stammen aus stillgelegten Gruben der näheren und weiteren Umgebung. Für Schulklassen ein absoluter Höhepunkt.

Die enge Bindung zwischen Luxemburg und Weilburg zeigt dieses wertvolle Geschenk an die Bürgergarde aus dem Jahr 1906. Es handelt sich um einen Silberhumpen mit allen Münzen, die in der Regierungszeit Herzog Adolph von Nassau geprägt wurden.

Die enge Bindung zwischen Luxemburg und Weilburg zeigt dieses wertvolle Geschenk an die Bürgergarde aus dem Jahr 1906. Es handelt sich um einen Silberhumpen mit allen Münzen, die in der Regierungszeit Herzog Adolph von Nassau geprägt wurden.

Das Bergbau- und Stadtmuseum ist in der Hauptsaison täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Von November bis März öffnet das Museum nur von Montag bis Freitag. Der Besuch kostet für Erwachsene 3,50 Euro, Kinder zahlen 2,50 Euro. Großeltern können mit ihren Enkeln eine Familienkarte für 8 Euro erwerben (2 Erwachsene, 2 verwandte Kinder). Neu ist die Kooperation mit dem Schloss, das Einzelticket kostet dann 7 Euro, für Kinder 4 Euro und die Familienkarte gibt es für 15 Euro.

Museumsleiter Holger Redling steht hier neben einem Dieselmotor, der auch heute noch einen Teil der Weilburger Stromversorgung übernehmen könnte. Er stammt aus der Engelmanns Mühle, leistet 150 PS und verbraucht 25 Liter Rohöl in der Stunde.

Museumsleiter Holger Redling steht hier neben einem Dieselmotor, der auch heute noch einen Teil der Weilburger Stromversorgung übernehmen könnte. Er stammt aus der Engelmanns Mühle, leistet 150 PS und verbraucht 25 Liter Rohöl in der Stunde.

Der Tiefe Stollen unterliegt bergbaurechtlichen Vorschriften. Eine davon besagt, dass es eine funktionierende Notstromversorgung gibt. Hier ein Blick in den modernen Generatorraum.

Der Tiefe Stollen unterliegt bergbaurechtlichen Vorschriften. Eine davon besagt, dass es eine funktionierende Notstromversorgung gibt. Hier ein Blick in den modernen Generatorraum.

Wuchtige und schwere Maschinen gehören zum Bestand des Bergbaumuseums. Hier zum Beispiel eine 6 Tonnen schwere Tongewinnungsmaschine aus dem Untertage-Tonabbau der Grube Birkenfeld bei Langendernbach.

Wuchtige und schwere Maschinen gehören zum Bestand des Bergbaumuseums. Hier zum Beispiel eine 6 Tonnen schwere Tongewinnungsmaschine aus dem Untertage-Tonabbau der Grube Birkenfeld bei Langendernbach.

Blick nach … Frankfurt – MMK 1 Soziale Fassaden

Martin Kippenberger, NO NATI, 1987 DekaBank Kunstsammlung, © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne, Foto/Photo: Wolfgang Günzel

Martin Kippenberger, NO NATI, 1987
DekaBank Kunstsammlung, © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne, Foto/Photo: Wolfgang Günzel

Ein Dialog der Sammlungen des MMK und der DekaBank vom 30. Mai bis 9. September 2018

(Weilburg, im Mai 2018, KS) Das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main eröffnet am 30. Mai die Ausstellung „Soziale Fassaden“. Bis zum 9. September können Besucherinnen und Besucher erstmals im MMK 1 einen Dialog der Sammlungen des MMK und der DekaBank sehen. Aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums der Deka erhält das MMK vier Hauptwerke aus der Sammlung der Bank als Schenkung. Diese umfasst raumgreifende Installationen von Michael Elmgreen & Ingar Dragset, Michael Beutler und Tue Greenfort sowie eine Skulptur von Martin Kippenberger. Die Ausstellung „Soziale Fassaden“ zeigt darüber hinaus auch Arbeiten von Andy Hope 1930, Cerith Wyn Evans, Isa Genzken, Liam Gillick, Sarah Morris, Michael Pfrommer, Jeroen de Rijke/Willem de Rooij, Wilhelm Sasnal, Markus Sixay, Wolfgang Tillmans, Jonas Weichsel, Franz West und Heimo Zobernig.

MMK und Deka verbindet eine langjährige Partnerschaft beim Ausbau der Museumsammlung und als Gründungspartner des MMK 2. Neben ihrem Engagement für das MMK hat die DekaBank in den vergangenen 15 Jahren eine eigene Sammlung zeitgenössischer Kunst aufgebaut, in der sich vielschichtige Anknüpfungspunkte zur Sammlung des MMK finden. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler sind in beiden Sammlungen mit umfangreichen Werkgruppen vertreten. Im Zuge der großzügigen Schenkung gibt es erstmals eine Ausstellung, die beide Sammlungen auf diese Bezüge hin untersucht und in eine direkte Gegenüberstellung führt.

Michael Pfrommer, Ohne Titel, 2015 DekaBank Kunstsammlung, Courtesy of the artist and Philipp Pflug Contemporary, Frankfurt, Foto/Photo: Wolfgang Günzel

Michael Pfrommer, Ohne Titel, 2015
DekaBank Kunstsammlung, Courtesy of the artist and Philipp Pflug Contemporary, Frankfurt, Foto/Photo: Wolfgang Günzel

Der Titel der Ausstellung „Soziale Fassaden“ ist einer Arbeit von Isa Genzken aus der Sammlung der DekaBank entlehnt. Er steht darüber hinaus auch für oft idealisierte gesellschaftspolitische und soziale Konstruktionen, die in den Arbeiten der Künstlerinnen und Künstler als Trugbilder enthüllt werden. In Zeiten eines tiefgreifenden Wandels, der mit grenzübergreifenden Problemen wie Umweltverschmutzung, neuen zivilisatorischen Herausforderungen durch Urbanisierung und überholten kulturellen Idealbildern einhergeht, stellt die Ausstellung Fragen nach dem künstlerischen Umgang mit diesen Phänomenen. Die präsentierten Arbeiten legen offen, was hinter der Fassade des schier grenzenlosen Fortschrittsgedankens der Globalisierung passiert. So deckt etwa die Künstlerin Sarah Morris in ihrem Film „Beijing“ (2008), der während der perfekt inszenierten Olympischen Spiele entstanden ist, die tiefgreifenden Veränderungen der chinesischen Gesellschaft auf, die sich seit der Öffnung des Landes gen Westen abzeichnen. Dabei entwirft sie ein feinfühliges Porträt eines neokapitalistischen Staates in einer Phase zwischen extremer Selbststilisierung und Kontrollsucht.

Der Eintritt ins MMK 1 kostet 12 Euro, ermäßigt 6 Euro. Geöffnet ist das MMK 1 Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Mittwoch bis 20 Uhr. Montags ist das MMK geschlossen.

Domstraße 10
60311 Frankfurt am Main
Telefon +49 69 212 30447
Fax +49 69 212 37882
E-Mail: mmk@stadt-frankfurt.de

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Warum nicht einen Tag in Frankfurt mit dem RMV planen? Die Tageskarte (Hin und Zurück) mit Umstieg in Wetzlar oder Gießen und am Frankfurter HBF kostet 23,80 Euro. Sie sind etwa 2 Stunden unterwegs.

U-Bahnlinie: U4, U5, Haltestelle Dom / Römer
Straßenbahn: 11, 12, Haltestelle Römer / Paulskirche
S-Bahnen (S1–S6): Haltestelle Konstablerwache
Von den Haltstellen Dom / Römer (U-Bahn) oder Römer / Paulskirche (Straßenbahn) sind es nur noch 3 Minuten Fußweg zum MMK.

Mit dem Auto:
A5 > Abfahrt Westkreuz Frankfurt > B648 > Dom / Römer folgen
A3, A66 > Abfahrt Offenbach / Kaiserlei > Dom / Römer folgen

Parkmöglichkeiten:
Parkhaus Dom / Römer, Domstraße 1, 60311 Frankfurt am Main
Parkhaus Konstabler, Töngesgasse 8, 60311 Frankfurt am Main

200 Jahre Badeort Scheveningen: Sandskulpturen-Weltmeisterschaft in Den Haag

200 Jahre Scheveningen, Foto: Privat

200 Jahre Scheveningen, Foto: Privat

Der älteste Badeort der Niederlande feiert runden Geburtstag: 200 Jahre wird Den Haag-Scheveningen 2018 alt. Anlass genug, ihn in diesem Jahr als Austragungsort der Sandskulpturen-Weltmeisterschaft zu präsentieren. Der alle drei Jahre stattfindende Wettbewerb wird erstmalig in den Niederlanden ausgetragen. Aus jeweils 40 Tonnen Spezialsand haben neun Sandskulpturen-Künstler aus Großbritannien, Irland, Japan, Mexico, den Niederlanden, Russland, Singapur, Tschechien und den USA ihre Kunstwerke modelliert. Bei den vier bis viereinhalb Meter hohen Skulpturen zum Thema „Meer, Sand und …” haben sich die Teilnehmer unter anderem von Van Gogh, Dalí und Picasso inspirieren lassen. Aber auch die sprichwörtliche niederländische Toleranz und neue Trends in Kunst und Wissenschaft bestimmten ihre Arbeit.

Den Wettbewerb um den besten Sandskulpturen-Künstler der Welt konnte der Brite Baldrick Buckle am 13. Juni mit der Skulptur „Der Weg ab Scheveningen” für sich entscheiden. Da das Gastland traditionell nicht am Wettbewerb teilnehmen darf, lief der niederländische Beitrag außer Konkurrenz. Maxim Gazendam aus Monster, der die Niederlande vertritt, widmete seine Sandskulptur dem Badeort Scheveningen. Der studierte Architekt gewann die letzte Sandskulpturen-Weltmeisterschaft im Jahr 2015.

Alle neun Skulpturen sind noch bis zum 19. August im historischen Zentrum von Den Haag auf dem Boulevard Lange Voorhout zu sehen (der Eintritt ist kostenlos). Der schöne, von Linden gesäumte Platz ist unter anderem über die fünf Kilometer lange Fahrradroute „Culture by Bike” zu erreichen, die Stadt und Strand verbindet und schöne Einblicke in die „Stadt am Meer” erlaubt.

Weitere Informationen: https://denhaag.com/de/feestaanzee, https://denhaag.com/de/routen/culture-by-bike,
www.holland.com/denhaag (Den Haag allgemein)

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