Wir sind also nicht in Luxemburg – vielmehr im wunderschönen Weilburg und lassen uns die Sonne auf den Kopf scheinen. Das Auto hatte den Geist aufgegeben und der „Neue“ kommt erst in der nächsten Woche. Tja, man muss halt Prioritäten setzen.
Dafür habe ich aber am Karfreitag noch einmal die letzte Etappe des Lahn-Camino absolviert. Bad Ems – Lahnstein. Ganz schön heftig, der Anstieg auf den Malberg in Bad Ems. Und dort dann auch gleich den Weg verloren, die Markierung lässt doch noch etwas zu wünschen übrig. Oder hat es an mir gelegen? Ich weiss nicht, auf jeden Fall konnte ich weder die Markierungen für den Jakobsweg noch die für den Lahnhöhenweg entdecken. Nordic Walker sind auch nicht immer hilfreich, die waren zwar sehr hilfreich, wollten mich aber partout auf die andere Seite der Lahn schicken. „Der Lahnhöhenweg ist auf der anderen Lahnseite!“ Ich antwortete: „Richtig, auf der anderen Seite ist der Lahnhöhenweg rechts – ich suche aber den Lahnhöhenweg links.“ Das Ende vom Lied war, dass mich die beiden netten Damen in die Richtung Lahnstein schickten: „Dort finden Sie die ganzen Wegweiser!“ Naja, ich also los. Fast schnurgerade führte der Weg durch den Wald bis tatsächlich ein Parkplatz auftauchte. Nur die Wanderwegweiser waren für mich nicht zu gebrauchen. Denn getreu dem Motto: es muss auch ohne Karte gehen hatte ich diese zu Hause gelassen und konnte mit den Bezeichnungen F1, M4 etc. pp. nicht viel anfangen. Aber ich wusste zumindest noch, dass der Wanderweg über Frücht führen sollte und da stand ein kleiner Wegweiser an der Strasse zur Stein’schen Gruft in Frücht. Also an der Strasse entlang – es war nicht besonders viel Verkehr. Schon bald in Frücht angekommen, es müssen von dem Parkplatz so ca. 3 km sein. Die Gruft des Freiherrn vom und zum Stein liegt direkt neben der Pfarrkirche aus dem 13. Jhdt.
Am Ortsausgang von Frücht geht es nach links und schon bald durch eine wildromantische Klamm in Richtung Lahnstein – Kurgebiet. Die Hochhäuser am Kurpark von Lahnstein sind weithin sichtbar – und auch, wenn man näherkommt, werden sie nicht schöner, sondern gewinnen ganz im Gegenteil an Hässlichkeit.
Kurz vor dem Kurgebiet kommt der Lahn-Camino an einem weiteren Parkplatz aus dem Wald. Hier trifft der Lahnhöhenweg auf den Rheinsteig und der Fussgängerverkehr wird dichter. Ja, man kann wirklich von „Verkehr“ sprechen. Mir sind die verkniffen blickenden Wanderer aufgefallen.
An den Hochhäuser und Terrassenbauten des Kurgebietes vorbei führt der Weg bis Burg Lahneck.