Dormagen

VON JULIA LÖRCKS

Wie die Stadt Köln bekommt auch die Zollfeste Zons eine Jakobsweg-Stele des LVR. Aufgestellt wird sie Ende Mai. Foto: LVR

Zons Hape Kerkeling hat es vorgemacht, viele machen es ihm nun nach. Wie der Entertainer gehen sie den Jakobsweg, pilgern wieder von Station zu Station. Ja, Wandern nach Santiago de Compostela ist in, gar Kult geworden. Dass das auch schon früher so war, zeichnet der Landschaftsverband Rheinland (LVR) auf.

In Zusammenarbeit mit der Deutschen St.-Jakobus-Gesellschaft sowie den beteiligten Städten und Kreisen übernehmen sie die Kennzeichnung der Pilgerwege im Rheinland. Einer davon führt von Nijmegen (Niederlande) über Xanten nach Köln/Bonn; 14 Stationen insgesamt – eine davon ist Zons.

„Bei Ausgrabungen in der Burg Friedestrom wurde eine große, atlantische Muschel entdeckt. Zwei Löcher im Scharnierteil lassen erkennen, dass es sich um ein Pilgerzeichen handelt, wie es nachweislich seit 1106 in Santiago de Compostela verkauft wurde“, erklärt Annette Heusch-Altenstein vom Umweltamt des LVR. Offenbar wurde die Muschel in der frühen Neuzeit (16. bis 18. Jahrhundert) verwendet, sie gehört somit zu den jüngsten der bekannten Muschel-Pilgerzeichen. Wer die Muschel trug, ist nicht bekannt. Vielleicht handelt es sich um einen Bewohner der Burg.

Anfang des Jahres hat der LVR dann der Stadt Dormagen angeboten, eine Jakobsweg-Stele zur Verfügung zu stellen. „Wir haben dieses Angebot gerne angenommen“, sagt Ulrich Millen, Leiter des Kultur- und Sportbetriebes Dormagen. „Sie erinnert nicht nur an den Weg der Jakobspilger, die Zollfeste Zons wird dadurch auch außerhalb der Region bekannter.“

Aufgestellt wird die moderne Edelstahl-Stele, die aus einem circa 80 Zentimeter hohen Korpus von 40 mal 40 Zentimeter Umfang besteht, Ende Mai nördlich der Altstadt vor dem Rheintorvorplatz. Neben dem Symbol der Europäischen Kulturstraße des Jakobsweges und dem Emblem der deutschen St.-Jakobus-Gesellschaft schmücken auch Wappen des LVR und der Stadt Dormagen die Stele. Auf der oberen, lesepultähnlichen Fläche steht neben einem allgemeinen Text zu den Jakobswegen ein ortsbezogener Absatz, in dem auf die entdeckte Muschel hingewiesen wird.

Während der LVR die Kosten der Fertigung trägt, ist die Stadt Dormagen für die Aufstellung und Unterhaltung verantwortlich. Die Stele und ihr Aufstellplatz Zons werden zudem in den Publikationen „Die Wege der Jakobspilger zwischen Weser, Maas und Mosel“ des LVR aufgenommen.