Bademode im Retro-Look  Zum 50-jährigen Jubiläum von Neckermann Reisen feiern die 60er Jahre ein Revival.

Bademode im Retro-Look
Zum 50-jährigen Jubiläum von Neckermann Reisen feiern die 60er Jahre ein Revival.

Kümmerer und Dienstleister zugleich: Eine Zeitzeugin erinnert sich

Als Neckermann Reisen 1963 erstmals Pauschalreisen anbot, waren weniger als ein Dutzend Reiseleiter in sechs europäischen Zielen beschäftigt. Inzwischen umfasst das Portfolio von Neckermann Reisen 220 Zielgebiete weltweit und mehr als 500 Reiseleiter sowie weitere zahlreiche Mitarbeiter von Vertragsagenturen sind im Ausland als Ansprechpartner für die Gäste täglich im Einsatz.

Als Anlaufstelle für die Reiseleiter richtete Neckermann Reisen 1980 in der Firmenzentrale in Frankfurt die Abteilung „Zielgebietsservice“ ein. Zu den Hauptaufgaben gehörten der Versand von Hotel- und Transferlisten mit Informationen in welchem Hotel die Gäste wohnten sowie deren An- und Abreisedaten. Die Listen wurden als sogenannte Company-Mail (Firmenpost) in speziellen Metall-Koffern verpackt und  einmal wöchentlich mit den Charterflügen in die Zielgebiete geschickt. Zusätzlich organisierte der Zielgebietsservice den Versand der Reiseleiteruniformen und versorgte die Reiseleiter mit allen Materialien, die sie für die tägliche Arbeit benötigten, aber im Ausland nicht bekamen. Heute sind die Mitarbeiter im Ausland per Mail und via Internet mit der Firmenzentrale vernetzt und erstellen die Gästelisten aus den Reservierungssystemen tagesaktuell selbst.

Resi Schwittek, Leiterin der Abteilung Zielgebietsservice bei Neckermann Reisen von 1980 bis 2007, erinnert sich, wie es damals war und worin die kleineren und größeren Herausforderungen bestanden:

Frau Schwittek, wie wichtig war es, die Abteilung „Zielgebietsservice“ einzurichten?
„Aus meiner Sicht war es sehr wichtig den Kollegen im Ausland das Gefühl zu geben, dass in der Zentrale immer jemand für sie da ist, um größere und kleinere Probleme aus der Welt zu schaffen. Dazu gehörten viele vertrauliche Gespräche mit den Reiseleitern und, aufgrund der Zeitverschiebungen, dies auch schon mal zu ungewöhnlichen Uhrzeiten.“

Kam die Company-Mail denn auch immer im richtigen Ziel an?
„Nicht immer. Es kam schon mal vor, dass ein Koffer, der nach Ibiza geschickt wurde, in Palma de Mallorca ankam. Dann mussten wir die Kopien aller Gästelisten ins Ziel faxen. Da die Technik damals noch nicht so schnell war, hieß es dann für uns geduldig sein.“

Wie aufwendig war das Versenden der Reiseleiter-Uniformen?
„Schon zu Beginn der Reiseleiterausbildung teilten uns die jungen Leute ihre Kleidergrößen mit. Daraufhin schickten wir die Kostüme, Hosenanzüge, Hemden und Blusen nach Mallorca, wo die Schulungen stattfanden, so dass die frischgebackenen Reiseleiter ihre erste Uniform direkt nach Ausbildungsabschluss erhielten. Dies war immer ein besonderer Moment. Aber auch unterjährig verschickten wir neue Uniformen in die Zielgebiete, wenn zum Beispiel nur die Hemden oder die Tücher ausgetauscht wurden. Als 2003 generell eine neue Kollektion herauskam, mussten rund 1.800 Mitarbeiter in den Zielgebieten neu eingekleidet werden. Das war eine logistische Herausforderung. So verschickten wir die Uniformen für die Reiseleiter auf Mallorca beispielsweise in zwei LKWs dorthin.“

Gab es neben den alltäglichen Arbeiten auch außergewöhnliche Einsätze?
„Oh ja, da gab es einige. Unter anderem flog ich damals zu den Kollegen nach Bulgarien und Rumänien mit Care-Paketen im Gepäck, da die Versorgung für einen längeren Aufenthalt dort nicht optimal war. Waschpulver, deutsche Wurst, Spaghetti und die geliebten Gummibärchen durften darin nicht fehlen.“

Zur Person:
Resi Schwittek begann 1968 als Sekretärin in der Personalverwaltung der NUR Touristik. 1980 wechselte sie in die Abteilung Zielgebietsservice, deren Leiterin sie 1987 wurde. 2007 ging sie in den Ruhestand.