Knappe sieben Kilometer lang ist der Kubacher Wanderweg Ku3. Alles in allem: Ein schöner, längerer Spaziergang ohne besondere Anstrengungen, dafür aber mit ganz viel Landschaft. Natürlich auch nicht so markiert, dass Wanderinnen und Wanderer einfach so drauflos marschieren können – allerdings mit einer Ausnahme, dazu mehr im Text.

Weilburg-Kubach – Ku3

Strecke: 6,84 km

Anforderungen: leicht

Höhendifferenz: 82 Meter (Höhe von 210 Meter bis 292 Meter), Gesamtanstieg 123 Meter, Gesamtabstieg 114 Meter

Wenn Sie nicht mit dem Stadtbus, der in Weilburg City-Bus heisst, zum Start nach Kubach fahren, sondern mit dem eigenen Auto, bietet sich eine Parkmöglichkeit an der B456 Richtung Frankfurt an. Doch Achtung: Von Weilburg kommend liegt der Parkplatz auf der linken Seite in einer Rechtskurve. Es ist gefährlich (und verboten) nach links in den Parkplatz einzubiegen.  Tun Sie sich und anderen Verkehrsteilnehmern den Gefallen und fahren das kleine Stückchen weiter bis zum Abzweig Hirschhausen und drehen dort. Das kostet Sie kaum drei Minuten Zeit.

Vom Parkplatz gehen Sie einfach in den Wald hinein und folgen dem breiten Waldweg bis zur ersten Waldkreuzung. Dort steht eine Informationstafel die einen Hinweis auf die untergegangene Wallfahrtsstätte Pfannstiel und auf die wichtigen mittelalterlichen Handelsstraßen gibt, die an Weilburg vorbeiführten. Das erklärt übrigens auch so ganz nebenbei, warum Weilburg -angefangen mit den Kelten- so interessant für die Mächtigen im Lahntal war.

Aber zurück zum „Panstyl“. Am Weg von Hirschhausen nach Weilburg stand an einem Bachübergang ein Baum, in dem ein wundertätiges Bild von Maria, der Mutter Gottes, gefunden wurde. Eine Marienbruderschaft, die „Gesellschaft und Bruderschaft des Rosenkranzes Unserer Lieben Frau zum Panstiel“, gründet sich. Sogar Frankfurter treten der Bruderschaft bei, die bald schon fast 200 Mitglieder hat. 1461 wird erstmals eine kleine Kirche erwähnt, zu der die Menschen von nah und fern pilgern. Eine Pilgerherberge entsteht und ein Wirtshaus. Weil die nicht unerheblichen Einnahmen zu zwei Dritteln an die Kirche und einem Drittel an den Johanniterorden gehen, wächst der Wohlstand der Wallfahrtskapelle. Es wird weitergebaut, vergrößert, es entsteht eine dreischiffige Basilika mit immerhin fünf Altären. 1517 gibt es eine Kirche mit Kirchhof, das Steinerne Haus der Priester, die Pilgerherberge mit Wirtschaft, Ställe und Scheunen. Alles war mit einer Mauer umschlossen.

Der Reichtum von Pannstyl weckte Begehrlichkeiten beim Landesfürsten, der schon früh Anhänger der Reformation wurde. Zunächst wurden die Zahlungen an den Johanniterorden für die Wallfahrtskirche eingestellt und verlangt, ein Inventurverzeichnis zu erstellen. Dann musste der kleine Konvent eine jährliche Steuer von 15 Gulden zahlen. 1531 wurden die Gewänder und liturgischen Geräte beschlagnahmt. 1538 wurde Pannstyl schließlich aufgelöst, das Vermögen diente zum Neubau der Schlosskirche in Weilburg.

Die mittlerweile teilweise wieder freigelegten Fundamente der Wallfahrtsstätte können Sie erreichen, wenn Sie an der Kreuzung nach rechts gehen. Sie brauchen ungefähr 30 Minuten hin und zurück, es ist also ein nur kurzer Abstecher.

Der Wanderweg Ku3 füht an dieser Stelle nach links und wenig später aufs freie Feld am Ortseingang von Weilburg. Hier gehen Sie bitte wieder nach links. Der Weg führt nun leicht bergauf in Richtung Straße (Frankfurter Straße – B456). Er macht erst eine Rechtskurve, dann biegt er bei der Baumgruppe links ab. Überqueren Sie die Bundesstraße und gehen dann am linken Straßenrand weiter in Richtung Weilburg. Erste Straße links und am Discounter und dem Fast-Food-Restaurant vorbei – immer geradeaus.

Zum Zeitpunkt der Begehung war das große Gelände des Möbelhauses an der Bundesstraße B456 nicht eingezäunt und kann dann einfach überquert werden. Das ist mit Gewissheit die bessere und sicherere Variante, denn die Kraftfahrzeuge sind auf diesem Straßenstück außerhalb des Ortes schon sehr schnell. Es geht dann über den Möbelhaus-Parkplatz und an der Straße nach links. Von dort immer geradeaus, aus dem Gewerbegebiet heraus und nach Kubach hinein.

Auf dem Viehweg kommen Sie am Neubaugebiet vorbei bis in den Ortskern. Dort geht es an der Hauptstraße nach links, an der Kirche vorbei und schließlich folgen Sie der Hauptstraße nach links in Richtung Hirschhausen. Die erste Straße nach rechts ist „Zum Birkenkopf“, Sie kennen die Strecke schon von anderen Kubacher Wanderungen. Es geht aus dem Ort heraus, über die Wiese nach links und auf dem Weg folgen Sie dem Bachlauf. Nach der Weg sich von der Straße entfernt hat gehen Sie nach links und auf der anderen Seite der Wiese wenden Sie sich sofort nach rechts. Nach links in den Wald führt der Wanderweg Ku3 nach rund 150 Metern. Übrigens nicht zu verfehlen, weil dort die einzige Markierung der gesamten Strecke angebracht ist. Jedoch kein Ku3, sondern ein K2. Da hat sicher ein wohlmeinender Zeitgenosse ein Markierungsschild in Kirschhofen abgenommen und kurzerhand hier aufgehängt.

Durch den Wald geht es hoch bis zur viel befahrenen B456. Diese zu überqueren und schnell mal über das gegenüberliegende Feld laufen, ist sicher eine ungefährliche Variante. Allerdings geht es auf der anderen Seite ziemlich steil die Böschung hinunter. An der Straße nach Hirschhausen gehen Sie bis zur Ecke nach links und können dann im Wald in einem kleinen Bogen zum Parkplatz zurückgehen.