Bereits 1985 hat der Europarat eine Expertenkommission eingesetzt, die sich mit der Identifizierung und Erforschung der Jakobswege beschäftigt. 1987 hat der Europarat dann die Wege der Jakobspilger in Europa zur ersten europäischen Kulturroute erhoben und schliesslich wurde der spanische Hauptweg, der sogenannte Camino Frances, 1993 in das UNESCO-Welterbe aufgenommen.

Für Deutschland legte eine Expertenkommission Hauptrouten fest, von denen angenommen werden kann, dass sie von vielen Jakobspilgern gegangen wurden. Dazu gehören die Verbindungswege entlang der Lahn von Marburg an den Rhein (Karl-Josef Schäfer: Der Jakobsweg von Wetzlar nach Lahnstein – Ein Pilgerwanderführer für den Lahn-Camino, BoD, Norderstedt, Mai 2007, 2. überarbeitete und aktualisierte Auflage Oktober 2007, Taschenbuch, Format 12 x 19 cm, 116 Seiten, viele s/w Abbildungen, ISBN 978-3-8334-9475-8), von Koblenz nach Trier (Karl-Josef Schäfer, Wolfgang Welter: Ein Jakobsweg von Koblenz-Stolzenfels nach Trier – Der Pilgerwanderführer für den Mosel-Camino, BoD, Norderstedt, Oktober 2007, Taschenbuch 12 x 19 cm, 220 Seiten, viele s/w Abbildungen, ISBN 978-3-8334-9888-6) und natürlich von Köln über Bonn, Koblenz, Mainz, Speyer nach Straßburg.

Nur die Identifizierung einer historischen, mittelalterlichen Wegführung entlang des Rheines gestaltet sich schwierig. Zu viele sogenannte Altstraßen führen durch das Rheintal. Kelten, Römer, Kaufleute und Soldatenhorden zogen am Strom entlang Richtung Süden. Aber von der früheren Römerstrasse von Mainz nach Xanten ist heute nur noch die B9 und stellenweise sogar eine Autobahn geblieben. Und auch die Trassen der Handelsstraßen sind heute eher viel befahrene Bundesstraßen denn ruhige Pilgerwege.

Aber natürlich ist der Pilger nicht auf dem Rheinhöhenweg in Richtung Süden gepilgert. Der Pilger wollte "Strecke machen", so schnell wie möglich an sein Ziel kommen. Zeit, die evtl. am Weg liegenden Burgruinen zu besichtigen, hatte er nicht. Und das Interesse daran schon gar nicht. Er war vielmehr an den Klöstern und Kirchen interessiert, die an seinem Weg lagen.

Wie schon beim Mosel-Camino (Karl-Josef Schäfer, Wolfgang Welter: Ein Jakobsweg von Koblenz-Stolzenfels nach Trier – Der Pilgerwanderführer für den Mosel-Camino, BoD, Norderstedt, Oktober 2007, Taschenbuch 12 x 19 cm, 220 Seiten, viele s/w Abbildungen, ISBN 978-3-8334-9888-6) versuchen wir, einen Kompromiss zu finden. Dieser soll eine Strecke bieten, die relativ schnell durch das Rheintal in Richtung Süden führt, gleichzeitig aber auch die landschaftlichen, kulturellen und spirituellen Höhepunkte der Region beinhaltet.