Eine der schönsten Wanderungen auf Wollin zu einem der schönsten Orte auf Wollin: Misdroy zum Kibitzsee

Eine der schönsten Wanderungen auf Wollin zu einem der schönsten Orte auf Wollin: Misdroy zum Kibitzsee

Eine der schönsten Wanderungen auf der polnischen Insel Wolin führt von Misdroy nach Warnowo an den Kibitzsee ((Jezioro Czajcze). Fast 25 Kilometer lang führt Sie der Weg durch die wunderschönen Buchenwälder des Nationalparks Wolin. Die Jahreszeit spielt dabei keine Rolle, die Wanderung ist im Sommer und Winter genauso schön, wie in den Frühjahrs- und Herbstmonaten. Wenn es jedoch in den vorhergehenden Tagen geregnet hat, sollten Sie festes Schuhwerk nicht vergessen. Viele der Wege, besonders auf dem Rückweg, sind dann matschig und Sie müssen auf die Ränder links und rechts ausweichen.

Misdroy – Warnowo

Strecke: 25 Kilometer

Dauer: 6 – 8 Stunden

Anforderungen: leicht

Markierung: bis Kibitzsee grüne Balken, Rückweg nicht markiert

Tipp: Rucksackverpflegung und genügend Getränke mitnehmen, keine Versorgungsmöglichkeit unterwegs

Eingangstor zum Nationalpark

Eingangstor zum Nationalpark

Im Jahr 1960 wurde der Nationalpark Wolin auf der polnischen Ostseeinsel Wolin gegründet. Heute umfasst der Nationalpark rund 110 Quadratkilometer. Dazu gehören die wunderschönen Buchenwälder der Insel, aber auch lange Strandabschnitte bei Misdroy, die Inseln im Swinedelta und Teile des Stettiner Haffs und der Pommerschen Bucht. Bei Misdroy gibt es auch ein großes Wildgehege mit den fast schon ausgestorbenen Wisenten.

Über 1300 Arten von Gefäßpflanzen, das sind Pflanzen, die im Inneren Wasser und Nährstoffe über Leitbündel transportieren (zum Beispiel Bärlapp oder Farne). Viele davon sind sehr selten und deshalb besonders geschützt. Viele seltene Tierarten gibt es auf Wolin. Auch der Seeadler, das Wappentier des Nationalparks, gehört dazu.

Hunde sind im Woliner Nationalpark nicht erlaubt. Zwar kann die Nationalpark-Verwaltung trotz mehrfacher Anfragen nicht erklären, warum dies so ist, aber Hunde dürfen auch an der Leine nicht mitgeführt werden. Das Verbot wird auch überwacht und durchgesetzt. Ein Problem übrigens für alle Hundebesitzer, die auf der Insel Urlaub machen. Auch wenn eine lange Strandwanderung nach Swinemünde durchaus möglich ist, ist es nicht möglich, Misdroy mit Hund in irgendeine andere Richtung zu verlassen.

Es  gibt verschiedene Möglichkeiten, in die Wanderstrecke von Misdroy nach Warnowo einzusteigen. Eine davon ist die Treppe am östlichen Ende von Misdroy, dort, wo der Parkplatz des Fischerstrandes ist. Auf diesem Weg bietet sich der kleine Abstecher zum Leuchtturm auf der Abrisskante an. Doch Vorsicht, der weitere Weg ist noch lang.

Die Kirche von Misdroy

Die Kirche von Misdroy

Die andere Möglichkeit ist, am zentralen Kreisverkehr auf der Kolejowa nach oben zu gehen. An der Lesna müssen Sie nach links.  Die wenigen Schritte zur neugotischen Kirche sollten Sie nicht verpassen. Die Straße zur Kirche heisst Lipowa. Zurück auf der Straße geht es auf der Lesna an der Schule vorbei und in den Wald.

Diese erste Hälfte des Weges ist kaum zu verfehlen. Bis Warnowo geht es immer mehr oder weniger geradeaus durch den herrlichen Buchenwald. Sie dürfen bei den grünen Markierungen nicht erwarten, dass die Schilder wie in Deutschland unzweideutig bis ans Ziel führen. Ein wenig Mitdenken ist in Polen durchaus gefragt. Bis Warnowo macht das auch nichts aus.

Die uralte Straße führt von Westpreußen in den Westen und bis nach Skandinavien

Die uralte Straße führt von Westpreußen in den Westen und bis nach Skandinavien

Der unscheinbare Waldweg, der Richtung Westen noch bis nach Swinemünde erhalten ist, war seit Urzeiten einer der wichtigsten Verkehrswege in Pommern. Von Ostpreußen führte die vorgeschichtliche Straße über Danzig und Wollin nach Westen und bis nach Skandinavien. Und so hat dieser Waldweg schon viel gesehen. Kelten, Germanen, Wikinger, slawische Herrscher, mittelalterliche Händler und natürlich auch Pilgerinnen und Pilger auf dem Weg zu den heiligen Stätten. Ein Stück des Weges ist als Jakobsweg markiert – und tatsächlich sind Jakobspilger entlang der Straße nachgewiesen.

Fallen Ihnen die Strom- und Telegrafenmasten am Wegrand auf? Vor dem 2. Weltkrieg war dieser Wanderweg die Landstraße, die Misdroy und Warnowo miteinander verbunden hat. Die Masten sind die letzten Zeugen dieser Straße.

Der Kibitzsee ist einer der schönsten Orte auf Wollin

Der Kibitzsee ist einer der schönsten Orte auf Wollin

Am Ort angekommen, wenden Sie sich an der Straße nach links. Sie führt um die Warnower Seen herum und ist recht wenig befahren. Wenn Sie den erneuten Abzweig des Wanderweges nach rechts in den Wald verpassen, ist das nicht weiter schlimm. Auch auf der Straße können Sie den romantischen Kibitzsee nicht verpassen.

Der größte der fünf Seen bei Warnowo liegt wunderschön eingebettet in die pommersche Landschaft. Das wusste auch der Pommernherzog Johann Friedrich. Der ließ eine alte slawische Fluchtburg auf der Halbinsel des Sees im 16. Jahrhundert mit einem Jagdschloss überbauen. Fast genau in der Seemitte liegt die Halbinsel und am Ufer liegt ein großer Findling. Um den heute Otterstein (Wydrzy Glaz) genannten Felsbrocken ranken sich viele Legenden. Früher hieß der Findling Schlippenbach-Stein. Nach 1632 übernahm der schwedische Graf Karl Friedrich von Schlippenbach das Holzschloss. So kam der Findling zu seinem Namen.

Der grüne Wanderweg führt einmal um die Halbinsel herum. Es bietet sich an, auf einer der vielen Bänke eine ausgiebige Pause einzulegen. Genießen Sie die Ruhe und die Tierwelt rund um die Seen.

Am Denkmal geht es rechts in Richtung Bahnhof

Am Denkmal geht es rechts in Richtung Bahnhof

Entlang des Seeufers führt der Weg wieder zurück. Durch die Bäume können Sie linker Hand zunächst den See Warnowo Wschodnie und dann Warnowo Zachodnie schimmern sehen, bevor Sie wieder die Straße erreichen. An der Stelle, an der Sie vorher aus dem Wald herausgekommen sind, gehen Sie weiter in Richtung Warnowo und wenden sich am Denkmalsockel nach rechts. Dieser Weg führt zum Bahnhof und ist deshalb nicht zu verpassen.

Über die Bahngleise führt der Rückweg wieder in den Wald und in den Naturpark Wollin hinein. Bei schlechtem Wetter, besonders nach längeren Regenfällen, ist der tief ausgefahrene Waldweg keine reine Freude – aber an den Rändern, parallel zum Sandweg, lässt es sich doch ganz gut gehen.

An der ersten Gabelung, nach etwa zwei Kilometern, halten Sie sich bitte halb rechts. An der Kreuzung, die etwa 500, 600 Meter weiter kommt, nehmen Sie bitte den halb rechten Weg (siehe Karte). Es führen also Wege nach rechts und nach links, einer geht genau geradeaus. Und Sie nehmen bitte den halb rechten Weg.

Alte Wegsteine markieren stellenweise auch heute noch den Wanderweg

Alte Wegsteine markieren stellenweise auch heute noch den Wanderweg

Ab dieser Kreuzung bleiben Sie immer auf dem eingeschlagenen Weg, der in einem weiten Bogen in Richtung Misdroy führt. Es geht am Friedhof von Misdroy vorbei und dann unter der Bahnlinie hindurch. Von hier sind es dann nur noch wenige 100 Meter bis zum zentralen Kreisverkehr in Misdroy.

Übernachten in Misdroy