Es ist wirklich und wahrhaftig die landschaftlich schönste, aber auch körperlich anstrengendste Etappe des Lahn-Camino. Heftig, heftig. Die Beine tuen weh, die Füsse brennen – aber der Kopf ist voll von traumhaften Eindrücken, mitgenommen an den unzähligen Aussichtspunkten und von rechts und links am Wegesrand.

Hier die Updates:

1. Balduinstein – wegen Bauarbeiten ist der Weg an der Lahn entlang gesperrt – natürlich (wie sollte es auch anders sein) ohne Vorankündigung. Bleiben Sie am besten auf der Strasse (überqueren also nicht die Bahn um dann links auf den Spazierweg einzubiegen), den Aufstieg zur Burg und damit auch zur Schaumburg können Sie nicht verpassen.

2. Schaumburg – Geier Sturzflug? Besuchen Sie Europa? Noch ein Begriff? Dann leicht abgewandelt: „Besuchen Sie die Schaumburg – solange sie noch steht!“ Es ist so schade, wenn ein solches Kleinod verkommen sollte. Die Schaumburg begleitet Sie auf dem Lahn-Camino von Diez bis zum Gabelstein. Drehen Sie sich unterwegs ruhig einmal um.

3. Gabelstein – hier sollten Sie es nicht versäumen, eine ausgiebige Rast einzulegen und die Aussicht ins Lahntal zu geniessen. Und seltsamerweise ist der überdachte Aussichtspunkt immer sauber. Ein Lob an die zuständige Gemeinde und eine Bitte an zukünftige Besucher, dabei mitzuhelfen.

4. Laurenburg – der Weg verläuft hinter Laurenburg mit den Bahngleisen zur rechten Hand. Am Bahnübergang sind die Markierungen die geradeaus weiterführen jetzt deutlich zu erkennen, ein Schild ist gerichtet. Hier werden Sie sich wohl kaum noch verlaufen können.

5. Häuserhöfe – der hier folgende Anstieg gegen Ende des Pilgertages ist heftig, aber gleichzeitig in diesem wildromatischen Bachtal ein Erlebnis der besonderen Art. Und fast auf den Höhen angelangt, erwartet Sie die Brunnenburg.

6. Brunnenburg – hier sollten Sie sich noch einmal ausgiebig Zeit nehmen. Der Blick von der Klosterruine ins Lahntal gehört zu den schönsten, die Sie auf dem Lahn-Camino erleben können. Das Kloster wurde um 1200 von Gisela von Katzenelnbogen, einer Nichte des Grafen von Arnstein, gegründet, die auch selber in den Konvent eingetreten ist. Die Verbindungen zwischen dem Prämonstratenserkloster Arnstein (Ziel der heutigen Etappe) und dem Benediktinerinnenkloster Brunnenburg waren freundschaftlich und eng. Das entsprach durchaus dem Selbstverständnis der Prämonstratenser, die im Zusammenleben von Männern und Frauen der Erneuerung der urchristlichen Gemeinde gedachten. Ein Schelm, der Böses dabei denken sollte. Jedoch gibt es auch heute noch Spekulationen über einen unterirdischen Gang, der die beiden Klöster verbunden haben soll. Auch die Zeugen der Bergbautätigkeit an der Lahn, die Stollen, die Sie immer wieder am Weg entdecken können, und ein eingestürzter Tunneleingang im Gewölbekeller der Brunnenburg, in dem Kinderskelette gefunden worden sein sollen, geben diese Spekulationen immer wieder neue Nahrung. Nachdem die Grafen von Nassau zum Protestantismus übertraten, wurde das Kloster Brunnenburg säkularisiert und schon Ende des 15. Jh. war es nicht mehr als eine Ruine.

7. Vierseenblick – den suchen Sie vergebens. Vielleicht kann ein Einheimischer helfen, diesen Namen aufzuklären?

8. Schillertempel – vom Vierseenblick führt der Weg immer weiter auf halber Höhe an der Lahn entlang, immer wieder auf- und absteigend. Nutzen Sie die schönen Aussichtspunkte. Am ausgeschilderten Schillertempel schliesslich habe Sie noch einen wunderschönen Blick auf Obernhof und die Weinberge, die übrigens zum Weinanbaugebiet Mittelrhein gehören.