Auf dem Weg

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Schlagwort: Westerwald

Limburg: Permanenter IVV-Wanderweg 20 Kilometer – Teil 1

Viel Asphalt, viel Autobahnrauschen – zumindest auf der ersten Hälfte. Trotzdem vielen Dank an die Dietkirchener für ihre Mühen.

Allendorf (Westerwald) – 1. Juli 2012

Aussichtsbank im Westerwald

Aussichtsbank im Westerwald

6 Kilometer, landschaftlich okay, Streckenführung fast ausschließlich über asphaltierte Feldwege. Nach 5 Kilometer kam die Streckenteilung auf 6, bzw. 10/20 Kilometer, wir hatten keine Lust mehr und sind zurück.

Kaffee, Hausmacher-Wurstebrot und ein Stück Kuchen – dann nach Hause.

Allendorf gehört zur Gemeinde Greifenstein. Ich hatte mich wirklich auf diesen Wandertag gefreut. Aber naja, es kann nicht immer alles perfekt sein wie in Wallmenroth.

Totenkirche im Westerwald

Weilburger Tageblatt, 24.09.2004

Totenkirche im Westerwald 24.09.2004

Merenberg. (mhz). Die aus dem 13. Jahrhundert stammende „Appenkirche“ bei Merenberg hat offenbar etwas Faszinierendes an sich, denn eine Reihe von Teilnehmern an unserem Bilderrätsel haben ihren Einsendungen Informationen aus verschiedenen Quellen beigefügt.

 

Die „St.-Jakobs-Kirche“ bei Merenberg – im Volksmund „Appenkirche“ genannt – sieht eher wie eine Scheune als ein Gotteshaus aus. (Fotos: Archiv/Horz)

Bis in die Neuzeit hat die aus Basaltsteinen gebaute St. Jakobs-Kirche auf Grund der dürftigen Quellenlage immer noch Rätsel aufgegeben.

Inge Lemper aus Merenberg schrieb uns: „Da ich in Merenberg aufgewachsen bin, ist mir dieses Gebäude von Kindheit an bekannt. Als Mitglied des evangelischen Frauenchores nehme ich seit 30 Jahren an Trauerfeiern in der Appenkirche teil“.

Angela Wolf aus Winkels hat in den Informationen über dieses Kirche am Pilgerweg zum Grab des Jakobus in Santiago de Compostela in Spanien geblättert.

Den Werdegang der St. Jakobs-Kirche hat Klaus Gelbhaar (Weilburg) vor 20 Jahren in der Zeitungsbeilage „Heimat an Lahn und Dill“ beschrieben.

Auch in der Beilage zu „Unser Weg“ in den Nachrichten aus dem Dekanat Weilburg wurde das unter Denkmalschutz stehende Gebäude vorgestellt.

Klaus Gelbhaar versuchte aufzuklären, woher der Name „Appenkirche“ gekommen sein könnte. In ihrer Entfernung zum Dorf liege wohl die Begründung. Das ehemalige Dorf habe unterhalb der Kirche, also „ab der Kirche“ gelegen, woraus der Volksmund „Appenkirche“ gemacht habe.

Es spreche auch viel für eine andere Deutung: Die Kirche war eine „apen Kirche“, in der man Zuflucht vor Räubern und Banden suchen konnte. Die Kirche, so Gelbhaar, wurde einst als Raststätte für Pilger gebaut, die auf dem Jakobsweg zum bedeutenden Wallfahrtsort Santiago de Compostela, der Ruhestsätte des Jakobus, sicher übernachten konnten.

Sie diente in Notzeiten auch als Zufluchts- und Verteidigungsbau, schriebt uns Birgit Berke aus Merenberg.

Es ist davon auszugehen, dass am Standort der heute nur noch als Friedhofskapelle benutzten Bauwerks 500 Mater westlich von Merenberg in Richtung „Vöhler Weiher“ ein Dorf gestanden hat.

Pfarrer Ralf Arndt Blecker ließ uns ein Informationsblatt zugehen, dem wir entnehmen, dass die Siedlung, zu der die Jakobskirche gehört, zu Beginn des 17. Jahrhunderts aus der schriftlichen Überlieferung verschwunden ist.

So sei davon auszugehen, dass seit dieser Zeit nur noch die Kirche mit dem Friedhof erhalten geblieben ist.

Bis heute dient der Friedhof den Merenbergern als Begräbnisstätte.

Ende WT-Artikel

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Weitere Recherche: In den Urkunden scheint scharf zwischen Appenkirche(n) und der St. Jakobs-Kirche unterschieden zu werden. Dies deutet auf die Ortschaft Appenkirchen mit der St. Jakobskirche hin. Hinweise auf eine „Raststätte für Jakobspilger“ ergeben sich in den mir zugänglichen Quellen nicht. Dies wäre m.E. auch unwahrscheinlich – so liegt die Appenkirche doch um einiges von der Lahn weg, grössere Ortschaften die einen Zubringer zur Lahn benötigen könnten, sind in nördlicher Richtung nicht vorhanden gewesen. Von Pilgern im Hochwesterwald ist zu vermuten, dass diese auf direktem Wege zum Rhein gepilgert sind. Kurz: Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela wird es wohl kaum in so grosser Zahl gegeben haben, dass ein Sammelpunkt oder eine Pilgerunterkunft an dieser Stelle nötig gewesen wäre. Hinzu kommt, dass ein wirklicher Aufschwung der Pilgerzahlen für SdC erst ab dem 14. Jhdt. festzustellen ist. Juli 2007, Karl-Josef Schäfer

20. Tag Remerschen – Thionville (Metz) 02.10.2007

 

 

Der Kumpel aus dem Westerwald hat gar nicht so viel geschwätzt, wie es erst den Anschein hatte. Ich glaube, hinter seinen „Predigten“ steht wirklich ein sehr intensives soziales Engagement. Als Beschäftigungstherapeut im Altersheim mit halber Stelle: Chapeaux. Ein ganz netter Kerl, der zwar immer wieder das Predigen anfing, aber sobald er das merkte, auch wieder still sein konnte.

Dreimal sei er schon in SdC gewesen. Einmal alleine, zweimal mit Gruppen. Immer zu Fuss, zuletzt im Frühjahr von Porto in Portugal aus. Ich habe die Bilder auf seinem Handy gesehen. Und jetzt nutzt er die letzten 5 Tage Urlaub, um von Metz aus mit dem Fahrrad nach Koblenz zu fahren. Alleine, versteht sich.

Mit dem Schlaf war es letzte Nacht nicht viel. Immer wieder bin ich aufgewacht. Das lag aber nicht an meinem Zimmergenossen – aber woran nun wirklich, weiss ich nicht. Frühstück war auch ganz in Ordnung, mal sehen, was mich heute in Thionville erwartet.

Wundervolles Wanderwetter, schöne Strecke entlang der Mosel, nachdem ich ja schon gestern die Wanderschuhe ausgezogen hatte, pilgere ich heute in Sandalen weiter. Eigentlich sollte ich jetzt schon 2 bis 3 Fusspflegetage einlegen – aber ich will ja auch vorwärtskommen.

Von Remerschen/Schengen zunächst durch die Weinberge nach Sierck-Les-Baines. Da habe ich erst mal alle verfügbaren Sorten durchprobiert. Das heisst natürlich von den Trauben, die noch nicht gelesen waren. Aber die schmeckten ganz hervorragend. Leider habe ich nicht genug Ahnung, um die Traubensorten zu unterscheiden (naja, Farbe geht ja noch … :-)). Dann habe ich aber keinen Weg mehr aus den Weinbergen gefunden und musste hinunter auf die Strasse. Der Wanderführer schreibt von einem Weg – der war aber nicht da. Also die viel befahrene Strasse weiter gepilgert. Gar nicht so ungefährlich – in Sandalen am unbefestigten Strassenrand. Und Auto- oder LKW-Fahrer die Rücksicht nehmen sind Mangelware.

Von Sierck-Les-Baines immer an der Mosel entlang in Richtung Thionville. Eine wahrliche Mammuttour. Der Schrittzähler zeigte am Ende des Tages knapp 36 km – viel zu viel. In Höhe Cattenom hatte ich keine Lust mehr und wollte eigentlich in den nächsten Zug einsteigen. Naja, weit und breit kein Zug oder Bahnhof und zum Suchen fehlte mir auch schon die Kraft. Interessant noch vor Cattenom, dem grossen Atomkraftwerk, das Feld mit dem Gemüsebauer und dem Riesentransparent: „Vente Les Legumes“ (Verkaufe Gemüse). Und just in diesem Moment funktioniert meine Kamera aus unerfindlichen Gründen nicht.

Völlig kaputt in Thionville angekommen und mich zur Jugendherberge durchgefragt. Naja, dass diese am Bahnhof ist, hätte ich der Adresse Place de la Gare schon selbst entnehmen können. Knapp halb sieben, musste ich auf den Stufen zur Eingangstür über 3 seltsam riechende Gestalten im Halbkoma hinwegsteigen. Die sahen nicht so aus, als hätten sie das Geld für eine Jugendherbergsübernachtung. Die verklemmte Tür habe ich mit einem Ruck geöffnet und dann schlug mir eine Wolke Gestank aus Alkohol, Essen, Urin und allem möglichen entgegen. Mit wurde schlecht und ich überlegte, wo kann ich heute nacht schlafen.

Ich bin kurzerhand über den Platz gegangen und habe die Zugabfahrten gesucht. Alle 10 Minuten geht ein Zug nach Metz. Ticket gekauft, entwertet, eingestiegen und in Metz wieder ausgestiegen. Damit habe ich mir also eine weitere Monsteretappe gespart.

Nach einer halbe Stunde Fussweg vom Bahnhof aus die Jugendherberge gefunden und einen ersten Eindruck von Metz gewonnen: „Hier bleib‘ ich!“

Jugendherberge sauber und ordentlich, mit 15,30 pro Nacht auch schön preiswert.

Gabi hat gerade angerufen. Ich hatte ihr noch auf dem Weg zwischen Bahnhof und Jugendherberge vorgeschlöagen, am Freitag nach Metz zu kommen. Sie holt mich hier ab, wir bleiben noch eine Nacht und fahren dann Samstag zurück. Nur, wie ich noch 2 Pilgertage durchhalten soll, nach der heutigen Tortur, ist mir ein Rätsel.

Mein Zimmergenosse heute ist ein netter Aussie, der Europa mit dem Fahrrad durchfährt. Fahrrad in Osnabrück gekauft, schon seit 6 Monaten unterwegs, viele Freunde gewonnen und plant, jetzt erst mal ein paar Monate in Frankreich zu bleiben. Toll, mit ihm hätte ich gerne getauscht. Ian ist sein Name, vielleicht trefft Ihr ihn ja mal irgendwo.

Erkenntnis des Tages: Manchmal hilft eine gute Portion Abhärtung (oder der Zug)

Allgemeine Beschreibung des Lahn-Camino von Wetzlar nach Lahnstein

142 km weit führt der Lahn-Camino weitgehend auf dem Lahnhöhenweg auf der Taunus-Seite (links) vom Wetzlarer Dom bis nach Lahnstein, wo die Lahn in den Rhein mündet.

Die Streckenführung könnte durchaus einem mittelalterlichen Jakobsweg entsprechen. In der St. Kastor Kirche in Dausenau (auf der Westerwaldseite) wurde auch bei Ausgrabungen eine Jakobsmuschel als Grabbeigabe gefunden. Die Flussniederungen waren meist morastig und schlecht passierbar, deshalb wird auch der Reisende des Mittelalters die Höhen von Taunus oder Westerwald bevorzugt haben.

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