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Christi Himmelfahrt 2013: Reiseverkehr in Hessen – Hessen Mobil erwartet erhöhtes Verkehrsaufkommen – Keine Tagesbaustellen auf Autobahnen am Hauptreisetag (8. Mai) ab 12 Uhr

Die Brückentage im Mai nutzen Verkehrsteilnehmer jedes Jahr für Kurztrips oder Tagesausflüge. Auf Hessens Straßen rollt daher vor allem am Tag vorm Feiertag mehr Verkehr als sonst. Für Christi Himmelfahrt (09.05.) erwartet Hessen Mobil daher am kommenden Mittwoch (08.05.) eine erhöhte Staugefahr auf hessischen Autobahnen.

Für einen entspannten Urlaubsstart informiert Hessen Mobil im Detail über zu erwartende Reisezeitverzögerungen:

Verkehrsprognose Hessen Himmelfahrt 2013

Verkehrsprognose Hessen Himmelfahrt 2013

Zum Start des verlängerten Himmelfahrt-Wochenendes am kommenden Mittwoch (08.05.) überlagern sich insbesondere im Rhein-Main-Gebiet sowie auf einigen Fernautobahnen ab nachmittags Berufs- und Reiseverkehr. Dies betrifft insbesondere die A5 und die A67 Richtung Basel im Bereich Bergstraße, die A5 Richtung Kassel zwischen Westkreuz Frankfurt und Gambacher Kreuz sowie zwischen Homberg/Ohm und Hattenbacher Dreieck. Ein ebenso hohes Verkehrsaufkommen erwartet Hessen Mobil auch auf der A3 Richtung Köln zwischen Wiesbadener Kreuz und Limburg-Nord sowie auf der A3 zwischen Frankfurt und Seligenstadt in beiden Fahrtrichtungen.

Zwei Baustellen auf der A5 können den Verkehr noch zusätzlich beeinträchtigen: die ein Kilometer lange Baustelle am Darmstädter Kreuz Richtung Basel zwischen Weiterstadt und Darmstädter Kreuz sowie die 1,8 Kilometer lange Baustelle am Gambacher Kreuz Richtung Kassel zwischen Butzbach und Fernwald. Um die Verkehrsbeeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten, steht den Verkehrsteilnehmern auch innerhalb der Baustellen die normale Fahrstreifenanzahl zur Verfügung. Auf Tagesbaustellen verzichtet Hessen Mobil am Mittwoch (08.05.) ab 12.00 Uhr komplett. Diese werden erst in den verkehrsarmen Nachtstunden nach 22.00 Uhr durchgeführt.  

Ab Himmelfahrt (09.05.) bis zum darauf folgenden Samstag (11.05.) erwartet Hessen Mobil deutlich weniger Reiseverkehr. Erst am Sonntag (12.05.), wenn der Rückreiseverkehr startet, kann es auf Hessens Autobahnen wieder voller werden. Hessen Mobil rechnet allerdings nur mit einer leicht erhöhten Staugefahr. Dies betrifft die A4 zwischen Bad Hersfeld und dem Kirchheimer Dreieck sowie die A5 zwischen Hattenbacher Dreieck und der Tank- und Rastanlage Wetterau in Fahrtrichtung Frankfurt.

Quelle: Hessen Mobil

St. Laurentius in Bieber ist wieder sicher – Kirche und Gericht

Untere und obere Kirche (St. Laurentius) in Bieber, „Untere und Obere Kirche 2“ von Reinhard Dietrich - Eigenes Werk. Lizenziert unter Creative Commons Zero, Public Domain Dedication über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Untere_und_Obere_Kirche_2.jpg#mediaviewer/File:Untere_und_Obere_Kirche_2.jpg

Untere und obere Kirche (St. Laurentius) in Bieber, „Untere und Obere Kirche 2“ von Reinhard Dietrich – Eigenes Werk. Lizenziert unter Creative Commons Zero, Public Domain Dedication über Wikimedia Commons – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Untere_und_Obere_Kirche_2.jpg#mediaviewer/File:Untere_und_Obere_Kirche_2.jpg

Dach, Statik und Decke sind wieder gerichtet. Auch die Notstützen sind wieder aus dem Innenraum der St. Laurentiuskirche in Bieber im Main-Kinzig-Kreis verschwunden. Kurz: die Kirche steht wieder für Gottesdienste und Konzerte zur Verfügung. Das feiert die Gemeinde am Sonntag, den 28. September 2014 um 10.00 Uhr mit einem Festgottesdienst. Im Anschluss an den Festakt sorgen musikalische Unterhaltung, Führungen in der Kirche und warme und kalte Speisen für Unterhaltung und Gemeinsamkeit. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) beteiligte sich 2012 im Rahmen der Restaurierung an den Dachdeckerarbeiten und stellte dafür 40.000 Euro zur Verfügung.

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Hessischer Pilgersommer 2014 endet mit Sternpilgern in Frankfurt

Am 31. August 2014 enden die Veranstaltungen zum Hessischen Pilgersommer 2014 mit einem Sternpilgern auf Frankfurt zu.

Ziel ist das Dominikaner-Kloster in Frankfurt am Main, wo sich die Pilgergruppen treffen. Sie erreichen gegen 15 Uhr aus allen Himmelsrichtungen kommend das Kloster.

Bernhard Stelzmann, Gründungsmitglied der Hessischen Jakobusgesellschaft begleitet eine Gruppe von Westen kommend.

Diese Gruppe trifft sich um 10 Uhr an St. Justinus in Höchst. Von dort gehen die Pilgerinnen gemeinsam nach Frankfurt über den noch auszuschildernden (und einigen bereits bekannten) Jakobsweg.

Interessierte melden sich bitte bei b.stelzmann (add) hotmail.de.

Schnelle Hilfe im Wald – Mit der neuen Forst-App zum Rettungspunkt

Schnelle Hilfe im Wald: 4.300 Rettungspunkte werden von Hessen-Forst betreut, Foto: Privat

Schnelle Hilfe im Wald: 4.300 Rettungspunkte werden von Hessen-Forst betreut, Foto: Privat

Waldbesucher können ab sofort die Daten der 4.300 Rettungspunkte von Hessen-Forst über ihr Handy abrufen. Bei einem Notfall kann man sich so schnell über die Lage des nächsten Rettungspunktes informieren. Der alarmierte Rettungsdienst kann den genannten Treffpunkt direkt anfahren.

Bei Unfällen im Wald kann schnelle Hilfe lebensrettend sein. Das gilt für verletzte Forstwirte genauso wie für Wanderer, Reiter und Radfahrer. Aus diesem Grund hat Hessen-Forst in Zusammenarbeit mit der Firma INTEND aktuell die Rettungskette-Forst um eine neue Funktion erweitert: Die kostenlose App zeigt die nächstgelegenen Rettungspunkte auf dem Handy an und führt im Ernstfall sogar auf direktem Weg dorthin. Vereinfacht wird die Navigation mit der Darstellung einer topografischen Karte bzw. eines Luftbildes.

„Bei einem Unfall im Wald stehen die Betroffenen vor einem ernsthaften Problem“, so der stellvertretende Landesbetriebsleiter Detlef Stys, „denn die wenigsten Menschen wissen, wo sie sich gerade exakt befinden. Der genaue Unfallort kann den Helfern nur selten beschrieben werden.“

 

Die App auf dem Handy zeigt, welche Rettungspunkte in der Nähe des eigenen Standorts liegen. Foto: Privat

Die App auf dem Handy zeigt, welche Rettungspunkte in der Nähe des eigenen Standorts liegen. Foto: Privat

Mit der neu entwickelten Handy-Anwendung wird das anders: Die App zeigt sowohl den eigenen Standort als auch den nächstgelegenen Rettungspunkt an. Eine Notruffunktion vereinfacht darüber hinaus die Weitergabe der Koordinaten an den Rettungsdienst.

Die App steht für Android- und Windows-Smartphones zur Verfügung und enthält neben den Rettungspunkten von Hessen-Forst auch die Rettungspunkte anderer Bundesländer, wie Bayern, Niedersachsen, Saarland und Schleswig-Holstein. Die App wird ständig weiterentwickelt und aktualisiert, eine Gewährleistung für die enthaltenen Informationen kann jedoch nicht übernommen werden. Sind die Treffpunkte einmal gespeichert, kann man sie unabhängig vom Handynetz abrufen.

Hintergrund Rettungspunkte:

Die Treffpunkte sind von den Rettungskräften gut zu erreichen und einheitlich gekennzeichnet: Die grünen Schilder zeigen ein weißes Kreuz und eine eindeutige Kennung (Abkürzung des jeweiligen Landkreises sowie ein- bis vierstellige Nummer). Im Notfall ist diese Bezeichnung der Einsatzleitstelle zu nennen.
Sowohl die Rettungsdienste als auch die Feuerwehren sind über die Lage der einzelnen Punkte sowie deren schnellstmögliche Erreichbarkeit genau informiert. Die Buchstaben- und Zahlenkombination auf dem Schild eines jeden Rettungspunktes zeigt den Einsatzkräften den Weg. Am Rettungspunkt wartet der Anrufer und führt die Einsatzkräfte zum Verunglückten. Die 4.300 Rettungspunkte decken die von Hessen-Forst betreuten Wälder komplett ab und unterliegen einer regelmäßigen Kontrolle.

Weitere Informationen zur Rettungspunkte-App finden Sie hier.

Anhang 1 – Rundgang durch das historische Neuss

 

Wenn Sie ein wenig Zeit für einen Rundgang durch Neuss haben, dann mag dieser Anhang einen ersten Eindruck von der Stadt verschaffen. Wenn Sie Zeit haben, dann sollten Sie aber an einer von der Tourist-Information organisierten Stadtführung teilnehmen oder sich einen der zahlreichen guten Stadtführer besorgen.

Denn es ist nicht leicht, in einer so uralten und im Mittelalter so bedeutenden Stadt wie Neuss einen Startpunkt für den historischen Spaziergang zu finden. Da das Münster St. Quirin als Ausgangspunkt Ihres Jakobsweges entlang des Rheins als Höhepunkt erst am Ende des Rundganges liegen soll, lassen Sie uns doch am Markt, dem zentralen Punkt einer jeden mittelalterlichen Stadt beginnen. Und wenn Sie bei Ihrem Spaziergang aufmerksam links und rechts schauen, werden Sie viel mehr als die beschriebenen historischen Zeugnisse entdecken.

Hier, am Markt, steht auch das 1954, an Stelle des im 2. Weltkrieg zerstörten historischen Gebäudes, erbaute Rathaus. Der Brunnen gegenüber zeigt Szenen aus der Neusser Stadtgeschichte. Oben auf dem Brunnen steht Hermann von Hessen in voller Rüstung, der Verteidiger von Neuss im Neusser Krieg 1474/75.

Mit dem Rathaus im Rücken geht es hinunter zum ehemaligen Hessentor, 1646 als sechstes Tor errichtet; schon 1829 musste es der Expansion weichen. Der Name geht auf die hessischen Besatzer im Dreißigjährigen Krieg zurück, die durch dieses Tor auf dem schnellsten Weg zu den Schanzen am Rhein gelangen konnten.

Die Treppe zu Ihrer Linken führt zum Quirinusmünster und zum Zeughaus auf der rechten Seite. Das 1639 erbaute Gebäude war bis Anfang des 19. Jh. die Kirche des daneben liegenden Franziskanerklosters. Der Name ‚Zeughaus’ stammt aus der Mitte des 19. Jh., als die preußische Garnison es für die Versorgung nutzte.

Gegenüber dem mächtigen Löwen gehen Sie nach rechts in die Hymgasse. Gegenüber, in der kleinen Grünanlage, können Sie den oberen Teil des Kehlturmes der ehemaligen mittelalterlichen Stadtbefestigung erkennen. Der Turm hat einen Durchmesser von 12 m, die Mauern sind bis zu 2 m dick. Und deutlich ist zu erkennen, wie hoch das heutige Straßenniveau im Vergleich zu dem im Mittelalter ist. In der Mitte des Platzes befand sich ursprünglich eine römische Herberge aus dem 2. oder 3. Jh.

Wenn Sie jetzt am Rheinischen Landestheater vorbei und an der Ampel in die Oberstraße abbiegen, sehen Sie nach wenigen Metern rechts den Jesuitenhof. Der Jesuitenturm ist das letzte Überbleibsel des Klosters. Der achteckige Turm hat drei Geschosse und eine geschweifte Haube. Auf dem heute bebauten Gelände gegenüber befand sich das Minoritenkloster, das älteste Kloster auf Neusser Stadtgebiet.

Zurück auf der Oberstraße gehen Sie nach rechts auf das einzige vollständig erhaltene mittelalterliche Stadttor von Neuss zu. Es stammt aus dem 12./13. Jh. und kontrollierte den Weg zum Oberrhein, also hauptsächlich nach Köln. Es war das größte und wichtigste der fünf bzw. sechs Neusser Stadttore. Der Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden hatte den Ausbau der Stadtbefestigung in der ersten Hälfte des 13. Jh. veranlasst und auch für sich selbst als Landesherr, da er ja von Bonn und Köln nach Neuss kam, die repräsentative Torburg im Gegensatz zu den vier schlichteren Tortürmen veranlasst. Im 14. Jh. kamen dann noch die beiden prächtigen Rundtürme hinzu. Heute beherbergt das Obertor die Mittelalter-Abteilung des Clemens-Sels-Museums. Das Museum mit den sehenswerten Abteilungen zum römischen und mittelalterlichen Neuss ist dienstags bis samstags von 11 bis 18 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 11 – 17 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt für Erwachsene 3,50 Euro, für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre und Studenten bis 27 Jahre 2,50 Euro.

Vor dem Obertor nach rechts in die Zitadellstraße und wieder rechts in die Mühlenstraße kommen Sie zum Windmühlenturm. Diese Mühle an der ehemaligen Stadtmauer ist wohl die älteste Neusser Stadtmühle gewesen und schon auf einem Stich aus dem Ende des 15. Jh. zu erkennen. Auch der Unterbau weist auf das Alter hin. Bis ins 19. Jh. hinein blieb die Mühle in Betrieb.

Ein Stückchen weiter steht auf der linken Seite der Blutturm, ein typischer Halbrundturm einer mittelalterlichen Stadtbefestigung. Die schweren Eisenringe im Inneren deuten auf die einstige Nutzung hin: es war wohl der Gefängnisturm der Stadt, in dem die Gefangenen auch für ihre Zeit nicht gerade komfortabel untergebracht wurden.

An der Ecke zur Zollstraße geht es nach links ab. Gegenüber an der Ecke zur Michaelstraße befindet sich das älteste erhaltene Fachwerkhaus von Neuss, 1571 erbaut. Es überstand den Brand bei der  Eroberung im Kölner Krieg und viele weitere Kriege und Brandkatastrophen. Das ‚Schärpe Eck’ wurde 1712 erbaut und der Name erinnert daran, dass Fuhrwerk kaum in schmale Gasse einbiegen konnten.

Kurz vor der Brücke stand ehemals das Zolltor, heute erinnert nur noch eine Informationstafel an das wichtige Stadttor. Der gesamte Handel Richtung Westen, also nach Aachen und Flandern, wurde durch dieses Tor abgewickelt. Sie biegen rechts in den Wierstraetweg ein, der Sie entlang des rekonstruierten Befestigungsgrabens und Teilen der mächtigen Stadtmauern in Richtung Hamtor führt.

Erstmals erwähnt wird das heute wenigstens teilweise rekonstruierte Hamtor im Jahre 1298. Es hatte nur geringe Bedeutung für die Stadt, eigentlich wurde es nur an bestimmten Wochentagen und zur Erntezeit geöffnet. Aber auch dieses Stadttor hatte einen eigenen Torwächter, der nach einer Stadtrechnung von 1501 mit 1 Malter Roggen, 5 Mark und 8 Albus schon sehr gering entlohnt wurde.

Gehen Sie am Hamtor vorbei und durch die Sebastianusstraße zur Niederstraße mit der Einkaufszone. Wenden Sie sich nach links, und an der nächsten Ecke steht die barocke Sebastianuskirche. Sie wurde 1720 geweiht und stellt heute eine Ruhepol in der hektischen Innenstadt dar. Betreut wird die Kirche von zwei Patres aus dem jungen Orden ‚Pro Deo et Fratribus – Familie Mariens’.

Zurück auf dem Hauptstraßenzug stehen Sie an der Ecke Büchel/Sebastianusstraße vor dem ‚Schwatte Päd’. Ein Haus mit dem Namen ‚Schwarzes Pferd’  ist schon seit 1559 belegt, das heutige Gebäude stammt aus dem Jahr 1604. Das Kellergewölbe ist sogar noch älter, nämlich rund 800 Jahre. Die Gaststätte wirbt mit dem Slogan ‚Ältestes Gasthaus am Niederrhein’.

Wenn Sie den Büchel weitergehen und die nächste Straße links abbiegen, kommen Sie zum Münsterplatz. Linker Hand steht das ehemalige ‚Vogthaus zu den Heiligen Drei Königen’, 1597 von dem damaligen kurfürstlichen Vogt erbaut und 200 Jahre von den Vögten als Wohnhaus genutzt. Heute befindet sich eine gemütliche Gaststätte in dem Haus. Im Giebel befindet sich ein Glockenspiel mit Figuren des Neusser Bürger-Schützenregimentes. Täglich um 11, 15 und 17 Uhr können Sie den Aufmarsch des Regimentes und das Glockenspiel genießen.

Gegenüber hat man bei Ausgrabungen in den 1950er Jahren die mittelalterlichen Reste der Marienkapelle freigelegt. Vier Meter unter dem heutigen Straßenniveau befindet sich ein Ziegelfußboden. Platz bot die Kirche in unmittelbarer Nähe zur Münsterkirche für rund 400 Menschen.

Am Münsterplatz steht auch der heute moderne Quirinusbrunnen, aus dem schon die mittelalterlichen Pilger das heilsame Quirinuswasser getrunken und mit nach Hause genommen haben. Der restaurierte Brunnen heute zeigt Szenen aus dem Leben des Quirinus von Neuss. Übrigens bringen in Neuss nicht die Klapperstörche die Babys – diese kommen aus dem Quirinusbrunnen.

Zum guten Schluss stehen Sie jetzt vor dem Neusser Wahrzeichen, dem Quirinusmünster, Höhepunkt unseres kleinen Stadtrundganges.

An der Stelle, auf der sich heute das im 13. Jh. erbaute Münster befindet, gab es schon ein Gräberfeld außerhalb der römischen Zivilsiedlung. Es handelte sich um ein Gebäude zum Totengedächtnis, eine ‚cella memoriae’. Durch eine Glasplatte können Sie die Überreste unter dem heutigen Boden sehen.

Das schon im Jahr 850 gegründete Kloster wurde in ein adliges Damenstift umgewandelt – und sicher gab es schon zu dieser Zeit ein Kirchengebäude. Erstmalig unkundlich erwähnt wurde eine Kirche im Jahr 1043. Auch der heilige Quirinus wird als Stadtpatron zum ersten Mal genannt. Nach alter Überlieferung wurden die Gebeine des Märtyrers im Jahr 1050 über mehrere Stationen, die uns immer wieder am Jakobsweg durch Deutschland in Richtung Süden begegnen, nach Neuss gebracht. Der daraufhin einsetzende Pilgerstrom brachte eine nicht ganz unerwünschte wirtschaftliche Blüte.

1209 reichte die Vorgängerkirche nicht mehr aus und der Wohlstand machte den Neubau einer größeren, schöneren und reicher ausgestatteten Kirche möglich. Der Baumeister Wolbero orientierte sich an den romanischen Kölner Kirchen, besonders an St. Maria im Kapitol.

Bis in die Barockzeit stand der hohe, spitze Westturm des Quirinusmünsters. Ein Blitzschlag und das nachfolgende Feuer zerstörten den Turm und Teile der Kirche. Danach wurde die barocke Kuppel errichtet. Und seitdem wacht auch der heilige Quirinus von der Kuppel die über die Stadt Neuss.

Das gewaltige Gebäude ist die letzte Kirche, die im Stil der rheinischen Romanik errichtet wurde. Stellenweise können Sie bei einer Umrundung auch schon den gotische Einfluss an verschiedenen Spitzbögen erkennen.

Der Eindruck der Größe und Weite setzt sich im Innenraum fort und wird durch die staufische Farbgebung, die sehr schön rekonstruiert wurde, noch verstärkt.

In der Krypta unter dem Chor finden sich die ältesten Bauteile: zwei Säulen aus der Zeit um 1050 und Fußbodenreste aus dem 9. Jh.

Leider ist von der reichen Ausstattung der Wallfahrtskirche heute nur noch wenig erhalten. In der Säkularisation wurden viele wertvolle Stücke entwendet – das anliegende Kloster wurde sogar völlig zerstört. Einige Kostbarkeiten sind jedoch noch erhalten.

In der Apsis, dem hinteren Teil des Chors oder Altarraumes, fällt gleich der Quirinusschrein ins Auge. Er birgt die Reliquien des heiligen Quirinus und stammt aus dem 19. Jh. Der Vorgänger dieses Schreines ist im Clemens-Sels-Museum ausgestellt. Der ursprüngliche Schrein wurde schon im Truchsessischen Krieg 1585 zerstört. Zum Festtag des römischen Märtyrers am 30. April feiert die Gemeinde alljährlich eine Quirinusoktav und zieht mit dem Quirinusschrein durch die Straßen und Gassen der Innenstadt.

Das Chorgestühl stammt aus dem 15. Jh. Das Pestkreuz ist von 1360, und die Marienstatue wurde vor 1430 geschaffen. Im südlichen Seitenschiff entdecken Sie den Quirinusaltar. Die Darstellung des heiligen Quirinus stammt aus dem Beginn des 16. Jh. Schließlich gibt es noch einen römischen Sarkophag im Münster.

Viel zu entdecken gibt es im Neusser Münster. Viele kleine Details. Nicht alle kann ich hier nennen, dabei sind alleine die modernen Bronzeplaketten mit den Kreuzwegstationen schon einen Abschnitt wert.

Zum Ende unseres Rundganges versuchen Sie sich doch bitte einmal diese herrliche Basilika im Mittelalter, während des Höhepunktes der Wallfahrten zu dem Schutzheiligen, vorzustellen. Bei 4000 Einwohnern waren zeitweise 5000 bis 6000 Pilger in der Stadt. Es stehen keine Kirchenbänke mehr in den Schiffen. Im Mittelalter gab es diesen Luxus nicht. Dicht an dicht standen die Pilger andächtig vor dem Altar. Auch die umlaufenden Emporen, die als Pilgerunterkünfte für die Nacht dienten, waren voll mit Gläubigen. Es gab kein elektrisches Licht. Der große Kirchenraum war lediglich durch Tageslicht oder durch zahlreiche Kerzen in ein Halbdunkel getaucht. Die meisten Pilger verstanden kein Latein, die Sprache der Kirche zu dieser Zeit. Das ‚Pater noster’ haben sie mühselig auswendig gelernt. Dennoch trugen alle diese Menschen ihre Sorgen und Nöte vor den Heiligen, in der Gewissheit, dass er ihnen und denen, für die sie beteten, Schutz und Heilung geben konnte.

Man mag zum Glauben, zum Christentum und auch zu der Heiligenverehrung in der katholischen Kirche gestern und heute seine eigene Meinung haben – aber der Glaube hat großartige Bauwerke entstehen lassen. Und der Glaube, die unzähligen Gebete, die unzähligen Hoffnungen, die mit diesen Gebeten verbunden waren und sind, machen diese wie auch alle anderen Wallfahrtskirchen zu ganz besonderen Orten.

Fasnetspredigt am 03.02.2008

 

Pater Norbert Riebartsch OSCam, Klinikpfarrer in Freiburg, hat mir seine Karnevalspredigt vom letzten Sonntag geschickt. Hier ist sie:

 

Fasnetspredigt am 03.02.2008 – 4. Sonntag im Lesejahr A
Evangelium und 2. Lesung aus dem 1. Korintherbrief

 

Schwestern und Brüder im Herrn
ich sehe euch gern.

Es zeigt euer Kommen
Ihr seid bei den Frommen
auch dann noch zu finden,
wenn eigentlich schwinden,
die Besucher der Messen –
in Baden und Hessen.

Gar manche tut’s plagen.
Ich höre sie fragen:
„Was können wir machen,
dass Menschen aufwachen
und sehn ohne Spott
dass nur unser Gott
dem Leben gibt Ziel?
Ist das denn zuviel?“

„Nein“ möchte ich sagen,
„das sicherlich nicht!“
Doch sollten wir tragen
ein offnes Gesicht!

Wir sollten nicht drängen,
nicht drohen mit Schmerz
nicht Strafen verhängen,
belasten das Herz.
Vielmehr gilt Vertrauen,
dass Gott es uns schenkt,
in Freiheit zu schauen,
wo er auf sich lenkt
die Hoffnung der Armen,
der Kranken und Schwachen,
mit seinem Erbarmen
sie neu bringt zum Lachen.
Sie, die erhoffen, was grade nicht ist,
was früher sie kannten zufrieden und froh,
was auch noch im Alter man nie ganz vergisst.
Das möge so kommen. Das bleib einfach so.

Was haben wir denn grad gehört?
An Jesus haben sich kaum gestört
die Menschen, die mit sich zufrieden.
Denn diese haben oft gemieden,
jene, die mit Unbill geschlagen,
und die nun mit all ihren Klagen
eher verstummt sind im großen Kreis.
Doch gibt es sie noch – wie jeder wohl weiß.

Die kamen zu Jesus, die brauchten sein Wort.
Der See und der Berghang, die waren der Ort
Um wieder zu hoffen, dass einer es hört,
wenn sie davon sprechen, was mächtig sie stört.
Sie sprachen von Unrecht, das an ihnen geschehen,
von Wegen des Friedens, die sie nicht können gehen.
Sie sprachen von Hunger nach Liebe und Brot
und noch von manch andrer persönlicher Not.
Die Antwort war immer nur: „Selig ihr seid!
Denn von Gottes Zeichen seid ihr nicht mehr weit.
Er will euch doch trösten und euch aufbauen
und will mit euch das Gelungne anschauen.
Er will euch umgeben
mit himmlischen Leben.“

Zwar könnte man fragen
was nun an den Klagen
der Menschen sich wendet.
Denn Not jetzt nicht endet.
Doch haben sie einmal – zumindest beim Herrn,
gespürt: „Ich werde gemocht, mich hat einer gern!“
Sie haben gemerkt: „Er nimmt mich wichtig“
und sagt ihnen auch: „Euer Anspruch ist richtig!“

Und auch ist zu lesen an anderen Stellen:
Wenn Jesus dann kam mit seinen Gesellen,
sprach er seine Botschaft und tat dann ein Zeichen,
so mächtig, dass anschließend niemand wollt weichen.

Gewiss – er hat nicht alle Probleme beendet
und mancher hat sich enttäuscht abgewendet.
Doch Blinde wie beispielsweise Bartimäus,
oder die Sünder wie etwa Zachäus
oder der Aussätzige vor der Stadt,
die 5000, die der Herr machte satt,
sie zeigen, dass Jesus war sehr wohl bereit
zu wenden die Not und das Elend der Zeit.

Doch das ist Geschichte, Jahrtausende her.
Auch heute fällt Menschen das Leben sehr schwer.
Wir haben die Kraft nicht für Jesu Zeichen,
doch glaube ich, wir können auch heute erreichen,
worum damals der Herr immer hat sich bemüht:
Dass die Blume der Freude an Gott in uns blüht.

Wir können sie haben – das weiß schon St. Paul
und das zu erklären war er gar nicht faul.
Gott ist es, der den Menschen erwählt,
und dann für Gott seine Treue auch zählt.
Er wählt ihn, das eigene Leben zu meistern
und sich leiten zu lassen von guten Geistern.
Er wählt ihn, nicht weil er ist so voller Kraft,
dass er alle Dinge alleine schon schafft.
Er wählt ihn viel mehr als sein Ebenbild,
um ihm dann zu sein der Schutz und das Schild.
Dafür findt er Wege durch Raum und durch Zeit
zu mehren die Freude, zu teilen das Leid.

Man sieht es auch heute hier in Heilig Geist.
Das Reimen uns auf die Freude verweist.
Und weil der Kalender es heute bestimmt,
ein jeder, der will, mit Recht auch annimmt:
Der Blasiussegen wird heute gespendet,
als Zeichen dafür, dass Gott sich zuwendet,
dem, der in der Not auf Segen vertraut
und immer neu hoffend auf Jesus Christ schaut.

Und darin, ihr Leute, schließt sich der Reigen,
denn an St. Blasius kann man es zeigen:
Er wurde erwählt – auch zum Bischofsamt,
die Kraft dazu von Gott selber stammt.
Durch ihn konnte Blasius segensreich sein,
und in das Leben des Knaben hinein
ein Zeichen der göttlichen Liebe bringen.
So ist es auch heute mit vielen Dingen.

Drum hoffe ich weiter, ob heute, ob morgen
dass in allen Ängsten und in allen Sorgen
wir ab und an spüren im Krankenbett oder auch hier:
Gott sagt uns noch immer: „Selig seid Ihr!“

In Hessen kommt der Radtourismus auf Touren

Der kontinuierliche Ausbau der radtouristischen Infrastruktur in Hessen trägt Früchte: Erstmals belegt das Bundesland eine Top-Platzierung als Urlaubsziel (Platz 9 von 149) in der jährlich vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) erhobenen Radreise-Analyse. In der Befragung nannten mehr Radurlauber als je zuvor Hessen spontan als Lieblingsdestination. Mit dem Main-Radweg (Platz 2) und dem Rheinradweg (Platz 6) führen zudem zwei der im ADFC-Ranking beliebtesten Fernrouten durch den südlichen Teil des Landes. Beide Routen zählen auch zu den meistbefahrenen in Deutschland.

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Hessische Jakobusgesellschaft gegründet – Christoph Hefter ist Vorsitzender

Hesssische Jakobsgesellschaft gegründet

Hesssische Jakobsgesellschaft gegründet

Jakobspilgerinnen und Jakobspilger aus ganz Hessen kamen am 28. März im Frankfurter Haus am Dom zusammen, um eine Jakobusgesellschaft in Hessen zu gründen. Hauptaufgaben werden die Förderung der Jakobuspilgerschaft auf den Spuren der alten Jakobspilger ins spanische Santiago de Compostela und die Pflege der Traditionen rund um die Wallfahrtstraditionen sein.

Christoph Hefter ist neu gewählter Vorstand der Hessischen Jakobsgesellschaft

Christoph Hefter ist neu gewählter Vorstand der Hessischen Jakobsgesellschaft

Die Gründungsversammlung wählte Christoph Hefter, Präsidiumsmitglied der Limburger Diözesanversammlung (das oberste Laienkirchen in einem katholischen Bistum), zum Vorsitzenden und Dr. Hans Prömper, Leiter der katholischen Erwachsenenbildung im Haus

Hans Prömper wurde zum Stellvertreter der Hessischen Jakobsgesellschaft gewählt

Hans Prömper wurde zum Stellvertreter der Hessischen Jakobsgesellschaft gewählt

am Dom, zu seinem Stellvertreter.

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Abtshaus wird weiter saniert – Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert erneut das ehemalige Kloster in Flechtdorf

ehemaliges Kloster in Flechtdorf © Karin Gehrmann/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

ehemaliges Kloster in Flechtdorf © Karin Gehrmann/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Eine freudige Nachricht für Helmut Walter, den Ersten Vorsitzenden des Fördervereins Kloster Flechtdorf e.V. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt die Innensanierung des Abtshauses von Kloster Flechtdorf mit 50.000 Euro. Der Fördervertrag erreicht den Fördervereinsvorsitzenden in diesen Tagen. Die in weiten Teilen fast original erhaltene mittelalterliche Klosteranlage gehört seit 2010 zu den rund 140 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, bisher allein in Hessen fördern konnte.

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Landrat Manfred Michel (Landkreis Limburg-Weilburg) weiterhin Vorsitzender des Hessischen Tourismusverbandes

Die Mitgliederversammlung des Hessischen Tourismusverbandes e.V. (HTV) hat den bisherigen Vorsitzenden, Landrat Manfred Michel (Landkreis Limburg-Weilburg) einstimmig in seinem Amt bestätigt.

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