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Niederländische Hansestädte: Neue Hanse-Radrouten für deutsche Touristen

Hansestadt Deventer. Foto: Hanzesteden Marketing

Hansestadt Deventer. Foto: Hanzesteden Marketing

Von Doesburg nach Deventer, von Hattem nach Hasselt, von Zutphen nach Zwolle: Im Osten der Niederlande, gleich hinter der deutsch-niederländischen Grenze, stehen Ausflüglern alle Möglichkeiten offen, einen Städtetrip mit einer Fahrradtour zu kombinieren. Gleich neun Hansestädte reihen sich im IJsseldelta aneinander. Speziell für deutsche Touristen haben die Städte nun fünf neue Radtouren entwickelt.

Von Hansestadt zu Hansestadt. Foto: Hanzesteden Marketing

Von Hansestadt zu Hansestadt. Foto: Hanzesteden Marketing

Große Nachfrage
„Wir verzeichneten in den vergangenen Jahren eine große Nachfrage nach Radrouten, die von Hansestadt zu Hansestadt führen“, erklärt Elizabeth Stoit vom Tourismusbüro Hanzesteden Marketing. Auch zuvor musste sich das Radwegenetz der Provinzen Gelderland und Overijssel, die in diesem Jahr beide als „5-Sterne-Fahrradprovinz“ zertifiziert wurden, nicht verstecken: Die Radfernwege LF3 Hanseroute und LF23 Zuiderzeeroute etwa verbinden alle Hansestädte und führen durch reizvolle Landschaften. Nachteil jedoch: Die Routen sind mehr als 100 Kilometer lang und eignen sich vor allem für Radurlaube.

Hansestadt Zutphen. Foto: Hanzesteden Marketing

Hansestadt Zutphen. Foto: Hanzesteden Marketing

Ein Rundkurs durch die Hansestädte
„Uns ist aufgefallen, dass gerade der kurze Streckenabschnitt Kampen-Zwolle sehr beliebt ist“, so Stoit. „Daher haben wir an neuen Routen gebastelt, die man als Rundweg fahren kann. So haben die deutschen Touristen weitere attraktive Strecken zur Auswahl, um an einem Tag von A nach B und wieder zurück nach A zu radeln.“ Das neue Angebot sieht beispielsweise die Route Deventer-Zutphen-Deventer bzw. Zutphen-Deventer-Zutphen vor, die mit 40 Kilometern Länge bequem als Tagestour in Angriff genommen werden kann. Die Hanseradrouten orientieren sich am Knotenpunktsystem, welches das niederländische Radwegenetz sehr übersichtlich gestaltet. Nummerierte Knotenpunkte und eine gut sichtbare Beschilderung zwischen ihnen sorgen für ein entspanntes Fahren auf zwei Rädern. Das Schönste: es geht nicht nur durch die mittelalterlichen Städtchen, sondern immer auch am Wasser entlang. Die kürzeste Rundstrecke zwischen Hasselt und Zwolle ist 30 Kilometer lang, die längste zwischen Harderwijk und Elburg beträgt 68 Kilometer. Das neue Angebot ist so beliebt, dass nun über eine niederländische Ausgabe der Broschüre nachgedacht wird.

Ruhmreiche Vergangenheit, moderne Gegenwart
Die neun Hansestädte Doesburg, Zutphen, Deventer, Hattem, Zwolle, Hasselt, Kampen, Elburg und Harderwijk zeugen von einer prunkvollen Vergangenheit, in der der Handel blühte und kleine Siedlungen zu wohlhabenden Ortschaften aufstiegen. Heute locken sie dank ihrer historischen Innenstädte, modernen Geschäfte, hippen Lokale und vielfältigen Kulturszenen viele Besucher an.

Die Broschüre ist in den Tourist-Infos in den Hansestädten sowie im Online-Shop zum Preis von zwei Euro erhältlich: https://shop-das-andere-holland.de/neu-im-shop/funf-hanseradtouren.

Weitere Infos unter www.holland-hanse.de 

20. Tag Remerschen – Thionville (Metz) 02.10.2007

 

 

Der Kumpel aus dem Westerwald hat gar nicht so viel geschwätzt, wie es erst den Anschein hatte. Ich glaube, hinter seinen „Predigten“ steht wirklich ein sehr intensives soziales Engagement. Als Beschäftigungstherapeut im Altersheim mit halber Stelle: Chapeaux. Ein ganz netter Kerl, der zwar immer wieder das Predigen anfing, aber sobald er das merkte, auch wieder still sein konnte.

Dreimal sei er schon in SdC gewesen. Einmal alleine, zweimal mit Gruppen. Immer zu Fuss, zuletzt im Frühjahr von Porto in Portugal aus. Ich habe die Bilder auf seinem Handy gesehen. Und jetzt nutzt er die letzten 5 Tage Urlaub, um von Metz aus mit dem Fahrrad nach Koblenz zu fahren. Alleine, versteht sich.

Mit dem Schlaf war es letzte Nacht nicht viel. Immer wieder bin ich aufgewacht. Das lag aber nicht an meinem Zimmergenossen – aber woran nun wirklich, weiss ich nicht. Frühstück war auch ganz in Ordnung, mal sehen, was mich heute in Thionville erwartet.

Wundervolles Wanderwetter, schöne Strecke entlang der Mosel, nachdem ich ja schon gestern die Wanderschuhe ausgezogen hatte, pilgere ich heute in Sandalen weiter. Eigentlich sollte ich jetzt schon 2 bis 3 Fusspflegetage einlegen – aber ich will ja auch vorwärtskommen.

Von Remerschen/Schengen zunächst durch die Weinberge nach Sierck-Les-Baines. Da habe ich erst mal alle verfügbaren Sorten durchprobiert. Das heisst natürlich von den Trauben, die noch nicht gelesen waren. Aber die schmeckten ganz hervorragend. Leider habe ich nicht genug Ahnung, um die Traubensorten zu unterscheiden (naja, Farbe geht ja noch … :-)). Dann habe ich aber keinen Weg mehr aus den Weinbergen gefunden und musste hinunter auf die Strasse. Der Wanderführer schreibt von einem Weg – der war aber nicht da. Also die viel befahrene Strasse weiter gepilgert. Gar nicht so ungefährlich – in Sandalen am unbefestigten Strassenrand. Und Auto- oder LKW-Fahrer die Rücksicht nehmen sind Mangelware.

Von Sierck-Les-Baines immer an der Mosel entlang in Richtung Thionville. Eine wahrliche Mammuttour. Der Schrittzähler zeigte am Ende des Tages knapp 36 km – viel zu viel. In Höhe Cattenom hatte ich keine Lust mehr und wollte eigentlich in den nächsten Zug einsteigen. Naja, weit und breit kein Zug oder Bahnhof und zum Suchen fehlte mir auch schon die Kraft. Interessant noch vor Cattenom, dem grossen Atomkraftwerk, das Feld mit dem Gemüsebauer und dem Riesentransparent: „Vente Les Legumes“ (Verkaufe Gemüse). Und just in diesem Moment funktioniert meine Kamera aus unerfindlichen Gründen nicht.

Völlig kaputt in Thionville angekommen und mich zur Jugendherberge durchgefragt. Naja, dass diese am Bahnhof ist, hätte ich der Adresse Place de la Gare schon selbst entnehmen können. Knapp halb sieben, musste ich auf den Stufen zur Eingangstür über 3 seltsam riechende Gestalten im Halbkoma hinwegsteigen. Die sahen nicht so aus, als hätten sie das Geld für eine Jugendherbergsübernachtung. Die verklemmte Tür habe ich mit einem Ruck geöffnet und dann schlug mir eine Wolke Gestank aus Alkohol, Essen, Urin und allem möglichen entgegen. Mit wurde schlecht und ich überlegte, wo kann ich heute nacht schlafen.

Ich bin kurzerhand über den Platz gegangen und habe die Zugabfahrten gesucht. Alle 10 Minuten geht ein Zug nach Metz. Ticket gekauft, entwertet, eingestiegen und in Metz wieder ausgestiegen. Damit habe ich mir also eine weitere Monsteretappe gespart.

Nach einer halbe Stunde Fussweg vom Bahnhof aus die Jugendherberge gefunden und einen ersten Eindruck von Metz gewonnen: „Hier bleib‘ ich!“

Jugendherberge sauber und ordentlich, mit 15,30 pro Nacht auch schön preiswert.

Gabi hat gerade angerufen. Ich hatte ihr noch auf dem Weg zwischen Bahnhof und Jugendherberge vorgeschlöagen, am Freitag nach Metz zu kommen. Sie holt mich hier ab, wir bleiben noch eine Nacht und fahren dann Samstag zurück. Nur, wie ich noch 2 Pilgertage durchhalten soll, nach der heutigen Tortur, ist mir ein Rätsel.

Mein Zimmergenosse heute ist ein netter Aussie, der Europa mit dem Fahrrad durchfährt. Fahrrad in Osnabrück gekauft, schon seit 6 Monaten unterwegs, viele Freunde gewonnen und plant, jetzt erst mal ein paar Monate in Frankreich zu bleiben. Toll, mit ihm hätte ich gerne getauscht. Ian ist sein Name, vielleicht trefft Ihr ihn ja mal irgendwo.

Erkenntnis des Tages: Manchmal hilft eine gute Portion Abhärtung (oder der Zug)

Fahrradverleihsystem im polnischen Seebad Sopot

Im Seebad Sopot (Zoppot) startete jetzt ein neues Fahrradverleihsystem. An acht Stationen kann man insgesamt 80 Räder leihen, bis nächstes Jahr soll die Zahl auf 140 ausgeweitet werden.

Nutzer müssen sich zunächst auf einer Website anmelden und per Handy das Rad freischalten lassen. Betreiber ist das Unternehmen Nextbike.
www.nextbike.pl

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