Untere und obere Kirche (St. Laurentius) in Bieber, „Untere und Obere Kirche 2“ von Reinhard Dietrich - Eigenes Werk. Lizenziert unter Creative Commons Zero, Public Domain Dedication über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Untere_und_Obere_Kirche_2.jpg#mediaviewer/File:Untere_und_Obere_Kirche_2.jpg

Untere und obere Kirche (St. Laurentius) in Bieber, „Untere und Obere Kirche 2“ von Reinhard Dietrich – Eigenes Werk. Lizenziert unter Creative Commons Zero, Public Domain Dedication über Wikimedia Commons – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Untere_und_Obere_Kirche_2.jpg#mediaviewer/File:Untere_und_Obere_Kirche_2.jpg

Dach, Statik und Decke sind wieder gerichtet. Auch die Notstützen sind wieder aus dem Innenraum der St. Laurentiuskirche in Bieber im Main-Kinzig-Kreis verschwunden. Kurz: die Kirche steht wieder für Gottesdienste und Konzerte zur Verfügung. Das feiert die Gemeinde am Sonntag, den 28. September 2014 um 10.00 Uhr mit einem Festgottesdienst. Im Anschluss an den Festakt sorgen musikalische Unterhaltung, Führungen in der Kirche und warme und kalte Speisen für Unterhaltung und Gemeinsamkeit. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) beteiligte sich 2012 im Rahmen der Restaurierung an den Dachdeckerarbeiten und stellte dafür 40.000 Euro zur Verfügung.

Der Obergrund des Biebertals wurde wohl im späten 10. Jahrhundert besiedelt. Die Ortschaft Bieber bildete das Zentrum für die umliegenden Dörfer. Hier stand die Kirche und wurde Gericht gehalten. St. Laurentius ist die ältere der beiden Dorfkirchen Biebers. Vermutlich als Wehrkirche errichtet, wurde sie in der Reformation lutherisch, im Dreißigjährigen Krieg mit dem ganzen Ort zerstört. 1660 baute man die zerstörte Kirche wieder auf.

Der erhaltene dreigeschossige romanische Chorturm der Kirche auf rechteckigem Grundriss aus dem 12. Jahrhundert wurde in den neuen Bau integriert, das romanische Schiff dabei verbreitert. 1756 formte man bei der Erneuerung der Fenster und Portale die Kirche um, ein großer Anbau an der Südseite bestimmte nun deren Queranlage. Eckquaderungen und Gewände aus Naturstein gliedern den Putzbau. Das Glockengeschoss des Turmes ist verschiefert und schließt mit einem Spitzhelm ab. Im Inneren des Turmes überspannt ein kuppelförmiges Kreuzgratgewölbe das Erdgeschoss. Im Inneren der Kirche zeigen die Emporenbrüstungen Malereien aus der Zeit um 1797. Der Chorraum wird von einem Kreuzgratgewölbe überfangen. Das Altartriptychon schuf ein S. Vogt aus Karlstadt. Die Kanzel auf einem Steinpfeiler stammt aus dem beginnenden 18. Jahrhundert.

St. Laurentius ist eines von über 150 Projekten, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden und Mittel der Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, bisher allein in Hessen fördern konnte.