Buch vorgestellt: Dem Jakobsweg von Stolzenfels aus folgen

Karl-Josef Schäfer und Wolfgang Welter präsentierten ihren Pilgerwanderführer – Bereits im Mittelalter führte eine Etappe von Koblenz nach Trier

KOBLENZ. Der Weg ist das Ziel. Wenn das berühmte Zitat von Konfuzius irgendwo ins Schwarze trifft, dann beim legendären Jakobsweg, der nach Santiago de Compostela (Spanien) führt. Eine landschaftlich reizvolle und mit vielen kulturellen Kostbarkeiten gespickte Etappe des Pilgerpfades führte im Mittelalter von Stolzenfels nach Trier. Das Buch "Ein Jakobsweg von Koblenz-Stolzenfels nach Trier" führt den Leser auf den Mosel-Camino. Die Buchautoren Karl-Josef Schäfer und Wolfgang Welter stellten ihren Pilgerwanderführer in der Stolzenfelser Pfarrkirche St. Menas vor.

Warum startete der Weg ausgerechnet in Stolzenfels? Dies hatte logische geografische Gründe. Auf dem Weg vom Norden oder Osten Europas nach Santiago de Compostela führte die Route durch Deutschland. Drehscheibe für Pilger war das Johannes-Kloster in Lahnstein. Der Weg führte die Pilger aus dem Norden meist durch das Rhein- und die aus dem Osten stammenden Gläubigen durch das Lahntal. In Lahnstein angekommen, teilte sich die Streckenführung. Entweder ging es den Rhein abwärts bis Speyer oder man beschloss, als Zwischenziel das Grab des Apostels Matthias in Trier zu besuchen.

Wer sich für die letztere Variante entschied, setzte mit dem Boot über den Rhein nach Stolzenfels. Von dort war es über den Hunsrück-Höhenweg nicht mehr weit bis zur Mosel. Das liebliche Flusstal und die urwüchsigen Hunsrück- und Eifelhöhen entschädigten reichlich für die Strapazen der Reise. Es ist höchst wahrscheinlich, dass im Mittelalter und auch später viele Tausend Pilger über diesen Pfad Trier erreichten. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Denn die Jakobswege erleben in unserer Zeit eine Renaissance.

Deshalb führen Karl-Josef Schäfer und Wolfgang Welter in acht Tagesetappen über den Mosel-Camino durch eine der schönsten Fluss- und Höhenlandschaften in Europa. Die erste Strecke führt von Stolzenfels nach Alken. Ihre persönlichen Erfahrungen auf der Route schrieben die Autoren nieder. Viele Informationen über Land und Leute, Sehenswürdigkeiten und spirituelle Anregungen machen das Buch zur Fundgrube für alle, die selbst einmal die Faszination "Jakobsweg" aktiv erleben wollen. "Und man braucht dazu nicht in einem Stück die 2200 Kilometer bis nach Santiago de Compostela zu pilgern", sind die Autoren Schäfer und Welter überzeugt.   Erwin Siebenborn