Sehr geehrter Herr Schäfer,

Als Jakobspilgerin habe ich mich über Ihr Buch sehr gefreut und auch sofort begonnen auf den von Ihnen beschriebenen Wegen in Norddeutschland zu wandern.

Dazu muss ich sagen, dass ich in Glückstadt an der Elbe wohne und die Gegend recht gut kenne. Daher möchte ich Sie auf einige Unstimmigkeiten aufmerksam machen.

Die 2. Etappe Handewitt Süderschmedeby ( Seite 36 -42 ) ist sehr schlecht markiert, besonders die Strecke aus dem Hansewitter Forst in die Gartenstadt  Weiche und dann fehlt die Markierung für den Einstieg auf den von Ihnen als Margeritenweg bezeichneten Weg parallel zur Bahnlinie. Verfehlt man nämlich diesen Einstieg muss man entlang der Bundesstraße laufen, was lebensgefährlich ist.

Außerdem wäre es hilfreich, wenn Sie angeben, dass man ca.1 km aus Oeversee hinausgehen muss, um das Österreicher – Denkmal zu sehen.

Für die 4.Etappe Schleswig – Kropp erwähnen Sie nicht, dass man über das Privatgelände der alten Selker Mühle und am Fischteich entlang zum Hohlweg wandern muss. Auf diesem Teilstück fehlen für den Einstieg auch Markierungen.

Ich habe noch zwei wichtige Anmerkungen:

Die Pensionsinhaber hatten keine Ahnung, dass sie in Ihrem Buch erwähnt wurden, sodass sie mich um Ihre E-Mailadresse gebeten haben.

Und ganz wichtig! man kann nicht auf dem Stördeich von Itzehoe nach Glückstadt gehen. er befindet sich in Privatbesitz und ist  vielerorts durch Stromzäune in Parzellen abgetrennt, weil Schafe und Vieh darauf weiden.
Neben der Kirche in Neuendorf ist auch die in Borsfleth ( das ist der Ort vor Ivenfleeth) von geschichtlicher Bedeutung. Es gibt sogar eine Dorfchronik.

Und zum Schluss möchte ich Ihnen sagen, dass die Wegmarkierung unterhalb der Störbrücke sinnlos ist, denn man kann an dieser Stelle nicht auf den Deich. Dort laufen  zur Zeit Zuchtbullen herum.

Ich hatte trotzdem viel Freude nach Ihrer Beschreibung zu wandern. Ich war mit zwei Hunden unterwegs und habe bei den von Ihnen angeführten Adressen Unterkunft gefunden.

Landschaftlich war meine 5tägige Tour herrlich.Als schönste Teilstrecken erlebte ich den Weg durch das Noor und auf den Binnendünen des Ochsenweges.

Ich wünsche Ihnen weiterhin Bon camino! und viel Erfolg! Liebe Grüße von XY, Jakobspilgerin.

 

Ein Hinweis in eigener Sache: Ich freue mich über jede Rückmeldung und Korrektur der Pilgerwanderführer. Bitte schreiben Sie mir doch mit hinein, ob ich Ihren Namen veröffentlichen darf. Ohne Hinweis nehme ich grundsätzlich die Namen heraus. Vielen Dank!

Und hier ist meine Antwort auf die eMail:

Herzlichen Dank für Ihre Rückmeldung, liebe Frau XY!

Darf ich diese an Fred Hasselbach von der Norddeutschland-Sektion der Deutschen Jakobusgesellschaft weiterleiten? Er hat die "Via Jutlandica" mit viel persönlichem Einsatz initiiert und dann auch markiert. Sie finden Details auf der Internetseite www.via-jutlandica.de.

Es ist nun so, dass man irgendwann einmal so einen Tunnelblick beim Schreiben bekommt und dann nicht mehr weiss, ob es rechts oder links herum geht. Von daher würde ich mich gerne mit ihm austauschen und schauen, ob die Markierungen vielleicht tatsächlich fehlen oder von mir ganz einfach Fehler in der Beschreibung gemacht wurden.

Einer dieser Fälle ist die Selker Mühle. Bei "Krause" und bei allen anderen Autoren für den E 1 ist sie erwähnt – nur mir einfach durchgegangen. Wird aber in der nächsten Auflage korrigiert.

Genannte Pensionsbesitzer sind natürlich alle angeschrieben bzw. antelefoniert worden. Da ist das Gedächtnis dann wohl etwas kurz. In einem Fall wird jedoch völlig umgebaut (zumindest komplett 2008), dort gibt es keine Übernachtungsmöglichkeit mehr – aber der Besitzer hatte zugesagt, die Pilger persönlich weiterzureichen, deshalb habe ich sie dringelassen.

Jaaa, Stördeich! Wie im Pilgerwanderführer beschrieben ist die Straße auch nicht besonders prickelnd. Zum Zeitpunkt meiner Begehung musste ich mehrfach beiseite springen und habe dann lieber den Weg auf der Deichkrone gewählt und mir schon einige böse Rückmeldungen der Besitzer bis heute eingefangen. Allerdings hatte ich es auch nur mit Schafen zu tun – wenn Grossvieh oben weidet oder eine Pilgerin mit Hund kommt, sieht es natürlich noch einmal anders aus. Da lasse ich mir für die nächste Auflage etwas einfallen.

Alle anderen Punkte habe ich im Skript schon korrigiert – herzlichen Dank im Namen aller Jakobspilger auf der Via Jutlandica.

Schöne Grüsse ins wunderschöne Glückstadt aus dem sonnigen Weilburg an der Lahn,

Ihr Karl-Josef Schäfer