Der Mosel-Camino

Pilgern kann man nicht nur in Nordspanien

KOBLENZ/REGION. Seit Komiker Hape Kerkeling über seine Pilger-Wanderung auf dem Jakobsweg ein Buch geschrieben hat, ist das Thema in aller Munde – und selbst notorische Fußweg-Verweigerer machen sich auf die Socken, um das Apostelgrab in Santiago de Compostela per pedes zu erreichen. Was nicht jeder weiß: Auch durch unsere Region führen Ausläufer des Caminos, des Jakobswegs. Ein Autor aus der Region hat nun einen Wanderführer für die Strecke von Koblenz-Stolzenfels nach Trier geschrieben.

Karl-Josef Schäfer (Jahrgang 1956) lebt in Weilburg an der Lahn, ist jedoch in Cochem aufgewachsen und hat in Koblenz Lehramt studiert. Seit langer Zeit beschäftigt er sich mit der Geschichte der Jakobswege in Europa. Über den Lahn-Camino hat er bereits ein Buch verfasst. Sein kenntnisreicher Pilgerwanderführer für die Mosel ist nun als Taschenbuch erschienen und kann im Buchhandel bestellt werden.

In acht Etappen geht es von Stolzenfels aus über Alken, Treis-Karden, Bullay, Traben-Trarbach, Osann-Monzel, Klüsserath und Schweich nach Trier bis zum Apostelgrab des heiligen Matthias in der Domstadt. Der Pilgerweg führt entlang der Mosel und über die Eifel- und Hunsrückhöhen, quer durch eines der schönsten Wandergebiete Deutschlands also. Und Schäfer gibt neben der Route viele Tipps und auch spirituelle Anregungen, er listet Vorschläge für Besichtigungen auf und verweist auf Ansprechpartner in Kirchengemeinden und Tourist-Informationen. Preisgünstige Unterkunftsmöglichkeiten runden das 220 Seiten starke Buch, das 14,95 Euro kostet, ab.

 

Mal sehen, was die nun daraus machen:

 

Wolfgang Welter
Maximinstraße 8
54338 Schweich , den 23.12.2007

Tel.: 06502-0000

Mail: ChipWelter at t-online.de

Betr.: Richtigstellung

Sehr geehrte Damen und Herren,

zunächst vielen Dank, dass Sie in Ihren gestrigen Koblenz-Ausgaben über unseren Pilgerwanderführer berichtet haben.

Erstaunt bin ich allerdings über die Qualität Ihrer Recherche: So erwähnen Sie als Autor lediglich Karl-Josef Schäfer; schreiben, dass dieser in Cochem aufge­wachsen ist und behaupten, dass er in Koblenz ein Lehramtsstudium absolviert hat.

Richtig ist, dass meine Person an der Entstehung des Buches mehr oder weniger gleichermaßen beteiligt ist. Es ist zwar nicht wirklich bedeutsam, aber ich bin es, der in Cochem geboren und aufgewachsen ist und daher die Mosel-Landschaft recht gut kennt. Außerdem: der schöne Beruf eines Lehrers wird von mir aus­ge­übt. Ka-Jo hingegen stammt aus Norddeutschland, lebte lange Zeit in Neuss, jetzt in Weilburg und verdient seine Brötchen als Kommunikations- und Füh­rungs­kräfte-Trainer. Als Beamten kann man ihn sich nur schwerlich vorstellen.

In meiner Mail (16.12.; 11.35 Uhr) hatte ich im Anhang ein Info-Blatt beigefügt – 323 Wörter plus eine Abbildung. Von Journalisten sollte man doch erwarten können, daraus einen Text zu formen, der keinerlei oder wenigstens kaum einer Beanstandung bedarf und auf dessen Richtigkeit sich der Leser verlassen kann.

Ich hätte die Kritik meiner persönlichen Eitelkeit zugeschrieben und damit dann doch lieber hinterm Berg gehalten; aber – der Lapsus schlechthin darf einfach nicht unerwähnt bleiben und muss korrigiert werden:

Sie haben in keiner Weise den Titel des Buches erwähnt!!!

Ich verstehe dieses Schreiben nicht notwendigerweise als Leserbrief, möchte aber doch an Ihre Sorgfaltspflicht appellieren und um eine angemessene Rich­tigstellung bitten.

Mit trotzdem freundlichen Grüßen und den besten Wünschen für ein frohes Weihnachtsfest!

Wolfgang Welter

 

Klasse, nur eine Stunde später. Hut ab!

 

Sehr geehrter Herr Welter!

Vielen Dank für Ihren Hinweis auf den sachlichen Fehler in unserem Artikel. Es ist mir ein Rätsel, wie es passieren konnte, dass die Biografien von Ihnen und Herrn Schäfer durcheinandergeworfen wurden. Ich will es mal auf den vorweihnachtlichen Stress schieben, was aber keine Entschuldigung sein soll. Eine Korrektur wird folgen.

Auch Ihnen schöne Weihnachten,

Rhein-Zeitung

Kulturredaktion Koblenz

Hohenfelder Straße 16

56068 Koblenz

Tel. 0261/

Fax 0261/2919214

 

http://rhein-zeitung.net

rz Rhein-Eifel GmbH • Hohenfelder Straße 16 • 56068 Koblenz

Geschäftsführer: Peter Burger

5 HRB 6837 Reg.-Gericht Koblenz

Nachtrag am 13. Februar 2008:

Gestern abend berichtet mir Wolfgang vor einer E-Mail, in der ein "irritierter" (Zitat) Verfasser des Entschuldigungsschreibens anmerkt, sein elektronischer Brief vom 23.12.2007 sei persönlich gewesen und deshalb auch gemäss den Gepflogenheiten im Postverkehr zu behandeln. Zwar war der Adressat (Wolfgang) wieder nicht der richtigen Ansprechpartner und laut höchstrichterlicher Entscheidung entspricht der E-Mail-Verkehr eher dem Versenden und Empfangen einer Postkarte (es gibt also kein "Briefgeheimnis"), aber es gibt einige Urteile bezüglich des Persönlichkeitsschutzes beim Veröffentlichen von E-Mails im Internet.

Und auch, wenn ich wirkliche Hochachtung vor der blitzschnellen Korrektur des Fehlers nach dem Hinweis von Wolfgang hatte und mich mit dem Blog-Eintrag beim Autor persönlich bedanken wollte, so habe ich doch vorsichtshalber den Namen entfernt um Auseinandersetzungen aus dem Wege zu gehen.

Eines zeigt allerdings die gestrige Reaktion: der Blog (das Blog? die Blog?) wird gelesen. Auch, oder gerade von Vertretern der shcreibenden Zunft.