Hier ein paar Zitate, die sich mit Pilgerreisen zu den wichtigsten christlichen antiken und mittelalterlichen Pilgerzielen beschäftigen:

"Das Sitzfleisch ist gerade die Sünde wider den heiligen Geist. Nur die ergangenen Gedanken haben Wert."

sagt Friedrich Nietzsche in der Götzendämmerung

 

"Wer es für unbedingt notwendig erachtet, erster oder zweiter Klasse zu fahren, wer der Meinung ist, daß er im Osten gerade so essen müsse wie zu Hause, wer nicht gelegentlich einen Dolmetscher entbehren und auch in etwas hilfloserer Weise mit Fremden verkehren kann, der mag sich von vornherein sagen, daß er im Osten zwar vieles wird sehen können, was er zu Hause nicht sieht, daß er aber das allerwichtigste nicht erreichen wird, einen wirklichen Einblick in die Art des Landes und des Volkes. …"

Caspar Rene Gregory (1846-1917) in Zu Fuß in Bibellanden, Leipzig, 1919

 

"Sogar der beste denkgläubige Christ kann die Bibel, zum wenigsten ihren Einschlag örtlicher Beziehungen, wieder mit der Klarheit und Lebendigkeit der Vorstellungen, noch mit der Fülle und Tiefe der Gefühle erfassen, wie der Pilgrim, dessen Gedächtnis durch die Anschau über die Wirklichkeit gebietet. Reiseerinnerungen aus em heiligen Lande sind ein köstlicher Schatz, den kein Gold und kein Silber aufwiegt."

A. Tobler in Deutsche Pilgerreisen nach dem Heiligen Land, S. 32 f.

 

"Denn nach den Grab, da der Herr in gelegen hat, welches die Saracenen inne haben, fragt Gott gleich viel, als nach den Küen in der Schweitz‘ und itzt könnten wir rechte, christliche Wallfahrten thun, die Gott gefielen, im Glauben, nämlich wenn wir die Propheten, Psalmen, Evangelisten u.s.w. mit Fleiss läsen, da würden wir nicht durch der Heiligen Städte, sondern durch unsere Gedanken und Herz zu Gott spazieren, das ist das rechte gelobte Land und Paradies des ewigen Jerusalem."

Martin Luther, Schriften, gefunden in der Erlanger Ausgabe LXI, 161

 

"Ich wünsche aber, daß solch und dergleichen Buchlin euch wohl gefallen und daß euer Herz eine besser seliger Wallfarth drinnen finde, denn diejenigen, so Ihr zu Jerusalem etwa gethan habt. Nicht dass ich solch Wallen verachte – denn ich möchte selbst solche Reise gern thun, und nu ich nicht mehr kann, höre und lese ich doch gern davon, wie ich denn euch auch neulich mit Lust so gern und fleißig zuhöret."

Doktor Martin Luthers Deutsche Briefe, Leipzig, 1908, S. 201