Das Ausbildungssystem zum Schulwandern des Deutschen Wanderverbandes (DWV) ist im Juni von den Vereinten Nationen als „Offizielle Maßnahme der UN-Dekade für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung bekommen nur wenige.

 

Schulwanderungen bieten viele Vorteile. Sie fördern die Persönlichkeitsentwicklung sowie  das soziale Verhalten junger Menschen und geben Einblicke in die Natur. Ute Dicks, Geschäftsführerin des Deutschen Wanderverbandes: „Da wird Bildung für nachhaltige Entwicklung für junge Menschen konkret.“ Der Deutsche Wanderverband will mit seiner Ausbildungsinitiative erreichen, dass Kinder und Jugendliche in der Schule regelmäßig wandern und dabei lernen, sich für eine zukunftsfähige Entwicklung einzusetzen. Das Konzept dafür wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert und ist nun von der deutschen UNESCO-Kommission als vorbildliche Bildungsarbeit und „Offizielle Maßnahme der Weltdekade“ im Haus der Kulturen der Welt in Berlin ausgezeichnet worden.

 

Das Ausbildungskonzept, das der Wanderverband in Kooperation mit der Deutschen Wanderjugend (DWJ) auf den Weg gebracht hat, besteht aus zwei Elementen: Zum einen werden Lehrer und Wanderführer zu „zertifizierten Schulwanderführern“ fortgebildet. Zum anderen werden – auf die Rahmenbedingungen einzelner Bundesländer abgestimmt – Fortbilder ausgebildet, die in ihren Bundesländern ihrerseits Experten für Schulwanderungen qualifizieren.

Die „Offiziellen Maßnahmen“ spielen bei der Umsetzung der strategischen Ziele des Nationalen Aktionsplans der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ eine zentrale Rolle. Im Unterschied zu zahlreichen eher lokal ausgerichteten Projekten, die als Beispiele guter Praxis ebenfalls ausgezeichnet werden, leisten die „Offiziellen Maßnahmen der Weltdekade“ einen strukturellen Beitrag zur systematischen Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung. Das DWV-Projekt ist eins von nur 19, welche sich seit vergangenen Freitag (15.Juni) „Offizielle Maßnahme der Weltdekade“ nennen dürfen. „Wir sind stolz, mit unserem Aus- und Fortbildungskonzept dazu beizutragen, Bildung für nachhaltige Entwicklung in Deutschland langfristig zu verankern“, so die DWV-Geschäftsführerin.

 

Tatsächlich eignen sich Schulwanderungen Pädagogen zufolge bestens dafür, junge Menschen gerade für das Thema „nachhaltige Entwicklung“ und für damit verbundene Themen wie Konsum, Lebensstil, Klimawandel und Biologische Vielfalt zu sensibilisieren:
Die fair gehandelte Pausenschokolade unterstützt eine gerechte Bezahlung der Kakaobauern und verhindert Kinderarbeit; ein Picknick mit Zutaten, die gerade in der eigenen Region wachsen, schont genauso das Klima wie die Anreise zur Schulwanderung mit dem ÖPNV. Während einer Wanderung können die Schüler auch Ideen für eigene Nachhaltigkeitsprojekte bekommen. So können sie etwa eine Streuobstwiesenpatenschaft übernehmen, diese pflegen und den selbstgepressten Saft im Schülercafé verkaufen.

 

Gabi Diethers, Referentin für Schulwandern und Bildung für nachhaltige Entwicklung beim Deutschen Wanderverband: „Nachhaltige Entwicklung betrifft jeden. Denn es geht um unsere und die Zukunft nachfolgender Generationen. In allen Lebensbereichen können wir viel erreichen. Gerade unser Konsumverhalten wirkt sich weltweit aus.“