Kader Attia, Foto: Per Kristiansen

Kader Attia, Foto: Per Kristiansen

Für die Veranstaltungsreihe MMK Talks hat das MMK Museum für Moderne Kunst Künstler der aktuellen Ausstellung „Die Göttliche Komödie. Himmel, Hölle, Fegefeuer aus Sicht afrikanischer Gegenwartskünstler“ eingeladen, um mit Gesprächspartnern ihrer Wahl über ihre Arbeit und die im MMK ausgestellten Werke zu sprechen. Am Freitag, 4. April um 19 Uhr trifft der Künstler Kader Attia beim zweiten MMK Talk in diesem Jahr auf die freie Kuratorin Koyo Kouoh.

Kader Attia (Frankreich, 1970) lebt und arbeitet in Paris und Berlin. Er wuchs in Frankreich und Algerien auf. In seiner Arbeit geht er dem Einfluss des Kapitalismus auf den Mittleren Osten und Nordafrika nach. Er interessiert sich für die Folgen der Kolonialisierung auf die arabische Jugend, vor allem in den Vorstädten Frankreichs. Im MMK zeigt Attia die Serie „Repair Analysis“ (2013), die aus zerbrochenen und mit groben Kupfernähten zusammengeflickten Spiegeln besteht. Der Künstler verweist auf die unterschiedlichen Bedeutungen des Begriffs der Reparatur. Das Verständnis von Reparatur muss nicht immer mit dem Zurückversetzen in einen ursprünglichen Zustand einhergehen, sondern kann in einigen außereuropäischen Gesellschaften auch bedeuten, Gegenständen eine neue Ästhetik oder ein neues Leben zu geben.

Mit seiner Gesprächspartnerin bei den MMK Talks, Koyo Kouoh, hat Attia in der Vergangenheit bereits verschiedene Projekte zusammen realisiert. Die Ausstellungsmacherin Koyo Kouoh ist freie Kuratorin sowie die Gründerin und künstlerische Leiterin der Raw Material Company in Dakar, einem Ausstellungsraum für kulturelle Praxis und kritischen Diskurs. Als Spezialistin für Fotografie, Video und Kunst im öffentlichen Raum hat sie bereits an verschiedenen internationalen Häusern bedeutende Ausstellungen kuratiert und beschäftigt sich essayistisch auch mit der Gegenwartskunst in Afrika. Für die dOCUMENTA 13 war sie als Kuratorin tätig, ebenso kuratierte sie das Diskursprogramm der Contemporary African Art Fair 1:54 im vergangenen Jahr in London. Sie lebt und arbeitet in Dakar und Basel.

Mit der Ausstellung „Die Göttliche Komödie. Himmel, Hölle, Fegefeuer aus Sicht afrikanischer Gegenwartskünstler“ wird das MMK auf 4500 Quadratmetern zum Schauplatz Dantes Göttlicher Komödie: In diesem Epos aus dem frühen 14. Jahrhundert, das zentrale Gedanken des Christentums mit Glaubensvorstellungen aus der Antike verbindet, setzt sich der italienische Dichter Dante Alighieri (1265-1321) mit theologischen, philosophischen und moralischen Fragen auseinander, die bis heute von gesellschaftlicher und politischer Brisanz sind. Das Werk bildet die Grundlage für das Ausstellungsprojekt mit Arbeiten von 50 Gegenwartskünstlern aus über 20 afrikanischen Ländern.

Live-Stream-Übertragung

Der MMK Talk wird per Live-Stream auf die Webseite des MMK (www.mmk-frankfurt.de) übertragen.

Vorschau:

Mittwoch, 14. Mai 2014, 19 Uhr

Julie Mehretu

Die Gespräche finden in englischer Sprache statt.

Eintritt frei

Die Reihe wird in der zweiten Jahreshälfte mit der Eröffnung der Dependance des MMK im Taunusturm fortgesetzt und ist in die erste Sammlungspräsentation der neuen Ausstellungsfläche eingebettet.

Die MMK Talks werden gefördert von der Deutsche Bank Stiftung.