2014 wird ein besonderes Jahr für das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main: Der lang gehegte Wunsch, mehr Raum zur Verfügung zu haben, um die Sammlung des Museums umfassender präsentieren zu können, geht endlich in Erfüllung. Im Herbst 2014 wird die neue Dependance des MMK im TaunusTurm mit rund 2000 qm zusätzlicher Ausstellungsfläche eröffnet und zeitgleich die Neustrukturierung des Haupthauses präsentiert. Wir laden Sie jetzt schon herzlich zur großen Neueröffnung im Herbst 2014 ein. Darüber hinaus bietet das kommende Jahr bemerkenswerte programmatische Höhepunkte.

 

Einzigartige Initiative privater Finanzierung

Dem MMK ist in Kooperation mit dem Planungsdezernat und dem Kulturdezernat der Stadt Frankfurt sowie dem Immobilienentwickler Tishman Speyer und durch Unterstützung von den Partnern des Museums Stefan Quandt, der Ernst Max-von Grunelius Stiftung und der Helaba eine Public-Private Partnership gelungen, die in der deutschen Museumslandschaft einzigartig ist. Durch eine ausschließlich private Finanzierung gewinnt das MMK mit einer Dependance im neu errichteten TaunusTurm, einem Immobilienprojekt von Tishman Speyer und der Commerz Real AG im Bankenviertel Frankfurts, rund 2.000 qm Ausstellungsfläche hinzu. Dabei werden von Tishman Speyer für den Zeitraum von 15 Jahren nicht nur die Räume miet- und nebenkostenfrei zur Verfügung gestellt, sondern durch die Spenden der Partner des MMK auch die Betriebskosten gedeckt.  Über die Kosten der technischen Bereitstellung hinaus, finanzieren diese Partner – und auch das ist beispiellos –  die Kosten für die Organisation und Betreuung des Ausstellungsprogramms, inklusive einer zusätzlichen Projektstelle. 

„Diese Form der  Zuwendung ist Ausdruck eines besonderen gegenseitigen Vertrauens. Unsere Förderer unterstützen das MMK seit vielen Jahren und sind jetzt mit uns noch einen großartigen Schritt weiter in die Zukunft gegangen, einen Schritt für das MMK und für die Stadt Frankfurt“, freut sich die Direktorin des MMK, Dr. Susanne Gaensheimer, über die Kooperation. 

Durch die Erweiterung des MMK um einen zusätzlichen langfristigen Standort ergeben sich vielfältige Möglichkeiten, der Öffentlichkeit einen größeren Teil der herausragenden Sammlung des MMK dauerhaft zugänglich zu machen und in thematischen Ausstellungen zu präsentieren.

 

Dependance des Museums – Das MMK 2

Die Dependance des MMK im TaunusTurm, das künftige MMK 2, wird ingesamt über 2250 qm verfügen, mit einer Ausstellungsfläche im zweiten Obergeschoss und dem Eingangsbereich mit Museumsshop und Cafébar im Erdgeschoss.  Hier werden ab September 2014 große thematische Wechselausstellungen aus der Sammlung des MMK zu aktuellen Themen der Gegenwart gezeigt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den aktuellen Positionen der Sammlung. Die Ausstellungen werden Aspekte von Architektur, Urbanismus, Arbeit, Design und Mode integrieren, aber auch sozialpolitische Fragestellungen thematisieren und jeweils eine Laufzeit von mindestens einem halben Jahr haben. Regelmäßige Führungen und ein Kunstvermittlungsprogramm werden die Ausstellungsaktivitäten begleiten. 

 

Die Klassiker im Hauptgebäude – Das MMK 1 

Für das Haupthaus des MMK, die postmoderne Architekturikone in der Domstraße, das künftige MMK 1, bedeutet die Erweiterung des Museums die lang ersehnte Möglichkeit, herausragende Meisterwerke der Sammlung, die vor Ort und international eine hohe Wertschätzung genießen, dauerhaft präsentieren zu können. Die Highlights der Sammlung werden den Besuchern in Zukunft permanent zur Verfügung stehen: Werke von Andy Warhol, Claes Oldenburg, Roy Lichtenstein, Walter de Maria, Hanne Darboven, Alighiero Boetti, On Kawara, Blinky Palermo, Joseph Beuys, Gerhard Richter, Rosemarie Trockel, Douglas Gordon, Isa Genzken, Wolfgang Tillmans und vielen mehr werden die Besucher über Jahre begleiten. Ebenso werden im MMK 1 weiterhin die großen Wechselausstellungen und Retrospektiven von bedeutenden internationalen Künstlern der Gegenwart im drei- bis viermonatigen Rhythmus gezeigt. Die Ausstellungen werden die Sammlungspräsentationen kontextualisieren, perspektivisch erweitern und inhaltlich ergänzen. 



 

MMK Zollamt – Das MMK 3

Im bisherigen MMK Zollamt, dem künftigen MMK 3, werden weiterhin neue Positionen der aktuellsten Gegenwartskunst gezeigt, und vielfältige Kooperationen mit lokalen, überregionalen und internationalen Partnern ermöglicht. Ausstellungen, beispielsweise mit den Absolventen der Städelschule oder den Stipendiaten der Jürgen Ponto-Stiftung, werden ebenso Teil des Programms sein wie Symposien, Vorträge und Empfänge, mit denen die Ausstellungen im Hauptgebäude, dem MMK 1, begleitet werden.

 

 

 

Ausstellungen 2014 im Überblick:

 

 

MMK 3:

8.2. – 6.4.2014

ars viva 2013 / 14Wahrheit / Wirklichkeit 

 

Das MMK präsentiert die Preisträger des renommierten ars viva-Preises für Bildende Kunst. Der seit 1953 jährlich vom Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI e.V. vergebene Förderpreis ging für 2013/14 an Björn Braun (*1979 in Berlin), John Skoog (*1985 in Malmö, Schweden) und Adrian Williams (*1979 in Portland, Oregon/USA). 

Björn Braun setzt sich in seinen skulpturalen Arbeiten, Collagen und Projektionsarbeiten mit Transformationsprozessen auseinander. Er unterzieht vorgefundene Objekte einer materiellen und gedanklichen Metamorphose und setzt sie neuen Sinn-, Form- und Funktionszusammenhängen aus. John Skoogs künstlerisches Medium ist der Film. In ruhigen Bildern, die zwischen Fiktionalität und Dokumentation angelegt sind, sucht er an alltäglichen Orten nach den Spuren von Handlungen und Ritualen und lenkt den Blick des Betrachters auf scheinbar Banales und Nebensächliches, das bei Skoog eine intensive Aufladung erfährt. 

In ihren Performances, bei denen zum Teil zahlreiche Musiker mitwirken, beschäftigt sich Adrian Williams mit Klangphänomenen und ihren physischen Realitäten. In ihren Foto-Text-Collagen verschränken sich narrative Fragmente, die den Betrachter zu einer imaginären Fortschreibung der Situationen einladen.

 

Die ars viva-Ausstellung der Preisträger Bildende Kunst des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI e.V. ist eine Kooperation mit dem Neuen Museum Weimar und der GAM – Galleria Civia d’Arte Moderna e Contemporanea in Turin. 

 

Eröffnung: Freitag 7. Februar, 19 Uhr

Pressevorbesichtigung: Mittwoch, 5. Februar, 11 Uhr

 

 

 

MMK 1:

21.3 – 27.7.2014      +++ Achtung neue Laufzeit +++

Die Göttliche Komödie.

Himmel, Hölle, Fegefeuer aus Sicht afrikanischer Gegenwartskünstler 

 

Das MMK wird auf über 4.200 qm zum Schauplatz von Dantes „Göttlicher Komödie“: In diesem Epos aus dem frühen 14. Jahrhundert, das zentrale Gedanken des Christentums mit Glaubensvorstellungen aus der Antike verbindet, setzt sich der italienische Dichter Dante Alighieri (1265-1321) mit theologischen, philosophischen und moralischen Fragen auseinander, die bis heute von gesellschaftlicher und politischer Brisanz sind. Das Werk bildet die Grundlage für das Ausstellungsprojekt mit Arbeiten von rund 50 Gegenwartskünstlern aus über 20 afrikanischen Ländern.  Die von Kurator Simon Njami zusammen mit dem MMK konzipierte Präsentation wird in der Folge an weiteren internationalen Ausstellungsorten zu sehen sein.

Auf drei Etagen, denen jeweils das Paradies, die Hölle und das Fegefeuer zugeordnet sind, werden Arbeiten in unterschiedlichen Medien präsentiert: Malerei, Fotografie, Skulptur, Videoarbeiten, Installationen und Performances. Es werden zahlreiche Neuproduktionen entstehen, die explizit für die Räume des MMK konzipiert sind.

Ausgehend von ihrem jeweiligen kulturellen und religiösen Hintergrund untersuchen die Künstlerinnen und Künstler einzelne thematische Sequenzen der „Göttlichen Komödie“. Dabei entwerfen einige Künstler die Jenseitsreiche als weltliche Orte, die mittels der Vorstellungskraft bereichert werden, andere hingegen verknüpfen sie mit der Idee von Göttlichkeit, Hoffnung oder Verlust. 

Nach vielen auf Afrika bezogenen Ausstellungen der letzten Jahre scheint es wichtig, die Bedeutung afrikanischen Schaffens nicht weiterhin vor allem im postkolonialen Kontext, sondern im Hinblick auf Fragen der Ästhetik zu untersuchen. Die Ausstellung konzentriert sich daher nicht auf historische oder politische Darstellungen, vielmehr setzt sie auf Dichtung und Kunst als Ausdrucksform, Unausgesprochenes zu transportieren und zu kommunizieren. Das Konzept der Ausstellung überträgt die universellen Fragestellungen der „Göttlichen Komödie“, einer Inkunabel der europäischen Literatur, in unsere Gegenwart und setzt sie in einen aktuellen, transnationalen Zusammenhang.

 

Eröffnung: Donnerstag, 20. März, 19 Uhr

Pressevorbesichtigung: Donnerstag, 20. März, 11 Uhr

 

 

 

MMK 3:

Sommer 2014

Absolventenausstellung der Städelschule 

 

Zum sechsten Mal präsentieren die Absolventen der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule ihre Arbeiten im MMK 3. Die Kooperation unterstreicht die enge Verbundenheit der Städelschule mit dem MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main. Beim Publikum und in der Fachwelt erfährt diese Ausstellung große Wertschätzung, hat sich doch die Städelschule über die letzten Jahrzehnte den Ruf erarbeitet, zu den interessantesten Ausbildungsstätten weltweit zu gehören. 

Im MMK 3 zeigen die jungen Künstlerinnen und Künstler Werke  in unterschiedlichen Medien, wie Installation, Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Film und Performance.

 

 

 

MMK 1:

14.9.2014 – 18.1.2015

Subodh Gupta 

 

Die Einzelausstellung von Subodh Gupta ist die erste große Solopräsentation des indischen Künstlers in Europa. Gupta präsentiert im MMK neue und bereits existierende Arbeiten auf der gesamten ersten Ebene des  Museums. Dabei wird auch eine große Neuproduktion entstehen, die anschließend in die Sammlung des MMK übergehen soll.

Subodh Gupta (*1964 in Khagaul, Indien) lebt und arbeitet in Neu-Delhi. Er studierte zwischen 1983 und 1988 Malerei am College of Art in Patna, arbeitet jedoch vorwiegend in den Medien Skulptur, Fotografie, Installation, Video und Performance. Am Bekanntesten sind Guptas raumgreifende skulpturale Arbeiten, die aus Alltagsgegenständen bestehen oder in denen er auf diese Bezug nimmt: Edelstahlgeschirr, wie es in Indien alltägliche Verwendung findet, Pfannen, Melkeimer, Fahrräder, Einkaufswagen dienen ihm als Materialien und „Bausteine”, mit denen er Megastrukturen mit einprägsamer Semantik schafft. Dabei klingen häufig die Themenkomplexe des Kochens und Essens an, die sich auch in seinen performativen Arbeiten wiederfinden. Gupta interessiert das Kochen und Essen als Manifest einer kulturellen Alltagspraktik, aber auch als Sinnbild für Essentialität und Existenz. In seinen Arbeiten gibt es immer wieder Bezüge zu sozioökonomischen Entwicklungen seines Heimatlandes Indien und zu Entwicklungen der globalen Wirtschaft, aber auch episodische Referenzen zu seiner eigenen Biografie.

 

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der National Gallery of Modern Art in Neu-Delhi, Indien. 

 

 

 

MMK 3:

14.9.2014 – 18.1.2015

Dayanita Singh: Go Away Closer

 

Nach der Beteiligung der Künstlerin im Deutschen Pavillon anlässlich der 55. Biennale in Venedig 2013 zeigt das MMK erstmals in Deutschland die für ihre Künstlerkarriere wegweisende, neueste Werkgruppe der international renommierten Fotografin Dayanita Singh. Die in New-Delhi lebende Künstlerin (*1961) versammelt im von ihr so benannten „Museum Bhavan“ Fotografien aus ihrem Archiv, das in den letzten 25 Jahren entstanden ist. Sie ordnet die Fotografien nach Typologien, die sie „Museums Structures“ nennt und präsentiert sie in einem selbst entworfenen Display. Mit dieser retrospektiv angelegten Arbeit zieht die Künstlerin eine Art Resümee ihres bisherigen Schaffens. Bekannt wurde Dayanita Singh vor allem durch ihre sorgfältig gestalteten Künstlerbücher, die sie von Anbeginn als tragbare Museen betrachtete. Die neueste raumgreifende Präsentationsform der „Photo-Architectures“ ist eine konsequente Fortführung der Buchform. Die Besucher im MMK 3 sind eingeladen, sich einen individuellen Weg zu bahnen und eine ganz eigene Lesart beim Betrachten der Fotografien zu finden. Es gibt keine Reihenfolge oder museale Hierarchie im klassischen Sinne. Ergänzt wird die Ausstellung durch das aktuellste Videowerk der Künstlerin. Singh beschreibt das Porträt von „Mona and Myself“ als ihr erstes „moving still“.

 

Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit der Hayward Gallery in London organisiert.

 

 

 

MMK 1:

1.11.2014 – 1.2.2015

Sturtevant Drawing Double Reversal

 

Die Ausstellung der 1930 in Lakewood, Ohio, geborenen und heute in Paris lebenden Amerikanerin Sturtevant zeigt erstmals mit 100 Arbeiten ausschließlich das zeichnerische Werk, der für die Kunstgeschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts so bedeutenden Künstlerin. Damit ermöglicht die Ausstellung nicht nur einen fokussierten Blick auf ihr grafisches Werk aus fünf Jahrzehnten, sondern zeigt auch 80 Zeichnungen, die überhaupt erstmals öffentlich ausgestellt werden. Das Ausstellungskonzept wurde in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin entwickelt. Die intensive Recherche und Auseinandersetzung mit ihrem grafischen Werk bestätigte, dass die frühen Zeichnungen der 1960er Jahre der Schlüssel zum Verständnis ihres rigoros konzeptuellen Werkes sind. 

In den letzten fünfzig Jahren erarbeitete Sturtevant das vielleicht radikalste Werk ihrer Generation, das durch ein beharrliches konzeptuelles Denken bestimmt wird. Ihr geht es um mehr als um die Betrachtung von Kunst, sie zielt auf eine Veränderung der Geisteshaltung. Sie irritiert und provoziert die Kunstbetrachter und gleichermaßen den Kunstbetrieb durch die Wiederholung von Originalwerken zeitgenössischer Künstler, die sie – überraschend zeitnah zum „Original“ – als Quelle und Katalysator nutzt. 

Bereits vor zehn Jahren hat das MMK Sturtevant eine bahnbrechnede Retrospektive gewidmet. Seitdem hatte die Künstlerin zahlreiche große Einzelausstellungen und vor zwei Jahren erhielt sie den Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk auf der 54. Venedig Biennale.

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