… in der Klosterkirche von Kloster Arnstein. Mit den Pilger-Reiseerzählungen von Karl-Heinz Wolter, zu denen das Ensemble Lurley, eine klangvollendete Dreiergruppe aus der MA-Musikgruppe Ranunculus, die Kirche mit Musik und  Gesängen aus dem Mittelalter erfüllt.

 

PROGRAMM

Evtl. Pause nach Ansage!

Wer das Elend bawen will

Deutsches Lied der Jakobs-Pilger aus dem 13. Jahrhundert

– insgesamt über 26 Strophen sind überliefert,

versteht sich als Reiseführer auf dem Jakobsweg;

Strophe 1-3 ( Harfe, Drehleier, Gesang).

Übersetzung:

1. Wer in die Fremde ziehen will,
der mache sich auf und sei mein Geselle
und begleite mich wohl auf den Straßen St. Jakobs!.
Er benötigt zwei paar Schuhe,
und eine Schüssel und ein Flasche

2. Einen breiten Hut soll erhaben,,
ohne Mantel soll er nicht gehen,
der soll mit Leder besetzt sein
ob es nun schneie, regne oder der Wind wehe,
damit ihm die Luft nichts anhaben kann.

3. Sack und Stab muss er auch mit nehmen,
und er soll darauf achten,
vorher gebeichtet und gebüßt zu haben!
Wenn er in das welsche Land kommt,
findet er keinen deutschen Priester.

Karl-Heinz Wolter liest

Marienantiphon

Leisentrit – Gesangbuch, 16. Jahrhundert (Harfe)

Karl-Heinz Wolter liest

Stella splendens

Geistliches Tanzlied aus dem berühmten „Roten Buch“

des Benediktinerklosters Montserrat/Spanien; 14. Jahrhundert,

gesungen und getanzt von Mönchen und Pilgern während der Andacht;

Strophe 1 (Harfe, Schlüsselfidel, Gesang).

Übersetzung:

Glanzvoller Stern auf dem Berg,

wie ein Sonnenstrahl wunderbar erstrahlend,

erhöre das Volk.

Alle fröhlichen Menschen versammeln sich:

Arme und reiche, Junge und Alte besteigen den Berg

um mit ihren Augen zu schauen,

und kehren von ihm der Gnade voll zurück.

Karl-Heinz Wolter liest

Estampie

Schreittanz, Frankreich, 13. Jahrhundert (Harfe, Flöte, Drehleier)

Karl-Heinz Wolter liest

Cuncti simus concanentes

Ebenfalls ein geistliches Tanzlied aus Montserrat, 14. Jahrhundert,

Lurley: Strophen 1 – 4 (Schlüsselfidel, Percussion, Gesang)

Übersetzung:

1.Alle wollen wir singen: Ave Maria

2.Vor die Jungfrau alleine trat ein Engel.

Gabriel wird er genannt und vom Himmel ist er gesandt.

3.Strahlend sprach er: Gegrüßet seist du Maria.

Strahlend sprach er (hört ihr Lieben):

4.Du wirst empfangen, Maria. Einen Sohn gebären (hört, ihr Lieben).

Du wirst ihn Jesus nennen.

Karl-Heinz Wolter liest

Trotto

Schneller Tanz, Italien, 14. Jahrhundert (Harfe, Drehleier)

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Karl-Heinz Wolter liest

Palästinalied

Walther v. der Vogelweide, 13. Jahrhundert,

fiktives Pilgerlied nach Jerusalem,

Lurley: Strophen 1-2, (Oud – Arabische Laute, Drehleier, Gesang).

Übersetzung

1. Jetzt erst erhält mein Leben einen tieferen Sinn
da meine sündigen Augen die heilige Erde schauen
und das Land, das man so sehr verehrt und preist.
Ich darf nun erleben, worum ich immer bat,
ich bin an die Stätte gekommen
wo Gott bei uns war in menschlicher Gestalt.

2. Viele Länder, schön und reich und herrlich,
habe ich gesehen.
Du überstrahlst sie alle.
Wie viel Wunderbares ist hier geschehen!
Dass eine Jungfrau ein Kind gebar,
heiliger als alle Engelheere,
war das kein großes Wunder?

Karl-Heinz Wolter liest

Quem a o magen da virgen / Ghaetta

Spanisches Marienlied der „Cantigas de Sta. Maria“ /

Liedersammlung Alphons des Weisen, 13. Jahrhundert,

verbunden mit einem schnellen italienischen Tanz des 14. Jahrhunderts;

(Harfe, Dudelsack, Percussion)

Karl-Heinz Wolter liest

Wer das Elend bawen will

s. oben

Letzte Strophe (Harfe, Drehleier, Gesang)