Der Mullerthal Trail in Luxemburg ist am vergangenen Freitag in die Spitzenliga der europäischen Wanderwege aufgestiegen. In einer feierlichen Zeremonie überreichte der Vizepräsident der Europäischen Wandervereinigung (EWV), Armand Ducornet, dem Tourismusverband der Region Mullerthal – Kleine Luxemburger Schweiz die entsprechende Urkunde. Damit darf der Mullerthal Trail sich nun “Leading Quality Trail – Best of Europe” nennen und mit dieser Auszeichnung um Gäste aus dem In- und Ausland werben.

Anlässlich der Urkundenübergabe in der Hauptstadt des Großherzogtums wies Luxemburgs Minister für Landwirtschaft, Weinbau und Verbraucherschutz, Fernand Etgen, auf die große wirtschaftliche Bedeutung des Weges für eine ländliche Region wie dem Mullerthal – Kleine Luxemburger Schweiz hin. Francine Closener, Staatssekretärin für Wirtschaft sagte, es sei wichtig, seinen Gästen Qualitätsangebote zu bieten: „Luxemburg muss seinen Gästen eine außergewöhnliche Qualität bieten um gegen eine starke internationale Konkurrenz zu bestehen, sowohl im Servicebereich als auch bei den Infrastrukturen. Dies gilt natürlich auch für den Wandertourismus. Internationale Qualitätslabel erhöhen die Attraktivität des Angebotes und ermöglichen eine bessere Vermarktung. Die Regierung wird die Entwicklung eines zukunftsorientierten Qualitätsangebotes durch eine gezieltere und strategische Zuschusspolitik unterstützen.“

 

Im vergangenen Jahr hatte Luxemburg mit dem Escapardenne-Eisleck-Trail bereits einen europäischen Qualitätsweg für sich verbuchen können. Der Mullerthal Trail ist nun der Zweite. Erstmals wurde das Zertifikat 2012 an den durch Österreich und Deutschland verlaufenden Lechweg  vergeben.

 

Hinter dem Qualitätssiegel steht ein anspruchsvolles Kriteriensystem, das dem Wanderer auf entsprechend zertifizierten Wegen höchsten Wandergenuss garantiert. Wichtig für die Auszeichnung sind unter anderem naturnahe oder landschaftstypische Wege, die ohne künstliche Befestigung auskommen und dabei gut zu begehen sind. Außerdem muss die Markierung eindeutig sein. Ebenso muss ein “Leading Quality Trail – Best of Europe” seinen Besuchern Abwechslung bieten, zum Beispiel durch wechselnde Landschaftsformationen. Positiv zu Buche schlagen besondere Bio- und Geotope wie eindrucksvolle Waldszenerien, Küstenlandschaften oder Felsformationen. Auch naturnahe Quellen, Bäche, Flüsse sowie Seen und  Moore bringen Punkte. Die Anzahl der Punkte entscheidet schließlich darüber, ob ein Weg zertifiziert wird oder nicht. Um die Nachhaltigkeit entsprechender Projekte zu gewährleisten, müssen die Auftraggeber der Zertifizierungen zudem Nachweise zum Beispiel darüber führen, dass der Wegeverlauf allen Naturschutzbelangen gerecht wird.

 

Das Kriteriensystem wurde von einer internationalen Expertengruppe unter Mitwirkung des Deutschen Wanderverbandes entwickelt.  Dabei hat der 2004 eingeführte „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ für viele Kriterien Pate gestanden. Die Kriterien vom deutschen und europäischen Qualitätsweg sind kompatibel. Mit der Durchführung von Schulungen zum und Prüfungen eines “Leading Quality Trail – Best of Europe” in Europa  hat die Europäische Wandervereinigung die Deutsche Wanderverband Service GmbH beauftragt.

Der Mullerthal Trail führt auf einer Länge von 112 Kilometer durch alle landschaftlichen Besonderheiten der Region Mullerthal – Kleine Luxemburger Schweiz. Oft verläuft der Weg als Pfad durch Wälder und über Wiesen. Der Wanderer trifft immer wieder auf beeindruckende Schluchten und bizarre Felsformationen. Ein lohnendes Ziel am  Wegesrand ist die restaurierte Heringer Mühle. Dort gibt es wanderspezifische Auskünfte sowie Informationsmaterial rund um den Trail, ein Café und sogar einen Wanderausrüstungsverleih. Wanderfreundliche Gastgeber am Weg runden das Angebot ab.

 

In diesem Jahr sollen eine Reihe weiterer Wege das begehrte Prädikat erhalten, darunter der Moselsteig, der Veldenzwanderweg und die Zeugenbergrunde in Deutschland.  Auch in Schweden, Tschechien, Griechenland und Finnland gibt es bereits “Leading Quality Trails“ bzw. soll es sie künftig geben.