Wechselnde Ausstellungen finden sich im Kleinen Kabinett, hier zum Beispiel Gemälde von Yuriy Ivashkevich (Foto: KS)

Wechselnde Ausstellungen finden sich im Kleinen Kabinett, hier zum Beispiel Gemälde von Yuriy Ivashkevich (Foto: KS)

(Weilburg, im April 2018, KS) Schlosskonzerte, Alte Musik im Schloss, Modell-Baumaschinenmuseum, Schlossmuseum, Villa Rosenhang, Brunnenkonzerte, Modellbaupark, Heimatmuseen in verschiedenen Stadtteilen, eine als Gesamtheit denkmalgeschützte Altstadt, regelmäßige Literaturveranstaltungen von Residenzbuchhandlung und Café Ententeich, Bergbau- und Stadtmuseum – Weilburg hat kulturell vieles zu bieten.

Wann sind Sie eigentlich das letzte Mal im Bergbau- und Stadtmuseum gewesen? Natürlich gehen Sie regelmäßig in das gar nicht so kleine Museum am Schlossplatz – zumindest, wenn Sie zu den mehr als 200 Mitgliedern des Museumsvereins gehören. Alle anderen Weilburger schaffen es nicht ganz so regelmäßig. Ich merke es ja an mir selber. Ich bin mal dagewesen, vor langer Zeit. Ganz interessant dort. Seitdem besuche ich höchstens mal eine Ausstellungseröffnung im Kleinen Kabinett.

Das prächtige Goldene Buch der Stadt Weilburg liegt gleich am Eingang zum Stadtmuseum

Das prächtige Goldene Buch der Stadt Weilburg liegt gleich am Eingang zum Stadtmuseum

Womit wir gleich beim ersten Thema wären, den wechselnden Kunstausstellungen im Kleinen Kabinett, gleich links vom Eingang. Bis Ende April wurde dort zum Beispiel eine Ausstellung mit Werken von Yuriy Ivashkevich gezeigt. Der im Jahr 2017 mit dem Weilburger Kunstpreis ausgezeichnete Künstler stammt aus Kasachstan und lebt heute in Kelkheim. Seine Bilder sind wie Poesie. Er komponiert das Farbenspiel bis es in sich stimmig erscheint. Sie überzeugen mit leuchtender Farbenpracht, technischer Finessen und kontemplativer Gedanken. Zur Zeit feiern Künstler aus der französischen Partnerstadt Privas und aus Weilburg gemeinsam das 50jährige Bestehen der Partnerschaft. Die Ausstellung ist noch bis zum 24. Juni zu sehen.

Holger Redling, seit 2013 Leiter des Bergbau- und Stadtmuseums, begleitet mich durch das altehrwürdige Gebäude. Ursprünglich war hier einmal die nassauisch-weilburgische Regierung untergebracht. „Erst nach und nach konnten Heizung und doppelte Fenster eingebaut werden,“ erzählt der Museumsleiter, „früher gelang es nicht, die Temperatur im Winter auf über 16 Grad zu bekommen.“

Weilburg in der Topographia Germaniae, dem 16bändigen Hauptwerk von Matthäus Merian

Weilburg in der Topographia Germaniae, dem 16bändigen Hauptwerk von Matthäus Merian

Gleich beim Betreten des Stadtmuseums fällt das Goldene Buch der Stadt Weilburg auf. In Leder gebunden macht es einen imposanten Eindruck. Den berühmten Merian-Stich mit einer Lahn, die in die falsche Richtung fließt, kennt wohl jeder Weilburger. Aber wussten Sie auch, dass Weilburg eine Gesamtausgabe der berühmten Merian-Stiche besitzt? Oder, dass Weilburg ein Zentrum früher Luftfahrt gewesen ist? Nicht nur, dass die Überreste eines in Weilburg gestrandeten Zeppelins im Stadtmuseum ausgestellt sind, es finden sich auch die Fahnen der Luftfahrtpioniere Blanchard (Frankfurt – Weilburg, 1785) und Green (London – Weilburg, 1836) ausgestellt in Vitrinen. Die klassizistische Einrichtung der Apotheke zum Engel und viele, viele Exponate zur Geschichte der Nassau-Weilburger, die heute noch als Großherzöge die Geschicke Luxemburgs lenken, finden sich in den hellen Räumen.

Im ehemaligen Keller des Hauses, ergänzt durch die großen Remisen des Marstalles, befindet sich der Tiefe Stollen des Bergbaumuseums. Gestaltung und Exponate geben einen kleinen Einblick in die mühsame Arbeit der Bergleute. Die großen Maschinen funktionieren alle und werden bei Führungen präsentiert. Die Ausstellungsstücke stammen aus stillgelegten Gruben der näheren und weiteren Umgebung. Für Schulklassen ein absoluter Höhepunkt.

Die enge Bindung zwischen Luxemburg und Weilburg zeigt dieses wertvolle Geschenk an die Bürgergarde aus dem Jahr 1906. Es handelt sich um einen Silberhumpen mit allen Münzen, die in der Regierungszeit Herzog Adolph von Nassau geprägt wurden.

Die enge Bindung zwischen Luxemburg und Weilburg zeigt dieses wertvolle Geschenk an die Bürgergarde aus dem Jahr 1906. Es handelt sich um einen Silberhumpen mit allen Münzen, die in der Regierungszeit Herzog Adolph von Nassau geprägt wurden.

Das Bergbau- und Stadtmuseum ist in der Hauptsaison täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Von November bis März öffnet das Museum nur von Montag bis Freitag. Der Besuch kostet für Erwachsene 3,50 Euro, Kinder zahlen 2,50 Euro. Großeltern können mit ihren Enkeln eine Familienkarte für 8 Euro erwerben (2 Erwachsene, 2 verwandte Kinder). Neu ist die Kooperation mit dem Schloss, das Einzelticket kostet dann 7 Euro, für Kinder 4 Euro und die Familienkarte gibt es für 15 Euro.

Museumsleiter Holger Redling steht hier neben einem Dieselmotor, der auch heute noch einen Teil der Weilburger Stromversorgung übernehmen könnte. Er stammt aus der Engelmanns Mühle, leistet 150 PS und verbraucht 25 Liter Rohöl in der Stunde.

Museumsleiter Holger Redling steht hier neben einem Dieselmotor, der auch heute noch einen Teil der Weilburger Stromversorgung übernehmen könnte. Er stammt aus der Engelmanns Mühle, leistet 150 PS und verbraucht 25 Liter Rohöl in der Stunde.

Der Tiefe Stollen unterliegt bergbaurechtlichen Vorschriften. Eine davon besagt, dass es eine funktionierende Notstromversorgung gibt. Hier ein Blick in den modernen Generatorraum.

Der Tiefe Stollen unterliegt bergbaurechtlichen Vorschriften. Eine davon besagt, dass es eine funktionierende Notstromversorgung gibt. Hier ein Blick in den modernen Generatorraum.

Wuchtige und schwere Maschinen gehören zum Bestand des Bergbaumuseums. Hier zum Beispiel eine 6 Tonnen schwere Tongewinnungsmaschine aus dem Untertage-Tonabbau der Grube Birkenfeld bei Langendernbach.

Wuchtige und schwere Maschinen gehören zum Bestand des Bergbaumuseums. Hier zum Beispiel eine 6 Tonnen schwere Tongewinnungsmaschine aus dem Untertage-Tonabbau der Grube Birkenfeld bei Langendernbach.