Ehemalige Synagoge in Görlitz © Marie-Luise Preiss/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Ehemalige Synagoge in Görlitz © Marie-Luise Preiss/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) beteiligt sich dank der Lotterie GlücksSpirale, deren Destinatär sie seit 1991 ist, an der Restaurierung der Wandnische der Nordwestseite der ehemaligen Synagoge in Görlitz mit 10.000 Euro. Den Fördervertrag überbrachte Jörg-Peter Thoms, Ortskurator Görlitz der DSD, am Mittwoch, den 4. September 2013 vor Ort an Dr. Michael Wieler, Bürgermeister für Kultur, Bauen, Ordnung und Sicherheit. An den Maßnahmen beteiligt sich neben der DSD auch die Altstadtstiftung Görlitz.

Die Görlitzer Synagoge wurde 1910/1911 nach Entwürfen von William Lossow und Max Hans Kühne erbaut. Der mächtige Bau dokumentiert das Selbstbewusstsein und die gesellschaftliche Anerkennung der jüdischen Gemeinde zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Fassade des voluminösen Quaderbaus strukturieren mächtige Lisenen, hohe Portale und ein Thermenfenster. Den hinteren Gebäudeteil überragt ein hoher quadratischer Turm mit Attika. Dieser Gebäudeteil bildet einen wichtigen städtebaulichen Akzent.

Erbaut in den schweren Formen des Neoklassizismus stellt die Synagoge ein ausgezeichnetes Beispiel für die Architektur der ersten beiden Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts dar. Besondere Beachtung verdient das jüdische Gotteshaus als einer der frühen Stahlbetonbauten Deutschlands. In der Reichspogromnacht rückte die Görlitzer Feuerwehr aus, um den Brand zu löschen, so dass der Bau erhalten blieb. Zu DDR-Zeiten wurde jedoch lediglich eine bronzene Gedenktafel angebracht, während das Bauwerk selbst verfiel.

Seit Anfang der 1990er Jahre wird die ehemalige Synagoge zu einem Kulturzentrum ausgebaut. Die DSD förderte von 1993 bis 1998 Restaurierungsmaßnahmen an dem Gotteshaus, so Arbeiten am Langhaus, die Dachkonstruktion und die Kuppel. 2008 beteiligte sie sich ebenfalls an der Sanierung des Innenraumes. Die Görlitzer Synagoge gehört somit zu den ersten von mittlerweile über 720 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Sachsen fördern konnte.