Der erste Urlaub an der Nordsee war eine Katastrophe. Bis ZEIT-Autorin Ursula März beschloss, das Meer zu erobern.

Ich war sechzehn, als ich zum ersten Mal das Meer sah. Also ziemlich spät für heutige Verhältnisse. Manchmal schummle ich – unwillkürlich und unbewusst – und behaupte, ich sei vierzehn gewesen. Aber das stimmt nicht. Ich war sechzehn, kein Jahr jünger, als ich an eine Küste gelangte und mit eigenen Augen das Ungeheuerliche sah: das Meer. Eine wild bewegte, lärmende, eisengraue Wasserfläche, die vor meinem Blick kein Ende nahm. Ich habe dieses Initiationserlebnis nicht gut vertragen. Wahrscheinlich befindet man sich mit sechzehn ganz einfach auf dem Höhepunkt seelischer Erschütterbarkeit, und der Erstanblick des Meeres erwischte mich in einem heiklen Moment.

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