Pater Norbert Riebartsch OSCam, Klinikpfarrer in Freiburg, hat mir seine Karnevalspredigt vom letzten Sonntag geschickt. Hier ist sie:

 

Fasnetspredigt am 03.02.2008 – 4. Sonntag im Lesejahr A
Evangelium und 2. Lesung aus dem 1. Korintherbrief

 

Schwestern und Brüder im Herrn
ich sehe euch gern.

Es zeigt euer Kommen
Ihr seid bei den Frommen
auch dann noch zu finden,
wenn eigentlich schwinden,
die Besucher der Messen –
in Baden und Hessen.

Gar manche tut’s plagen.
Ich höre sie fragen:
„Was können wir machen,
dass Menschen aufwachen
und sehn ohne Spott
dass nur unser Gott
dem Leben gibt Ziel?
Ist das denn zuviel?“

„Nein“ möchte ich sagen,
„das sicherlich nicht!“
Doch sollten wir tragen
ein offnes Gesicht!

Wir sollten nicht drängen,
nicht drohen mit Schmerz
nicht Strafen verhängen,
belasten das Herz.
Vielmehr gilt Vertrauen,
dass Gott es uns schenkt,
in Freiheit zu schauen,
wo er auf sich lenkt
die Hoffnung der Armen,
der Kranken und Schwachen,
mit seinem Erbarmen
sie neu bringt zum Lachen.
Sie, die erhoffen, was grade nicht ist,
was früher sie kannten zufrieden und froh,
was auch noch im Alter man nie ganz vergisst.
Das möge so kommen. Das bleib einfach so.

Was haben wir denn grad gehört?
An Jesus haben sich kaum gestört
die Menschen, die mit sich zufrieden.
Denn diese haben oft gemieden,
jene, die mit Unbill geschlagen,
und die nun mit all ihren Klagen
eher verstummt sind im großen Kreis.
Doch gibt es sie noch – wie jeder wohl weiß.

Die kamen zu Jesus, die brauchten sein Wort.
Der See und der Berghang, die waren der Ort
Um wieder zu hoffen, dass einer es hört,
wenn sie davon sprechen, was mächtig sie stört.
Sie sprachen von Unrecht, das an ihnen geschehen,
von Wegen des Friedens, die sie nicht können gehen.
Sie sprachen von Hunger nach Liebe und Brot
und noch von manch andrer persönlicher Not.
Die Antwort war immer nur: „Selig ihr seid!
Denn von Gottes Zeichen seid ihr nicht mehr weit.
Er will euch doch trösten und euch aufbauen
und will mit euch das Gelungne anschauen.
Er will euch umgeben
mit himmlischen Leben.“

Zwar könnte man fragen
was nun an den Klagen
der Menschen sich wendet.
Denn Not jetzt nicht endet.
Doch haben sie einmal – zumindest beim Herrn,
gespürt: „Ich werde gemocht, mich hat einer gern!“
Sie haben gemerkt: „Er nimmt mich wichtig“
und sagt ihnen auch: „Euer Anspruch ist richtig!“

Und auch ist zu lesen an anderen Stellen:
Wenn Jesus dann kam mit seinen Gesellen,
sprach er seine Botschaft und tat dann ein Zeichen,
so mächtig, dass anschließend niemand wollt weichen.

Gewiss – er hat nicht alle Probleme beendet
und mancher hat sich enttäuscht abgewendet.
Doch Blinde wie beispielsweise Bartimäus,
oder die Sünder wie etwa Zachäus
oder der Aussätzige vor der Stadt,
die 5000, die der Herr machte satt,
sie zeigen, dass Jesus war sehr wohl bereit
zu wenden die Not und das Elend der Zeit.

Doch das ist Geschichte, Jahrtausende her.
Auch heute fällt Menschen das Leben sehr schwer.
Wir haben die Kraft nicht für Jesu Zeichen,
doch glaube ich, wir können auch heute erreichen,
worum damals der Herr immer hat sich bemüht:
Dass die Blume der Freude an Gott in uns blüht.

Wir können sie haben – das weiß schon St. Paul
und das zu erklären war er gar nicht faul.
Gott ist es, der den Menschen erwählt,
und dann für Gott seine Treue auch zählt.
Er wählt ihn, das eigene Leben zu meistern
und sich leiten zu lassen von guten Geistern.
Er wählt ihn, nicht weil er ist so voller Kraft,
dass er alle Dinge alleine schon schafft.
Er wählt ihn viel mehr als sein Ebenbild,
um ihm dann zu sein der Schutz und das Schild.
Dafür findt er Wege durch Raum und durch Zeit
zu mehren die Freude, zu teilen das Leid.

Man sieht es auch heute hier in Heilig Geist.
Das Reimen uns auf die Freude verweist.
Und weil der Kalender es heute bestimmt,
ein jeder, der will, mit Recht auch annimmt:
Der Blasiussegen wird heute gespendet,
als Zeichen dafür, dass Gott sich zuwendet,
dem, der in der Not auf Segen vertraut
und immer neu hoffend auf Jesus Christ schaut.

Und darin, ihr Leute, schließt sich der Reigen,
denn an St. Blasius kann man es zeigen:
Er wurde erwählt – auch zum Bischofsamt,
die Kraft dazu von Gott selber stammt.
Durch ihn konnte Blasius segensreich sein,
und in das Leben des Knaben hinein
ein Zeichen der göttlichen Liebe bringen.
So ist es auch heute mit vielen Dingen.

Drum hoffe ich weiter, ob heute, ob morgen
dass in allen Ängsten und in allen Sorgen
wir ab und an spüren im Krankenbett oder auch hier:
Gott sagt uns noch immer: „Selig seid Ihr!“