Qualitätswege, Qualitätsgastgeber und nun Qualitätsregionen „Wanderbares Deutschland“: Zu viel des Guten? „Nein“, sagt Liane Jordan, beim Deutschen Wanderverband für die Qualitätsregionen zuständig, „so gibt es für jeden Anspruch das passende Angebot“.

 

Am vergangenen Dienstag hat Jordan zusammen mit dem stellvertretenen Geschäftsführer des Deutschen Wanderverbandes (DWV), Erik Neumeyer, in Kassel eine Informationsveranstaltung zur neuen Qualitätsoffensive des DWV organisiert. Wie innovativ die neue Zertifizierung ist, wird schon beim Blick auf die Qualitätskriterien deutlich. Qualitätsregionen müssen nicht nur spannende Wege bieten. Auch die Tourist-Informationen und die Verkehrsanbindung kommen auf den Prüfstand. Nicht zuletzt schreiben die Kriterien vor, dass alle Naturschutzbelage berücksichtig sind und die Orientierung makellos funktioniert. Um dies alles langfristig zu garantieren, sind eine nachhaltige Betreuung und das Zusammenspiel vieler unterschiedlicher Akteure unerlässlich. Beides wird durch die neue Qualitätsoffensive des Wanderverbandes unterstützt.

Für die Zertifizierung hat der DWV zusammen mit seinen Partnern insgesamt 44 Qualitätskriterien entwickelt, die anhand von sechs Modellregionen ihren Praxistest durchlaufen haben. Neumeyer: „Es hat sich nicht nur gezeigt, dass die Regionen einen Qualitätssprung gemacht haben. Die für so ein Projekt nötigen intensiven Kooperationen unterschiedlicher Partner haben auch die Strukturen gewachsener Tourismusregionen nochmals gestärkt. So stelle ich mir eine wirklich gelungene nachhaltige Regionalentwicklung vor.“

Die bereits seit mehr als zehn Jahren bestehende Zertifizierung von einzelnen Wegen wird es natürlich weiter geben. Auch das Logo der Qualitätsgastgeber „Wanderbares Deutschland“ wird Wanderern weiterhin zeigen, in welchen Häusern eine qualifizierte Beratung, Wanderkarten und ein Service rund um die Ausrüstung garantiert sind. Es werden künftig wohl eher noch mehr als die derzeit bundesweit 1.200 Qualitätsgastgeber, denn eine weitere Voraussetzung für die Auszeichnung als Qualitätsregion „Wanderbares Deutschland“, sind wanderfreundliche Unterkünfte in der jeweiligen Region.

Neumeyer begründet die jüngste DWV-Qualitätsoffensive so: „Auf der einen Seite verlangen Gäste beim Wandern zunehmend Qualität, auf der anderen Seite wächst die Zahl derer, die als Reiseziel eine feste Unterkunft bevorzugen, von der aus sie verschiedene Wege in der Region erkunden.“ Jordan: „Und dank unserer Zertifizierungen erkennt jeder sofort, in welcher Region er flächendeckend Qualität bekommt.“

In Kassel wurde während der Diskussion der 44 Qualitätskriterien deutlich, dass der Prozess hin zu einer Qualitätsregion in vielen Gebieten schon allein ein Qualitätssprung für den Wandertourismus ist. Besonders ländlichen Räumen eröffnet die Zertifizierung als Qualitätsregion „Wanderbares Deutschland“ damit viele Chancen: Die für das Qualitätssiegel erworbenen Qualitäten könnten für diese Regionen zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden. Jordan: „Das wird ähnlich sein wie bei den Qualitätswegen, die Experten zufolge von Besuchern wesentlich stärker nachgefragt werden als nicht zertifizierte Wege.“

Die Qualitätsregionen „Wanderbares Deutschland“ werden besonders vom wachsenden Wandermarkt in Deutschland profitieren: Rund 40 Millionen Menschen wandern in Deutschland und unternehmen dabei rund 370 Millionen Tageswanderungen im Jahr. In den Orten, welche die Wanderer während der Wanderungen besuchen, geben sie jährlich knapp 7,5 Milliarden Euro aus. Dieser Markt bietet gerade für ländliche Räume ein enormes Entwicklungspotential. Das ist sicher ein Grund dafür, dass die Infoveranstaltung in Kassel schon kurz nach Bekanntgabe des Termins durch Vertreter von Landkreisen, Tourismusregionen und Naturparks ausgebucht war. Neumeyer: “Wir bereiten gerade die nächste Veranstaltung vor. Sie wird am 3. Juni wieder in Kassel stattfinden.“

Kompakt: Qualitätsregion „Wanderbares Deutschland“

Um als Qualitätsregion Wanderbares Deutschland zertifiziert zu werden, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Eine Qualitätsregion Wanderbares Deutschland ist eine Region, die

  • sich in der Wanderwegeinfrastruktur, der Beherbergung und dem Service dem Wandern verschrieben hat,
  • mindestens fünf Tage abwechslungsreichen Wanderurlaub ermöglicht,
  • vom Gast als abgeschlossene Region wahrgenommen wird und sich als solche vermarktet,
  • eine nachhaltige Pflege des wandertouristischen Angebots sicherstellt,
  • mit allen Partnern im Bereich Wandern strukturiert zusammenarbeitet (Großschutzgebiete, Wandervereine, Tourismusverantwortliche, Naturschutz etc.),
  • organisatorisch als Einheit auftritt.

Eine Wanderregion kann auch ein klar abgegrenztes, in sich selbständiges Teilgebiet einer großen touristischen Oberregion sein. Vor einer Zertifizierung muss dies dann mit der Oberregion abgestimmt sein.

 

Weitere Informationen und Anmeldung zur Infoveranstaltung Qualitätsregion Wanderbares Deutschland am 3. Juni:

Deutscher Wanderverband Service GmbH

Wilhelmshöher Allee 157–159

34121 Kassel

Tel: 0561-93873-19

Fax: 0561-93873-10

Mail: l.jordan@wanderverband.de

www.wanderverband.de

www.wanderbares-deutschland.de