Der herrliche Marktplatz von Homberg im Jahr 2013, Foto: Manfred Möll

Der herrliche Marktplatz von Homberg im Jahr 2013, Foto: Manfred Möll

Von Laubuseschbach nach Bensheim

Rollendes Museum der Auto- und Motorradgeschichte startet bei Kelterei Heil – Aktionen in 40 Etappenorten

 

Am 7. Juni führen alle Wege und die unseres Redakteurs nach Bensheim. Die Hessentagsstadt 2014 ist das Ziel der großen ADAC Oldtimersternfahrt, die am Samstagmorgen zeitgleich in vier hessischen Städten startet. Ka-Jo Schäfer mit einem Trabant Universal von 1977 mitten dabei.Und eine solche besondere Ehre als Ausgangspunkt kommt Weilmünsters Ortsteil Laubuseschbach zu! In rund 40 Etappenorten legen die historischen und klassischen Automobile und Motorräder der Baujahre 1900 bis 1984 kurze Stopps ein und lösen interessante Sonderaufgaben. An vielen Punkten werden die Fahrzeuge den Besuchern vorgestellt. Für Teilnehmer und Besucher wird die ADAC Oldtimersternfahrt zu einer nostalgischen Zeitreise, denn im über 300 Autos und Motorräder umfassenden Starterfeld sind viele bekannte, aber auch längst vergessene Zeugnisse der Mobilität eines ganzen Jahrhunderts vertreten. Da werden auch bei den Besuchern viele Erinnerungen wach!

 

Hessentag als landesweites Thema

Foto: Manfred Möll

Foto: Manfred Möll

Die ADAC Oldtimersternfahrt zum Hessentag ist zu einer festen Institution geworden. 2005 zierten die historischen Fahrzeuge erstmals einen Hessentag, damals in Weilburg. Die große Begeisterung bei Besuchern und Fahrern veranlasste die Verantwortlichen beim ADAC das „Gastspiel“ zur festen Institution werden zu lassen. Und so hat der Oldtimertross mittlerweile eine eigene Tradition jeweils für den Samstag nach Eröffnung des Hessentags.

Nachdem Hessisch Lichtenau 2006 besucht wurde, ließ man sich beim ADAC Hessen-Thüringen für 2007 in Butzbach etwas Neues einfallen. Man gab der Veranstaltung den Charakter einer Sternfahrt. Der Gedanke dahinter: Wenn schon der Hessentag das Fest der Hessen ist, dann sollen auch die anderen Landesteile einen Beitrag liefern. Seitdem fahren aus allen Himmelsrichtungen unseres Bundeslandes die Oldtimer gen Zielort.

Auch nach Homberg/Efze (2008), Langenselbold (2009) Stadtallendorf (2010), Oberursel im Taunus, Wetzlar (2012) und Kassel (2013) wurden jeweils vier Einzelfelder auf den Weg in die Hessentagsstadt geschickt. 2014 ist nun Bensheim „ganz unten“ in Hessen „ganz oben“ für die Freunde historischer Autos und Motorräder.

 

Vier Startorte – ein Ziel

Ganz so schön wie dieser Oldtimer ist der Trabi nicht - aber wie das Team abschneidet, wissen wir morgen, Foto: Manfred Möll

Ganz so schön wie dieser Oldtimer ist der Trabi nicht – aber wie das Team abschneidet, wissen wir morgen, Foto: Manfred Möll

Auf Grund der Vielzahl der Anmeldungen muss der ADAC Hessen-Thüringen notgedrungendie vier Starterfelder beschränken. Von den Startorten Frankfurt, Steinau an der Straße (Main-Kinzig-Kreis), Wald-Michelbach (Kreis Bergstraße) und Weilmünster-Laubuseschbach (Landkreis Limburg-Weilburg) machen sich am Samstag, den 7. Juni, ab 9 Uhr nunmehr jeweils maximal einhundert Fahrzeuge auf den 150 bis 170 Kilometer langen Wegauf reizvollen, kleinen Nebensträßchen nach Bensheim. Dadurch avanciert die „ADAC Oldtimersternfahrt zum Hessentag“ zur größten Oldtimerfahrt Deutschlands! Jeweilszwei der vier Felder vereinigen sich schließlich vor den Toren Bensheims und ziehen in einem imposanten Tross von Norden her in die „heimliche“ Hauptstadt der Hessen ein.

Zwar mag eine Gerade die kürzeste Verbündung zwischen zwei Punkten sein, aber die „Macher“ vom ADAC Hessen-Thüringen treten den Beweis an, dass der Umweg die schönste Verbindung zwischen zwei Punkten sein kann! So führt der Weg der vier Oldtimer-Startfelder nicht etwa direkt nach Bensheim. Die Frankfurter verlassen von der „Klassikstadt“ in Fechenheim ihre Stadtmauern erst einmal gen Norden! So steuern sie als erstes Bad Vilbel an. Es folgen Ober-Rosbach, Wehrheim, Usingen und Neu-Anspach. Hier im Taunus „besinnt man sich“ und nimmt nun die „richtige“ Himmelsrichtung in die Hessentagsstadt. Weitere Stationen sind Oberems, Elhalten, Flörsheim, Rüsselsheim und Nauheim.

Wie wird sich das Weilburger TRabi-Team morgen schlagen? Am Abend in Bensheim wissen wir mehr!

Wie wird sich das Weilburger TRabi-Team morgen schlagen? Am Abend in Bensheim wissen wir mehr!

In Groß-Gerau stoßen die Frankfurter schließlich auf das Feld derer, die in Wald-Michelbach losgefahren sind. Die Odenwälder hatten eigentlich mit knapp 30 Kilometern den kürzesten Weg. Das lohnt doch nicht, es müssen 150 sein! Denn von Wald-Michelbach aus geht es nicht nach Nordwesten, sondern nach Nordosten über Affolterbach, Wahlen, Hammelbach, Fränkisch-Crumbach , Hundertmorgen, Groß-Umstadt, Dieburg und Langen nach Groß-Gerau.

Die nunmehr gegen 13 Uhr vereinten Odenwälder und Frankfurter cruisen weiter nach Bensheim, machen aber noch Stopps in Erfelden und Gernsheim.

In Ober-Ramstadt treffen sich die anderen beiden Felder. Die „Laubuseschbacher“ holen ab 9 Uhr von der Kelterei Höhl aus weit aus ins Mittelhessische hinein und passieren Butzbach und Rockenberg, ehe sie Richtung Bensheim einschwenken und sich dabei vorher von den vielen Tausend Menschen an der Route Friedberg, Nieder-Florstadt, Bruchköbel, Hanau, Mühlheim, Obertshausen/Hausen und Dieburg feiern lassen. Die „Steinauer“ nehmen anfangs den „richtigen“ (aber eben längst nicht so schön zu fahrenden) Weg nach Bensheim, meiden aber die Autobahn. Sie haben stattdessen Wächtersbach-Aufenau, Bad-Orb, Neuwirtheim und Gelnhausen auf ihrer Etappe. Nun könnten sie sich schon am späten Vormittag mit den aus Laubuseschbach kommenden Auto- und Motorrad-Veteranen vereinigen, aber das wäre nicht originell… Also schwenken sie ab und sehen (und werden gesehen!) in Freigericht, Mömbris, Aschaffenburg, Obernburg und Höchst im Odenwald. Von Ober-Ramstadt geht es für beide Pelotons über Hoxhohl dann direkt nach Bensheim.

 

Vor dem Start: Technische Kontrolle durch den TÜV Hessen

Am Samstag beginnt schon ab 7 Uhr in den Startorten die öffentliche, technische Kontrolle der Fahrzeuge. Prüfingenieure des TÜV Hessen checken den verkehrssicheren Zustand der Vehikel. In den Etappenorten werden die Oldtimer und ihre oft ebenso interessanten Fahrer im Spalier der Zuschauer empfangen. Das ist „Gänsehaut-Feeling pur“ für die Teams des „Rollenden Museums“.

Für die ADAC Oldtimersternfahrt zum Hessentag Bensheim bieten die rund 40 in die Durchführung eingebundenen ADAC Ortsclubs 800 Mitglieder auf. Weitere Helfer stellen die Städte und Gemeinden, die zusätzliche Unterhaltungsprogramme anbieten und natürlich allerlei kulinarische Köstlichkeiten und Stärkungen anbieten. Damit wird die Oldtimersternfahrt auch vom Personalaufwand zu einer der größten Veranstaltungen ihrer Art in Deutschland.

 

Aufgaben für die Teams

Doch die Tour ist nicht bloß eine idyllische Ausfahrt auf den reizvollsten Strecken der schönsten Landschaften Hessens. Denn die Fahrer der Autos, Gespanne und Motorräder haben auf den großen Schleifen von 150 (Startfeld Wald-Michelbach), 160 (Steinau an der Straße) und 170 (Frankfurt und Laubuseschbach) Kilometer Länge meist einen Beifahrer an Bord – nicht um diesem einen schönen Ausflug zu gönnen, sondern zur „Arbeit“! Denn eine ganze Reihe von Sonderprüfungen warten auf die Teilnehmer. Da finden sich mitunter kapriziös schwierige Fahraufgaben, für die man Assistenz benötigt: Gleichmäßigkeitsprüfungen mit vorgegebener Richtgeschwindigkeit oder zentimetergenaues Einparken mittig zwischen zwei Begrenzungspfosten. Für Abweichungen gibt es Strafpunkte. Alle Teilnehmer der Sternfahrt erhalten im Ziel einen „Hessischen Löwen“, der – je nach Erfolg und dem Quäntchen Glück – als Siegertrophäe auf dem Marmorsockel in Bronze, Silber oder Gold glänzt.

 

Weitere Informationen zu den Oldtimeraktivitäten des ADAC Hessen-Thüringen gibt es im Internet unter www.oldtimerfahrt.de