Die St. Leonhardskirche in FRankfurt am Eisernen Steg, Foto: By Mylius (Own work) [<a href="http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html">GFDL</a> or <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0">CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0</a>], <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AFrankfurt_Am_Main-Leonhardskirche-Ansicht_vom_Eisernen_Steg-Gegenwart.jpg">via Wikimedia Commons</a>

Die St. Leonhardskirche in FRankfurt am Eisernen Steg, Foto: By Mylius (Own work) [GFDL or CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

Bereits vor zwei Jahren hat sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) mit 50.000 Euro an den Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten der Steinausstattung und der Romanischen Portale der St. Leonhardkirche in Frankfurt am Main beteiligt. Nun unterstützt die private Denkmalstiftung auch in diesem Jahr die anstehenden Restaurierungsarbeiten. Den entsprechenden Fördervertrag über 40.000 Euro überbringt Walter J. Lachner, Ortskurator Frankfurt der DSD, am Montag, den 10. März 2014 um 11.00 Uhr vor Ort im Beisein von Dirk Junker von Lotto Hessen an Dombaumeister Robert Sommer vom Hochbauamt der Stadt Frankfurt.

1219 gründete Kaiser Friedrich II. die Kapelle St. Maria und Georg in Frankfurt. Das Gotteshaus diente ab 1317 als Kollegiatsstiftskirche. Mit dem Erwerb der Reliquien des Heiligen Leonhard 1323 wechselte das Patrozinium. Von der spätromanischen flachgedeckten Basilika mit ihrem quadratischen Chor und zwei runden Osttürmen über den Seitenapsiden hat sich der untere Teil des Westgiebels mit der Lisenengliederung erhalten. Auch die schlanken dreistöckigen, ab dem zweiten Obergeschoss achteckigen Osttürme des Ursprungsbaus mit verputzten, spitzbogigen Steinkuppeln über je acht Giebeln stehen bis heute aufrecht.

Ab 1425 wurde der zweijochige Chor, den wohl Dombaumeister Madern Gerthener vollendet hat, neu gebaut. Ihn zeichnen die großen Maßwerkfenster mit Querfries in halber Höhe, Sternengewölbe mit Wappenschlusssteinen und die originale Bemalung aus. Die Wandmalereien im Chor von Hans Dietz stammen aus dem Jahr 1536, sie stellen das Glaubensbekenntnis in Form der aus einem Baum herauswachsenden Apostel dar. Über dem Chorbogen befindet sich ein Jüngstes Gericht und am nördlichen Emporengewölbe Rankenwerk. In den Chorfenstern sind große Reste von Glasmalereien aus dem 15. Jahrhundert erhalten. Um 1455 baute man nördlich des Chores eine Kapelle mit einem zentralen achtseitigen Rippengewölbe an.

Zu einer breitgelagerten fünfschiffigen Halle mit Emporen und außen angegliederten Schiffen wurde das Langhaus der Kirche zwischen 1500 und 1520 von Hans von Bingen und Hans Baltz von Mertenstein umgebaut. Nachdem das nördliche Schiff zunächst als offene Vorhalle mit Streben und Pultdächern als Zugang zu den romanischen Portalen gestaltet war, folgte der Umbau des Mittelschiffs. Die drei östlichen romanischen Joche wurden durch zwei spätgotische Joche ersetzt, die auf schlanken achteckigen Pfeilern Netz- und Sterngewölbe überspannen. In das Westjoch des Langhauses und in die Seitenschiffe fügte man eine hohe Empore mit Maßwerkbrüstung ein. Das südliche Seitenschiff ist ein Anbau von 1520 mit stark eingezogenen Strebepfeilern. An die Außenschiffe schließen sich östlich je ein Nebenchor an, dessen nördlicher als Grablege von Hans Baltz bestimmt wurde. Die Kapelle an der Nordostecke barg ursprünglich einen Heiliggrabaltar. Den Putzbau prägen Eckquaderungen und Gewände aus Sandstein. Im Inneren ergänzen seit 1500 Altäre den hohen kunsthistorischen Wert dieses wichtigen mittelalterlichen Kirchenbaus.

St. Leonhard ist eines von über 140 Projekten, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank privater Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Hessen fördern konnte.